ParteimitgliedschaftNiedersächsische SPD-Abgeordnete wechselt zur Linken

19 Jahre saß Sigrid Leuschner im Landtag, dann verlor sie ihren Wahlkreis an Doris Schröder-Köpf. Auch aus Wut über deren Nominierung ist sie jetzt zur Linken gegangen.

Die niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete Sigrid Leuschner wechselt wenige Tage vor der Landtagswahl zu den Linken. Das bestätigte ein Sprecher der Linken. Ein Grund für den Parteiwechsel seien die Umstände der Nominierung von Doris Schröder-Köpf gewesen, sagte sie der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ).

Leuschner hatte ihren Wahlkreis in Hannover im vergangenen März in einer Kampfabstimmung an die Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder verloren. Damit wurde ihr ein Wiedereinzug in den Landtag nach der Wahl am 20. Januar unmöglich. Die Abstimmung hatte in der SPD damals zu Diskussionen geführt. Leuschner war seit 44 Jahren in der SPD.

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"Ein Grund ist die Inhaltsleere in meiner bisherigen Partei, gegen die ich mich nicht mehr durchsetzen konnte", sagte die 61-Jährige der HAZ. Leuschner gehörte dem Landtag fast 19 Jahre lang an. Die Trennung von der SPD sei ihr nicht leicht gefallen, sie habe sich mehr Engagement der Partei für den Verbraucherschutz und für die Rechte der Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst gewünscht.

"Meine Arbeit im Landtag ist getan, das war ich meinen Wählern schuldig", sagte sie dem NDR. Viele Jahre habe sie in ihrem und für ihren Wahlkreis gearbeitet. Dann sei Schröder-Köpf gekommen, "und auf einmal interessierte sich die Weltpresse".

Wenn einer rot-grünen Koalition der Regierungswechsel in Hannover gelingt, soll Schröder-Köpf als Integrationsbeauftragte der SPD in Niedersachsens Landtag einziehen.

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Leserkommentare
  1. ...in der SPD geblieben, wenn sie ihr quasi sicheres Landtagsmandat nicht an Doris Schröder-Köpf verloren hätte. Oder, anders gefragt: Entdeckt sie ihren eigentlichen politischen Werte erst dann, wenn der persönliche Einzug ins Parlament sowieso unmöglich ist? Es ist ja nicht so, als mache die SPD nicht schon seit Jahren keine sozialdemokratische Politik mehr.

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    Man kann Leere um sich herum im eigenen Arbeitsbereich mit Qualität auffüllen - das ist Kärrnerarbeit für den eigenen Bereich und wurde anerkannt, bis die Großkopferten ihre Beziehungen spielen ließen und Gert pushten. Sein Wille geschah.

  2. durch Doris Schröder-Köpf ersetzt zu werden, aber das ein paar Tage vor der Wahl bekannt zu geben ist ganz schön platt.

    Jetzt hat sie kaum Zeit sich zu erklären und die Frage aller Fragen! Wer ist überhaupt wegen ihr zur Wahl gegangen? Die meisten (gefühlte 95%) geben der Partei ihr Kreuzchen und denen ist die Person egal.

    "Wenn einer rot-grünen Koalition der Regierungswechsel in Hannover gelingt, soll Schröder-Köpf als Integrationsbeauftragte der SPD in Niedersachsens Landtag einziehen."

    Das die SPD und die Grünen nicht schlechter wegen dieser Nachricht dastehen verwundert doch. Ich wünsche McAllistar alles gute, er ist wohl der einzigste der das verhindern kann.

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    Vetternwirtschaft -wenn sie die Art und Weise der Nominierung Frau köpf Schröder betrachten kann einem der Gedanke daran kommen- wird nicht belohnt werden.

    Ich bin mal auf das Ergebnis der Frau köpf Schröder gespannt.

    Andererseits bekommt man das -wäre Pack beleidigend?- auch nicht los. Münte in NRW versucht das genauso!

    Unter den Voraussetzungen ist die CDU ein Stern am politischen Firmament.

