PlagiatsvorwurfSchavan fürchtet um ihr Lebenswerk

Annette Schavan sieht sich als Vollblut-Wissenschaftlerin. In der Plagiatsaffäre spielt sie auf Zeit, denn es geht nicht nur um ihre politische Zukunft. von , und

Annette Schavan will kämpfen. Sie gehe davon aus, "dass die unbegründeten Plagiatsvorwürfe ausgeräumt werden", sagte die Bundesforschungsministerin am Mittwoch. Deutliche und selbstbewusste Worte sind das, nachdem die Universität Düsseldorf nur wenige Stunden zuvor ein Verfahren zur Aberkennung ihres Doktorgrades eingeleitet hatte.

In ihrer 1980 veröffentlichten Dissertation soll Schavan falsch zitiert haben, so der Vorwurf, der in der wissenschaftlichen Fachwelt allerdings hochumstritten ist. Die Beschuldigte weist die Vorwürfe vehement zurück und will notfalls gerichtlich gegen eine Aberkennung vorgehen. Für die 57-Jährige geht es um viel. Sollte sie des Plagiierens überführt werden, dürfte sie als Ministerin für Bildung und Forschung nicht zu halten sein. Der Doktorgrad ist Schavans einziger Studienabschluss.

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Annette Schavan ist seit fast acht Jahren Ministerin. Sie gilt als eine der wenigen Vertreterinnen des schwarz-gelben Kabinetts, die geräuschlos arbeitet. Schavan spielt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der von der Kanzlerin ausgerufenen Bildungsrepublik. Kritik an ihrer Arbeit hört man selten, dabei kann sie kaum politische Erfolge vorweisen. Zwar wurde unter ihrer Ägide das Forschungsbudget für die gesamte Legislaturperiode um 12 Milliarden Euro erhöht. Dagegen kommt das Deutschlandstipendium, ihr Prestigeprojekt, nur schwer in Gang. Ähnlich ist es bei der Lockerung des Kooperationsverbotes von Bund und Ländern. Obwohl Schavan Studiengebühren für notwendig hält, schafften viele Länder sie ab. In der Forschungswelt wird Schavan jedoch respektiert, was auch erklären dürfte, warum so viele Professoren ihr in der Plagiatsdebatte beigesprungen sind. Prominentes Lob kommt von Kabinettskollegin Ursula von der Leyen (CDU): Schavan sei eine "sehr integere Kollegin mit ganz hoher Fachkompetenz".

Soll die Entscheidung hinausgezögert werden?

Doch es ist nicht nur die politische Karriere, die für Schavan auf dem Spiel steht. Es geht um ihr Lebenswerk. Sie gilt als Intellektuelle, als Vollblut-Wissenschaftlerin. Neben ihrem Ministeramt lehrt Schavan als Honorarprofessorin für katholische Theologie an der Freien Universität Berlin, auch an diesem Mittwoch hielt sie wieder ein Seminar. Thema: "Religionsfreiheit. Eine neue Sicht des Konzils und die Rezeption in religiös pluralen Gesellschaften". Schavan selbst sagte der Süddeutschen Zeitung, die Plagiatsvorwürfe verletzten sie: "Es trifft den Kern von dem, was mir wichtig ist."

Um ihre Ehre zu retten, hat Schavan ein weiteres Gutachten zu ihrem Fall eingefordert. Der kleine Koalitionspartner schließt sich ihrer Forderung nach einer neutralen Expertise an. Folgt die Universität Düsseldorf, könnte es vielleicht bis zur Bundestagswahl keine Entscheidung über Schavans Doktorarbeit geben. Einer, der mit dem Fall eng vertraut ist, kann sich das gut vorstellen. Sein Szenario lautet folgendermaßen: Die Uni könnte sich zunächst dazu hinreißen lassen, ein erziehungswissenschaftliches Fachgutachten erstellen zu lassen. Das würde Zeit in Anspruch nehmen. Je länger das Verfahren dauert, desto näher rückt der Herbst. Eine Entscheidung mitten im Wahlkampf wäre eher unwahrscheinlich. Nach der Wahl wiederum, so die Überlegung, werde Schavan ihr Amt so oder so abgeben. Entweder weil Rot-Grün regiert, oder weil Schwarz-Gelb/Schwarz-Rot den Posten zur Sicherheit lieber einem anderen Politiker überlässt. Dann wäre die Frage ihrer Doktorarbeit kein politischer Explosivstoff mehr – und das Problem ausgesessen.

