FDPRösler kündigt Personaländerungen an

Den Schwung aus dem Niedersachsen-Erfolg will FDP-Chef Rösler nutzen, um seine Partei für die Bundestagswahl aufzustellen. Auch Rainer Brüderle solle eine Rolle spielen.

Philipp Rösler am Wahlabend

Philipp Rösler am Wahlabend  |  ©Marc Tirl/dpa

FDP-Chef Philipp Rösler will nach dem Erfolg seiner Partei in Niedersachsen am Montag einen Vorschlag für die Aufstellung des Teams zur Bundestagswahl machen. Er wolle den Führungsgremien dann sagen, "wie ich mir die Zukunft der FDP, die Aufstellung, vorstelle für die anstehende Bundestagswahl in 2013", sagte Rösler in der ARD.

Es gebe nicht mehr viel Zeit zu verlieren. In dem Vorschlag wolle er sich auch dazu positionieren, ob der für Anfang Mai geplante Parteitag vorgezogen werden sollte. Er selbst sehe es als seine Aufgabe an, "als Parteivorsitzender in guten wie in schlechten Zeiten die Verantwortung zu übernehmen", sagte Rösler im ZDF. Das Wahlergebnis der FDP in Niedersachsen wertete er als "ein gutes Signal für 2013".

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Rösler stellte klar, dass er Fraktionschef Rainer Brüderle als Teil seines Spitzenteams sehe. Brüderle sei ein "großartiger Fraktionsvorsitzender", sagte er. Der Chef der Bundestagsfraktion hatte am Freitag für Unmut in der Partei gesorgt, als er ohne Absprache mit Rösler ein Vorziehen des Parteitags zur Klärung der Personalfragen gefordert hatte.

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Leserkommentare
  1. Viel wichtiger als das ständige Personalgeschachere ist für die FDP eine Rückbesinnung auf die wirklich wichtigen liberalen Werte. Kein Mensch brauch heute eine Klientelpartei, die sich ausschließlich auf die Wirtschaft und deren Deregulierung versteift. Themen von Bedeutung wären insbesondere die Stärkung von Bürgerrechten und individuellen Freiheiten in Zeiten zunehmender staatlicher Beschränkungspolitik. Deutschland brauch eine Partei, die sich dem Grundgedanken des Liberalismus verschrieben hat, allerdings sollte dieser nicht blind und eindimensional auf die Ökonomie angewendet werden. Es gibt so viel Profilierungspielraum auf den Gebieten der Justiz (z.B Vorratsdatenspeicherung), der Sicherheitspolitik (Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen) und der Kultur und Gesellschaft im Allgemeinen (modernes Familienbild etc.). Ich hoffe sehr, dass sich diese Partei in Zukunft wieder verstärkt auf ihre Grundwerte beruft und diese dann gesamtgesellschaftlich versucht umzusetzen, ansonsten bleibt für die FDP als alleiniges Sprachrohr der oberen Zehntausend kein Platz mehr im deutschen Parteiensystem.

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    FDP und Grundwerte? Das ich nicht lache, eine solche Partei, die sich gegen den Mindestlohn stellt, ist eine Partei, die nicht in den Bundestag gehört. Diese Partei wird nur noch von Bankenlobbysten gewählt und fliegt derzeit aus allen Landesparlamenten! Politik ist dazu da, sich um die Schwachen der Gesellschaft zu kümmern, wie etwa unsere Kinder!! Sie scheinen für mich, Herr "Pizzatag", eine Sache nicht zu begreifen, und zwar dass die FDP keine Partei ist, sondern ein Zusammenschluss aus Karrieristen, die Klientelpolitik betreiben, auf Kosten unserer Kinder!!

  2. Was spielt das noch für eine Rolle? Die FDP wird nur noch gewählt, wenn die CDU ihre Wähler dazu auffordert.

    Man kann natürlich einerseits die 9,9% in Niedersachsen als Erfolg werten, andererseits weiß ich nicht, ob man stolz darauf sein kann, auf lebensrettende Maßnahmen der CDU angewiesen zu sein. Gäbe es nicht die Fünf-Prozent-Hürde, würde sich die FDP in Niedersachsen jetzt auf der Höhe von Linken und Piraten bewegen.

    Früher wurde die FDP oft als Mehrheitsbeschaffer belächelt, aber ihre Wähler haben aufgrund ihrer politischen Richtung für sie gestimmt. Mittlerweile ist es so weit gekommen, dass es nur noch die Mehrheitsbeschaffung ist, für die sie von den meisten gewählt wird.

    Einerseits ist das Ergebnis sicherlich ermutigend für die Partei, auf der anderen Seite aber auch beschämend.

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    • vonDü
    • 21. Januar 2013 4:09 Uhr

    Noch ist Rösler Parteivorsitzender, aber "Chef" ist er sicher nicht. Brüderle, Kubicki, Lindner sind nur ein paar Beispiele, von Liberalen, die ungerührt von Röslers Wünschen und Vorgaben, ihren eigenen Kurs steuern und öffentlich verkünden.

