BundestagswahlkampfSteinbrück wäre mit Kanzlergehalt zufrieden

Vom Gehalt eines Regierungschefs könne man "natürlich gut leben", sagt der SPD-Spitzenkandidat. Grünen-Politiker und die Linke-Chefin Kipping distanzieren sich von ihm.

Peer Steinbrück präsentiert sich als Kanzlerkandidat beim SPD-Parteitag in Hannover am 9. Dezember 2012.

Peer Steinbrück präsentiert sich als Kanzlerkandidat beim SPD-Parteitag in Hannover am 9. Dezember 2012.  |  ©Kai Pfaffenbach/dpa

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat seine Kritik an den – seiner Meinung nach zu niedrigen – Bezügen eines deutschen Regierungschefs verteidigt. "Ich habe mitnichten gefordert, das Kanzlergehalt zu erhöhen", sagte er dem Tagesspiegel. Er habe lediglich die Meinung vertreten, dass Kanzler im Vergleich zu Führungskräften in der Wirtschaft eher gering bezahlt seien. Das hätten er und auch andere schon viele Male zuvor gesagt: "Diese Wahrheit werde ich nicht verschweigen, auch nicht als Kanzlerkandidat."

Steinbrück räumte ein, dass seine Äußerung bei Geringverdienern missverstanden werden könnte: "Natürlich kann man davon gut leben." Dies gelte vor allem aus der Perspektive einer alleinerziehenden Frau mit 1.000 Euro monatlich. Er widersprach aber dem Eindruck, er selbst sei unzufrieden mit dem Einkommen für die Position des Kanzlers: "Das ist wirklich Unfug." Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Emden hatte Steinbrück einen kritischen Zwischenruf zu diesem Thema nicht aufgegriffen.

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Steinbrück, der wegen hoher Vortragshonorare in der Kritik steht, sagte jüngst in einem Interview, deutsche Regierungschefs bekämen – gemessen an ihrer Leistung – zu wenig Geld. "Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin." Angela Merkel erhält derzeit etwa 220.000 Euro pro Jahr; da sie außerdem noch als Abgeordnete des Bundestags bezahlt wird, kommt sie auf ein Einkommen von knapp 300.000 Euro.

Erste Maßnahme soll ein Mindestlohn sein

Eine Gehaltserhöhung für ganz andere Lohngruppen strebt Peer Steinbrück im Falle eines Sieges bei der Bundestagswahl an: "Wenn wir die Wahl gewinnen, dann wird die Einführung des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes zu den ersten Maßnahmen unseres 100-Tage-Programms gehören", sagte er dem Tagesspiegel. Der Mindestlohn werde vor allem Menschen im Osten helfen, die derzeit weit unter 8,50 Euro verdienten. "Diese grotesken Verhältnisse müssen ein Ende haben." Es gebe in vielen Nachbarländern Mindestlöhne, doch zum Weltuntergang sei es dort nicht gekommen.

Linken-Chefin Katja Kipping legte Steinbrück den Rückzug nahe und sprach sich für einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten von SPD, Grünen und Linken aus. Er oder sie solle aber nicht von den Parteien, sondern von den Bürgern bestimmt werden. "Ich kann dem Gedanken viel abgewinnen, dass die Kanzlerkandidatur des Mitte-Links-Spektrums künftig nach dem Vorbild anderer Länder in Vorwahlen bestimmt wird, die offen für alle Bürgerinnen und Bürger sind", sagte Kipping den Zeitungen der WAZ-Gruppe. Dafür sei es noch nicht zu spät: "Steinbrück wäre gut beraten, den Weg für einen Neuanfang freizumachen."

Auch Grünen-Politiker lassen deutliche Distanz zu Steinbrück erkennen. Bei der Bundestagswahl werde es "definitiv nicht um die bessere Bezahlung von Politikern gehen", sagte Sylvia Löhrmann, die Bildungsministerin von Nordrhein-Westfalen, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Grünen agierten unabhängig von der SPD, sagte Löhrmann: "Ich war nie eine Freundin von rot-grünen Projekten."

