David McAllister"Ich bin gern Merkels Mac"

"So machen wir das", lautet David McAllisters schlichter Wahlkampfslogan. Was will Niedersachsens Ministerpräsident damit sagen? Im Interview erklärt er sich. von 

ZEIT ONLINE: Herr McAllister, dies ist Ihr erster Wahlkampf als Spitzenkandidat. Wie fühlt es sich an, gleich für zwei Parteien kämpfen zu müssen?

David McAllister: Ich werbe ausschließlich um die Erst- und Zweitstimmen für die CDU. Wir wollen die erfolgreiche Koalition mit der FDP in Niedersachsen fortsetzen. Im Wahlkampf kämpft jede Partei für sich. Ich bin mir sehr sicher, dass die Liberalen es aus eigener Kraft in den Landtag schaffen.

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ZEIT ONLINE: Sicher ist, dass Sie ohne die FDP nicht Ministerpräsident bleiben können. Ihr langjähriger Weggefährte, FDP-Chef Philipp Rösler, hat nun angekündigt, bei CDU-Wählern offensiv um Zweitstimmen für die FDP zu werben. Warum helfen Sie ihm nicht dabei?

McAllister: Weil Parteien keine Stimmen zu verleihen haben. Es sind die Menschen in Niedersachsen, die entscheiden, wem sie ihre Stimme geben. Die Wähler werden eine kluge Entscheidung treffen.

ZEIT ONLINE: Der Wahlkampfslogan der CDU lautet "So machen wir das", außerdem wird mit dem Spruch "I'm a Mac" für Sie geworben. Soll damit irgendeine inhaltliche Botschaft ausgesandt werden?

David McAllister
David McAllister

David McAllister, 42, ist seit 2010 Ministerpräsident in Niedersachsen. Er löste Christian Wulff ab, als der damals Bundespräsident wurde. McAllisters Vater kam in den 1950er Jahren als Soldat aus Schottland nach Deutschland, der CDU-Politiker wuchs zweisprachig auf.

McAllister: Klar. "So machen wir das" heißt vieles, vor allem: Wir bringen Niedersachsen nach vorne. Alle gemeinsam — was die Finanzen betrifft, Wirtschaft, Innere Sicherheit, viele andere Themen. Der Slogan steht dafür, wie wir von der CDU Politik machen: Bürgernah und sehr erfolgreich. Und "I'm a Mac", das ist eine personalisierte Kampagne zur Unterstützung meiner Person, also des Ministerpräsidenten. Das ist Wahlkampf mit einem Augenzwinkern. David McAllister, das ist ja nicht der einfachste Name. Mac, das ist kurz und prägnant und das kommt an bei den Leuten. Zuletzt schrieb eine Zeitung: "Merkels Mac". Finde ich super, ich bin gerne "Merkels Mac".

ZEIT ONLINE: Im Wahlkampf kokettieren Sie mit Ihren schottischen Wurzeln. Was können sich die Deutschen denn von der Heimat Ihres Vaters abgucken?

McAllister: Schotten gelten als sparsam. Solide Finanzen, das ist genau die Politik, die die CDU und damit auch meine Person verfolgt.

ZEIT ONLINE: Wenn Sie als bekennender Schottland-Fan auf die dortigen Unabhängigkeitsbestrebungen gegenüber Großbritannien angesprochen werden, werden Sie wortkarg. Haben Sie keine Meinung zu diesem Thema?

McAllister: Das ist eine Angelegenheit, die die Menschen in Schottland in einem Referendum entscheiden werden. Das sollte ein deutscher Politiker aus Respekt nicht kommentieren.

ZEIT ONLINE: In Ihren Wahlkampfreden verweisen Sie darauf, dass Niedersachsen wirtschaftlich gut dasteht. Welchen Anteil hat denn ihr Amtsvorgänger und politischer Ziehvater, Christian Wulff, daran?

McAllister: Niedersachsen ist seit 2003 auf Erfolgskurs und von 2003 bis 2010 hat Christian Wulff die Politik im Land maßgeblich geprägt. Er hat eine hervorragende Bilanz vorgelegt. Seit Sommer 2010 darf ich diese erfolgreiche Politik fortsetzen.

ZEIT ONLINE: Sie haben in der laufenden Legislaturperiode das Amt des Ministerpräsidenten von Wulff übernommen. Ist die Affäre um eine vermeintlich zu hohe Nähe des späteren Bundespräsidenten zur Wirtschaft eine Bürde für Sie im Wahlkampf?

McAllister: Das Thema spielt keine Rolle bei den Menschen.

ZEIT ONLINE: Warum haben Sie dann zum Beispiel im TV-Duell vergangene Woche so sehr darauf geachtet, zu betonen, dass Sie kaum noch Kontakt zum Ex-Bundespräsidenten haben?

McAllister: Ich wurde gefragt und habe wahrheitsgemäß geantwortet. Wir haben uns zuletzt im April gesehen. Christian Wulff und ich haben viele Jahre erfolgreich zusammengearbeitet. Er ist dann Bundespräsident geworden, ich bin Ministerpräsident. In dieser Zeit ist unser Kontakt dann weniger geworden.

ZEIT ONLINE: Die Offshore-Windenergie ist ein wichtiges Thema im Wahlkampf. Die SPD wirft der schwarz-gelben Landesregierung hier Untätigkeit vor. Zu Unrecht?

