Herzinfarkt : Baden-Württembergs Exinnenminister Schäuble ist tot

Thomas Schäuble ist tot. Der Bruder des Finanzministers war Unternehmer und einst selbst Minister in Baden-Württemberg. Schlagzeilen machte er mit einer Kohl-Äußerung.
Thomas Schäuble in der landeseigenen Badischen Staatsbrauerei Rothaus © Rolf Haid/dpa/lsw

Der frühere baden-württembergische Innenminister Thomas Schäuble (CDU) ist tot. Der jüngere Bruder von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sei am Donnerstagabend an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben, hieß es aus der Südwest-CDU.

Der 64-Jährige hatte seit 2004 die landeseigene Brauerei Rothaus geführt. Seit seinem Herzinfarkt im Juli war Schäuble aber nicht mehr auf seinen Posten zurückgekehrt. Anfang Dezember hatte die Regierung mitgeteilt, dass sein Vertrag aufgelöst werden solle.

Schäuble war von 1996 bis 2004 unter Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) Innenminister. In dieser Position verschaffte er sich einen Ruf als Rechtskonservativer innerhalb der Union.

Schon 1991 übernahm Schäuble in der Stuttgarter schwarz-gelben Koalition als damals jüngstes Kabinettsmitglied das neu geschaffene Verkehrsressort. 1992 wurde er in der CDU/SPD-Koalition Justizminister.

"Ich verabscheue Herrn Kohl"

Für Aufsehen sorgte Schäuble am 17. Februar 2000, einen Tag nach dem Rückzug seines Bruders vom CDU-Bundes- und CDU/CSU-Fraktionsvorsitz im Zusammenhang mit der CDU-Spendenaffäre. Damals rechnete er mit Altbundeskanzler Helmut Kohl ab: "Ich verabscheue Herrn Kohl. Und ich kann da für die ganze Familie sprechen", zitierte ihn die Süddeutsche Zeitung. Weiter sagte Schäuble, ohne seinen Bruder Wolfgang wäre Kohl nicht 16 Jahre lang Bundeskanzler gewesen.

Thomas Schäuble wurde 1948 als jüngster von drei Söhnen in Hornberg im Ortenaukreis geboren. Nach dem Jura-Studium arbeitete Schäuble in der Landesanwaltschaft Karlsruhe, später beim Landratsamt Rastatt. Von 1984 bis 1991 war er Oberbürgermeister von Gaggenau.

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Kommentare

3 Kommentare Kommentieren

Einer dem Respekt gebührt

Thomas Schäuble war ein rechtschaffener Politiker, dem Respekt zu zollen ist. Schade, wenn solche Politiker gehen.

Er hat sich nicht gescheut, den Finger in die Wunden seiner Parteifreunde zu legen, SPIEGEL Online erinnert daran: Die "Süddeutsche Zeitung" zitierte Schäuble im Februar 2000 mit den Worten: "Ich verabscheue Helmut Kohl. Und ich kann da für die ganze Familie sprechen."

..... mit dem Verabscheuen von Helmut Kohl

standen die Schäuble´s nicht alleine. Viele andere Deutsche tun dies auch. Es sollten aber Alle tun, denn was dieser "Herr" als Kanzler getrieben hat ist eine Sauerei. Alleine der Gedanke, dass Kohl und seine Regierung sich kaufen ließ, dass ausländische Unternehmen sagen können sie hätten die Bundesregierung bestochen, treibt mir die Zornesröte ins Gesicht.