Der grüne Spitzenkandidat in Niedersachsen, Stefan Wenzel, griff den SPD-Kanzlerkandidaten frontal an: "Offenbar hat Peer Steinbrück die Bedeutung des Wortes Minister missverstanden. Es kommt von dienen, nicht von verdienen." Abgeordnete sollten Vorträge kostenlos halten oder ihr Honorar spenden, "anstatt damit ein Geschäftsmodell aufzubauen wie Herr Steinbrück", sagte Wenzel laut einem Bericht von Spiegel Online.

Bewerbung beim Sparkassenverband

Steinbrücks viel zitierter Vergleich der Gehälter von Kanzlern und Sparkassendirektoren hat offenbar einen persönlichen Hintergrund: Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung(FAS) zufolge wollte er vor 14 Jahren die Branche wechseln – in Richtung Sparkasse. Steinbrück habe sich im August 1998 informell darum beworben, die Nachfolge des Präsidenten des schleswig-holsteinischen Sparkassen- und Giroverbandes anzutreten, berichtet das Blatt. Der Posten sei damals mit 400.000 Mark dotiert gewesen.

Steinbrücks Kandidatur sei jedoch von seiner eigenen Partei hintertrieben worden, behauptet die FAS. Ministerpräsidentin Heide Simonis habe den Flensburger Oberbürgermeister Olaf Cord Dielewicz (SPD) unterstützt, der von der Verbandsversammlung mit Zweidrittelmehrheit gewählt wurde. Steinbrück war damals Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, hatte sich aber mit der Ministerpräsidentin entzweit.

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Leserkommentare
  1. Jeder normal entwickelte, aufrecht-gehender Mitteleuropäer kann der Aussage von Steinbrück in dem Interview nur zustimmen.

    Hier wurden wieder Zitate aus dem Zusammenhang gerissen. "Journalisten" haben erneut die Moralkeule erhoben und irgendetwas interpretiert und ein künstlicher Skandal erschaffen.

    Wichtig ist doch nur folgendes:

    Hat Steinbrück mit der Aussage Recht, dass ein Kanzler IN RELATION zu einem Bankdirektor gemessen an seiner Verantwortung zu wenig verdient.

    Die Antwort ist ein glas klares Ja. Etwas anderes hat er nie gesagt! Ein kompletter Absatz wurde zu "Steinbrück fordert mehr Geld" gekürzt. Das hat er nie gefordert!

    Warum stellen sich die Kritiker die ihm Geldgeilheit vorwerfen nicht folgende Frage:

    Warum sollte er sich um einen Job bemühen, dessen monatlicher Vergütung nur knapp über einem einstündigen Vortragshonorar liegt?

    Na?

    PS: Wähle weder die SPD, noch bin ich Mitglied. Aber ich kann lesen und rechnen!

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    Zitat: "Warum sollte er sich um einen Job bemühen, dessen monatlicher Vergütung nur knapp über einem einstündigen Vortragshonorar liegt?"

    Vielleicht deshalb, weil ihn seine eigene politisch Motivation antreibt? Helmut Schmidt hat ihn doch auch so vollmundig als Kandidaten empfohlen. Als Wähler mache ich mir ja schon keine Ilussionen mehr. Einen altruistischen Wohltäter verlange ich gar nicht. Aber ein geldgeiler Lobbyist muss es auch nicht gerade sein. Einen korrekten Verteter mit klarem Profil, das wär's.

    den man so nebenbei abwickelt. Wird Steinbrück mit mehr Gehalt besser regieren? Will er nicht jetzt schon alles für Deutschland tun, was dem Land dient? Nicht das Kanzlergehalt ist zu niedrig, andere Gehälter sind zu hoch und selbst genehmigt...

    dessen monatlicher Vergütung nur knapp über einem einstündigen Vortragshonorar liegt?"

    Weil Politik eine Aufgabe, eine Ehre, eine innere Notwendigkeit, eine Frage der Überzeugung etc. ist und nicht nur ein "Job"...

    Solche Job- Politiker braucht kein Mensch.

