VerteidigungspolitikBundeswehr soll Kampfdrohnen bekommen

Bewaffnete Drohnen sollen laut einem Medienbericht bald zur Ausrüstung der Bundeswehr gehören. Die Bundesregierung hält dies für "unbedingt erforderlich".

Eine US-Drohne vom Typ Predator

Eine US-Drohne vom Typ Predator

Die Bundeswehr soll einem Medienbericht zufolge rasch mit Kampfdrohnen ausgerüstet werden. An den Auslandseinsätzen der Bundeswehr werde deutlich, dass "bewaffnete Aufklärung als Schutz bei plötzlich auftretenden gravierenden Lageänderungen unbedingt erforderlich ist", heißt es nach Angaben von Spiegel Online in einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion.

Bewaffnete Drohnen könnten im Gegensatz zu unbewaffneten Flugrobotern erkannte Ziele "reaktionsschnell, präzise und skalierbar bekämpfen", heißt es dem Bericht zufolge weiter. "Außerdem werden durch die Fähigkeit gegnerische Kräfte einer ständigen und für sie nicht prognostizierbaren Bedrohung ausgesetzt und in ihrem Handlungsspielraum eingeengt." Die Bewaffnung könne einen Sicherheitsgewinn durch "glaubhafte Abschreckung" bringen.

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In der Antwort der Bundesregierung werden dem Bericht nach auch mögliche Modelle von Kampfdrohnen genannt. Erwägt wird die Anschaffung der Predator-Drohne, die vor allem von den USA eingesetzt wird. Bislang setzt die Bundeswehr nur unbewaffnete Drohnen zur Aufklärung ein wie etwa den Typ Heron 1 aus Israel.

UN untersuchen Drohneneinsätze

Kampfdrohnen sind als Waffen umstritten, weil sie zum Beispiel von den USA in Afghanistan, Pakistan und im Jemen zur gezielten Tötung mutmaßlicher Rebellen genutzt werden. Immer wieder werden bei diesen Einsätzen auch unbeteiligte Zivilisten getötet, weshalb der UN-Sonderbeauftragte für den Schutz von Menschenrechten am Donnerstag eine Untersuchung über die Folgen verkündet hat.

Die Bundeswehr fordert seit Längerem die Anschaffung von Kampfdrohnen. Im Juli vergangenen Jahres hatte auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) den Kauf bewaffneter Flugroboter befürwortet, allerdings eine "breite Diskussion" in der Öffentlichkeit über die Notwendigkeit dieser Waffensysteme verlangt.

Die USA setzen Drohnen unter anderem im Jemen, in Pakistan und in Afghanistan ein. In Afghanistan feuerten die Fluggeräte nach US-Angaben im letzten Jahr 506 Raketen ab. Nach Angaben der britischen Initiative Bureau of Investigative Journalism wurden allein in Pakistan durch den Angriff von US-Drohnen zwischen 475 und 891 Zivilisten getötet.

 
Leserkommentare
  1. BILD ONLINE : Lautlos schweben sie über ihrem Ziel, Tausende Meter hoch. Dann klinken sie ihre tödliche Fracht aus. Unbemannte Drohnen – als Waffe der Zukunft gepriesen, als fliegende Roboter des Todes verteufelt.

    AUSGETAUSCHT : Irgendwie ( mit ausgetauschten Worten ) beschreibt obiges auch den Stil der aktuellen Politik.

    WIR : Wie lange sollen wir uns das noch gefallen lassen.

    ICH : Ich hoffe immer noch auf Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit ... und wähle garantiert NICHT CDU,CSU und FDP ... auch wenn ich das schon in früheren Zeiten getan habe.

  2. Vielleicht wird es wieder mal Zeit für die Frage : Wieviel SED-System steckt (noch oder wieder) in der heutigen detuschen Politik ?

  3. Wenn Sie die „völkerrechtliche Argumentation hier für wenig hilfreich“ halten, was bitte ist denn „hilfreich“?

    Und wenn Sie sagen, „damit(Völkerrecht) sind dann sehr viele Dinge erlaubt, die man im Krieg besser unterlassen sollte“, verheddern sie sich nicht in Ihrer eigenen Argumentation? Das Völkerecht ist schließlich dazu da, den „Krieg zu begrenzen“. Und gerade das Völkerrecht gibt vieles vor, was man im Krieg unterlassen muss!

    Also mit Verlaub, ich kann Ihren Argumenten nicht mehr folgen. Aber vielleicht trifft ja das zu, was @Graf Gnarf 188. sehr treffend beschreibt.

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    Ja, kann ich verstehen!

    Ja, kann ich verstehen!

    • Ghede
    • 26.01.2013 um 11:35 Uhr
    196. Absurd

    1.) Wofür genau brauchen wir Kampfdrohnen? Wir setzen doch noch nicht einmal Kampfflugzeuge ein, außer zur Aufklärung. Bei der Bombardierung des Tanklastzugs in Afghanistan musste Herr Klein US-Flugzeuge anfordern.

