BundestagRösler warnt vor Inflation wegen Euro-Krise

Der Wirtschaftsminister hat seinen Jahresbericht vorgelegt und eine zurückhaltende Geldpolitik im Euro-Raum angemahnt. Er sieht den Kontinent auf einem guten Weg.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler warnt vor einer kurzfristigen Bewältigung der Euro-Krise durch Inflation. "Einen Preis sind wir nicht bereit zu zahlen – den Preis der Geldwertstabilität", sagte der FDP-Vorsitzende in seiner Regierungserklärung zum Jahreswirtschaftsbericht im Bundestag.

Der Minister bezog sich in seiner Rede auf die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Euro-Krise. Diese hatte Staatsanleihen europäischer Länder im großen Stil aufgekauft, um deren Zinsen zu senken. Kritiker werfen der EZB vor, dadurch die Inflationsgefahr gesteigert zu haben. Rösler sagte dazu, dass Inflation vor allem Ärmere treffe, deren Ersparnisse damit vernichtet würden.

Anzeige

Die Euro-Zone sieht Rösler dennoch auf einem guten Weg beim Kampf gegen die Schuldenkrise. "Die Märkte fassen wieder Vertrauen", sagte er. Gleiches gelte auch für Bürger und Unternehmen. "Wir müssen und werden die Währung stabilisieren, und wir sind auf gutem Weg dazu", sagte der Minister. Dass die EZB durch ihre Anleihekäufe einen erheblichen Anteil daran hat, ließ der Minister außen vor.

Mittelstand nicht mit höheren Steuern belasten

Rösler stellte es als Verdienst der schwarz-gelben Regierung heraus, dass Deutschland so gut durch die Krise gekommen sei. Dies sei auch den Menschen in diesem Land zu verdanken. Der FDP-Vorsitzende warnte die Opposition, den Mittelstand mit höheren Steuern zu belasten. Diese Unternehmen erwirtschafteten den Wohlstand in Deutschland.

Dagegen warf die SPD der schwarz-gelben Regierung vor, in ihrer Amtszeit zu wenig für den Schuldenabbau getan zu haben. In einer stark vom Wahlkampf geprägten Aussprache über den Jahreswirtschaftsbericht sagte SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil: "Sie haben drei Jahre guter Konjunktur verfrühstückt." An die Adresse von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte er: "Sie haben das Wachstum in Deutschland noch stärker geschrumpft als die Wahlergebnisse der FDP."

Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Gregor Gysi, hielt Rösler vor, auch wegen der Wahl in Niedersachsen einen schöngefärbten Jahreswirtschaftsbericht vorgelegt zu haben. Er wies darauf hin, dass die Arbeitsplätze mit Vollbeschäftigung um 1,6 Millionen abgenommen hätten.

Die prekäre Beschäftigung habe außerdem erheblich zugenommen. Deswegen falle die Arbeitslosenstatistik so günstig aus. Gysi plädierte für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn und prognostizierte, dass er spätestens 2014 kommen werde. Zugleich warnte Gysi vor Sozialabbau.

Der Bund geht in diesem Jahr von einem Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent aus. 2014 soll das Wachstum mit 1,6 Prozent wieder kräftiger ausfallen.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Fipsi bellt und warnt vor einer Inflation.
    Dabei kann jedes BWL- und VWL-Erstsemester
    klar und schlüssig darlegen, daß eine Inflation
    die Schulden rapide verkleinern und (nicht alle) Probleme
    lösen könnte und würde.

    Und der 2%-Partei wird wieder mediale Aufmerksamkeit gewidmet.
    Wann darf man einen entsprechend großen Artikel über die LINKE
    lesen ?
    Die haben schließlich auch etwas, und zudem Substantielles,
    dazu zu sagen. Und mehr Prozente als die F(ipsi)DP
    haben sie auch.
    Aber man will ja hier keine Parteinahme unterstellen ...

    6 Leserempfehlungen
  2. 1. Arme haben keine Ersparnisse. Sie haben höchstens Schulden.
    Die Inflation hilft den Armen.

    2. Die Würde des Menschen beinhaltet nicht sein wirtschaftliches
    Vermögen. Der Mensch und seine Würde sind keine ökonomische
    "Größe", sondern eine philosophische.

    Ein auf der Straße lebender Bettler hat übrigens meistens
    mehr Würde als ein Villenbesitzer. Aber im rechtlichen Sinn
    haben beide die gleiche Würde. Rösler verteidigt also keineswegs
    "die Würde des Menschen", er würde vielmehr lieber die Reichen
    noch reicher sehen - auf Kosten der Millionen Armen hier in
    Deutschland. Letztlich verteidigt Rösler also sich selbst.

    5 Leserempfehlungen
    • NoG
    • 17. Januar 2013 12:41 Uhr

    peinliche wahlkampfrede von roesler...lief auf phoenix.
    immerhin konnte er so ueberspielen das er von seinem ressort nichts versteht...zumindest bis er von inflation faselte.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Art. 1, Abs.1, GG."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie verstehen das falsch, denn Rösler hat nicht nötig für sich zu kämpfen. Er kämpft für Niedersachsen, für Deutschland und für ein liberales Europa.