    • ribera
    • 05. Januar 2013 21:57 Uhr

    "Hat Steinbrück mit der Aussage Recht, dass ein Kanzler IN RELATION zu einem Bankdirektor gemessen an seiner Verantwortung zu wenig verdient."

    Paßt nicht zu einer Partei und einen Kanzlerkandidaten, die angekündigt haben, das Thema "soziale Gerechtigkeit" stärker aufgreifen zu wollen.

    Gepaßt hätte:
    Es gilt, die Auswüchse bei Löhnen und Gehälter zu beseitigen. Beispielsweise bei den Sparkassendirektoren, die mehr verdienen als ein deutscher Regierungschef.

    Gepaßt hätte auch:
    Es ist unmoralisch und ungerecht, dass jemand für einen Vortrag das Jahresgehalt einer Krankenschwester erhält.

    @ Ribera:

    Man sollte nicht übersehen, dass sich Herr Steinbrück auch konkret zu seinen geplanten Maßnahmen bezüglich sozialer Gerechtigkeit geäußert hat! (Stichwort Mindestlohn, Einkommenssteuererhöhung, Geschlechtergleichheit usw.) Wer aus Steinbrücks Aussage im Interview nun für sich den Schluss zieht, mit weiteren vier Jahren Merkel wäre für eine sozial gerechtere Politik in Deutschland gesorgt, für den wird es wohl noch ein böses Erwachen geben!

    • JWS-HH
    • 05. Januar 2013 17:44 Uhr

    Kein Wort zu politischen Aussagen Steinbrücks !
    (vielleicht mal Radio - NDR-Info-hören).
    Was ist denn mit den Medien los ?
    Es darf doch wohl nicht wahr sein, wie hier so offensichtlich Wahlkampf zugunsten Merkels und Mc Allisters gemacht wird.
    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf haltlose Spekulationen. Danke, die Redaktion/au

    22 Leserempfehlungen
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    ....Steinbrücks!„

    Hier bitte, Politik auch von Steinbrück:

    Verlust allein der Bad Bank der HRE in 2011:9,97 Milliarden € Steuerzahler muss zahlen.2008 Bundestag und Bundesrat (außer DIE LINKE) verabschieden 500-Milliarden €-Rettungspaket für Banken/Konzerne- Stand 2012: ca. 1 BILLION € für EFSF und ESM ( Steuerzahler zahlt). Einschränkung der Haushaltshoheit in Deutschland und Europa durch von CDU-CSU/FDP- Regierung mit Unterstützung der SPD und den GRÜNEN erzwungenen „Schuldenbremse“ Im Rahmen des „Fiskalpaktes“ bei Kabarettisten auch Piskalfakt genannt. Hierdurch Schwächung aller Staatsgewalten.- Sozialisierung der Schulden zu Lasten sozialer, ökologischer, gesundheitlicher und kultureller Leistungen. Lockerung des Insolvenzrechtes für Betriebe in Deutschland.Hiermit wurde ein immer schneller wachsenden Teil zu „arbeitenden Armen“ gemacht, die trotz Vollzeit von Hartz4/Almosen abhängig sind. Altersarmut folgt und birgt sozialen Zündstof. Die Grundlage für diese unsägliche Politik und die daraus resultierende soziale Spannung in Deutschland schuf die Schröder/Fischer-Regierung schon vor der Weltwirtschaftskrise. Es entstand ein Markt aus Niedriglöhnen, Leih-Sklavenarbeit, Hartz4-Verarmung unter Endwürdigung der Menschen bei gleichzeitiger steuerlicher Entlastung des Kapitals und ist durch die Nachfolger CDU/SPD und CDU/CSU-FDP fortgeführt worden und wird vermutlich auch in einer künftigen Regierung OHNE DIE LINKE verfestigt. Die wahre SPD ist Partei DIE LINKE.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Anfeindungen und verfassen Sie sachliche Kommentare zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au

    <<< Hören Sien endlich mit dem Steinbrück-Bashing auf !
    Kein Wort zu politischen Aussagen Steinbrücks ! <<<

    Das stimmt doch gar nicht, im Artikel wird doch u.a. das haltlose und verlogene Wahlkampfgeschwätz (>Mindestlohn) von Steinbrück kritiklos wiedergegeben.

