Länderfinanzausgleich : Hamburg ist neu im Klub der Nehmer

Nur noch drei Geberländer überweisen Geld an die anderen deutschen Bundesländer. Hamburg hat 2012 die Seite gewechselt und bekam Hilfe aus dem Länderfinanzausgleich.

Die Kluft zwischen armen und reichen Bundesländern wird größer. Dies zeige die vorläufige Abrechnung des Länderfinanzausgleichs für 2012, berichtet das Handelsblatt. Erstmals in der Geschichte des gesamtdeutschen Ausgleichssystems gibt es demnach nur noch drei Geberländer sowie auf der anderen Seite 13 Nehmerländer.

Nachdem Nordrhein-Westfalen sich bereits 2010 aus dem Kreis der Nettozahler verabschiedet hatte, ist nun auch Hamburg erstmals Nehmerland geworden. 2011 hatte der Stadtstaat noch 62 Millionen Euro eingezahlt.

Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zahlten nach vorläufigen Berechnungen insgesamt 7,9 Milliarden Euro für den Länderfinanzausgleich. Die Summe stieg gegenüber dem Vorjahr um 600 Millionen Euro an.

Mit Abstand größter Nutznießer des derzeitigen Länderfinanzausgleichs ist immer noch Berlin. Mit 3,3 Milliarden Euro fließen gut 40 Prozent des umverteilten Geldes in die Hauptstadt.

Größter Zahler ist Bayern, das 3,9 Milliarden Euro in den Finanzausgleich einzahlte. Der Freistaat hat angekündigt, in Kürze Verfassungsbeschwerde gegen den Länderfinanzausgleich einlegen zu wollen.

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Kommentare

32 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Hätten Sie wohl gerne...

Der ursprüngliche Armutsbericht der Bundesregierung zeigt klar ein Auseinanderdriften von Arm und Reich - trotz aller Nebelkerzen, die Sie werfen.

In den drei Ländern B, BW, H, leben überdurchschnittlich viele Wohlhabende. Die Schonung von Vermögenseinkommen und niedrigem Spitzensteuersatz in Kombination mit Kürzungen für Gering- und Normalverdiener hat so klar sichtbare Auswirkungen im Länderfinanzausgleich.

Sowas gibt's ja wohl überall..

S21 ich wohl ein grandioses Beispiel für Fehlplanung und Geldverschwendung - im Geberland BW.

In RLP gibt's auch keine KITA-Plätze oder besonders kleine Klassen. Sie ziehen sich einfach an Berlin hoch und scheren dann alle Nehmerländer über einen Kamm und kumulieren großzügig Probleme einzelner Länder zu Problemen aller Nehmerländer. Ich glaube nicht, dass die wachsenden Unterschiede damit zu erklären sind.

@32. Sowas gibt's ja wohl überall..

Ich schreib:
> Zum Beispiel - je nach Land unterschiedlich - kleine Klassen, kostenloser Kindergartenbesuch, fehlgeplante Flughäfen, überdimensionierte Verwaltungen usw. <

Sie schreiben:
> Sie ziehen sich einfach an Berlin hoch und scheren dann alle Nehmerländer über einen Kamm und kumulieren großzügig Probleme einzelner Länder zu Problemen aller Nehmerländer. <

Da verdrehen Sie aber meine Aussage.

Ich hatte Rheinland-Pfalz nicht angesprochen. Dann nehmen wir es - auf Ihre Anregung als Beispiel:
Da ist es so, daß Kindergartenplätze kostenlos sind - lt. http://www.mbwwk.rlp.de/e...

Dann wollte sich da ein Ministerpräsident (Partei egal) ein Denkmal setzen - mit dem Ausbau des Nürburgringes.

Zu den Klassengrößen von Rheinland-Pfalz hatte ich mich auch nicht geäußert.

Rheinland-Pfalz ist von Anfang an Nehmerland.