    Brüderle einzubinden ist logisch. Es zwingt Brüderle zu mehr Disziplin. Außerdem ist Brüderle Medienprofi und eine "Rampensau" im Wahlkampf, der Einzige mit diesen Qualitäten bei der FDP.

    Das Lachen vom Wahlabend, wird Rösler schnell wieder vergehen, denn die strukturellen Probleme der FDP bleiben. Auch wenn die Partei gewonnen hat, hat ihre Koalition, eine Wahl und die Gestaltungsmacht im Land verloren. Zum vierten mal hintereinander bei Landtagswahlen.

    Weder konnte die FDP Nichtwähler, noch "Überläufer" aus dem anderen Lager locken, nur die Verschiebung im eigenen Lager, sichert das Überleben, aber verbessert das Teamergebnis nicht. Für die CDU eine no-win Strategie, die sicher zu Überlegungen führt, ob die FDP auf ewig alternativlos ist.

    Größtes Problem, von dem Rösler ein entscheidender Teil ist, ist nach wie vor, das es der FDP an einem attraktiven liberalen Programm und glaubwürdigen Personen fehlt, die dafür stehen. Das Fehlen eines populären Außenministers, früher Markenzeichen und Stimmenbringer, ist dafür nur ein Beispiel.

    Rösler hat es bisher nicht geschafft, Impulse zu geben und seinen Laden auf Kurs zu bringen, warum sollte er das jetzt besser machen?

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  3. Georg Kreisler immer hochaktuell
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=u8-4n9yxZ_s
    .
    .Ich werd dir sagen, was ich heutzutag als freiheitlich empfind:
    Die Dinge so zu lassen wie sie sind.
    Drum ist in jedem Falle meine Freiheit wichtiger als deine Freiheit je.
    Meine Freiheit: Yes! Deine Freiheit: Nee!
    Meine Freiheit ist schon ein paar hundert Jahre alt.
    Deine Freiheit kommt vielleicht schon bald.
    Aber vorläufig ist nichts aus deiner Freiheitsambition,
    du hast noch keine Macht und keine Organisation.
    Ich wär ja dumm, wenn ich auf meine Freiheit dir zulieb verzicht,
    drum behalt ich meine Freiheit. Du kriegst deine Freiheit nicht. Noch nicht!

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  4. ... wären ein Achtungserfolg gewesen, 9,9 Prozent sind am Ende ein Lacherfolg: Operation "Zweitstimmenkampagne" gelungen, Patient tot.

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  5. den Wählern Naivität zu unterstellen und zu behaupten, FDP oder CDU Wähler setzen die Weisungen um, die jeweilige Kandidaten empfehlen. Die Presse und auch die Politiker müssen davon ausgehen, das Wähler denken! Das Ergebnis der FDP hat mich nicht wirklich erstaunt, denn wer so "dämlich" vor der Wahl sein eigenes Personal mobbt, da muss jeder autarke Wähler eingreifen! Er hat es ja getan!Das macht mich zuversichtlich, die Bundestagswahl wird sehr spannend. Aber die kurze Geschichte der Bundesrepublik zeigt, die Waagschale neigt sich zu Gunsten der Opposition! Aber, Vorsicht! Wähler denken!

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  6. FDP und CSU noch glücklich ist? - Aber mich freut am allermeisten, daß Wolfgang Kubicki ein weiteres Mal mit seiner Leihstimmenaktion auf die Nase gefallen ist, um nicht zu sagen, sich verzockt hat. Der Liberalismus hat sich aus der FDP davongeschlichen wie das Christliche aus der CDU und der CSU, der auch das Soziale abhanden kam. - Der Zuwachs vor allem bei den GRÜNEN, aber auch bei der SPD zeigt mir, daß immer mehr Menschen wissen, daß wir nur im Miteinander mit gegenseitiger Achtung voreinander und im Einklang mit der Natur, aus der wir alle wurden, weiterexistieren können. - Es wird für die neue Regierung in Hannover mit den vorhandenen Altlasten nicht einfach werden. -

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  7. FDP und Grundwerte? Das ich nicht lache, eine solche Partei, die sich gegen den Mindestlohn stellt, ist eine Partei, die nicht in den Bundestag gehört. Diese Partei wird nur noch von Bankenlobbysten gewählt und fliegt derzeit aus allen Landesparlamenten! Politik ist dazu da, sich um die Schwachen der Gesellschaft zu kümmern, wie etwa unsere Kinder!! Sie scheinen für mich, Herr "Pizzatag", eine Sache nicht zu begreifen, und zwar dass die FDP keine Partei ist, sondern ein Zusammenschluss aus Karrieristen, die Klientelpolitik betreiben, auf Kosten unserer Kinder!!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters, rav
  • Schlagworte Philipp Rösler | FDP | Rainer Brüderle | ARD | ZDF | Bundestagsfraktion
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