Rainer Brüderle Der Plapper-Liberale
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Immerhin kann er die FDP aufputschen

Aber, und das wissen auch die vielen heimlichen Brüderle-Gegner in der FDP, immerhin beherrscht der neue Spitzenmann etwas, das dem Parteivorsitzenden Rösler fehlte: Brüderle versteht es durchaus, einen Saal von Liberalen zum Kochen bringen. Anders als Rösler sucht er geradezu plakative, eindimensionale Aussagen. Auf dem Dreikönigstreffen in Stuttgart war mal wieder er es, der den Saal aufputschte und die lautesten Klatschgewitter provozierte. Ähnlich brachte Brüderle die Delegierten des letzten Parteitages zum Feiern. Da hielt er eine Rede über liberale Regierungserfolge und skandierte immer wieder: "Wer hat's gemacht? Wir haben es gemacht!"

Auch diejenigen, denen das eigentlich zu schlicht ist, hoffen, dass man so wenigstens die liberalen Stammwähler erreicht. Schließlich geht es im September um den Bundestagseinzug, also um die berufliche Existenz vieler. Da stellt man persönliche Ansichten zu Stil und Inhalten schon mal etwas zurück.

"Rainer Brüderle ist anders als Philipp Rösler", sagte letzterer in der Pressekonferenz nach der Nominierung seines Rivalen: "Wir sprechen unterschiedliche Typen an." In der FDP setzen sie nun auf den Erfolg eines Tandems, das bislang alles andere als harmoniert hat. Und sie fürchten sich vor den weiteren Patzern des neuen Spitzenmanns.

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Leserkommentare
    • RobBlum
    • 22. Januar 2013 15:35 Uhr

    [...] Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke. Die Redaktion/kvk

    Also, was fordert die Online-Redaktion der ZEIT von seinen Bloggern? Respekt für ihre Autoren und Interviewpartner! Und das fordere ich nun von der ZEIT zurück! Respekt davor, dass ein Politiker sich seiner Herkunft nicht schämt und seine Sprachfärbung nicht abtrainiert - bei allen politischen Differenzen!
    Übrigens: Des Ex-MP Beck hat man nie dafür "plump" oder gar "provinziell" gescholten - obschon der Mann Millionen für Beton in der tiefsten Provinz verbuddelt hat.

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    GEZ Mann-Beck musste eine ganze Menge aushalten an Provinzunterstellung und hat das "Können mit die Leut" sogar zu seinem Markenzeichen gemacht. Wo Beck auftauchte war Karneval. Daher auch sein Rückzug aus Berlin als Bundesparteivorsitzender. Wenn Sie Brüderles "Ruckrede" gesehen haben, neben der Röslers Beitrag vollkommen verblasste wird sich wohl fragen, ob das ein gutes Image für die FPD ergibt. Das ist MirsanMir in Reinformat, derartig übertreiben es nicht mal die Bayern. Brüderle liegt meilenweit neben einem ernst zu nehmenden Kandidaten. Soweit wie einst Westerwelle und heute Rösler.

    "Des Ex-MP Beck hat man nie dafür "plump" oder gar "provinziell" gescholten"

    Bitte? Sie sollten vielleicht nochmals die Nachrichtensendungen und Presse-Artikel aus der Zeit von Becks Parteivorsitz sich anschauen.

    • tufelix
    • 22. Januar 2013 15:38 Uhr

    "Plapper-Liberaler", "provinzieller Pfälzer-Idiom, … plumpe Rhetorik, … Lust am Wein"

    Was sollen derartig dumm-dreiste Aussagen in einem doch als niveauvoll angesehenen Medium? Will die ZEIT nun auch dem Journaillismus beitreten - aus lauter Angst, dass leisere Töne womöglich nicht gehört werden?

    Ich bin auch kein Freund des Herrn B. und seiner Partei - und jede Kritik und Meinung ist in Ordnung. Aber dennoch darf man nicht Grenzen übertreten, die nahe der Beleidigung angesiedelt sind. Wer das tut, zeigt, dass er sich als ernst zu nehmender Redakteur nicht eignet.

    Werte ZEIT, achtet mehr darauf, was eure Redakteure schreiben - haltet eure Leute an, einen guten Stil zu pflegen.

    25 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    vielen Dank für Ihre Kritik. Das Wort "plappern" fällt häufig in Gesprächen über Brüderle, nicht zuletzt von Liberalen selbst, wie beschrieben.
    Das "provinzielle" haben wir inzwischen gelöscht, da es in der Tat etwas despektierlich klingt. Dass der Dialekt auch zu einer gewissen Authetizität von Politikern beiträgt, soll gar nicht bestritten werden. Dass Kurt Beck seine Sprache nie vorgeworfen worden ist, stimmt übrigens nicht ...

    Viele Grüße aus Berlin

    M. Schlieben

    Ich stimme Ihnen zu. Ich habe Brüderle ein paar mal direkt gehört. Er hat durchaus Witz. Und die Menschen, die dort aufgewachsen sind , wo der Wein wächst - die sind eben oft so. Brüderle war lange Wirtschaftsminister in RP und hat mit den Grundstein für eine beachtliche Wirtschaftsentwicklung gelegt.Im Grunde ist er ein Polit-Profi. Dennoch hielt ich so kurz vor der Niedsersachsen-Wahl seine Einlassungen für daneben. Nienels natürlich noch mehr. Brüderle kann froh sein, daß wahrscheinlich Rösler, den ich in seiner leisen Art sehr schätze, am Montag eine einstimmige Lösung wollte. Hätte Rösler den Machiavelli verinnerlicht, dann hätte er am Montag gleich Tabula rasa gemacht: Niebel und Brüderle aufs Altenteil!
    Heute Morgen habe ich ein Interview auf WDR5 mit Giovanni di Lorenzo gehört. Es ging um Qualitätsjournalismus. Ich war begeistert über die Aussagen von Di Lorenzo. Dieser Artikel gehört nicht dazu - auch bei aller Notwendigkeit, Personen und Dinge "farbig" beschreiben zu müssen.