    • edgar
    • 15. Januar 2013 8:47 Uhr

    "aber das ein paar Tage vor der Wahl bekannt zu geben ist ganz schön platt."

    Natürlich wäre es besser, sie wäre direkt nach dem Debakel "übergelaufen" und sich von der LINKEN für diesen Wahlkreis aufstellen lassen.

    Allerdings ist es sehr schwierig, mit seinen alten Verbindungen zu brechen, wenn man 44 Jahre aus Überzeugung in der SPD war. So etwas ist Teil des eigenen Lebens und der Biografie - das macht man in der Regel nicht von heut' auf morgen.

    Wenn es nun doch so weit ist, ist es auch gut und richtig, sich zu revanchieren, den (macht-)politischen Gegner und seine Spielchen zu erkennen, und ihm zu schaden.

    Die Aktion kam ja nicht von ohnehin, und irgendwie unterstreicht die Frau, was ich der SPD schon lange unterstelle: Inhaltsleere und schwammige Positionierung, Inszenierung ohne wirklichen Willen.

    Die Linke etabliert sich langsam zum Exodus für viele noch von idealen überzeugte SPDler.

  3. Frau Schröder kommt, Gert lacht - und alles stimmt. Mehr braucht eine Politikerin (lol) auch in der SPD nicht mehr. Hartz IV, Leih- und Kurzarbeit pushen und Großkapital und Steuerbetrüger tätscheln, wenn Schröder regiert und Steinbrück strahlt - und anschließend aus der Opposition alles wieder verteufeln - und Steinbrück strahlt.
    Nee nee - Weg damit.
    Ihnen alles Gute, und möge die Linke eine Heimat für Sie werden, Frau Leuschner. Die SPD ist nicht mehr zu retten.

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  4. Man kann Leere um sich herum im eigenen Arbeitsbereich mit Qualität auffüllen - das ist Kärrnerarbeit für den eigenen Bereich und wurde anerkannt, bis die Großkopferten ihre Beziehungen spielen ließen und Gert pushten. Sein Wille geschah.

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  5. Vetternwirtschaft -wenn sie die Art und Weise der Nominierung Frau köpf Schröder betrachten kann einem der Gedanke daran kommen- wird nicht belohnt werden.

    Ich bin mal auf das Ergebnis der Frau köpf Schröder gespannt.

    Andererseits bekommt man das -wäre Pack beleidigend?- auch nicht los. Münte in NRW versucht das genauso!

    Unter den Voraussetzungen ist die CDU ein Stern am politischen Firmament.

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    • edgar
    • 15. Januar 2013 8:38 Uhr

    Sie sind, ebenso wie ich, der Hoffnung, dass solcherlei Tatktiererei der Oligarchen von den Wählern abgestraft würde.
    Ich habe leider die Befürchtung, dass dies lediglich Hoffnung bleiben wird.
    Die Oligarchen sind ja nicht dumm.
    Ohne zunächst zu recherchieren, dürfen wir davon ausgehen, dass nicht ein Bezirk gewählt wurde, der knapp an die SPD ging, sondern satt. Somit würde auch ein gewisser Verlust der SPD und mithin Frau HSK nicht schaden ....

    Allein das wäre für mich ein Grund erstmalig CDU zu wählen.

    • Jastrau
    • 15. Januar 2013 12:48 Uhr

    Da irren sie sich aber gewaltig. Bei der von der Leyen wurde es sehr ähnlich gemacht.
    Siehe
    http://www.faz.net/aktuel...

    Die von der Leyen war da um einiges Brutaler..

    Denoch, dieses pushen von prominenten Personen auf Kosten derjenigen, die weitaus mehr investierten, und es wohl auch Ehrlicher meinen, ist einfach nur widerwärtig.

  6. der Sargnagel der SPD in Niedersachsen und im Bund werden!

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    das schlimme und blöde daran ist, daß sich diese partei immer noch spd nennt!

  7. wer Böses denkt...

    "Leuschner hatte ihren Wahlkreis in Hannover im vergangenen März in einer Kampfabstimmung an die Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder verloren. Damit wurde ihr ein Wiedereinzug in den Landtag nach der Wahl am 20. Januar unmöglich."