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und beziehen Sie sich auf den konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/ds

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    ...aber ein wesentlicher Teil der Religionswissenschaft beschäftigt sich aktiv damit, die innere Konsistenz des Gesellschaftskonstrukts Religion zu prüfen und bestimmte Theorien philosophisch, historisch, soziologisch und sogar psychologisch gegeneinander abzuwägen. Insofern kann man sehr wohl wissenschaftlich und sogar forschend auf diesem Gebiet tätig sein. Über die äußere Konsistenz von Religion (übernatürliches Wesen, das niemand wahrnehmen kann) reden wir aber dann doch lieber nicht...

    • bernjul
    • 23. Januar 2013 20:20 Uhr

    @Arbraxan

    Sie werden es kaum glauben, aber mittlerweile hat ein sehr großer Teil der Bevölkerung sehr wohl verstanden, in welcher Weise insbesondere die katholische Religion sich aktiv damit beschäftigt, die innere Konsistenz des Gesellschaftskonstrukts Religion zu prüfen und bestimmte Theorien philosophisch, historisch, soziologisch und sogar psychologisch gegeneinander abzuwägen.
    Nämlich gar nicht:

    http://www.zeit.de/gesell...

    und btw... leider verhält es sich so, dass eine komplexe sprachlichen Ausdrucksweise meist nicht über Inhaltsleere hinwegtäuscht. Auch nicht über Manipulationsversuche.

    Traditionell konstituiert sich eine "Volluniversität" aus vier Fakultäten:

    -Theologie
    - Jura
    - Medizin
    -Philosophie

    Die Frage nach der Wissenschaftlichkeit der Theologie erscheint mir müßig. Natürlich, die Theologie anerkennt gewisse "Autoritäten" (Heilige Schrift, Kirchenväter u.a.m.) als "Geschäftsgrundlage". Innerhalb dieses Rahmens lässt sich aber sehr "rational", mithin "wissenschaftlich" verfahren ("Systematische Theologie").

    Übrigens machen die Juristen nichts anderes: Sie legen autoritative Texte (Gesetze) aus und versuchen diese zu systematisieren. Ist nun die Rechts-Wissenschaft keine Wissenschaft?

    dann posten. Scheint mir besser für eine sachgerechte Information zu sein. Frau Schavan hat in Erziehungswissenschaften promoviert und keineswegs in katholischer Theologie.

    Sie meinen, Theologie sei keine Wissenschaft, sondern "Glaubenssache"?

    D a s ist Glaubenssache.

    Die bislang 39 Leser-Empfehlungen bestätigen es: Millionen Fliegen können sich nicht irren ... usw.

  2. Frau Schavan ist ein laufendes moralisches Armutszeugnis; die unliebsame Kritik an ihrer Politik, sofern es eben möglich ist, durch die Staatsanwaltschaft beantworten lässt:

    http://gentechfilz.blogsp...
    "... Im September 2009 haben sich zwei Aktivistinnen am Tor des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin fest gekettet. Sie blockierten die Ausfahrt um gegen die Bereitstellung von Fördergeldern in Millionenhöhe für die Entwicklung und Optimierung von gentechnisch veränderten Pflanzen zu protestieren, die Forschungs- und Bildungsministerin Annette Schavan unter dem Label „Sicherheitsforschung“ Jahr für Jahr zur Verfügung stellt. Jetzt sind die beiden Aktivistinnen wegen Nötigung angeklagt. Sie sollen mit ihrer symbolischen Aktion die Ministerin daran gehindert haben ihren Arbeitsplatz zu erreichen, weshalb Frau Schavan ihren Arbeitstag in ein Restaurant verlegte... "

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    Es bricht mir das Herz, dass Frau Schavan nicht direkt zu den zwei netten Menschen hingegangen ist und nettes Gespräch über Gott und die Welt veranstaltet hat.

    Sie glauben doch wohl nicht ernsthaft eine Ministerin lässt sich auf zwei Quatschköpfe ein, die mit aller Gewalt meinen ihre Ansichten der Welt aufzwingen zu müssen?

