ParteienfinanzierungParteien erhalten immer weniger Großspenden

Die deutschen Parteien haben 2012 1,3 Millionen Euro an Großspenden erhalten – deutlich weniger als 2011. Die CSU bekam mit knapp einer halben Million das meiste Geld.

Die Parteien haben nach einem Zeitungsbericht im abgelaufenen Jahr rund ein Drittel weniger Großspenden erhalten als im Jahr zuvor. Dies geht aus einer Aufstellung des Bundestagspräsidiums hervor, die der Frankfurter Rundschau vorliegt. Demnach flossen insgesamt 1,3 Millionen Euro Großspenden an die Parteien, 2011 waren es 2,03 Millionen.

Größter Profiteur war die CSU. Sie erhielt insgesamt 460.000 Euro vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie sowie vom Autobauer BMW. CDU und SPD liegen mit jeweils rund 260.000 Euro Großspenden fast gleichauf. Die FDP musste sich mit 205.000 Euro begnügen. Die Grünen erhielten keine Spenden dieser Größenordnung.

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Die Zuwendungen an die Parteien stammen ausschließlich von der Metall- und der Bekleidungsindustrie sowie von den Autobauern BMW und Daimler. Die Finanzwirtschaft fehlt komplett.

Als Großspenden gelten Summen von mehr als 50.000 Euro, die von den Parteien unverzüglich beim Bundestagspräsidenten angezeigt werden müssen. Kleinere Zuwendungen zwischen 10.000 und 50.000 Euro werden dagegen erst viel später in den Rechenschaftsberichten der Parteien offengelegt.

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Leserkommentare
    • Uerige
    • 02. Januar 2013 7:35 Uhr

    "Die Grünen erhielten keine Spenden dieser Größenordnung."

    Über mehere Personen in kleinere Beträge aufgeteilt und schon hat man keine "Großspende"!

    Man kann es auch anders machen über Parteivermögen wie Immobilien die an verdächtig unauffällige Firmen, die einer anderen Firma gehören, verkauft werden.

    Das System der Parteifinanzierung ist unergründlich.

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    siehe Glücksspielunternehmer ( kann problemlos gegoogelt werden) Gauselmann. Und nicht die Grünen.

  1. Die Unternehmen haben eben die Zeichen der Zeit erkannt und wissen, dass man auf Entscheidungsprozesse mit großer Tragweite an ganz anderer Stelle Einfluss nehmen kann: im EU-Parlament.

    Warum wohl ist in Brüssel die Lobbyistendichte derart hoch? Weil man dort viel weniger Politiker „beraten“ muss, um ans gewünschte Ziel zu gelangen. Entscheidungen die in Brüssel getroffen werden, können den Mitgliedsstaaten einfach so übergestülpt werden – siehe Glühbirnenverbot. Wer will sich da schon mit irgendwelchen Provinzpolitikern herumschlagen?

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    • EU fan
    • 02. Januar 2013 11:53 Uhr

    es laeuft alles im Sinne der Bilderberger !
    Genau darum brauchen wir die 'Europaeische İntegration' .
    Und solange wir die Blockparteien waehlen geht es in diesem Sinne weiter!

  2. warum Herr Seehofer immer ein Lächeln im Gesicht hat, wenn man ihn im Fernshen sieht.

    3 Leserempfehlungen
  3. von der Finanzwirtschaft.
    Warum auch?
    Die nehmen die betreffenden Politiker nach deren politischer Karriere auf die Gehaltsliste und fertig.

    11 Leserempfehlungen
  4. Die Weichen sind gestellt, die Gewinne rollen, die Gesetze sind gemacht - warum jetzt noch Spenden verteilen.

    4 Leserempfehlungen
  5. Heutzutage lädt man einzelne Politiker ein, läßt sie einen Vortrag halten und überweist ihnen einen 5-stelligen Betrag. Ist für die "Meinungbildung" der Politiker wesentlich direkter, effizienter und nachhaltiger. Außerdem ist der persönliche Kontakt gewährleistet. Man kann Politikern auch Posten in Ausichtsräten, Beraterverträge o.ä. andienen. Ach so, hätte ich fast vergessen: Abgeordnetenbestechung ist in Deutschland nicht strafbar.

    WOZU ALSO SPENDEN?

    4 Leserempfehlungen
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    die Basis hin und wieder auch noch mitreden darf. Ansonsten könnten Sie allerdings recht haben, genau wie endbenutzer, dessen Kommentar zwar etwas polemisch klingen mag, der Inhalt jedoch mag einen wahren Kern haben

    Die bezahlten Vorträge, Aufsichtsratsstellen etc. gibt es doch schon Jahrzehnte.

    Da jetzt eine Verbindung zu den Großspenden zu sehen, halte ich für äußerst fraglich, da sich gerade bei einigen Spitzenpoltikern gezeigt hat, wie schnell die weg vom Schuß sind.

    Übrigens liegen sie mit der Abgeordnetenbestechung nicht richtig. Der Stimmenkauf ist sehr wohl strafbar nur lässt sich das sehr leicht umgehen. § 108e StGB ist eben immer noch nicht auf internationalen Standard gebracht worden.

    Wenn das stimmt, dann ist ja nur gut, daß gemäß Grundgesetz vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind. Zumindestens auf dem Papier.

  6. Im zweiten Absatz werden die Parteien im Bundestag durchgegangen. Schön und gut, aber ist da die Linke? Ich vermute, dass diese auch keine Großspenden erhalten hat, aber wäre es nicht angebracht auch diese aufzuführen?

    Auch hätte ich es begrüßt, wenn sie als Beispiel für Alternativen zur einfachen Auflistung mal auf folgende Visualisierung verlinkt hätten: http://labs.vis4.net/part.... Leider gibt es diese im Moment aber nur von 2002-2011.

    7 Leserempfehlungen
  7. finde ich das Spendensystem bei den Piraten,
    -zeitnahe Veröffentlichung ab kumulativ 1000€, Höchstgrenze 50.000€
    http://wiki.piratenpartei...
    http://wiki.piratenpartei...
    Kann man in dem Zusammenhang ja mal erwähnen

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte BMW | CSU | CDU | FDP | Grüne | SPD
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