    Na so was... Ihr nominiert mich nicht, dann geh' ich. Demokratie par excellence!

    Sicherlich ist davon auszugehen, dass DSK den "Gattinnen-Bonus" hat, alles aber darauf zu schieben ist zum einen nicht fair und zeugt zum anderen von nicht all zu großer kritikfähigkeit. Jetzt ist halt mal jemand anderes dran. Also Kräfte mobilisieren und im Sinne der Partei und der Politik FÜR den Wähler arbeiten. Dann einfach abzutreten und sich nicht der Auseinandersetzung weiter zu stellen finde ich arm.

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    wie sie das hier beschreiben.

    Das war eine ganz miese Tour, aber dafür sind die Täter ja bekannt.

    Wer Kriege anzettelt, für den ist so etwas wie hier ein Sandkastenspiel!

    ein ganz normaler demokratischer Ablauf.
    Der Wahlkreis von Frau leuschner war DANK der politischen Arbeit von Frau Leuschner ein sicherer Listenplatz für die SPD in Niedersachsen.
    Dann kam Gertis Frau auf die Idee, sie macht jetzt mal in Politik und Gert wählte einen sicheren Platz - Leuschner sollte verschwinden.
    Die erste Abstimmung im Kreis lief noch für Frau Leuschner - und die Schröders reagierten mit prominenten Einsatz für seine Doris. Die wurde von den Großkopferten - wie es in Bayern bei der CSU bei solchem Schmierentheater unter Strauß Zimmermann usw. hieß und heißt - aufs Schild gehoben.

    Kennen Sie die kapitale Wirtschaftsvariante zu solchem Vorgehen: Chef präsentiert seinen Sohn; der soll alles von der Pike auf lernen und sich durchbeißen: Heute fängt er die Lehre an, morgen übernimmt er die Abteilung und übermorgen den ganzen Laden: von der Pike auf, wie ein Jeder im Laden. Nur eben im Zeitraffer.
    Ihnen gefällts vielleicht - aber es ist nur eins: Schmierentheater à la Gazprom. Mit Aufstieg durch Leistung hat das nichts zu tun - das ist Kanzler der Bonzen in praller Natur. HaHaHa.

  8. Richtig ist, dass Frau Leuschner die Abstimmung der Basis im ihrem SPD-Ortsverein Döhren-Wülfel (wenn auch knapp)gegen Frau Schröder-Köpf gewonnen hat. Die von diesem Ortsverein entsandten Delegierten haben dann aber für Frau Schröder-Köpf gestimmt. Wer vermutet da keine Kungelei im Ortsverein und evtl. Einflußnahme von "höherer Stelle"?

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    Isi Ihnen Frau Schröder vorher jemals politisch aufgefallen?
    Hat Frau Köpf auch nur das Mindeste mit dem Wahlkreis zu tun, den man ihr jetzt annagelt?
    Hat Frau Köpf auch nur das Mindeste vorher für diesen Kreis geleistet?
    Geleistet haben prominente Parteiführungsköpfe für sie, indem sie die Delegierten dazu brachten die eigentlich gewählte Frau Löschner kalt abzuservieren... Parteidemokratie?
    Frau Schröder strahlte und gab BussiBussi und hofft auf eine eigene Versorgung samt Altersverorgung, falls Gert ... oder sie ... das leben ist noch lang und Gert auchg nicht mehr so stramm und mächtig, wo auch immer.
    So macht man aus politischer Arbeit Schmierenoper. Frau leuschner hat harte Arbeit geleistet, ihr Kreis hat das gewürdigt und die Parteispitze gekippt - da soll sie zu lächeln?
    Da wär sie aber nur noch blöd.
    Arbeit kann sie immer noch leisten - und zwar dort, wo sie auch erntet, was sie sät - und nicht so ein dahergelaufener Absahner namens Schröders Gerts- Frau Köpf.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Doris Schröder-Köpf | SPD | Gerhard Schröder | NDR | Arbeitnehmer | Landtag
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