    Zum Thema:

    Egal wie das Verfahren ausgeht - ein Verlierer gibt es auf jeden Fall: Die Uni Düsseldorf.
    Es ist mir ein Rätsel wie man den gesamten Prozess der Dissertationsuntersuchung so in den Sand setzen kann!

    • keox
    • 23. Januar 2013 21:51 Uhr

    "Es ist Wahlkampf und die CDU kann es sich nicht erlauben, Persönlichkeiten an ihrer Spitze zu dulden, deren Integrität infrage gestellt wird."

    Das wirft Probleme auf, das Fremdwörterbuch des Duden stellt zwei Merkmale für diese erwünschte Eigenschaft heraus:

    Unbescholtenheit und Unbestechlichkeit.

  3. Wenn Schüler oder Studenten abschreiben genügt ein (1) Dozent, um das festzustellen. Wenn der aufpasst.

    Im Fall der Ministerin zieht sich die Feststellung über Monate, Heerscharen von Experten werden eingeschaltet, der Begriff "Zitierkultur" wird kreiert und strebt danach, Unwort des Jahres zu werden und es erscheint leichter, den Nachweis über die Existenz Ausserirdischer zu erbringen, als festzustellen, ob hier getäuscht wurde.

    Wo, frage ich, wo genau liegt das Problem, Frau Schavan?

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    es ist doch kein Problem festzustellen, ob sie abgeschrieben hat oder nicht. Wenn ja, ist der Doktortitel weg und fertig. Was soll dieses Rumgeeiere?

    ins Schwarze, Ihr Kommentar. Ich möchte aber feststellen, dass wenn jemand, eben die Bildungsministerin, des Plagiats, also des Betrugs überführt würde, das zieht schon mehr Blasen. Denn als Untergebener, was die Beamten der Uni Düsseldorf ja definitiv sind, würde ich mir da sicher zwei bis neunmal überlegen, was ich in der Hand habe, um dann mit der nötigen Konsequenz zu drohen, denn ich denke nicht, dass das alles auf ein fachlichen Talk hinauslaufen wird, sondern evtl. juristische Folgen nachsichzieht, könnte ich mir bei der Dame durchaus vorstellen. Da würde ich als Dekan, oder Fachbereichsvorsitzender schon mir überlegen, welche Mittel die Gute einsetzen wird, und die wird sicher mit scharfen Geschützen schiessen und würde ich mir mehr als einmal überlegen, was ich in der Hand habe. Denn geht die Geschichte schief, dann kommen da evtl., wenn auch nicht offiziell, aber sicher gravierende Folgen auf die Beteiligten zu. Es geht ja auch immer um Forschungsgelder, usw. Da hängt unter Umständen einiges davon ab.

    eine Doktorarbeit mit einer Arbeit eines Schülers gleich setzt der hat keinerlei ahnung von Wissenschaftlichem arbeiten.

    Schon allein die Länge der Arbeit und ihr Fachlicher Anspruch.

    Ausserdem geht es um die Aberkennung eines Wissenschaftlichen Titels da reicht es nicht wenn einer etwas korrigiert.

    Bei keiner Prüfung übrigens selbst in der Schule gibt es bei Abschluss Prüfungen mindestens 2 Prüfer.

    • Bashu
    • 24. Januar 2013 2:18 Uhr

    kann ich Ihnen übrigens auch anraten.

    Ich bin zwar kein Experte und ebensowenig ist mir diese Frau auch nur einen Zentimeter sympathisch, aber auf den ersten Blick ein ganz anderes Kaliber als noch Kopie-Paste K.-T. zu Guttenberg. Hauptsächlich viele "unsaubere" Zitationen, aber nicht paragraphenweises Herauskopieren oder ähnlich eindeutige Indizien.

    Meiner Meinung nach liegt der Fall nicht auf der Hand, die große Frage ist, ob es sich bei den Stellen um Schlamperei oder um Vorsatz handelt. Und das kann man womöglich nicht eindeutig juristisch klären, sondern ist zu einem gewissen Grad Interpretationssache.

    • S0T86
    • 23. Januar 2013 19:03 Uhr

    Wer hat überhaupt das Recht, ein weiteres Gutachten in einem solchen Fall zu fordern, außer die Bildungsministerin? Schon alleine diese Forderung also ist ein Missbrauch ihres Amtes. Jede andere Person muss sich einem solchen Verfahren fügen, ohne zu intervenieren zu können.