    • Otto2
    • 22. Januar 2013 19:01 Uhr

    ist nicht ein Plapperliberaler oder ein schwacher Vorsitzender Rösler.
    Es geht um die Substanz, die diese Partei heute hat.
    Liberale Ideen wie den Ausbau von Bürgerrechten, die Abwehr von immer neuen Späh-Angriffen auf unbescholtene Bürgern sei es durch Staat oder von großen Firmen u. Ä., stünden einer liberalen Partei gut an.
    Selbst zu Umweltproblemen lässt sich sehr wohl vom liberalen Selbstverständnis her manches Positive machen.
    Nichts davon ist heute in dieser Partei. Nicht einmal notwendige systemerhaltende Regulierungen der Banken hilft sie durchzusetzen. Im Gegenteil, sie begreift nicht, dass die Finanzbranche (und Teile der Wirtschaft insgesamt) vor den ihnen innewohnenden irrationalen Exzessen geschützt werden müssen.
    Was bleibt ist ein demagogisches Geplapper über "mehr Eigenverantwortung", was nichts weiter heißt als Kürzung von Sozialleistungen, und der Ruf nach Steuersenkungen, die in der Konsequenz insbesondere Gemeinde- aber auch die Länderfinanzen aushöhlen.
    Das ist kein Liberalismus mehr. Das ist auch keine kluge Politik.
    Jede Regierung in D., in der diese jetzige FDP mitmischt, ist für D. von Übel!

  1. ist Brüderle keine gute Idee.

    Aus Sicht der Bürger der BRD (der Meisten zumindest) ist Brüderle eine gute Idee.

    Er wird den Bedeutungsverlust der FDP eher noch beschleunigen.
    ER steht für eine FDP, die für 95 % der Bevölkerung so unnötig ist wie ein zweites A.......

    Ich freue mich trotzdem - je eher die FDP in der absoluten Bedeutungslosigkeit verschwindet, um so eher wird Platz für eine liberale Partei¹!

    Deutschland hat sie dringend nötig!

    ---

    ¹ eine, die auch wirklich liberale Werte vertritt, und sich nicht liberal nennt und neoliberal agiert!

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    wegen Kompetenzen. Sogar HErr Rößler spendet mehr Kompetenz Aura als Herr B. und so soll auch der Plan aufgehen. Philip entledigt sich von Herrn B. sobald dieser sein ganzes Know How in 1 Monat zu Beweis gestellt hat integrieren und Lobbyklientel die Taschen füllen ist leider nicht meine Erwartung von guten Politikern. Da liest sie die CDU ja besser ein in Asylpolitk und schiebt erfolgreich dann ab. Aber was macht die FDP eigentlich.

  2. Erst hat man sich *medial* darauf verständigt, dass der Steinbrück schon im Vorfeld so richtig demontiert werden soll. Unions-freundlich mit liberalem Nachtritt.
    .
    Cui bono?
    .
    Und jetzt, wo Leihstimmen mit/und/oder dem lieben Gott für schwarz/gelb in Niedersachsen sich als Rohrkrepierer erwiesen haben....
    wird sofort wieder auf dem *Plapper-Liberalen* Brüderle(stimmt schon!) herumgehackt.
    Liebe Redaktionen: auch unsere Wähler-Dämlichkeit hat Grenzen.

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  3. Brüderle gibt den Liberalen ein menschliches Gesicht und ist gleichzeitig ein verlässlicher Vertreter der liberalen Sache. Versprecher und gelegentliche Ausrutscher in seinen Auftritten sind vielleicht manchmal taktisch problematisch aber nie inhaltlich inkonsequent. Die FDP bietet hier eines der letzten Modelle politischer Echtheit gegen die "(shit-)stormerzeugenden", eher namenlosen und austauschbaren arroganten Alleswisser - gleich welcher Partei.

    6 Leserempfehlungen
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    Auch wenn ich der FDP inhaltlich gar nichts abgewinnen kann, empfinde ich den spöttische Unterton des Redakteurs mehr als unangemessen.
    .

    muss ich über diesen romantischen Beitrag, kann nur nicht glauben, dass er wirklich Herrn Brüderle gilt. Vielleicht haben Sie sich nur verdrückt.

  4. >> Brüderles "Wortwahl, Tonalität und Auftritt" entspräche kein bisschen einem "modernen Liberalismus", sagt ein einflussreicher junger FDPler. <<

    ... gibt das Feigenblatt für den "modernen Liberalismus" der jungen FDPler, weil beim Wähler damit kein Blumentopf zu gewinnen ist.

    3 Leserempfehlungen
  5. An anderer Stelle wurde mein Kommentar gekürzt, weil ich mich über bestimmte Bevölkerungsgruppen geäußert habe. Da stand dann zu lesen:

    "Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Aussagen, die Menschengruppen pauschal diffamieren. Danke, die Redaktion/jp"

    Zum Thema: Brüderle hat nicht das Format zu führen und zu begeistern. Der Schuss wird nach hinten losgehen. Oder ich täusche mich und bei der Bundestagswahl bekommt die FDP 15 Prozent - was mich nach dem Wahlergebnis und den vorherigen Umfragen in Niedersachsen auch nicht wundern würde.

    2 Leserempfehlungen
  6. Rainer Brüderle - der wichtigste Mann der "Heute-Show". Erst mit ihm wurde aus der Show eine seriöse Satire-Sendung. Also ist er durchaus qualifiziert die FDP durch den Wahlkampf zu führen.

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