    2.) Es geht folglich um Szenarien, in denen die Bundeswehr tatsächlich aktiv Krieg führt. Das soll dann, folgt man den Argumenten vieler Kommentatoren hier, zur Verhinderung von Greueltaten geschehen.
    Da sage ich: Großartig! Wann marschieren wir in Nordkorea ein? Ach, die haben Atombomben? Okay, das ist uncool. Dann nehmen wir doch einfach Saudi-Arabien! Wie, die sind "verbündet"? Und außerdem führen wir keine Kriege gegen Staaten? Oh, hm... na dann, wie wär's, wenn wir den Drogenkartellen in Mexiko den Krieg erklären? Die sind für Verelendung und zigtausende Tote verantwortlich, und immerhin ist die mexikanische Regierung damit ziemlich überfordert. Nicht? Is' ja doof.

    Was daraus folgt ist, dass es absolut nicht um die Verhinderung von Greueltaten geht. Es geht um "Realpolitik" und um den Schutz von vor allem wirtschaftlichen Interessen. Wer aber für Geld Kriege führen möchte, ist nichts anderes als ein Imperialist. Und genau wie die Imperialisten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts kleidet man sich unter dem Deckmantel der Humanität und behauptet frech, es ginge ja nur um das Wohl der Eingeborenen. Quatsch mit So... ach, halt, das ist eigentlich viel zu verniedlichend. Widerwärtig ist das.

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    • tobmat
    • 26.01.2013 um 11:53 Uhr

    "Es geht um "Realpolitik""

    Wann in der Geschichte der Menschheit ging es mal nicht um Realpolitik?

    Und falls sie ein Szenario brauchen wo Deutschland Kampfflugzeuge einsetzen kann und damit auch Drohnen, erinnern sie sich mal an den Kosovokrieg. Da waren wir aktiv beteiligt.

    • tobmat
    • 26.01.2013 um 11:53 Uhr

    "Es geht um "Realpolitik""

    Wann in der Geschichte der Menschheit ging es mal nicht um Realpolitik?

    Und falls sie ein Szenario brauchen wo Deutschland Kampfflugzeuge einsetzen kann und damit auch Drohnen, erinnern sie sich mal an den Kosovokrieg. Da waren wir aktiv beteiligt.

    • tobmat
    • 26.01.2013 um 11:53 Uhr

    "Es geht um "Realpolitik""

    Wann in der Geschichte der Menschheit ging es mal nicht um Realpolitik?

    Und falls sie ein Szenario brauchen wo Deutschland Kampfflugzeuge einsetzen kann und damit auch Drohnen, erinnern sie sich mal an den Kosovokrieg. Da waren wir aktiv beteiligt.

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    Antwort auf "Absurd"
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    • Ghede
    • 26.01.2013 um 12:08 Uhr

    "Wann in der Geschichte der Menschheit ging es mal nicht um Realpolitik?"

    Klar. Aber dann soll man gefälligst nicht die Dreistigkeit besitzen, das in irgendeiner Weise mit Menschenrechten zu verbrämen. Das ist bestenfalls Selbstbetrug, schlimmstenfalls menschenverachtend weil hochgradig zynisch.

    Ich "brauche" übrigens kein Szenario, in dem die Luftwaffe der Bundeswehr eingesetzt wird. Dass solche Szenarien denkbar sind, habe ich auch gar nicht zur Diskussion gestellt. Es geht mir lediglich um die doppelbödige Argumentation, die solchen Szenarien zugrunde liegt, um die Verlogenheit und um die Tatsache, dass es bei "humanitären Interventionen" ganz sicher nicht um die Menschen geht. Wenn Sie finden, dass dem doch so ist, würde ich liebend gerne ein schlüssiges Argument dafür lesen, wieso wir nicht beispielsweise in Saudi-Arabien Menschen schützen. Hey, wir liefern denen ja sogar Panzer.

    Bekennen wir uns doch ganz offen zu einem Neo-Imperialismus. Das geht zwar schon rein rechtlich nicht, aber wen stört's, richtig? Oder brauchen Sie eine warme, flauschige "Es geht doch um die Menschen!"-Kuscheldecke, damit Sie sich nicht unwohl fühlen bei dem Gedanken, irgendwo rumzuballern? Ist es vielleicht verstörend, wenn man glasklar gesagt bekommt, dass man im Grunde für einen französischen Energiekonzern Leute umbringt? Ach was!

    • Ghede
    • 26.01.2013 um 12:08 Uhr

    "Wann in der Geschichte der Menschheit ging es mal nicht um Realpolitik?"

    Klar. Aber dann soll man gefälligst nicht die Dreistigkeit besitzen, das in irgendeiner Weise mit Menschenrechten zu verbrämen. Das ist bestenfalls Selbstbetrug, schlimmstenfalls menschenverachtend weil hochgradig zynisch.

