Pro und ContraIst Steinbrück noch wählbar?
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 Contra: Von so einem will ich nicht regiert werden

Contra: Kein wirklicher Sozialdemokrat

Von einem Mann, der so sehr ans Geldmachen denkt, will ich nicht regiert werden. Peer Steinbrück, der gut betuchte Honorar-Redner und Nebenbei-Abgeordnete, findet also das Kanzlergehalt zu niedrig. Ich erwarte wirklich andere Debattenbeiträge von einem Sozialdemokraten. Sie wären dringend nötig.

Viele Bürger gehen mit einem mulmigen Gefühl ins neue Jahr. Sie fürchten um ihren Arbeitsplatz, um die Verlängerung des befristeten Vertrages, sie haben Angst vor weiter zunehmendem Konkurrenzdruck in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, vor immer höherer Arbeitsbelastung. Sie wissen nicht, wie sie Kinder und Beruf je unter einen Hut bekommen sollen. Sie sorgen sich um die Ersparnisse in der Euro-Krise, sie haben Angst vor einer Mieterhöhung.

Der Kanzlerkandidat hat in seinem Interview selbst auf die gesellschaftlichen Probleme hingewiesen. Leider erst im hinteren Teil. Vorher musste er klagen. Darüber, dass angeblich jeder Sparkassendirektor mehr verdient als die Kanzlerin. Über die Art und Weise, wie in der freien Wirtschaft Spitzengehälter entstehen, die in keinem Verhältnis mehr zur geleisteten Arbeit stehen, wollte er hingegen nichts Schlechtes sagen.

2012 betrugen Angela Merkels Bezüge als Bundeskanzlerin 17.706,73 Euro pro Monat. Weil sie auch ein Mandat für den deutschen Bundestag hat, kam eine (verringerte) Abgeordnetendiät hinzu, außerdem Aufwandsentschädigungen. Rechnet man die Angaben des Bundespresseamtes zusammen, so hatte die Kanzlerin monatlich 25.000 Euro zur Verfügung.

Spitzenmanager dürfen kein Vorbild für Politikergehälter sein

Wer behauptet, dass man von diesem Geld nicht sehr gut und sehr sorgenfrei leben kann, dass man sich kein großes Haus und kein schönes Auto, keine Urlaube in sehr guten Hotels, und kein qualitativ hochwertiges Essen leisten kann, wer das behauptet, der hat jegliches Maß verloren. So wie die Spitzenmanager, die sich selbst abartige Gehälter zahlen. Sie dürfen kein Vorbild für Politiker sein.

Lisa Caspari
Lisa Caspari

Lisa Caspari ist Redakteurin im Ressort Politik bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

Kein Mensch braucht ein Millionengehalt. Und keiner sollte in die Politik gehen, nur weil man dort richtig gut verdienen kann. Der Ansporn sollte sein, Dinge zu ändern, Missstände zu beheben. Natürlich haben Politiker für ihre harte Arbeit ein gutes Auskommen verdient. Der Vergleich mit dem Verdienst anderer Regierungschefs zeigt: Das Kanzergehalt liegt im absoluten Mittelfeld. Kein Grund, zu klagen.

Steffen Dobbert bemängelt, Steinbrück sei von den Journalisten der FAS in eine Falle gelockt worden. Ein ganzes Interview sei am Ende auf einen einzigen Satz reduziert worden. Ja, so ist es wohl passiert. Weil dieser Satz eben wie die Faust aufs Auge passt zum "Vortragsmillionär" Steinbrück, der zu viel Wert aufs Geldverdienen legt.

Der SPD-Mann hätte das wissen müssen, er ist schließlich lange  genug in der Politik und kennt die Medien. Steinbrück verhielt sich also nicht nur politisch, sondern auch strategisch dumm. Warum hat er auf die Frage der Journalisten, ob das Kanzlergehalt zu niedrig ist, nicht darauf verwiesen, dass es angesichts des Niedriglohnsektors wirklich dringendere Probleme in Deutschland gibt? Potenzielle SPD-Wähler, die die mit wirklichen Sorgen in das Jahr 2013 gehen, sie hätten es ihm gedankt.

Von Lisa Caspari

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Leserkommentare
  1. Gegenfrage:

    War Steinbrück je wählbar?

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    Nein.

    Und mein Herz schlägt nicht mal links (jedenfalls nicht politisch), anatomisch schon. ;-)

    aber so lange eine Angela Merkel noch gewählt werden darf, ist so ziemlich jeder wählbar, der nicht Angela Merkel heißt und nicht der CDU/CSU/FDP angehört.