    Natürlich kann man die Debatte um Peers Nebensatz bzgl. des Kanzlergehaltes dämlich und überzogen finden.
    Aber doch vorallem deswegen, weil das bisherige Wirken Steinbrücks weitgehend medial unreflektiert bleibt.
    Da schwingt sich ein rechter Pragmatiker der in seiner politichen Karriere abermilliarden € von unten nach oben umverteilt hat, zum sozial-gerechten Linkslinker auf, der die kommende Unterschicht als neue Zielgruppe entdeckt hat und die Medien sind nicht imstande, dieses groteske Zerrbild einzureißen.
    Das ist der Skandal.

    kaum! Er ist immer noch derselbe neoliberale Schrödianer. Weshalb sollte ausgerechnet für ihn nicht gelten "was schert mich mein Geschwätz von...heute Morgen!"

    • EU fan
    • 06. Januar 2013 8:20 Uhr

    war Finanzminister als das Target 2 System etabliert wurde durch das DeutscheErsparnisse zugunsten Südeuropas entwertet werden! Wenn er schon nicht dafür zur Rechenschaft gezogen wird möchte ich wenigstens keine Berichte über ihn lesen und hören!

    Wenn Sie die rote Brille mal abnehmen, sieht die Welt ganz anders aus. Dass Sie Tatsachenberichte als "Bashing" empfinden zeugt offensichtlich davon, dass das Gebahren Steinbrücks ohne Brille auch Ihnen als untragbar erscheinen müsste.

    wechseln. Herr Steinbrück ist genauso gut im rechten Flügel der CDU oder in der FDP aufgehoben. Genau deshalb wird er auch so "gehypt". Die SPD hat die Wahl im nächsten Jahr schon verloren ... Herr Steinbrück ist und bleibt ein Vertreter/Lobbyist des großen Geldes - auch wenn er mit Kreide-Stimme zum "Volk" spricht ...
    Und nochmal ganz grundsätzlich: Sparkassendirektoren und die meisten Manager kassieren (verdienen?; her nicht: siehe Medorn) UNANSTANDIG hohe Saläre. Wir bezahlen deren Gier mit überhöhten Preisen. Es ist eine Unverschämtheit sondersgleichen in diese "Gesellschaft" eingezogen.

  2. ....Steinbrücks!„

    Hier bitte, Politik auch von Steinbrück:

    Verlust allein der Bad Bank der HRE in 2011:9,97 Milliarden € Steuerzahler muss zahlen.2008 Bundestag und Bundesrat (außer DIE LINKE) verabschieden 500-Milliarden €-Rettungspaket für Banken/Konzerne- Stand 2012: ca. 1 BILLION € für EFSF und ESM ( Steuerzahler zahlt). Einschränkung der Haushaltshoheit in Deutschland und Europa durch von CDU-CSU/FDP- Regierung mit Unterstützung der SPD und den GRÜNEN erzwungenen „Schuldenbremse“ Im Rahmen des „Fiskalpaktes“ bei Kabarettisten auch Piskalfakt genannt. Hierdurch Schwächung aller Staatsgewalten.- Sozialisierung der Schulden zu Lasten sozialer, ökologischer, gesundheitlicher und kultureller Leistungen. Lockerung des Insolvenzrechtes für Betriebe in Deutschland.Hiermit wurde ein immer schneller wachsenden Teil zu „arbeitenden Armen“ gemacht, die trotz Vollzeit von Hartz4/Almosen abhängig sind. Altersarmut folgt und birgt sozialen Zündstof. Die Grundlage für diese unsägliche Politik und die daraus resultierende soziale Spannung in Deutschland schuf die Schröder/Fischer-Regierung schon vor der Weltwirtschaftskrise. Es entstand ein Markt aus Niedriglöhnen, Leih-Sklavenarbeit, Hartz4-Verarmung unter Endwürdigung der Menschen bei gleichzeitiger steuerlicher Entlastung des Kapitals und ist durch die Nachfolger CDU/SPD und CDU/CSU-FDP fortgeführt worden und wird vermutlich auch in einer künftigen Regierung OHNE DIE LINKE verfestigt. Die wahre SPD ist Partei DIE LINKE.

