FDP-TreffenNiebel ist als Putschist gescheitert
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Parteitag soll vorgezogen werden

Immer mehr FDP-Politiker dringen auf eine zügige Entscheidung nach der Wahl. "Der Parteitag im Mai ist viel zu spät, der muss vorgezogen werden", fordert etwa der Altliberale Baum. Ähnlich äußerte sich Bundestagsvizepräsident Hermann Otto Solms. Ob Rösler Parteichef bleiben könne, müsse "die Partei sehr bald entscheiden".

Rösler selbst will auch dann Parteichef bleiben, wenn die FDP nur knapp den Wiedereinzug in den niedersächsischen Landtag schaffen sollte. Sagt er. Er wolle auch bei einem Wahlergebnis "von 5,1 Prozent" in Niedersachsen sein Amt nicht aufgeben.

Für den Fall, dass Rösler zurücktritt, wäre Brüderle der Favorit für das höchste Parteiamt. Er genieße großen Rückhalt in der Fraktion und auch in den Landesverbänden, heißt es. Eine Umfrage vergangene Woche bestätigte dies: Die Basis hätte ihn am liebsten als Parteivorsitzenden.

Gesichtswahrende Lösung?

Ob es soweit kommt, hängt vom Ergebnis in Niedersachsen und Röslers eigenem Durchhaltevermögen ab. Selbst für den Fall einer Wahlpleite warnen einige Liberale vor einem übereilten Abschuss des Vorsitzenden. In der Bundestagsfraktion wird der Umgang mit seinem Vorgänger Guido Westerwelle als abschreckendes Beispiel genannt. In jedem Fall solle für Rösler eine Lösung gefunden werden, die ihn als Person nicht völlig diskreditiert. Soll heißen: Sein Rücktritt als Wirtschaftsminister und Vizekanzler mitsamt Kabinettsumbildung noch vor der Bundestagswahl soll verhindert werden.

Zumindest theoretisch wäre deshalb auch eine Doppelspitze für den Wahlkampf denkbar, wie sie Niebel gefordert hatte. Allerdings ohne den Entwicklungsminister, sondern mit Brüderle und Rösler. Doch das ist bis zur Niedersachsen-Wahl am 20. Januar noch Spekulation. In Umfragen steht die FDP dort bei vier Prozent.
 

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Leserkommentare
  1. ist wohl in der falschen Partei - denn so offen über das Führungspersonal spricht man in der FDP sonst nicht.

    Niebel sollte auf seinem Teppich sitzend Richtung Orient verduften.

    13 Leserempfehlungen
  2. ich weiss nicht, wie es anderen geht, ich aber, habe die Querelen innerhalb der FDP einfach satt. Ich werde dieses unreife Personal nach der nächsten Wahl nicht vermissen.

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    Leutheuser-Schnarrenberger. Aber sie gilt sowieso als "Minderheit" in ihrer Partei.

    über Niebel und Brüderle wurden früher, auch parteiintern, gerne Witze gemacht. Heute sind sie das Spitzenpersonal. Rösler ist eine tragische Figur. Er hat mehr weggeschleppt, als er fressen kann. Armer Hund.

  3. Ein liberales Scharmützel mehr...

    3 Leserempfehlungen
    • grrzt
    • 04. Januar 2013 13:08 Uhr

    "Einer der Fehler nach der Bundestagswahl sei gewesen, ein Ministerium zu übernehmen, das die FDP abschaffen wollte." sagt Baum. Einen Fehler würde ich es nicht nennen, in meinen Augen war es erhellend, welche Prioritäten die FDP setzt; Pöstchen statt Positionen eben. Achja - und Niebel kann ja nach dem vorherzusehenden Scheitern der FDP wieder Arbeitsvermittler werden.

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    Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/mo.

    Als Arbeitsvermittler hat sich Niebel höchste Meriten erworben. Schließlich ist es ihm gelungen, in seinem Ministerium binnen kurzer Zeit diverse Parteifreunde mit guten Posten zu versorgen. Er sollte getrost so weitermachen. Muss sich allerdings beeilen, denn die sinkende Zahl der FDP-Mitglieder dürfte bald schon geringer sein als die Zahl vakanter Posten in seinem kleinen Ministerium.

    • Kladow
    • 05. Januar 2013 20:13 Uhr

    Fragen Sie doch mal die MitarbeiterInnen der Agentur für Arbeit in Heidelberg.
    Sobald der Name "Niebel" fällt brandet Beifall auf.
    Immenser Beifall.
    Immer unter der Voraussetzung,dass gefragt würde,wer dafür ist,dass Herr N.nicht zurückkehrt

  4. ich glaube auch nicht, das die Partei mit ihm einen Fuß auf den Boden bekommt. Es geht ja auch gar nicht nur darum, ob er Herr Rösler seinen Job gut macht oder nicht. Es geht auch darum, wie er ankommt. Und bei mir kommt er gar nicht gut an. Als Mensch schon,..aber bitte nicht als Vizekanzler usw.

    5 Leserempfehlungen
  5. Niebel wäre als Parteichef gar nicht der Schlechteste. Zusammen mit Generalsekretär Döring wäre er der geeignete Mann, den Wählern klar und deutlich zu signalisieren, dass die Tage, als die FDP noch liberal war und Gutes für die ganze Bevölkerung wollte, lange vorbei sind.

    Politisch überalterte Gestalten wie Baum können einem im Grund nur leid tun, wie sich selbst ein Trugbild ihrer guten FDP aus den 70ern vorspiegeln.

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    • kael
    • 04. Januar 2013 13:43 Uhr

    "Politisch überalterte Gestalten wie Baum können einem im Grund nur leid tun, wie sich selbst ein Trugbild ihrer guten FDP aus den 70ern vorspiegeln." (Zitat Ende)

    Warum werden wohl Namen (selbst von Verstorbenen) wie Baum, Hirsch, Flach oder Hamm-Brücher so oft genannt? Weil sie für eine FDP standen, die im Kern (und nicht nur marktradikal) liberal war. Die heutige Jungmänner-Clique der FDP hat diese Namen nämlich längst vergessen. Genau das - und nur das - sollte jedem leid tun.

  6. Mittlerweile muss ein Kabarettist nur einen von 5 Begriffen nennen und erhält Applaus:
    FDP
    Rösler
    Guido
    Niebel
    Brüderle

    19 Leserempfehlungen
  7. >> Er wolle auch bei einem Wahlergebnis "von 5,1 Prozent" in Niedersachsen sein Amt nicht aufgeben. <<

    ... so ist, soll die FDP die 5,1 Prozent haben.

    Wäre doch zu schade, wenn Rösler vor der BT-Wahl abgelöst würde :-)

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