LandtagswahlVerhaltener Start bei Wahl in Niedersachsen

Bisher gehen die Wähler in Niedersachsen nur verhalten an die Urnen. Bis zum Mittag haben 23,03 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben – etwas mehr als 2008.

Das Interesse der Bürger an der Landtagswahl in Niedersachsen ist zum Start noch sehr gering. Bis 12.30 Uhr stimmten 23,3 Prozent der wahlberechtigten Niedersachsen ab. Das sind nur etwas mehr als bei der Landtagswahl 2008. Da waren es zum gleichen Zeitpunkt 22,65 Prozent. Bis 10 Uhr hatten erst 5,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben – sogar weniger als bei der vergangenen Landtagswahl (5,7 Prozent).

Stephan Weil, der SPD-Herausforderer des amtierenden Regierungschefs David McAllister (CDU), wählte am Vormittag in Hannover. "Das wird ein ganz enges Rennen", sagte er. "Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen." Auch Altkanzler Gerhard Schröder und seine Frau Doris Schröder-Köpf, die sich erstmals für die SPD um ein Landtagsmandat bewirbt, gaben am Morgen ihre Stimme ab.

David und Dunja McAllister gingen am Mittag gemeinsam mit Nachbarn in ihrem Heimatort Bad Bederkesa bei Cuxhaven zum Wahllokal. Der Ministerpräsident gab sich siegessicher: "Ein guter Tag für die CDU", sagte McAllister.

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659 Kandidaten aus 16 Parteien stehen zur Wahl – sie bewerben sich um die 135 Sitze im Parlament. Am Sonntag dürfte auch ausschlaggebend sein, wie viele Niedersachsen sich trotz Schnee und Kälte an die Wahlurne locken lassen. Denn das Wetter spielt bei der Tagesplanung der Wähler immer eine Rolle – und damit auch für die Wahlbeteiligung.

Wahlbeteiligung ist rückläufig

Nach der niedrigsten Wahlbeteiligung im Land von nur 57,1 Prozent im Jahr 2008 hoffen jetzt alle Parteien auf ein besseres Ergebnis. In den vergangenen Jahrzehnten war die Wahlbeteiligung in Niedersachsen kontinuierlich rückläufig. Gingen 1974 noch knapp 85 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne, waren es in den Neunziger Jahren nur noch knapp 74 Prozent. Der absolute Tiefpunkt folgte 2008: Im Vergleich zur Landtagswahl 2003, als noch 67 Prozent ihr Kreuz machten, nahm die Wahlbeteiligung um zehn Prozent ab.

Die Wahl gilt als ein wichtiger Stimmungstest für die Bundestagswahl im Herbst. In Niedersachsen regiert seit zehn Jahren eine schwarz-gelbe Koalition, die seit 2010 von Ministerpräsident McAllister angeführt wird. McAllister will das Bündnis mit den Liberalen fortsetzen. Vom Ergebnis der FDP in Niedersachsen hängt auch die politische Zukunft von FDP-Chef Philipp Rösler ab, der zuletzt aus den eigenen Reihen immer mehr unter Druck geriet. SPD-Spitzenkandidat Weil strebt eine Koalition mit den Grünen an. Sollte Rot-Grün den Wechsel schaffen, würde sich auch ein neues Machtverhältnis im Bundesrat ergeben, in dem SPD und Grüne dann eine Mehrheit in der Länderkammer hätten.

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Leserkommentare
  1. ... sich in der gesamten Bundesrepublik seit über 20 Jahren sehr viel verändert hat. NDS- Wahlen können keinen Vergleich mit Bundestagswahlen mehr anbieten. Dafür haben sich die einzelnen Bundesländer schon rein ökonomisch so weit auseinander dividiert, dass ein Stimmungsbild aus einem einzigen BL die Vergleichsmöglichkeiten gegen Null tendieren lässt.

    5 Leserempfehlungen
  2. Pispers gesagt hat: Das untere Drittel geht nicht mehr wählen, weder in Niedersachsen, noch in Thüringen. Denn wer sich als Arbeitsloser mit RotGrün abfinden musste, wovor sollte der bei SchwerzGeld noch Angst haben? Es ist eben ein Unterschied ob man zur Wahl gehen kann oder ob man eine Wahl hat.

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    • pm.74
    • 20. Januar 2013 14:18 Uhr

    "Volker Pispers über die Linkspartei"

    http://www.youtube.com/wa...

