LandtagswahlSchwarz-Gelb in Niedersachsen kann hoffen

Die FDP erreicht in der jüngsten Umfrage erstmals seit Langem wieder die fünf Prozent und wäre damit im Landtag. Das ist eine gute Nachricht besonders für Parteichef Rösler.

Die Niedersachsen-Wahl am 20. Januar bringt offenbar ein knappes Ergebnis: Zwar haben SPD und Grüne laut einer neuen Umfrage weiter eine Mehrheit, doch erreicht die FDP erstmals seit Langem fünf Prozent, und Schwarz-Gelb kann wieder hoffen.

Die CDU von Ministerpräsident David McAllister liegt laut ZDF-Politbarometer derzeit mit 39 Prozent deutlich vor der SPD mit 33 Prozent. Für die Grünen sprechen sich 13 Prozent aus.

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Linke und Piraten wären nach der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen nicht im Landtag vertreten. Damit hat Rot-Grün derzeit einen Vorsprung von zwei Punkten auf das aktuell regierende Bündnis.

Schicksalswahl für FDP-Chef Rösler

Die Abstimmung gilt als Schicksalswahl für den aus Niedersachsen stammenden FDP-Bundesvorsitzenden Philipp Rösler. Kommt die FDP nicht erneut in den Landtag in Hannover, wird intern Röslers Rücktritt erwartet. Bei mehr als fünf Prozent will der Vizekanzler offenbar um seinen Parteivorsitz kämpfen.

Die Liberalen verbesserten sich im Vergleich zu Dezember um einen Punkt, während die CDU unverändert bleibt. Die SPD legte um einen Punkt zu und wurde zweitstärkste Kraft. Die Grünen hielten sich stabil. Rot-Grün hätte mit 46 Prozent eine knappe Mehrheit vor Schwarz-Gelb mit 44 Prozent.

Die Erhebung setzt sich laut ZDF aus Projektionswerten zusammen, die lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wiedergeben. Da es auch einen statistischen Fehlerbereich gebe, könne nicht zuverlässig gesagt werden, ob die FDP die Fünf-Prozent-Marke überspringe oder daran scheitere. Der Umfrage zufolge wissen derzeit 42 Prozent der niedersächsischen Bürger noch nicht, wen sie wählen wollen.

Vor allem die bundesweit geschwächte FDP hofft auf Auftrieb. Potenziellen Wählern würde mit der Umfrage das Signal gegeben, dass die Stimme für die Liberalen nicht verschenkt wäre und sogar eine Machtoption damit verbunden ist.

Wahlforschern zufolge entscheiden sich die Wähler der FDP meist sehr spät und treffen ihre Entscheidung sehr stark nach taktischen Erwägungen. Bei der Landtagswahl im Jahr 2008 kam die CDU auf 42,5 Prozent, die SPD auf 30,3 Prozent, die FDP auf 8,2 Prozent, die Grünen erreichten acht Prozent und die Linke 7,1 Prozent.

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Leserkommentare
  1. "Der Umfrage zufolge wissen derzeit 42 Prozent der niedersächsischen Bürger noch nicht, wen sie wählen wollen."

    Wie kann man 42% Unentschlossenheit überhaupt eine Aussage treffen? Da kann man nicht sagen, mal gucken das wird vieleicht knapp. 42% ist ein nicht zu vernachlässigender Wähleranteil.

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  2. Ich kann mir das nur so erklären, dass die FDP 5,1 % erhalten soll, damit Rösler weiter Parteichef bleibt. Diabolisch.

    7 Leserempfehlungen
  3. Denke ich ein wenig zurück, war mir generell wohler dabei, wenn die eine oder andere Volkspartei mit den Liberalen zusammen regierte, denn auf der einen Seite wurde das "linke Idyll" beschnitten und bei den anderen "rechte Härte" zurückgedrängt. Als klassisches Beispiel hierfür wurde das Justizressort im Bund/Land oft mit einem FDP-Minister besetzt.
    Herausragende Vertreter, wie Theodor Heuss, Thomas Dehler, Reinhold Maier, Erich Mende, Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher prägten weltweit ein versöhnliches Bild vom Nachkriegsdeutschland.
    Die letzten Jahre FDP-Politik waren z. T. äußerst unzufriedenstellend. Auf dem 3-Königstreffen hätte man Nägel mit Köpfen machen sollen. Wahrscheinlich entscheidet die Niedersachsenwahl über die liberale Führungsspitze.

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  4. Roht-Krühn zu verhindern ist, Gelb zu wählen. Das hat sich mittlerweile rumgesprochen und könnte der FDP diesmal noch den Hals retten. Aber natürlich geht es so nicht weiter mit den liberalen. Diese Boygroup hat gewiss keine Zukunft und Brüderle ist im Rentenalter.

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  5. egal was Ihr wählt, aber bitte nicht CDU,FDP,Grüne oder SPD.

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  6. auf die Idee, dass die FDP eine liberale Partei ist? Liberale Parteien wollen Monopole zerschlagen und wollen als den Gesetzen des Marktes unterordnen. Die FDP ist eher die Partei der Besitzstandswahrer, sonst hätte sie längst Front gemacht gegen die Energie-Monopolisten und hätte die Medikamentenpreisbindung aufgehoben. In zehn Tagen wird gewählt und es dürfte interessant werden wie sich die Zahlen entwickeln werden. Ich warne aber davor die Umfrage als tatsächliches Ergebnis anzusehen und deshalb allzu euphorisch zu sein.

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  7. Gestern Schlagzeile Forsa sieht FDP bei 2% (bundesweit), heute Forschungsgruppe Wahlen sieht FDP bei 5% (niedersachsenweit). Während Forsa seinem Ruf als Befragungsbüro mit den größten Maxima/Minima gerecht werden will, versucht die FGW die FDP an die 5% zu schubsen, damit die potentiellen Zweitstimmengeber der CDU ihre Angst verlieren ihre Stimme könnte verloren gehen.
    Bestenfalls unanständig!

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    Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

  8. Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

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    Antwort auf "Gestern und Heute"
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    Ich hatte sinngemäß geschrieben, dass Meinungsumfragen benutzt werden können - und benutzt werden, um das Wahlverhalten zu manipulieren. Was ist daran auszusetzen? Darf so etwas etwa nicht ausgesprochen werden?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, zz
  • Schlagworte FDP | SPD | CDU | Philipp Rösler | Grüne | ZDF
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