Grenzkontrollen Islamist kann trotz Schengen-Sperre einreisen
Die Grenzkontrollen im Schengen-Raum haben nicht funktioniert: Der saudische Islamist Arifi hielt sich trotz Einreiseverbots in Deutschland auf und hielt Vorträge.
© CITIZENSIDE/Med Amine Ben Aziza/AFP

Mohamad Arifi in Tunesien
Eine Panne wirft Fragen zur Zuverlässigkeit des europäischen Grenz-Regimes auf: Trotz einer Einreisesperre für den Schengen-Raum gelang es dem saudischen Islamisten Mohamad Arifi Ende 2012 nach Deutschland einzureisen und in mehreren Moscheen zu predigen. "Ich bin in Deutschland", schrieb er am 1. Januar 2013 auf Twitter. "Sind gestern angekommen."
Am selben Tag stellte ein Bekannter ein Foto auf Twitter, das den "Scheich" in Heidelberg zeige. Die Polizei bestätigte, dass Arifi am 1. Januar in einer Heidelberger Moschee redete. Allerdings hätte die Polizei erst im Anschluss von dessen Vortrag erfahren. Auch in Mainz ließ sich der Prediger offenbar blicken.
Dann reiste er weiter nach Berlin und hielt dort Vorträge in der Moschee Dar Assalam und offenbar auch in der Al-Nur Moschee in Neukölln. Beide Vorträge wurden zuvor auf Facebook angekündigt. Eine Mitarbeiterin des Trägervereins der Dar Assalam Moschee bestätigte: "Mohamad Arifi war hier."
Arifi gilt als radikaler Islamist und verfügt über eine große Anhängerschaft, allein bei Twitter folgen ihm 3,6 Millionen Menschen. Er wird verdächtigt, Islamisten im syrischen Aufstand zu unterstützen, außerdem soll er dazu aufgerufen haben, an Kampfhandlungen in Syrien teilzunehmen.
Die seit dem 13. Dezember 2012 gültige Einreisesperre geht zurück auf ein Gesuch der Schweiz, wo Arifi am 15. Dezember sprechen wollte. Die Begründung lautete, der Prediger könne zum "bewaffneten Kampf " motivieren und die nationale Sicherheit des Landes gefährden. Nach ZEIT-Informationen verfügt Arifi zwar über ein vor dem 13. Dezember ausgestelltes Schengen-Visum. Eine legale Einreise vor diesem Datum ist aber unwahrscheinlich, denn am 22. Dezember waren auf Twitter Fotos von einem saudischen Gemüsemarkt, und er schrieb, er habe dort "heute" Studenten getroffen.
Sollte Arifi nach dem 13. Dezember direkt nach Deutschland geflogen sein, hätten deutsche Behörden die Panne zu verantworten. "Es ist aber möglich, dass er über eine der grenzkontrollfreien Schengen-Binnengrenzen nach Deutschland eingereist ist", sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums, wo der Vorgang geprüft wird. In dem Fall hätten Kontrollen eines anderen Schengen-Staates versagt.
Die Opposition verlangt eine Stellungnahme der Regierung. "Das verlangt Aufklärung, auch gegenüber dem Parlament", sagt der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Michael Hartmann. Auch Wolfgang Wieland, innenpolitischer Sprecher der Grünen, ist besorgt. "Da hat offenbar jemand geschlafen. Das kann man nicht auf sich beruhen lassen", sagte Wieland. Die innenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Ulla Jelpke hat eine schriftliche Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Aus der Antwort geht jedoch nur hervor, dass die Bundesregierung nicht weiß, wann und auf welchem Wege Arifi ins Land kam. "Die Bundesregierung scheint kein Interesse an der Umsetzung des Einreiseverbots zu haben", sagte Jelpke.
- Datum 16.01.2013 - 15:39 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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in Algerien, nicht friedlich.
mir wäre es wurscht von wem ich ins jenseits gebombt werde - obwohl Rheinländer, seh ich nämlich nicht sehr Deutsch aus -. Ich mag beide micht, und beide sollen mit allen legalen Mitteln bekämpft werden. Wenigstens bei Ausländern muss das doch möglich sein.
In den 4 Moscheen wo er aufgetreten ist, hat er nicht über Politik geredet sondern über Nächstenliebe. Er hat daran appeliert dass die Muslime sich vorbildlich verhalten sollen, an einem besseren Charakter arbeiten sollen. Und dass man nicht anderen Menschen schaden soll, egal welche Religion sie angehören.
Ich hoffe für die dass lesen, dass Ihnen die Augen geöffnet werden und zugeben dass hier die Medien versuchen jemand schlecht zu machen, der nicht schlecht ist.
Mohamed Al-Arifi
Na, das ist ja jetzt auch wieder Unsinn. Jedes Netz besteht nur aus Rand (je nachdem, in welcher Dimension man es betrachtet). Die Grenzen sind ja nur offen INNERHALB der Union, also z.B. zwischen Frankreich und Spanien. Wenn aber jemand von AUSSEN nach z.B. Spanien einreisen will, dann wird jeder einzelne Fall geprüft und der Einreisende muss ein gültiges Visum vorweisen. Wenn er das tut, dann kann er einreisen. So sind die Regeln. Wenn das Visum gefälscht ist, kann dies nicht an Ort und Stelle festgestellt werden.
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