Nach Grünen, SPD und FDP hat auch die Linke ihre Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl bekannt gegeben. Ein achtköpfiges Team um Fraktionschef Gregor Gysi soll für die Partei um Wähler werben. Mit dabei sind auch Gysis Stellvertreter Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch , wie Parteichef Bernd Riexinger nach Beratungen der Parteispitze bekannt gab. Damit tritt Gysi nicht in der herausgehobenen Position eines Spitzenkandidaten an, wie zuvor spekuliert worden war.

Gysi sprach von einer "guten Lösung". In dem Team, das sich komplett aus Bundestagsabgeordneten zusammensetze, spiegele sich die Kompetenz und die Erfahrung der Fraktion wider. Weitere Mitglieder sind der frühere Parteichef Klaus Ernst , die jetzigen stellvertretenden Parteivorsitzenden Jan van Aken und Caren Lay, sowie die Bundestagsabgeordneten Diana Golze und Nicole Gohlke. Nicht dabei sind die beiden Parteivorsitzenden Riexinger und Katja Kipping .

Nach Gysis Einschätzung wird seine Partei zur Ablösung von Schwarz-Gelb nach der Bundestagswahl im September benötigt. "Wenn die Linke nicht reinkommt, können sie eine Mehrheit jenseits von Union und FDP schon vergessen", sagte der Fraktionsvorsitzende. Es werde aber keine Koalitionsangebote an SPD und Grüne geben. Parteichef Riexinger sagte: "Die Linke versteht sich als Motor für den Politikwechsel."

Um die Aufstellung der Linken zur Bundestagswahl hatte es lange Zeit Debatten in der Partei gegeben. Gysi hatte ein Kandidatenduo mit seiner Stellvertreterin Wagenknecht abgelehnt, Parteichef Riexinger wiederum hatte Kritik an einer alleinigen Spitzenkandidatur des Fraktionsvorsitzenden durchblicken lassen. Bei der Landtagswahl in Niedersachsen war die Linke mit 3,1 Prozent der Stimmen gescheitert , Meinungsumfragen zufolge liegt sie im Bundesdurchschnitt derzeit über fünf Prozent.