LandtagswahlRot-Grün gewinnt knapp in Niedersachsen

Schwarz-Gelb ist abgewählt, Niedersachsen steht ein Regierungswechsel bevor: Nach einem spannenden Wahlabend erringen SPD und Grüne eine knappe Mehrheit von einem Sitz.

SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil

SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil  |  © Carsten Koall/Getty Images

Niedersachsen steht vor einem Regierungswechsel: Eine mögliche Koalition aus SPD und Grünen erreichte laut amtlichem Endergebnis im Landtag eine Mehrheit von einem Sitz. Der SPD-Herausforderer Stephan Weil dürfte damit der nächste Ministerpräsident werden. Weil machte deutlich, dass er auch mit so einer knappen Mehrheit eine Regierung anstreben werde.

Die derzeitige Regierung von Ministerpräsident David McAllister aus CDU und FDP verlor ihre Mehrheit im Landtag, obwohl die FDP bei der Wahl überraschend stark abschnitt.

Anzeige

Laut Endergebnis kommt die CDU auf 36 Prozent der Stimmen und die SPD auf 32,6 Prozent. Für die Grünen stimmten 13,7 Prozent der Wähler. Die zuletzt fast abgeschriebene FDP erhält 9,9 Prozent. Linke (3,1 Prozent) und Piraten (2,1 Prozent) scheitern deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde und ziehen nicht in das Parlament in Hannover ein.

Das bedeutet für den Landtag folgende Sitzverteilung: Die CDU erhält 54 Mandate, die SPD 49, Grüne 20 und die FDP 14. Eine mögliche rot-grüne Koalition verfügt also über 69 Sitze und damit über eine Stimme mehr als das schwarz-gelbe Lager. 

Die Wahlbeteiligung lag bei 59,4 Prozent. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren stimmten nur 57,1 Prozent der Wähler ab, das war ein historischer Tiefstand in Niedersachsen.

Nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen verdankt die FDP ihr gutes Ergebnis vor allem den Leihstimmen der CDU-Wähler. Die Forscher sprachen von einem "Last-Minute-Transfer im schwarz-gelben Lager": 80 Prozent der aktuellen FDP-Wähler wählten eigentlich CDU. Infratest dimap berechnete, dass 100.000 CDU-Wähler zur FDP gewandert sind.

Doris Schröder-Köpf verpasste bei ihrer ersten Kandidatur für den niedersächsischen Landtag ein Direktmandat für die SPD. Trotz viel Aufsehen im Wahlkampf unterlag die Frau von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder mit 33,8 Prozent klar dem Konkurrenten der CDU Dirk Toepffer (41,8 Prozent). Die 49-Jährige wird aber voraussichtlich über die SPD-Landesliste in den neuen Landtag einziehen.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ... wenn wir uns darüber als Demokraten einig sind, dann kann die Kampagne gegen die FDP ruhig weitergehen.

    2 Leserempfehlungen
  2. ohne Gesellschaftszwänge jeglicher Art. Wir sind auf dem richtigen Weg dazu, wenn auch noch weit davon entfernt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • lxththf
    • 20. Januar 2013 18:49 Uhr

    frei von jeglicher sozialer Verantwortung, Solidarität, wirtschaftliche Moral. Am Ende endet diese liberale Gesellschaft darin, dass sich der Reichtum in immer wenigeren Händen befinden wird.

  3. Es waren nur 3,6 Millionen Leute bei der Wahl von 6 Millionen Wahlberechtigten. Die CDU verliert 6% die FDP gewinnt von , wovon weit über 100.000 CDU Wähler zur FDP gewechselt haben.

    Insgesamt hat schwarz-gelb in Niedersachsen verloren und Rot-grün um über 6% zugelegt. Die Diskussion ,die auch in den Medien folgen wird, ist wieder mal die falsche Diskussion.

    Die FDP hat keine eigene Identität mehr. Mit dieser Wahl ist es amtlich. Fast die Hälfte der Wahlberechtigten ist nicht zur Urne gegangen. Wer glaubt den bitte noch ernsthaft das es sich dabei nur um "HartzIV" Empfänger handelt.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Oh mein Gott"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    gehen nicht zur Wahl. Auch andere verstehen die Demokratie nicht.

    • Karta
    • 20. Januar 2013 18:48 Uhr

    Dieses Ergebnis in Niedersachsen macht die Wahlen attraktiver und tut der Demokratie im Land gut.

    Eine Leserempfehlung
    • ribera
    • 20. Januar 2013 18:48 Uhr

    Alles richtig. Aber die Schuld an diesen Umständen haben doch nicht die Parteien. Der Fehler liegt im Wahlsystem.

    • lxththf
    • 20. Januar 2013 18:49 Uhr

    frei von jeglicher sozialer Verantwortung, Solidarität, wirtschaftliche Moral. Am Ende endet diese liberale Gesellschaft darin, dass sich der Reichtum in immer wenigeren Händen befinden wird.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ist es nicht so, dass das was von der breiten Masse produziert wird auch zu 99% von ihr konsumiert wird? Es heißt immer der Reichtum ist in den Händen von ein paar wenigen, das ist richtig, verkonsumieren können diese Reichen jedochdas Ganze Geld nicht und wenn Sie es an die Armen abgeben würden wäre auch nicht mehr da, denn es müsste erstmal produziert werden.

    Die Finde es nicht gerecht wie der Reichtum verteiltnist, gerecht finde iches aber auch nicht wenn die Leistungswilligen für die Leistungsunwilligen aufkommen sollen. Wer mehr arbeitet soll auch mehr haben.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, rav
  • Schlagworte CDU | FDP | SPD | Grüne | Gerhard Schröder | David McAllister
Service