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    Sie schreiben " Die wahre SPD ist Partei DIE LINKE ". Wenn das richtig ist, warum merken es dann nur so wenige Wähler?

    Vielleicht ist der Leidensdruck der von der AGENDA 2010 betroffenen oder bedrohten Wähler noch nicht groß genug?

    Wer macht denn die Politik?
    Der/Die Kanzler/Kanzlerin oder der Finanzminister?
    Sie und viele andere machen es sich zu einfach.

    Ich stimme ihnen ja in vielem zu was sie schreiben, aber als erstes ist das mal Unionspolitik. Das die SPD sich davon nicht mehr so stark wie früher unterscheidet steht auf einem anderen Tablett.

    • umzu
    • 05. Januar 2013 21:17 Uhr

    Dass Herr Steinbrück noch nie Kanzler war (Stichwort: Richtlinienkompetenz), das er zu Zeiten Schröders einen schwarz dominierten Bundesrat gegen sich hatte, der die Mindestlöhne verhindert hat, das er danach in einer großen Koalitikn nicht so schalten und walten konnte, wie er wollte, dass er derjenige war, der die Steuerhinterziehung in der Schweiz deutlich angeprangert hat.

    Wer glaubt, dass er in einer Demokratie alle seine Vorstellungen umsetzen kann, oder der solche monokausalen Zusammenhänge konstruiert wie sie, der lebt in einem Wolkenkuckucksheim.

    Im übrigen lügen hier alle, die behaupten, Peer Steinbrück wolle ein höheres Gehalt. Das hat er nie gefordert. Er hat einen Fakt dargestellt der EINDEUTIG richtig ist. Wer dem widersprechen will, der soll das richtige, echte Zitat beibringen. Frau Caspari sollte sich für Ihren schlechten Journalismus, der nicht mal einem Volontär zu verzeihen ist, schämen. Wengstens in der Zeit sollte man das Quellenstudium beherrschen.

    @umzu , das sind doch immer die gleichen Ausreden von der SPD! Es gibt aber auch (noch) wenige Kritiker in der SPD. Die anderen richtigen Sozialdemokraten sind heute in der Partei DIE LINKE vereinigt und versuchen das, was die SPD verkauft hat-soziale Gerechtigkeit!
    Bis September 2008 vertrat Steinbrück die Ansicht, das deutsche Bankensystem sei stabil und keine Rettung nötig. Ende 09.08 musste er diese Fehleinschätzung revidiert. Er erzählte dem HRE-Ausschuss, die HRE-Krise sei nicht absehbar gewesen.
    Am 27. Oktober 2009 wurde er als Finanzminister entlassen. In der anschließenden innerparteilichen Diskussion über die Agenda 2010 wandte er sich gegen die Interessen der Mehrheit der Arbeitnehmer und der Schwachen in der Gesellschaft. Seit Dezember 2009 fehlte Peer Steinbrück bei zwölf von 19 wichtigen Bundestagsabstimmungen. Während er 29 Vorträge gegen Honorar hielt, sprach er in dieser Wahlperiode noch kein einziges Mal zu den Bürgerinnen und Bürgern vom Rednerpult des Deutschen Bundestags. Der sozialdemokratische Volkswirt Albrecht Müller wirft Steinbrück Versagen in der Zeit als Finanzminister der Großen Koalition unter Angela Merkel vor. Steinbrück habe sich im damaligen Koalitionsvertrag für die Deregulierung der Finanzmärkte eingesetzt, die Finanzkrise und deren Auswirkungen viel zu lange unterschätzt und sich gegen die Konjunkturprogramme der Bundesregierung gestellt, die nach Ansicht von Müller zur Abmilderung der Finanzkrise beigetragen hätten.