    • Otto2
    • 02. Januar 2013 20:53 Uhr

    1. Fragt sich nur von wem?
    2. Wieviele werden seine Wähler sein?

  2. Ich schätze Peer Steinbrück wegen seiner Gradlinigkeit.
    Dieser Mann spricht schlicht und ergreifend das aus, was sich die meisten Politiker nicht zu sagen trauen.
    Alle jammern herum, dass es keine Politiker mit Ecken und Kanten mehr gibt.
    Wenn dann aber mal einer kommt, der nicht wählerstimmenheischend herumschleimt, der nicht das Blaue vom Himmel herunter verspricht - dann isses auch nicht recht.
    Oder ?

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    "Alle jammern herum, dass es keine Politiker mit Ecken und Kanten mehr gibt."

    Ich glaube, Sie verwechseln da etwas.

    Peter Struck, mit dessen Politik ich auch nicht immer einverstanden war, hatte Ecken und Kanten.

    Öffentlich zur Schau gestellte Gier aber hat nichts mit "Ecken und Kanten" zu tun.

    • jorkal
    • 02. Januar 2013 17:47 Uhr

    Auf der geraden Linie gibt es immer zwei Richtungen:
    eine richtige und eine falsche.

    • Vanita
    • 02. Januar 2013 18:06 Uhr

    ... wenn die Veröffentlichung von Arroganz und Inkompetenz als eine Stufe weiter auf der Evolutionstreppe gesehen wird?

    Und was sind denn das für Prioritäten, Ihre Prioritäten, wenn Sie einen für besser halten, der einfach nur sein Mudnwerk weiter aufreisst?

    Sowas wie Kompetenz anhand guter Entscheidungen, Entscheidungen für das Volk ist wohl gar nicht mehr im Auge des Wählers? Und da macht Steinbrück keine gute Figur, das sollten auch mal die betriebsblinden SPDler bemerken.

    Und nein, Merkel ist auch nicht wählbar, neue Männer und Frauen braucht das Land. Aber solange die Leute lieber jammern und die Kleinparteien nicht wählen oder gar nicht wählen, und solange Leute auf großkotziges Hanseatisch reinfallen... haben wir wohl auch nichts besseres verdient.

    Ich frage mich eigentlich nur, was Herrn Schmidt dazu getrieben hat ausgerechnet diesen Herren zu supporten.

    Zitat:
    "Dieser Mann spricht schlicht und ergreifend das aus, was sich die meisten Politiker nicht zu sagen trauen."

    Das soll jetzt ein positives Argument für PS sein?

    Nicht umsonst haben sehr viele politisch interessierte Bürger, die Überzeugung, daß bei unseren Abgeordneten eine Selbstbedienungs-Mentalität ohne Schamgefühl vorherrscht.

    Am 8.Februar 2012 gönnten sich die Abgeordneten in NRW 500 Euro mehr im Monat.

    Ab diesem Jahr erhalten die Bundestagsabgeordneten jeweils 300 Euro im Monat mehr.

    Natürlich kann man das mit allem möglichen rechtfertigen. Aber die Frage ist es gerecht? Bei einer Volksabstimmung würde solch eine Erhöhung keinen Bestand haben. Und sind Politiker nicht "Angestellte" des Volkes?

    Natürlich möchten die Politiker mehr und trauen es sich einzeln und persönlich nicht auszusprechen. Denn jeder weiß, daß so eine Forderung Hohn und Spott für uns Bürger bedeutet, angesichts dessen, daß die Politik am Abbau sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse und Erweiterung des Niedriglohnsektors fleißig mitgewirkt hat.

    Moralisch sind solche Diätenerhöhungen angesichts H4 und Schlechtbezahlung bei Leistungsträgern (z.B.Krankenschwestern, Altenpflege), Abbau des Sozialstaats nicht zu akzeptieren. Leider haben schon viele das Gespür für Fairness und Angemessenheit verloren - so mein Eindruck - wenn ich die Kommentare der letzten Wochen zu PS hier bei ZO lese.

    Bitte nicht das wirklich dumme "Neid" - argument. Ich bin selbständig und verdiene sehr gut.

    .... als das in den Medien zu lesen war, da dachte ich: Das ist wie mit Lafontaine, damals. Der hat auch die Wahrheit gesagt, aber die wollte kein Mensch hören.