    Im Internet ist sehr deutlich dargelegt, dass in Schavans Dissertation Fremdleistungen für Eigenleistungen ausgegeben wurden. Darüber kann gar nicht diskutiert werden. Ob Schlampigkeit oder Betrug. Keines davon ist einer Bildungsministerin würdig.

    Abgesehen davon, dass heute jeder Student (!) deutlich erklärt bekommt, dass er bei nur einem nicht korrekt ausgewiesenen Zitat durch die entsprechende Prüfung fallen kann. Das ist die erste Form von Doppelmoral in diesem Fall. Selbst wenn es vor 30 Jahren nicht so stringent vonstatten ging, so ist es doch ein Kernelement wissenschaftlichen Arbeitens, Eigen- und Fremdleistung sauber voneiander zu trennen.

    Und wer Schavans Umgang mit Guttenbergs Dissertation in Erinnerung hat, der weiß, dass es nur eine Konsequenz aus ihrem Verhalten geben kann. Alles andere wäre wiederum Doppelmoral.

    57 Leserempfehlungen
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    mit etwas wie dem Internet gerechnet, deshalb zieht der Vorwurf Doppelmoral nicht wirklich. Ohne ein Urteil über diesen Fall zu abzugeben, würde ich dennoch das ganze eher als "Eiskalt erwischt" bezeichnen.

    Im übrigen, welcher "Vollblutwissenschaftler" sucht sein Glück in der Politik?? Selbst wenn ich der Dame glauben wollte, könnte ich es nach dieser Aussage nicht mehr.

    • ghoff
    • 23. Januar 2013 22:37 Uhr

    wusste genauso jeder Student/jede Studentin, dass er/sie schon bei Rechtschreibefehlern durchfallen konnte. Ein falsches Zitat war der glatte Durchfall in einer Diplomarbeit. Und (mehrfach) abzuschreiben, ohne zu zitieren, das ganze gleich bei vier Autoren, die man nicht einmal an anderer Stelle oder im Literaturverzeichnis angibt, zeigt eindeutig, dass hier getäuscht werden sollte. Bei einer Literaturstelle könnte man von Schlampigkeit sprechen (was auch den Titel kosten würde). Aber gleich vier Quellen teilweise mehrmals zu benutzen und NICHT zu zitieren, ist eindeutig. Frau Schavan verlässt sich darauf, dass die nicht-wissenschaftliche Welt von diesem Feld und damit von ihrem Tun keine Ahnung hat. Dass ihr Wahlkreis so lieb hinter ihr steht und in diesem Falle eine politische Verfolgung sieht, ist fast schon rührend. Gleichwohl: Die Dame hat betrogen und sie weiß es. Dass sie nicht sagen KANN, das dies so war, ist klar. Aber wir brauchen genau aus diesem Grunde nicht auf sie zu hören.

    Und dass Frau von der Leyen schwerlich sagen wird "Anette ist eine faule Schlampe und hat auch noch von ihrem Fach keine Ahnung" versteht sich auch von selbst. Also braucht man auch den Parteifreunden nicht zuzuhören, sofern sie sich äußern.

    ff...

    • ghoff
    • 23. Januar 2013 22:38 Uhr

    ff...
    Bleibt die angegebene wissenschaftliche Fachwelt, die angeblich zerstritten ist. Sie ist es nicht. Man muss nur genau lesen, was sie sagen. Einige in dieser Fachwelt lassen genau durchblicken, warum sie so argumentieren. Und leider, leider desavouieren sie sich dadurch selbst.

    Man möge doch einen dieser Wissenschaftler ernsthaft damit beauftragen, die im Netz bekannten Stellen (wo abgeschrieben wurde, ohne den Autor irgendwo anzugeben)Fall für Fall zu kommentieren und darzulegen, wieso dies nicht als Sündenfall zu werten ist. Sie würden keinen finden, der dies ernsthaft täte. Da wären alle urplötzlich verhindert. Denn auch die abhängige Wissenschaftswelt weiß, was das 25-jährige karrierefreudige Mädel sich da geleistet hat. Und Karriere hat sie ja gemacht. Nun will sie aber die Sünden von externen Gutachtern ausradieren lassen.