    Ich "brauche" übrigens kein Szenario, in dem die Luftwaffe der Bundeswehr eingesetzt wird. Dass solche Szenarien denkbar sind, habe ich auch gar nicht zur Diskussion gestellt. Es geht mir lediglich um die doppelbödige Argumentation, die solchen Szenarien zugrunde liegt, um die Verlogenheit und um die Tatsache, dass es bei "humanitären Interventionen" ganz sicher nicht um die Menschen geht. Wenn Sie finden, dass dem doch so ist, würde ich liebend gerne ein schlüssiges Argument dafür lesen, wieso wir nicht beispielsweise in Saudi-Arabien Menschen schützen. Hey, wir liefern denen ja sogar Panzer.

    Bekennen wir uns doch ganz offen zu einem Neo-Imperialismus. Das geht zwar schon rein rechtlich nicht, aber wen stört's, richtig? Oder brauchen Sie eine warme, flauschige "Es geht doch um die Menschen!"-Kuscheldecke, damit Sie sich nicht unwohl fühlen bei dem Gedanken, irgendwo rumzuballern? Ist es vielleicht verstörend, wenn man glasklar gesagt bekommt, dass man im Grunde für einen französischen Energiekonzern Leute umbringt? Ach was!

  4. Drohnen sind inzwischen unverzichtbar. Der Uno-Sicherheitsrat in New York billigte am Freitag erstmals die Entsendung von Drohnen im Rahmen eines Friedenseinsatzes: Die unbemannten Flugzeuge sollen in den Kongo geschickt werden. Mit der Mission „Monusco“ wird im Kongo die Zivilbevölkerung geschützt. Bisher war diese den Marodeuren schutzlos ausgesetzt. Nun kann dieses riesige Land überwacht werden und UN-Truppen gezielt eingesetzt werden.

    Im Zusammenhang mit dieser Diskussion ist die Bigotterie der Grünen mal wieder besonders augenfällig. Während Trittin noch für den Einsatz in Mali war, ist er nun gegen den Einsatz von Drohnen.

    2 Leserempfehlungen
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    Was ist denn da bitte bigott? Beim MONUSCO Einsatz werden unbewaffnete Aufklärungsdrohnen eingesetzt. In dieser Diskussion hier geht es um bewaffnete Drohnen. Als Aufklärungsfahrzeuge sind Drohnen natürlich in bestimmten Rahmen ausgezeichnet geeignet - mir scheint die einzige absehbare Bedrohung, die die Anschaffung von bewaffneten Kampfdrohnen für die Bundeswehr rechtfertigt ist die drohende Budgetkürzung.

    Was ist denn da bitte bigott? Beim MONUSCO Einsatz werden unbewaffnete Aufklärungsdrohnen eingesetzt. In dieser Diskussion hier geht es um bewaffnete Drohnen. Als Aufklärungsfahrzeuge sind Drohnen natürlich in bestimmten Rahmen ausgezeichnet geeignet - mir scheint die einzige absehbare Bedrohung, die die Anschaffung von bewaffneten Kampfdrohnen für die Bundeswehr rechtfertigt ist die drohende Budgetkürzung.

    • Ghede
    • 26.01.2013 um 12:08 Uhr
    199. Gewiss

    "Wann in der Geschichte der Menschheit ging es mal nicht um Realpolitik?"

    Klar. Aber dann soll man gefälligst nicht die Dreistigkeit besitzen, das in irgendeiner Weise mit Menschenrechten zu verbrämen. Das ist bestenfalls Selbstbetrug, schlimmstenfalls menschenverachtend weil hochgradig zynisch.

    Ich "brauche" übrigens kein Szenario, in dem die Luftwaffe der Bundeswehr eingesetzt wird. Dass solche Szenarien denkbar sind, habe ich auch gar nicht zur Diskussion gestellt. Es geht mir lediglich um die doppelbödige Argumentation, die solchen Szenarien zugrunde liegt, um die Verlogenheit und um die Tatsache, dass es bei "humanitären Interventionen" ganz sicher nicht um die Menschen geht. Wenn Sie finden, dass dem doch so ist, würde ich liebend gerne ein schlüssiges Argument dafür lesen, wieso wir nicht beispielsweise in Saudi-Arabien Menschen schützen. Hey, wir liefern denen ja sogar Panzer.

    Bekennen wir uns doch ganz offen zu einem Neo-Imperialismus. Das geht zwar schon rein rechtlich nicht, aber wen stört's, richtig? Oder brauchen Sie eine warme, flauschige "Es geht doch um die Menschen!"-Kuscheldecke, damit Sie sich nicht unwohl fühlen bei dem Gedanken, irgendwo rumzuballern? Ist es vielleicht verstörend, wenn man glasklar gesagt bekommt, dass man im Grunde für einen französischen Energiekonzern Leute umbringt? Ach was!

    Antwort auf ".............."
  5. Antwort auf "@karlbanke 187."

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