    Egal, ob ich mit der Politik der Kanzlerin/des Kanzlers zufrieden bin, ich möchte, dass er gut genug bezahlt wird, um unabhängig zu sein. Da unsere Kanzlerin ausschließlich Klientelpolitik macht, ist davon auszugehen, dass sie Steinbrücks Ansicht teilt und schon längst dafür Sorge getragen hat, dass man ihr, sollte der Wähler so dreist sein, sie nicht wieder zu wählen, viel Geld für nichts hinterher werfen wird (natürlich glaubt sie nicht, dass jemand so dreist wäre, sonst hätte sie ja nicht behauptet, die Eurobonds kämen nicht so lange sie lebe.... sie hat sich auf eine längere Kanzlerschaft eingestellt oder hat eine unheilbare Krankheit....).

    Und folgt man der Argumentation Steinbrücks, dann ist das ja sachlich richtig. Problem: Wenn in Deutschland den Menschen damit gedroht wird, flexible Lohnvereinbarungen für Tarifpartner zuzulassen, wenn im Sozialbereich immer mehr gekürzt wird, wenn Dumpinglöhne gezahlt werden, dann kann man als Politiker einfach nicht laut sagen, dass jemand, der in den Augen der Betroffenen eh schon viel zu viel verdient, eigentlich mehr verdienen müsste.

    Herr Steinbrück ist sachlicher als die meisten seiner Gegner.... nur sind die Bürger gewohnt, dass Polemik, Lüge, Arroganz und Bigotterie am lautesten schreien - und glauben halt dem, den sie am besten hören.

    hat der Herr ja nur in seinen Formulierungen.

    Inhaltlich ist er genau so fremdbestimmt und opportunistisch, wie seine Konkurrentin.

    Die Leute wollen weichgespülte und verlogene Politiker.
    Für mich wird Steinbrück immer wählbarer.

    denn er hat echt das gesagt was er meinte, obwohl es komplett gegen den politischen Mainstream war.
    Wäre es der SPD ums Anecken ihres Kandidaten gegangen hätten sie so einen genommen nicht einen Jahrzehntelangen Parteikriecher.
    Mit PS wollten sie einen seriösen Typen, der so kühl und sachlich rüberkommt wie Merkel, nun haben sie einen raffgierigen Kapitalisten aufgestellt, als ARBEITERpartei!
    Wie oft hat die SPD die Arbeiter verraten?
    Mittlerweile 4mal

    für die Realitäten im Lande nicht mit herumschleimen verwechseln.

    Das knüpft leider an die immer populärer werdende Haltung an, Chrakterdefekte in Tugenden umzudeuten.

    • xNCx
    • 03. Januar 2013 21:57 Uhr

    wenn sie aus meiner Sicht gute Arbeit leisten. Das kann ich beim Schwänzer, Wahlverlierer, Deregulierer, Durchwinker und Honorarkassierer Steinbrück nicht erkennen.

  3. ist doch nicht das

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  4. dass er kurz vor der "heißen Wahlkampfphase" noch einmal sein wahres Gesicht gezeigt hat.

    Zur Erinnerung für alle, die die Untaten der Schröder-SPD schon verdrängt hatten und sich von dem neu entdeckten Faible der Herren Steinbrück, Steinmeier & Co. für "alte sozialdemokratische Werte" schon fast haben einlullen lassen.

    30 Leserempfehlungen
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    Ja, mit CDU +FDP(!) wäre das damals natürlich nie so weit gekommen ; -)

    Auch auf die gefahr hin das man sich wiederhohlt:
    Hätten Helmut Kohl oder Edmund Stoiber damals die Wahlen gewonnen gäb's schon Hartz-IV hoch 3.
    Hätte die SPD in der großen Koalition die CDU nicht gebremst hätten wir eine einkommensunabhängige Kopfpauschale in der Krankenversicherung.

    • kael
    • 04. Januar 2013 12:18 Uhr

    dass er kurz vor der "heißen Wahlkampfphase" noch einmal sein wahres Gesicht gezeigt hat.
    Zur Erinnerung für alle, die die Untaten der Schröder-SPD..."

    Danke, dass Sie unsererem Erinnerungsvermögen an die "Untaten der Schröder-SPD" so sachlich und informativ auf die Sprünge helfen. CDU/CSU/FDP brauchen Sie dagegen nicht zu erinnern. Denn die damaligen Oppositions- und heutigen Regierungsparteien sind sich darin einig (und sprechen es sogar schamlos aus), dass die Schröder-"Untaten" das Fundament für den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland gewesen sind. Folglich wurden auch unter Merkel nur marginale Veränderungen vorgenommen. Warum wohl nicht mehr?