    Frau Schavan ist peinlich.

    "Jede andere Person muss sich einem solchen Verfahren fügen, ohne zu intervenieren zu können."

    Woher haben Sie das denn?

    Und dass eine inzwischen berühmte Plagiatsseite sich n a c h intensiver Befassung mit Schavans Arbeit n i c h t in der Lage sah, von Plagiat zu sprechen, haben Sie auch nicht gelesen?

    Die bislang 59 "Folger" auch nicht?

    Aber: Das läßt sich ja noch nachholen. Lesen bildet ...

  4. "Das Eine ist das Recht, das Andere ist die Politik und das ist nicht notwendigerweise dasselbe"
    O-Ton Claus Kleber im heute-journal vom 22.01.2012

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    • Sikasuu
    • 23. Januar 2013 19:05 Uhr

    "...Schaden von deutschen Volk ab zu wenden. So wahr mit Gott helfe!"
    .
    Ob ihr der Satz noch geläufig ist?
    .
    Zählt vielleicht die Wissenschaft für eine BMBWF nicht zum deutschen Volk? Die wird im Augenblick durch ihr beharren und die Verquickung ihres privaten Promotionsproblems und ihrer Stellung als BMBWF massiv geschädigt!
    .
    Meint
    Sikasuu

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    ins Religions-Philosophieren über "So wahr mir Gott helfe"; "Es ist so wahr, daß ich Schaden vom deutschen Volk abwenden werde, wie es wahr ist, daß mir Gott - dabei - hilft". - "Da Schaden entstanden ist, sieht es so aus, daß mir Gott nicht hilft, weil es nicht wahr war, was ich schwor." - Immerhin weiß die Schöpferkraft meine Gedanken, bevor ich handle. - Man könnte noch weiter religionswissenschaftlich philosophieren in dem ureigenen Fachgebiet von Annette Schavan. -

    Sie hat ihren Doktor in Erziehungswissenschaften gemacht. In Ihrem Kommentar wirkt es so, als sei es Theologie gewesen. :)

    Wie kommen Sie darauf, dass Frau Schavan in Theologie promoviert haben sollte?

    Sie wollte Juristin werden, nicht Theologin. Ich bezweifle auch, dass man mit einer derartigen "Leistung" in Theolgie hätte promoviert werden können.

    Dass Frau Schavan sich gern als Musterchristin geriert, ist in ihrem Fall möglicherweise ebenso unpassend wie das Gewissen als Thema ihrer "Doktorarbeit".

  5. Letztendlich kommt es nicht mehr darauf an, ob ihr der Doktor aberkannt wird oder nicht.

    Dass sie sich als "Vollblutwissenschaftlerin" einstuft und gleichzeitig überhaupt eine solche Diskussion über ihren einzigen Studienabschluss aufkommen kann, ist schon ein Skandal.

    Ein Vollblutwissenschaftler liefert eine Arbeit ab, die über eine solche Auseinandersetzung von vornherein erhaben ist.

    Selbst wenn sich nach der Entscheidung von 15 Wissenschaftlern ohne eine einzige Gegenstimme noch irgendwo ein Gutachter fände, der eine andere Auffassung vertreten würde, entspricht die abgelieferte Doktorarbeit jedenfalls nicht den Kriterien, die üblicherweise an einen Vollblutwissenschaftlerin angelegt werden.

    Eine Wissenschaftsministerin, bei der viele Monate über die Qualität ihrer Doktorarbeit überhaupt diskutiert werden darf, ist untragbar.

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    • cajal
    • 23. Januar 2013 20:17 Uhr

    Ob Zitate als solche kenntlich sind, ist doch eigentlich nur für den ursprünglichen Autor von Bedeutung. Für den Wert der so genannten wissenschaftlichen Arbeiten ist es unerheblich; abgeschrieben ist abgeschrieben und die eigenen Erkenntnisse werden nicht größer, wenn seitenweise Fußnoten und Quellenangaben die Seitenzahl vergrößert! Auf den Prüfstand gehört das Promotionssystem an sich, der Dr. als Karrierevoraussetzung insbesondere. Der einzige Titel, der Anerkennung verdient ist der Dr.hc. Alle anderen sind kaum ein Indiz für herausragende fachliche Leistung oder bahnbrechende neue Erkenntnissen. Ein gut arbeitender Facharzt beispielsweise, der sich um die tatsächlichen medizinischen Probleme und Möglichkeiten kümmert und dafür auf sein Titelbasteln verzichtet hat, ist im Zweifel vorzuziehen.