    Sie müssen das Ganze betrachten, die liberale Aufgabe in einem vom Sozialismus bedrohten Europa. Doch überall in Europa erblickt man nur die Dunkelheit der Unwissenheit. In ganz Europa? Nein, denn es gibt einen Ort der Erleuchtung, den Liberalmus. Die deutsche FDP ist der Leuchtturm im politischen Ozean der Ahnungslosen.

    Aber ihre Kritik zeigt, dass noch viel Arbeit notwendig ist. Im Denken des Einzelnen sind derzeit noch zusehr die Begriffe "Freiheit" und "Selbstbestimmung" verankert. Demokratische Strukturen sind der Feind jeden wirtschaftlichen Wachstums.

    Die europäischen Völker sind aber derzeit noch nicht in der Lage, die wahre Größe der FDP zu erkennen. Sie müssen erst ideologisch auf das kommende libeale Zeitalter vorbereitet werden. Eine neue Ideologie muss das Denken der europäischen Völker in die richtigen Bahnen lenken, damit ihnen klar wird, dass nur eine so vollkommene Macht wie der Liberalismus ein ewiges Wirtschaftswachstum garantieren kann.

  3. > Rösler sagte dazu, dass Inflation vor allem Ärmere treffe, deren Ersparnisse damit vernichtet würden.

    Hae?

    Ich kann mir den Satz nur so erklaeren, dass Roesler alle fuer arm haelt, die ihr Geld nicht in Goldbarren anlegen.

    4 Leserempfehlungen
  4. Sie verstehen das falsch, denn Rösler hat nicht nötig für sich zu kämpfen. Er kämpft für Niedersachsen, für Deutschland und für ein liberales Europa.

    Sie müssen das Ganze betrachten, die liberale Aufgabe in einem vom Sozialismus bedrohten Europa. Doch überall in Europa erblickt man nur die Dunkelheit der Unwissenheit. In ganz Europa? Nein, denn es gibt einen Ort der Erleuchtung, den Liberalmus. Die deutsche FDP ist der Leuchtturm im politischen Ozean der Ahnungslosen.

    Aber ihre Kritik zeigt, dass noch viel Arbeit notwendig ist. Im Denken des Einzelnen sind derzeit noch zusehr die Begriffe "Freiheit" und "Selbstbestimmung" verankert. Demokratische Strukturen sind der Feind jeden wirtschaftlichen Wachstums.

    Die europäischen Völker sind aber derzeit noch nicht in der Lage, die wahre Größe der FDP zu erkennen. Sie müssen erst ideologisch auf das kommende libeale Zeitalter vorbereitet werden. Eine neue Ideologie muss das Denken der europäischen Völker in die richtigen Bahnen lenken, damit ihnen klar wird, dass nur eine so vollkommene Macht wie der Liberalismus ein ewiges Wirtschaftswachstum garantieren kann.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • NoG
    • 17. Januar 2013 13:12 Uhr

    ich bin frei genug mir eigene gedanken zu machen.
    dazu braucht es keine partei, auch nicht die fdp
    und auch keinen oberlehrer mit kabarettistischem talent.
    damit meine ich nicht roesler.

    ... ist, dass die FDP schon lange nicht mehr "liberal" ist. Wofür "kämpft" Rösler dann?

    schöne satire..

  5. Der mir sehr sympatische Wetterbauer auf SWR 1 warnte vor Weihnachten, daß der Winter ganz sicher noch kommen würde. Er nannte sogar (ehrlich) den 15. Januar als ca. Datum) .

    Die Tiere gehen nicht aus dem Stall. Das Winterfell mancher Tier wäre so dick wie lange nicht mehr.

    Und nun warnt Herr Rösler vor einer Inflation? Und was soll ich jetzt tun. gewarnt bin ich. Soll ich mein Geld (welches Geld?) in Gold anlegen?

    Für das Klientel der FDP ist das allerdings schon ein wichtiges Thema. Jetzt hat man die Gesetze so gemacht, daß möglichst viel Geld bei den Reichen landet und dann frißt die Inflation das ganze Geld auf! Schlimm, oder?

    3 Leserempfehlungen
    • NoG
    • 17. Januar 2013 13:12 Uhr
    6. danke

    ich bin frei genug mir eigene gedanken zu machen.
    dazu braucht es keine partei, auch nicht die fdp
    und auch keinen oberlehrer mit kabarettistischem talent.
    damit meine ich nicht roesler.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Falsch verstanden"
  6. ... ist, dass die FDP schon lange nicht mehr "liberal" ist. Wofür "kämpft" Rösler dann?

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Falsch verstanden"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, zz
  • Schlagworte Bundestag | Philipp Rösler | FDP | Gregor Gysi | Inflation | Europäische Zentralbank
Service