  3. Wenn Herr Steinbrück erkennt, dass der Normalbürger das hätte missverstehen können - warum dann diese öffentlichen Äußerungen. Das zeugt von Oberflächlichkeit eines möglicherweise werdenden Kanzlers. Es ist albern erst Aussagen dem Bürger mitzuteilen und dann so tun, aber ich habe doch nicht so gewollt gesagt zu haben. Von einem erfahrenen Politiker erwarte ich sachliche Aussagen. Das zeugt eindeutig von Überheblichkeit und und Unfähigkeit Menschen führen zu können.

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    ist es nicht vielleicht eher so das ihr Kommentar von einer völligen Unkenntnis der Sachlage zeugt?
    Hr. Steinbrück wurde in einem Interview eine Frage gestellt auf die er wahrheitsgemäß geantwortet hat.
    Die Presse hat ihm dazu das Wort im Munde herumgedreht und aus einer Meinungsäußerung eine Forderung nach Besserbezahlung konstruiert. Oder zumindest wissentlich in Kauf genommen das es so verstanden wird.
    Was wäre ihnen lieber gewesen? Das er sich wie der Rest der Heuchler verhält?
    Wo haben sie ihre Augen? Wo habe sie ihren Verstand? Steinbrück steht für SPD. SPD steht für Mindestlohn, Bankenkontrolle.
    Wer das auch will muss Steinbrück wählen, und zwar unabhängig davon ob er "sympathisch", "freundlich" oder sonst wie rüber kommt.
    Da dürfen wir uns nicht von BILD Kampagnen ins Bockshorn jagen lassen.
    In dem Falle können wir uns mal ausnahmsweise an Helmut Kohl ein Vorbild nehmen: notfalls aus sitzen!

  4. 8. [..]

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au

    11 Leserempfehlungen
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    Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/au

    http://www.freitag.de/aut...

    versuchen zu verstehen - dann kommentieren!!!!

  5. Diese Diskussion mit einer aus dem Zusammenhang gerissenen Bemerkung ist von einer seltenen Dümmlichkeit.
    Herr Steinbrück mag seine Kanten haben und nicht jede Bemerkung kalkulieren, das macht ihn aber gegenüber den ganzen aalglatten Teflon Merkel-Rösler-sonstwer-Truppe für mich symphatischer. Es wird kangsam Zeit, dass auch die Zeit zu einer um die tatsächlichen Anliegen der zur Wahl stehenden Politiker zurückkommt.
    Nebenbei bemerkt, hat Herr Steinbrück nicht ganz unrecht, obwohl ich zu einem gegenteiligen Schluss käme: nicht der Bundeskanzler ist unterbezahlt, sondern die ganzen Bankfuzzis und Manager sind grotesk überbezahlt.

    10 Leserempfehlungen
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    Es wird langsam Zeit, dass auch die Zeit zu einer sich um die tatsächlichen Anliegen der zur Wahl stehenden Politiker drehenden Diskussion zurückkommt.
    Aus "den" mache ein "der".
    Man solte seinen Blutdruck vor dem Schreiben reduzieren... ;-)

    • lonetal
    • 05. Januar 2013 17:46 Uhr

    So allmählich entwickelt sich die Steinbrück-Debatte zu einer Art Lackmustest für politisches Personal: Wer hat Rückgrat? Wer denkt selber - und wer schwimmt wie Schaum obenauf auf der Mainstreamwelle und ergibt sich lustvoll der populistischen Versuchung?

    Interessant, was man dabei so beobachten kann.

    9 Leserempfehlungen
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    • hareck
    • 05. Januar 2013 19:36 Uhr

    was ist mir das egal, wenn wer wann sagt, irgend ein Gehalt sei zu niedrig.

    Mann oh Mann, da haben Sie also so lange den Schmu gelesen, bis Sie es selbst glauben! Steinbrück ist meines Wissens nicht Kanzler und kann sich folglich nicht über sein eigenes, zu niedriges Einkommen beschweren!

