CSU-Chef Horst Seehofer © Tobias Schwarz/Reuters

CSU-Chef Horst Seehofer hält eine schwarz-grüne Koalition nach der Bundestagswahl in diesem Jahr für möglich. Er setze "klar auf die FDP als Wunschkoalitionspartner" und gehe davon aus, dass die Union nach der Bundestagswahl stärkste Kraft bleibe, sagte Seehofer der Bild-Zeitung.

Er schließe aber Schwarz-Grün nicht völlig aus. "Falls die FDP nach der Wahl nicht zur Verfügung stehen sollte, müsste die Union mit anderen Parteien reden", sagte Seehofer. Vor ein paar Jahren wäre dies noch nicht gegangen. Politiker dürften vor der Wahl nicht ausschließen, was hinterher vielleicht doch geht. "So ernst muss man den Wähler schon nehmen", sagte Seehofer.

Vor allem die Zukunft des Koalitionspartners FDP sei unsicher. "Die einzige politische Sorge, die ich ins Jahr 2013 mit herüber genommen habe, ist die FDP", sagte Seehofer. Das Wohlergehen der Partei liege allein in ihrer Hand. "Den einzigen und wichtigsten Rat, den man der FDP geben kann, ist: Schluss mit der Selbstbeschäftigung!"

Seehofer lobt Rösler

Dennoch lobt der CSU-Politiker den derzeit von vielen Seiten kritisierten FDP-Parteichef Philipp Rösler: "Obwohl Philipp Rösler kein einfacher Partner ist und liberale Positionen mitunter sehr energisch vertritt, komme ich mit ihm sehr gut aus", sagte Seehofer. Gerade weil er nicht einfach sei, habe er seinen Respekt.

Bundesweit lag die FDP beim Wahltrend von Stern und RTL zuletzt bei 4 Prozent. Schafft sie es bis zur Wahl im Herbst nicht aus dem Umfragetief, ist ihr Wiedereinzug in den Bundestag gefährdet. Damit würde der Union der wunschgemäße Koalitionspartner fehlen.