FDP nach der WahlNiebel pocht auf FDP-Führungswechsel

Das Traumergebnis in Niedersachsen bewahrt die FDP nicht vor Streit um ihren Chef. Rösler selbst schürt Spekulationen über seinen Verbleib an der Parteispitze.

Die Personaldiskussionen in der FDP sind nicht beendet – trotz des Rekordergebnisses bei der Landtagswahl in Niedersachsen, die als Schicksalswahl für Parteichef Philipp Rösler galt. Trotz des Stimmanteils von knapp zehn Prozent äußern Parteifreunde Zweifel an seiner Führungsrolle.

Allen voran beharrt Entwicklungsminister Dirk Niebel auf eine Debatte und möglichst schnelle Entscheidung über eine neue Parteispitze. "Schon die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sind erfreulich verlaufen, ohne dass sich die Situation der Bundespartei verbessert hat", sagte er der Tageszeitung Die Welt. "Daher bleibe ich bei meiner Forderung nach einem vorgezogenen Bundesparteitag." Diese Forderung hatte kurz vor der Landtagswahl auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle erhoben.

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Der thüringische FDP-Generalsekretär, Patrick Kurth, hob hervor, das überraschend hohe Ergebnis der Liberalen sei allenfalls bedingt dem Parteivorsitzenden zu verdanken. "Philipp Rösler stand nicht zur Wahl", sagte er der Mitteldeutschen Zeitung. Es sei deshalb "nicht richtig, das gute Abschneiden nur Philipp Rösler zuzuschreiben".

Auch die FDP in Bayern fordert personelle Veränderungen. Vize-Ministerpräsident Martin Zeil sprach sich im Münchner Merkur dagegen aus, Rösler als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl aufzustellen: "Ich habe immer klar gesagt: Meine Präferenz liegt bei Rainer Brüderle. Der Fraktionsvorsitzende ist dafür sehr geeignet." Zeil bekräftigte auch die Forderung nach einem vorgezogenen Parteitag: "Ich bin insgesamt dafür, dass schnell Klarheit geschaffen wird."

Rösler selbst hielt sich am Wahlabend bedeckt ob seiner Zukunftspläne und kündigte lediglich an, an diesem Montag einen Vorschlag für die Aufstellung des Teams zur Bundestagswahl zu machen. Er selbst sehe es als seine Aufgabe an, "als Parteivorsitzender in guten wie in schlechten Zeiten die Verantwortung zu übernehmen", sagte er  im ZDF.

Am Morgen äußerte sich dann FDP-Generalsekretär Patrick Döring – und schürte Spekulationen um Röslers Verbleib als Parteichef. Auf die Frage, ob dieser im Amt bleiben werde, antwortete Döring im ZDF-Morgenmagazin: "Zunächst mal ist Philipp Rösler Vizekanzler und Wirtschaftsminister." Er werde auch weiterhin "eine bedeutende Rolle" in der Partei spielen. Ganz gleich wie die Entscheidungen ausfallen würden, den Erfolg in Niedersachsen werde ihm nun niemand nehmen können.

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Leserkommentare
    • Voce
    • 21. Januar 2013 9:55 Uhr
    1. [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    • Otto2
    • 21. Januar 2013 10:35 Uhr

    Leih-Wagen, Leih-Mütter, Leih-Bücher, Leih-Arbeiter, Leih-Wähler.

    2 Leserempfehlungen
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    • Hokan
    • 21. Januar 2013 10:46 Uhr

    Auch die Parteispenden in Millionenhöhe sind nur geliehen und sollen mit Zinseszins an die überweisenden Unternehmen zurückfließen.

  1. Noch eine Führerfigur wird die so entmündigte wie enttäuschte Zuschauermenge im deutschen "Demokratie"-Theater kaum als großen Entwurf honorieren.
    Die nun mit Stimmgewinnen verwöhnte FDP sollte sich den Wahl-Kuchen besser genauer anschauen, bis das Aufstossen die Galle offenbahrt, die nicht mehr ganz so treue CDU-Anhänger hier für die über alles erhabene Bundesmutti "serviert" haben.
    Warnungen bleiben selten ohne Folgen, wenn man sich in Sicherheiten schwafelt, die keine sind. Wer vorbereitet fällt, kann Schäden minimieren. Wer auf der Nase landet, wird schmerzlich den Unterschied zwischen Höhgenflügen und sicheren Aufstiegen erfahren.
    Mitleid kann hier so rar werden wie die Schadenfreude befriedigen kann.

    • Hokan
    • 21. Januar 2013 10:46 Uhr

    Auch die Parteispenden in Millionenhöhe sind nur geliehen und sollen mit Zinseszins an die überweisenden Unternehmen zurückfließen.

    Antwort auf "Alles nur geliehen"
  2. >> Niebel pocht auf FDP-Führungswechsel <<

    ... und die Riesenzwerge" geht dann wohl nicht in die Fortsetzung? Schade eigentlich :-)

  3. wie nur irgendwas ist die FDP. Unerträglich auch dieses dauernde "Königsmorden". Das ist das Einzige, was bei der Partei überhaupt Programm sowie auch Tradition hat. Und mal ehrlich, mit Brüderle würde die FDP in dieser Hinsicht den Bock nur noch zum Gärtner machen.

    • kael
    • 21. Januar 2013 10:57 Uhr

    Richtig!

    Denn mit dem realen Leben haben diese 10% wirklich nichts zu tun.
    Nach einem Traum folgt in aller Regel das Aufwachen. Und das wird auch einer FDP nicht erspart bleiben.

  4. " Ganz gleich wie die Entscheidungen ausfallen würden, den Erfolg in Niedersachsen werde ihm nun niemand nehmen können. "

    Ganz egal, wie man zur FDP im Allgemeinen und Philipp Rösler im Speziellen steht: Diesen "geliehenen" Wahlerfolg als persönlichen Verdienst Röslers verkaufen zu wollen, wie es der willfährige Herr Döring hier versucht, das ist schon ziemlich dreist.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP, kg
  • Schlagworte Philipp Rösler | FDP | Rainer Brüderle | Martin Zeil | ZDF | Dirk Niebel
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