VerteidigungspolitikBundeswehr soll Kampfdrohnen bekommen

Bewaffnete Drohnen sollen laut einem Medienbericht bald zur Ausrüstung der Bundeswehr gehören. Die Bundesregierung hält dies für "unbedingt erforderlich".

Eine US-Drohne vom Typ Predator

Eine US-Drohne vom Typ Predator  |  © Massoud Hossaini/AFP/Getty Images

Die Bundeswehr soll einem Medienbericht zufolge rasch mit Kampfdrohnen ausgerüstet werden. An den Auslandseinsätzen der Bundeswehr werde deutlich, dass "bewaffnete Aufklärung als Schutz bei plötzlich auftretenden gravierenden Lageänderungen unbedingt erforderlich ist", heißt es nach Angaben von Spiegel Online in einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion.

Bewaffnete Drohnen könnten im Gegensatz zu unbewaffneten Flugrobotern erkannte Ziele "reaktionsschnell, präzise und skalierbar bekämpfen", heißt es dem Bericht zufolge weiter. "Außerdem werden durch die Fähigkeit gegnerische Kräfte einer ständigen und für sie nicht prognostizierbaren Bedrohung ausgesetzt und in ihrem Handlungsspielraum eingeengt." Die Bewaffnung könne einen Sicherheitsgewinn durch "glaubhafte Abschreckung" bringen.

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In der Antwort der Bundesregierung werden dem Bericht nach auch mögliche Modelle von Kampfdrohnen genannt. Erwägt wird die Anschaffung der Predator-Drohne, die vor allem von den USA eingesetzt wird. Bislang setzt die Bundeswehr nur unbewaffnete Drohnen zur Aufklärung ein wie etwa den Typ Heron 1 aus Israel.

UN untersuchen Drohneneinsätze

Kampfdrohnen sind als Waffen umstritten, weil sie zum Beispiel von den USA in Afghanistan, Pakistan und im Jemen zur gezielten Tötung mutmaßlicher Rebellen genutzt werden. Immer wieder werden bei diesen Einsätzen auch unbeteiligte Zivilisten getötet, weshalb der UN-Sonderbeauftragte für den Schutz von Menschenrechten am Donnerstag eine Untersuchung über die Folgen verkündet hat.

Die Bundeswehr fordert seit Längerem die Anschaffung von Kampfdrohnen. Im Juli vergangenen Jahres hatte auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) den Kauf bewaffneter Flugroboter befürwortet, allerdings eine "breite Diskussion" in der Öffentlichkeit über die Notwendigkeit dieser Waffensysteme verlangt.

Die USA setzen Drohnen unter anderem im Jemen, in Pakistan und in Afghanistan ein. In Afghanistan feuerten die Fluggeräte nach US-Angaben im letzten Jahr 506 Raketen ab. Nach Angaben der britischen Initiative Bureau of Investigative Journalism wurden allein in Pakistan durch den Angriff von US-Drohnen zwischen 475 und 891 Zivilisten getötet.

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Leserkommentare
  1. 1. Wenn man betrachtet, wieviele Milliarden großen Unternehmen in den H**** gepustet bekommen: anscheined haben wir's...

    2. Garnichts. Braucht man aber, um bei den imperialistischen Spielchen mitmachen zu können.

    3. Weil Junior BRD offensichtlich noch nicht erwachsen genug ist, um Daddy USA zu sagen: "Mach deinen Sch*** alleine, ich gehe einen anderen Weg!"

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "3 Fragen"
  2. "Es kann der frommste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt."

    Sie haben natürlich völlig recht. Das wird Ihnen in diesem Forum allerdings nicht helfen.

    2 Leserempfehlungen
  3. Einem Schwertkämpfer muss es auch als feige erschienen sein, als Handfeuerwaffen erfunden wurden.
    Hagen Rether triffsts da ganz passend: "Ich wär gern Drohnenpilot. Dann könnt ich von zuhause aus arbeiten."

    Mir stößt dabei so komisch auf, dass da Menschen sterben werden und schon sterben, deren Tötung kein Risiko darstellte. Hat man nicht, auch als Schurke, ein Recht auf würdige Ermordung? Das klingt seltsam, aber wenn ich mir vorstelle, der Einsatz meines Henkers hat unglaubliche Parallelen zu einem Videospiel, das fände ich das unwürdig.

    Der Schwertkämpfer und auch der Gewehrkämpfer, die müssen wenigstens noch raus und man könnte sie in gewisser Weise lokalisieren. Aber ein Drohnenpilot?

    Und auch der Vorwurf, willst du lieber einen Deutschen opfern? Wenn es andersherum menschenverachtend ist, dann ja. Und das ist es mE.

    2 Leserempfehlungen
  4. Entfernt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Thema. Danke, die Redaktion/se

    Eine Leserempfehlung
  5. ...nur ist es natürlich nicht mehr unser Imperium, wir sind nur noch Vasallen und stellen (lustlos) Auxiliaries, wie damals im Römischen Reich schon mal.

    Das Imperium ist das Amerikanische.

    2 Leserempfehlungen
  6. Selbst wenn Kampfdrohnen derzeit keinen Sinn mehr machen würden sollten sie einsatzbereit sein wenns dann soweit ist.
    Dank unseren Bündnispartnern und ihren vorpreschenten Alleinaktionen wirds bald wieder soweit sein.

    zu Afghanistan:
    Gerade weil die Zivilbevölkerung schon soviel Leid hat ertragen müssen hat sie es nicht verdient im Stich gelassen zu werden. Lieber altertümlich von Stämmen regiert als von den Taliban unterdrückt.

    Antwort auf "Ich bin es leid,"
  7. 55. Rolle:

    Was wollen Sie damit sagen? Sie wollen doch nicht das Überfallen, Besetzten und Unterdrücken von autonmen freien Völkern gutheißen?

    In Europa gab es vor dem 20. Jahrhundert alle paar Jahre Krieg - aufgrund von Religion, familiären Streitigkeiten oder weil sich jemand stark genug fühlte...
    Im 21. Jahrhundert hatten wir in Europa zwei verheerende Kriege, Seitdem aber eine Blütezeit, auch weil wir eben nicht kurzerhand den Nachbarn überfallen.
    Wenn Deutschland sich NICHT and Überfaellen an Staaten beteiligt dann ist dies ein enormer Fortschritt.
    In dieser Hinsicht waere es durchaus sehr zu begrüßen wenn Deutschland eben keine Berufsmoerder ausbildet.
    Und da Sie ja die Verlässlichkeit ansprechen - ein Staat kann in vielen Bereichen verlässlich sein, das Überfallen anderer Voelker und souveräner Staaten faellt nicht darunter.

    Problematisch wird es wenn ein Staat oder genauer gesagt gewählte Repräsentanten eines Volkes um Hilfe bitten - dann hat man die Diskussion über humanitäre Missionen. (Aus denen man sich am besten heraushält in dem man keine Berufmoerder ausbildet.)

    5 Leserempfehlungen
  8. "Es kann der frommste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt."

    Und Frieden ist natürlich möglich, wenn Sie dem Nachbarn den Schädel einschlagen. Ups, der hatte einen Bruder, der nun Ihnen den Schädel einschlägt...

    Von Ihrer Wolke aus können Sie dann ja miterleben, wie Ihr Sohn Sie nun rächt, der daraufhin von der Nachbarsgroßmutter geköpft wird...und so geht es weiter und weiter und weiter...

    Ganz großes Kino...

    2 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, tis
  • Schlagworte Bundesregierung | CDU | Abschreckung | Afghanistan | Aufklärung | Auslandseinsatz
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