Philipp Rösler (L.) und Rainer Brüderle © Ralph Orlowski/Reuters

Der anhaltende Führungsstreit bei der FDP hat Auswirkungen auf die Umfrageergebnisse der Partei. Im neusten Stern/RTL-Wahltrend verschlechterte sich die FDP von vier Prozent vor Weihnachten auf nur noch zwei Prozent. Das ist ihr schlechtestes Ergebnis seit Mitte Februar 2012.

Die Umfrage unter 1.503 Wahlberechtigten wurde vom 2. bis 4. Januar und damit vor dem Dreikönigstreffen der FDP geführt, auf dem der Führungsstreit beigelegt werden sollte. Doch statt der erhofften Geschlossenheit zu Beginn des Wahljahres wurde die Personaldebatte um Parteichef Philipp Rösler auf dem Treffen fortgesetzt. Rösler steht angesichts der schlechten Umfrageergebnisse massiv unter Druck. Als entscheidend für sein politisches Schicksal gilt die Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar, bei der die FDP um den Wiedereinzug ins Parlament bangen muss.

Auch die SPD büßte bei den Wählern Vertrauen ein, die Zustimmung für die Partei sank um zwei Punkte auf 25 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit Ende April 2012. Die Union steigt dagegen um einen Punkt auf ein neues Rekordhoch von 42 Prozent – das bisher beste Ergebnis in der Forsa-Umfrage, seit Angela Merkel im Herbst 2005 zur Kanzlerin gewählt wurde.

Zu Beginn des Wahljahres 2013 hat die Union damit einen Vorsprung von 17 Punkten vor der SPD. Nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner profitiert die Union vom Niedergang der FDP. Fast die Hälfte der liberalen Wähler von 2009 würden sich jetzt für CDU/CSU entscheiden, sagte er dem Stern.

CDU kommt auf mehr Stimmen als Rot-Grün zusammen

Enttäuschte SPD-Wähler wenden sich eher den Grünen und der Linken zu: Die Grünen verbesserten sich um zwei Punkte auf 15 Prozent. Die Linke legte einen Punkt zu auf neun Prozent. Die Piraten bleiben weiter bei drei Prozent und damit noch vor der FDP.

Der SPD schadet laut Güllner vor allem die Kritik ihres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück am Kanzlergehalt: "Die Menschen sehen ihn mittlerweile eher negativ. Zum Vergleich: Als Gerhard Schröder 1998 Kanzlerkandidat wurde, löste das einen Sog zur SPD aus. Steinbrück dagegen zieht die Partei nach unten."

Mit 42 Prozent ist die Union derzeit alleine zwei Punkte stärker als SPD und Grüne zusammen mit 40 Prozent. Zur Regierungsbildung wäre CDU/CSU jedoch bei einem derartigen Wahlergebnis auf SPD oder Grüne als Koalitionspartner angewiesen.