    Zweiter Punkt: selbst ein Grundschüler dürfte bemerken, dass Steinbrück - ginge es ihm nur um Geld - schön blöd wäre um die Kanzlerschaft zu kandidieren! Denn: Er verdient momentan (wie er offengelegt hat) deutlich mehr als Frau Merkel, das in weniger Zeit und mit weniger Verantwortung. Bei aller Anstrengung erschließt sich mir nicht, welche Logik es haben soll, ihn dann noch für raffgierig zu halten?!

    • Vanita
    • 05. Januar 2013 17:54 Uhr

    Wer jetzt von Bashing redet sollte sich nochmal die etlichen Artikel zum Thema Wulff reinziehen, oder die von zu Guttenberg oder Schavan.

    So ist das eben, wenn man auf den Boden der Tatsachen geholt wird: Steinbrück sieht, dass wir in einer Mediendemokratie leben (hätte er wissen können/müssen), und der, der meint mit Rot-Grün käme es anders als mit Schwarz-Gelb sehen sich mit der Wirklichkeit konfrontiert.

    Anscheinend aber zählen politische Taten und Untaten nichts mehr, denn da hat Steinbrück nicht gerade sozialdemokratisch geglänzt als Finanzminister oder Aufsichtsratmitglied in Pleitebanken.

    Leute, seht es ein, weder CDU noch SPD und wiesiealleheissen (inklusive der Orangen) können den Karren aus den Dreck fahren... ich glaube der Bürger muss endlich mal aufrichtig wählen gehen, welche Vorstellung in unserer "Demokratie".

    9 Leserempfehlungen
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    Zunächst wollte ich spontan antworten, aber dann habe ich mich besonnen und habe mich erst mal über die "Mediendemokratie" schlau gemacht:

    "Mediendemokratie zeigt sich beispielsweise daran, dass sich die politischen Entscheidungen, die Präsentation von Politikern und ihre Aussagen an den Bedürfnissen der Massenmedien, insbesondere denen des Fernsehens bzw. seiner Zuschauer, orientieren. Mit dem Begriff „Mediokratie“, den der Dortmunder Politikwissenschaftler Thomas Meyer verwendet, soll zum Ausdruck gebracht werden, dass sich die Politik der Medienlogik geradezu unterwerfen muss. Dies kann dazu führen, dass politische Veranstaltungen und Ausdrucksformen mehr oder weniger zu Inszenierungen werden."

    http://de.wikipedia.org/w...

    Frau Merkel beherrscht diese Art von Demokratie hervorragend. Peer Steinbrück wehrt sich anscheinend so vereinnahmt zu werden. Mein Eindruck ist, dass daher andere die Inszenierung übernommen haben und er wie ein römischer Gladiator durch die Arena getrieben wird, in der Hoffnung, dass Volk das erwünschte Urteil für den scheinbar unterlegenen Kämpfer fällt.

    Ich wünsche, dass Peer Steinbrück diesen Kampf gewinnt. Es wäre ein Gewinn für uns alle.

    Guttenberg hat nachweislich betrogen, bei Wulff steht nach wie vor Vorteilsnahme im Raum, die Staatsanwaltschaft ermittelt - und bei Schavan wurde eine Prüfkommission eingesetzt.

    Dennoch kann man Steinbrück seine unbedachten Äußerungen zurecht kritisieren. Die Medien-Debatte hat sich jedoch längst verselbstständigt. Selbst zu kommentieren ist ja o.k., aber den Echoraum der Öffentlichkeit und des Parteiengeschwafels wieder und wieder zu duplizieren, ist gaga.

    Dass v. a. Online-Medien allerdings das Ganze ausreizen, ist ihnen angesichts der Tatsache, dass stante pede die Zahl der Leserkommentare anschwillt, nicht zu verdenken.

    Er hat - in seiner Funktion als Amtsträger(!) - auch nicht die volle Wahrheit gesagt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, sc
  • Schlagworte Peer Steinbrück | Grüne | SPD | Angela Merkel | Bundestagswahlkampf | Heide Simonis
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