McAllister: Die Offshore-Energie ist eine wichtige Zukunftsbranche für Niedersachsen. Ohne sie werden wir unsere ehrgeizigen Energieziele in Deutschland nicht erreichen können. Wir haben in dieser Branche erfolgreiche Firmen und einige, die in wirtschaftliche Nöte geraten sind.

ZEIT ONLINE: Dazu gehören die Siag Nordseewerke in Emden. Die SPD klagt, Schwarz-Gelb verweigere sich Landesbürgschaften für das insolvente Unternehmen. Stimmt das?

McAllister: Nein. Es gab schon Bürgschaften. Landesregierung und die Norddeutsche Landesbank stehen jetzt in engem Kontakt mit der Geschäftsführung. Doch das sind vertrauliche und sensible Gespräche, die nicht in die Öffentlichkeit gehören.

ZEIT ONLINE: Ist die Wahl in Niedersachsen eine kleine Bundestagswahl?

McAllister: Nein, es geht um landespolitische Themen und Programme. Natürlich hat so eine Landtagswahl auch eine bundespolitische Bedeutung und das ein oder andere bundespolitische Thema beeinflusst auch die Wahlentscheidung im Land. Wir haben eine starke Kanzlerin und spüren ordentlich Rückenwind aus Berlin.

ZEIT ONLINE: Sie gelten als moderner Vertreter der CDU. Wo war Ministerpräsident David McAllisters starke Stimme in diesem Jahr, als das Betreuungsgeld beschlossen wurde, als eine gesetzliche Fixierung der Höhe der Frauenquote abgelehnt wurde?

McAllister: Zu diesen Themen gibt es unterschiedliche Auffassungen in der CDU. Die Entscheidungen, die in der Fraktion und auf dem Bundesparteitag getroffen wurden, die kann ich gut vertreten. Entscheidend ist, dass Familien Wahlfreiheit haben, wie sie ihre Kinder betreuen wollen.

ZEIT ONLINE: Bei der Frauenquote hätten Sie sich wie ihre niedersächsische Kollegin, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, eine feste Quote gewünscht.

McAllister: Wir haben in unserem Wahlprogramm die Vorgabe, dass das Land Niedersachsen bis zum Ende der nächsten Wahlperiode mindestens 40 Prozent der rund 100 Aufsichtsratsposten der Unternehmen mit Landesbeteiligung mit Frauen besetzen wollen. Politik sollte mit gutem Beispiel vorangehen, bevor sie anderen Vorschriften macht. Mein Ziel ist es, Frauen noch mehr in Verantwortung zu bringen.

ZEIT ONLINE: Sie gelten als Merkels letzter Kronprinz, wollen aber jedenfalls im Moment in Niedersachsen bleiben. Schließen Sie eine bundespolitische Karriere ein für allemal für sich aus?

McAllister: Ich bitte die Niedersachsen am 20. Januar um eine Vertragsverlängerung um ganze fünf Jahre. Mein Platz ist in Niedersachsen.

ZEIT ONLINE: Für Ihre weitere Zukunft haben Sie damit nichts ausgeschlossen.

McAllister: Ich bin sehr gerne Ministerpräsident und möchte dies noch lange bleiben.

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Leserkommentare
  1. So machen wir das.

    Eine Leserempfehlung
    • ohopp
    • 16. Januar 2013 12:35 Uhr

    fällt mir als Erstes Innenminister Schünemann ein.
    Und da gehen alle Lichter aus.

    8 Leserempfehlungen
  2. währt nun schon zu lange. Weg mit Schwarzgelb!

    7 Leserempfehlungen
  3. ... Interview. So harmonisch.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    - ein Landesthema! - in diesem Interview völlig. Aber da hat ja die Landesregierung so kurz vor der Wahl doch noch das "Muffensausen" bekommen und kündigt einen Runden Tisch an - für die Zeit nach der Wahl... Dann ist ja alles gut und Nachfragen auch nicht nötig.

  4. Zitat: "..Finde ich super, ich bin gerne "Merkels Mac"..."

    In meinem Umfeld ist "Mac" die andere Bezeichnung für "Depp".

    Nur mal so...

    5 Leserempfehlungen
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    Schonmal dran gedacht, dass den Wählern ihr persönliches Umfeld herzlich wenig interessiert? Umgangssprachlich steht "mac" eher für Kumpel oder noch positiv angehauchterte Begriffe. Insofern ist Ihr Kommentar nicht sehr geistreich.

  5. - ein Landesthema! - in diesem Interview völlig. Aber da hat ja die Landesregierung so kurz vor der Wahl doch noch das "Muffensausen" bekommen und kündigt einen Runden Tisch an - für die Zeit nach der Wahl... Dann ist ja alles gut und Nachfragen auch nicht nötig.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ein schönes ..."
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    >> Zum Beispiel fehlt das Thema Schulpolitik - ein Landesthema! - in diesem Interview völlig. <<

    ... das ist gar kein Interview, das ist ein Suchspiel. Wer die kritische Frage findet, darf sie behalten ;-)

  6. 8. [...]

    Entfernt, bitte verzichten Sie auf Geschmacklosigkeiten. Danke, die Redaktion/se

    8 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Geschmacklosigkeiten. Danke, die Redaktion/se

    ... war in der Tat geschmacklos. Aber so furchtbar, furtchtbar naheliegend; da konnte ich einfach nicht anders ...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Christian Wulff | CDU | David McAllister | FDP | SPD | Ursula von der Leyen
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