    Ich liebe Pispers, einer der lustigstens und besten Kritiker der Konservativen.

    Stehen ja nur 5 Parteien auf dem Wahlzettel und seit der letzten Wahl hatte man keine Zeit eine neue Partei aufzubauen.

    Pisper der mit vorgehaltener Hand Linksparteimitglied ist genauso glaubwürdig wie Ingo Appelt (offziell bei der SPD als Mitglied)aslo würde sollten sie ihn nicht so ernst nehmen.

    Besserwisser gibt es immer, Anpacker sind da schon seltener.

    • Vanita
    • 20. Januar 2013 17:51 Uhr

    Auf dem Wahlzettel stehen mehr als 4 oder 5 Parteien.

    Ich kann das Gejammere nicht mehr nachvollziehen. Wenn es schon solange so schlimm ist mit den Etablierten, warum werden die Kleinen dann nicht gewählt, sondern eben diese etablierten Großen?

    Hat man sich schon in eine Starre des Selbstmitleides begeben... oder meint man Mündigkeit kriegt man von oben geschenkt?

  3. von Herzen, daß die SPD und
    die FDP mitsamt den Grünen
    granatenmaeßig runterhageln
    auf ZUSAMMEN vielleicht 20 Prozent;

    [...] Herr Steinbrück und
    seine erbärmlichen Protagonisten
    schreien auf, daß angebich die 'konser-
    vative Journaille' den KANDITATEN
    nicht umschmeicheln, tun sie aber
    DOCH..., schließlich hatte die
    ZEIT die ganze Zeit über NICHT die
    Schandtaten der Clique um die Steinis
    und dem Schröder mitsamt der Münte-
    sozialschneiße jeden Tag durch den
    Blätterwald geschleift, da ist der
    Steinbrück noch gut weggekommen, in
    seiner 'Selbstdarstellung'.

    Schönen Sonntag noch Ihnen,
    verehrte Leser und Leserinnen
    der investigativen ZeitOnline.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/jp

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  4. Die zu Wählenden
    Man geht nur gerne in ein Restaurant, wenn man sicher ist, dass dort gut gekocht wird. So ist das auch mit der Politik. Den Süppchen, die derzeit von unseren Polit-Profis angerührt werden, fehlt es an Motivations- und Qualitätsgewürzen.
    Noch nie war eine Urne ein passenderer Platz, um seine Stimme abzugeben oder besser gesagt: einäschern zu lassen.

    Die Wähler
    Würde Rösler im Dschungelcamp Kakerlaken verspeisen, würde die FDP die 5% Hürde lässig überspringen. Würde er sie danach noch auskotzen, wären vermutlich sogar 10% drin. Das Wahlvolk entwickelt - getriggert von der Dauerbefeuerung der Qualitätsmedien - völlig neue Kriterien für die Vergabe von Sympathiepunkten und damit auch von Prozentpunkten bei Wahlen.

    So gesehen spielt das vielbemühte Wetter in Sachen Wahlbeteiligung nicht die erste Geige. Es ist das vielmehr das Versagen auf beiden Seiten, das der Wähler und das der zu Wählenden.

    8 Leserempfehlungen
    • pm.74
    • 20. Januar 2013 14:18 Uhr

    "Volker Pispers über die Linkspartei"

    http://www.youtube.com/wa...

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wie schon Herr "
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    aber das problem ist, dass die leute die 80 oder 90% der Inhalte der Linken teilen, genau diese Partei ablehnen.

  5. 6. [...]

    Entfernt. Bitte argumentieren Sie differenziert. Danke, die Redaktion/jp

    Antwort auf "Ich wuensche mir,"
  6. "Noch nie war eine Urne ein passenderer Platz, um seine Stimme abzugeben oder besser gesagt: einäschern zu lassen."
    "Würde Rösler im Dschungelcamp Kakerlaken verspeisen, würde die FDP die 5% Hürde lässig überspringen. Würde er sie danach noch auskotzen, wären vermutlich sogar 10% drin."

    Das ist doch bereits usus,
    Herr Westerwelle war auch schon im 'Kontainer'...;
    die sind sich für überhaupt nichts zu schade.

    2 Leserempfehlungen
  7. 8. [...]

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    Antwort auf "Ich wuensche mir,"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte David McAllister | CDU | Grüne | SPD | FDP | Gerhard Schröder
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