  5. Die Frage muss sein, ob die deutsche sog. "politische Elite" überhaupt noch unser Land angemessen repräsentiert. Dies würde ich verneinen.
    Die Äußerungen von Herrn Steinbrück legen nur die grenzenlose Arroganz und gnadenlose Selbstüberschätzung dieser Person offen. Man kann über Angela Merkel sagen was man will. Ja, sie ist machtverliebt, ja, sie wechselt oft die Meinung. Aber sie ist ist keine Abstauberin, so wie Herr Steinbrück.

    Dieser Herr Steinbrück saß jahrelang im Aufsichtsrat der WestLB. Konsequenz: WestLB pleite. Dieser Herr Steinbrück leugnete noch 2008 die globale Dimension der Finanzkrise, und bezeichnete diese als "amerikanisches Problem". Herr Steinbrück bestritt auch noch 2009, dass die Staatsfinanzen im Euroraum unsolide seien.
    Dieser Herr Steinbrück vernachlässigte sein Abgeordnetenmandat, um auf Vortragsreise zu gehen. Abgeordnetenwatch hat ihm nachgewiesen, dass er an vielen PLenarsitzungen gar nicht teilnimmt.

    Konsequenz: Herr Steinbrück ist unwählbar, und im Bundestagswahlkampf eine Belastung für die SPD.

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    • ST_T
    • 02. Januar 2013 19:19 Uhr

    Die sich so restriktiv gegen die Aufdeckung der Nebengelder sträubt oder etwa das "Anti-Korruptions-Abkommen" der UN nicht unterzeichnen möchte.
    Und da ist Steinbrück doch selbst nur ein kleines Licht. Nur weil man in Deutschland das Thema Korruption unzureichend thematisiert und gerne den moralischen Zeigefinger gegenüber anderen Ländern oder Unternehmen erhebt, heißt das eben noch nicht, dass in Deutschland alles gut ist.

    Und mit Verlaub gesagt, ich glaube das Frau Merkel Herrn Steinbrück im Thema Korruption mindestens ebenbürtig ist. Ebenso wie der Rest dieser ganzen verlogenen Bande!

    Steinbrück war auch zwei Jahre im Kontrollgremium des des Stahlkonzerns ThyssenKrupp.- Und wenn ich mich recht erinnere, musste der Konzern gerade einen Verlust von fünf Milliarden Euro verbuchen.

    Zurückkommend auf die politische Leistung des Peer Steinbrück in seiner Zeit als Bundesfinanzminister: Mir fällt es schwer zu erkennen - mißt man ihn am Ergebnis seiner Amtszeit als Bundesfinanzminister - was denn eigentlich seine "politische Leistung" überhaupt war!?

    Mir erscheint es immer so, als dass der ehemalige Bundesfinanzminister mehr oder weniger der "Einäugige unter Blinden war" (seine Chefin hatte zu finanzpolitischen Fragen offensichtlich ohnehin eine "wild card");- und deshalb seiner "Stern medial immer etwas heller leuchtete" als der von Anderen.

    Und stellt man sich die Frage ob all die Erkenntnisse, die spätestens seit 2006 über die Schieflage des Bankensystems transparent wurden, politisch sinnvoll umgesetzt wurden; oder gar das drohende Desaster in den PIIGS Staaten in zielgerichtetes politisches Handeln umgesetzt wurde;- dann muss man mit einem klaren „nein“ antworten!- Sicherlich trägt Kabinettschefin Merkel dafür die Verantwortung.- Zumindest ein Peer Steinbrück als damaliger Bundesfinanzminister die Mitverantwortung.

    Objektiv gesehen und an dem Ergebnis ihres politischen Handelns zwischen 2005 und 2009 gemessen, ist weder eine Angela Merkel noch ein Peer Steinbrück als Bundeskanzler wählbar...

    Abstauber, Ihre Antwort ist völlig falsch ! Er stellt doch nur schon einmal die Weichen um eigenverantwortlich seine Altersvorsorge unter einer sich möglicherweise ergebenden Perspektive angemessen abzusichern. Schließlich ist er doch Kanzlerkandidat und wenn er tatsächlich in die Verlegenheit käme Kanzler zu werden, dann ist doch klar, dass er dann nicht mehr schwänzen kann um Gasthonorare in Empfang zunehmen. Also bitte schön, für sein diesbezügliches Engagement sollte doch ein jeder Staatsbürger Verständnis haben..

    So sehr ich auch Kritik als gerechtfertigt empfinde, so sehr stört mich auch dieses allgemeine Politikerbashing.

    Kein Mensch ist Fehlerlos und von den Zwängen, die man als Politiker hat, wissen die meisten doch überhaupt nichts.