    • ghoff
    • 23. Januar 2013 22:56 Uhr

    schon deshalb nicht, weil er in der Medizin so ungleich einfach und ohne großen Arbeitsaufwand erringbar ist.

    Sie schreiben:
    "Selbst wenn sich nach der Entscheidung von 15 Wissenschaftlern ohne eine einzige Gegenstimme noch irgendwo ein Gutachter fände, der eine andere Auffassung vertreten würde .."

    Worüber haben diese "15 Wissenschaftler" der Uni Düsseldorf bisher entschieden?

    Darüber, ein Verfahren einzuleiten, dass letztlich zu einer Entscheidung in der Sache führt. Eine achtbare Auffassung. Diese 15 werden zu den ersten gehören, die auf ein Ergebnis gespannt sind, dass Ihnen schon bekannt zu sein scheint ...

    Aber vermutlich wird auch ein letztes Sachurteil nichts (mehr) gegen hier urteilende Sachverhalte ausrichten können: Gesinnung, Vorverurteilung, Moralismus, Unsachlichkeit, emotionsgeleiteten Überschwang ...........

  6. Ich habe noch nie begriffen, wie sich Religion und Wissenschaft auf einen Nenner bringen lassen sollen. Religion ist doch das genaue Gegenteil von Wissenschaft, nicht Wissen sondern Glaube.
    Wenn Frau Schavan nichts anderes als Theologie beherrscht (ich weiss es nicht) hat sie auf dem Posten als Wissenschaftsministerin usw. nichts verloren. Dazu kommt noch eine mindestens zweifelhafte Dissertation. Genügend Gründe, sich schnellstens eine(en) neue Minister(in) zu suchen.

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    Theologie gehört nun mal zu den Wissenschaften. Frau Dr. Schavan hat übrigens in Theologie und nicht in Religion promoviert. Ihr Irrtum resultiert vielleicht aus Ihrer begrifflichen Vermengung beider Begriffe.

    Vielleicht sollten Sie sich erst einmal damit beschäftigen, was ein Theologiestudium überhaupt beinhaltet. Täten Sie das, würden Sie sehen, dass ein Theologiestudium Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Gesellschaftswissenschaft etc. beinhaltet. Vieles in unserer heutigen Gesellschaft hat seine Wurzeln in der Bibel und durchaus relevant. Theologie ist eine ernstzunehmende Wissenschaft, man muss ja nicht denken, dass in diesem Studium ein Stuhlkreis gebildet, gesungen und gebetet wird... Es geht in dieser Wissenschaft eben nicht um den Glauben, dafür geht man in die Kirche. Geht es doch um den Glauben, dann in Reflexion, was bewirkt er im Menschen, der Gesellschaft etc. Das ist genauso eine Wissenschaft, wie beispielsweise was die Preisentwicklung für einen Einfluss auf das Konsumverhalten hat.

    Ich kann dem Kommentator Hafensänger nur zustimmen: Jede dogmatische Form von Theologie kann prinzipiell keine Wissenschaft sein, denn hier werden offenbarte "Wahrheiten" mit erwiesenen Tatsachen gleichgesetzt. Anders sieht es mit geistes- und ideengeschichtlichen Disziplinen wie der Religionsgeschichte oder der vergleichenden Religionswissenschaft aus. Diese können seriöse Fächer sein, sofern mit sauberen geisteswissenschaftlichen Methoden operiert wird. Es wird Zeit, dass die staatlichen Universitäten sich endlich vom ererbten Ballast der kirchengebundenen Theologie trennen, so wie sie sich im Laufe der Zeit auch von anderen spekulativen Inhalten wie der Astrologie oder Alchemie getrennt haben. Im Fall Schavan lässt sich vermutlich beurteilen, ob sie dem methodischen Kanon ihres Faches genügt hat oder nicht. Eine echte wissenschaftliche Arbeit kann eine theologische Abhandlung aber niemals werden.

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