Wahl in NiedersachsenDie grüne Anti-FDP

Die Grünen haben in Niedersachsen gewonnen, weil sie das Gegenteil der FDP sind. Auch bei der Bundestagswahl können sie für einen Machtwechsel sorgen. Von Ludwig Greven von 

Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt

Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt  |  © Fabian Bimmer/Reuters

Philipp Rösler und seine Partei fühlten sich am Sonntagabend zunächst wie die strahlenden Wahlgewinner. Lange Zeit sah es so aus, als ob die FDP mit ihrem Überraschungsergebnis Schwarz-Gelb in Röslers Heimatland zum Machterhalt verhelfen würde.

Doch am Ende blieben nur lange Gesichter bei den Liberalen und der CDU. Denn die wahren Sieger dieser Testwahl für die Bundestagswahl sind die Grünen. Dank ihres fulminanten Erfolgs kann Rot-Grün die schwarz-gelbe Regierung in Hannover ablösen, wenn auch denkbar knapp. So wird der unscheinbare SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil neuer Ministerpräsident – trotz des zweitschlechtesten Ergebnisses seiner Partei in Niedersachsen.

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Der Erfolg der Grünen hat viele Gründe. Sie reichen über das Bundesland hinaus, und an ihnen gemessen zeigt sich das ganze Elend der FDP, ihres schärfsten politischen Gegners.

1. Die Grünen werden wegen ihrer Themen und Kompetenzen gewählt. Sie haben ihr Profil seit dem Abschied von der Macht im Bund 2005 stark erweitert. Sie stehen heute nicht mehr nur für Umweltschutz und den Ausstieg aus der Atomenergie. Sie vertreten inzwischen auch eine für viele Wähler überzeugende nachhaltige Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik, eine alternative Agrar- und Verbraucherpolitik und andere Wege in der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik. Und sie haben längst die FDP als Bürgerrechtspartei abgelöst.

Die FDP dagegen ist wieder zur bloßen Funktionspartei verkommen. Sie hat, wie Wählerbefragungen zeigen, auf keinem einzigen Feld mehr ein eigenständiges Profil. Ihr letztes großes Thema Steuersenkung, mit dem sie unter Guido Westerwelle vorübergehend in der Opposition groß wurde, hat sich erledigt. Seither vagabundieren die Liberalen zwischen konkurrierenden Ideologien hin und her (mal mitfühlender Liberalismus, mal Wachstum-Wachstum).

Trittin als Leitfigur

2. Die Grünen haben eine klare Führung. Unumstrittene Leitfigur ist Jürgen Trittin, Spitzenkandidat für die Bundestagswahl und Fraktionsvorsitzender im Bundestag sowie Nachfolger von Joschka Fischer als eigentlicher Parteichef. An seiner Seite stehen Katrin Göring-Eckardt, Hoffnungsträgerin für die Zukunft, und Renate Künast, die Co-Fraktionsvorsitzende, zwei überzeugende Frauen. Die FDP dagegen hat in ihrer Führung, abgesehen von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger keine einzige Frau von Format mehr aufzubieten. Und um die Männerriege, die die FDP wohl in den Bundestagswahlkampf führen wird, steht es nicht besser. Rainer Brüderle, der mutmaßliche Spitzenkandidat, ist ein Schritt zurück, nicht nach vorn. Seriöse Politik ist von ihm eher nicht zu erwarten.

Leserkommentare
  1. Die Grünen, „eine sympathische Kraft mit vielen Optionen“, will uns der Autor des Artikels, Ludwig Greven, hier einreden. Wer’s glaubt…

    Ich verlasse mich da lieber auf das Urteil von Jutta Ditfurth, die meint, Sie (die Grünen) „seien zu neokonservativen Weichspül-Ökos und Meistern in der Kunst des Verratens verkommen.“ http://www.spiegel.de/kul...

    Aber mit dieser journalistischen „Arbeit“ muss man wohl leben: Auf der einen Seite eine Partei, die als „Parasit“ (FDP) bezeichnet wird und andererseits die „verräterischen Weichspül-Ökos“(Grüne), die man uns als „sympathische Kraft“ verkaufen will. Was wohl Hanns Joachim Friedrichs dazu sagen würde?

    Eine Leserempfehlung
  2. 130. [...]

    Entfernt, auf Wunsch des Users. Die Redaktion/cv

    2 Leserempfehlungen
    • u.t.
    • 21. Januar 2013 19:27 Uhr

    die Schnauze voll von dieser Missionarspartei.

    Nicht dass ich andere sonderlich sympathisch finde, aber die Grünen stellen für mich die Ausgeburt dieses - typisch deutsch gefärbten - moralischen-Zeigefingerhebens.

    Einige Facetten sind zwar noch besser (weniger korrupt, transparenter), aber andere finde ich umso mehr abstoßend.

    Die Spießer von heute.

    6 Leserempfehlungen
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    "139. Ich habe schon länger
    die Schnauze voll von dieser Missionarspartei."
    Meinen Sie die christlichen Parteien? Dann stimme ich Ihnen zu.

    • dj09111
    • 21. Januar 2013 19:33 Uhr

    erst heute habe ich einen kollegen von einem interessanten artikel aus der schweiz berichtet, in dem es um die politischen ansichten deutscher journalisten (Platz 1:grün, Platz 2: rot) geht und inwiefern sich das in ihren artikeln wiederspiegelt. - hier haben wir wieder ein glanzexemplar eines "deutschen"-artikels.

    mir vollends unbegreiflich wie man grün wählen kann, aber der autor gibt da schon einen guten anhaltspunkt: "Sie versammeln hinter sich eine breite, wachsende Schicht von durchaus wohlhabenden, auch bürgerlichen Wählern, denen es wichtig ist, umweltbewusst..." - genau. die wohlsituierten bürger dieses landes. die die genug kohle haben, um die mätzchen der grünen zahlen zu können.

    bevor ich einen dieser öko-faschisten wähle, wähle ich lieber rot oder gar braun.

    3 Leserempfehlungen
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    "bevor ich einen dieser öko-faschisten wähle, wähle ich lieber rot oder gar braun."

    • Kelhim
    • 21. Januar 2013 19:40 Uhr

    "bevor ich einen dieser öko-faschisten wähle, wähle ich lieber rot oder gar braun."

    Das zeigt ja schon, wes Geistes Kinder sich hier tummeln, vereint im Grünen-Hass.

    Die gleiche Energie würde ich lieber mal in die deutsche Rechtschreibung stecken.

  3. "bevor ich einen dieser öko-faschisten wähle, wähle ich lieber rot oder gar braun."

    • Kelhim
    • 21. Januar 2013 19:40 Uhr

    "bevor ich einen dieser öko-faschisten wähle, wähle ich lieber rot oder gar braun."

    Das zeigt ja schon, wes Geistes Kinder sich hier tummeln, vereint im Grünen-Hass.

    Die gleiche Energie würde ich lieber mal in die deutsche Rechtschreibung stecken.

    5 Leserempfehlungen
  4. 135. [...]

    Entfernt, da unsachlich und unterstellend. Die Redaktion/ls

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Kelhim
    • 21. Januar 2013 19:54 Uhr

    Ja, klar. Das tun sie bestimmt. Darum bewerben sie sich immer wieder um politische Verantwortung in Deutschland und erreichen bei jeder Wahl neue Rekordwerte in der Wählergunst. Weil sie Deutschland so abgrundtief hassen.

  5. 136. [...]

    Entfernt. Die Redaktion/ls

    Eine Leserempfehlung

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