    Übrigens, sind sie doch das beste Beispiel dafür oder glauben sie echt z.B. EIN Aufsichtsrat könnte alleine irgendetwas verhindern?? Vielleicht hätten sie an seiner Stelle genau die gleichen Aussagen gemacht und Entscheidungen getroffen. Nur bin ich mir sicher, sie hätten sich dann nicht als grenzenlos Arrogant oder gnadenlos Selbstüberschätzt eingestuft.

  6. Steinbrück erfüllt nicht nur alle Erwartungen, die man in ihn gesetzt hat, er übertrifft sie sogar...

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    • pirre
    • 02. Januar 2013 17:44 Uhr

    … wenn der Inhalt Blödsinn ist. Die Gehälter sollen in der Politik aus gutem Grund nicht im Vordergrund stehen.

    Und dass ein Regierungsmitglied gerade NACH seiner aktiven Zeit mehr als genug mit seinem Namen verdient, zeigt Steinbrück selbst damit, dass er Vortragsvergütungen im fünfstelligen Bereich aufruft.

    Auch dürfte spätestens seit Schröder, Koch oder Mappus jedem deutlich sein, dass die Herren (und Damen) in der Wirtschaft höchst dotierte Posten ergattern.

    Von den geldwerten Vorteilen eines regierenden Politikers ganz zu schweigen.

    Alles Vorteile, die in der Gehaltsdebatte nicht unwichtig sind – und von Steinbrück leider völlig außer Acht gelassen werden.

    41 Leserempfehlungen
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    Die Gehälter sollen nach Ihrer Meinung nicht im Vordergrund stehen?

    Dann lesen Sie mal den Wortlaut des Interviews richtig und zeigen mir, wo Steinbrück gesagt hat, dass sie im Vordergrund stehen sollen!

    Als ich die ersten Meldungen in den Zeitungen über Steinbrücks Äußerung gelesen habe, habe ich gedacht, der Mann hat einen an der Waffel. Kopfüber ins Ölfass.

    Als ich das Interview dann im Wortlaut gelesen habe, fand ich unverschämt, was die Presse daraus gemacht. Allen voran die FAZ selbst! Denn die Faz ist es gewesen, die das Zitat bereits in der Überschrift zum Interview sinnentfremdet hat.

    Steinbrück hat auf direkte Nachfrage! gesagt, dass er das Gehalt des Kanzlers gemessen an der Verantwortung und im Vergleich zu anderen Gehältern (wie der Sparkassendirektor) zu niedrig findet. Damit hat er aber

    1. nicht gesagt, dass er mehr Geld will!
    2. nicht gesagt, dass Geld für ihn im Vordergrund steht oder für einen Kanzler im Vordergrund stehen sollte.

    Ich halte Steinbrück aus anderen Gründen nicht für wählbar. Aber das, was hier von Seiten der Presse mit ihm abgezogen wird, ist schon bösartig! Sehr gut, dass dieser Artikel wenigstens mal das Zitat im Kontext bringt.

    Wenn Steinbrück nicht gewählt wird, dann bitte wegen IST und nicht wegen etwas, was schon übler Nachrede nachkommt.

    • pirre
    • 03. Januar 2013 10:17 Uhr

    Ich habe nicht behauptet, dass Steinbrück gesagt hat, Gehälter stehen im Vordergrund oder sollten dies tun.
    Ich selbst habe das gesagt und das ist sogar (zum Glück) in weiten Teilen der deutschen Politik auch Konsens. Aus gutem Grund, denn sonst wäre der Anreiz das Geld und nicht die Möglichkeit der politischen Gestaltbarkeit.

    Dennoch unterschätzen Sie Herrn Steinbrück sehr, wenn Sie glauben, er setzte eine derartige Äußerung nicht sehr bewusst ein.

    Und die Aussage bleibt eben Blödsinn, weil sie Nebenverdienste, Vergünstigungen und zukünftige Verdienste in der freien Wirtschaft völlig außer Acht lässt und nicht zum Gehalt hinzurechnet. Ganz zu schweigen von der (nicht in Geld zu beziffernden) Macht, die das Amt verleiht.

    Und nebenbei ist es moralisch auch höchst fragwürdig, derart über ein Gehalt zu sprechen, dass man möglicherweise bald selbst beziehen wird. Zumal, wenn es gerade die Politik ist, die sich um die ausufernden Managergehälter kümmern sollte. Eine Frage der Glaubwürdigkeit und des Vertrauens. Aber das ist meine persönliche Meinung.

    Ein Schelm, wer Böses denkt.

    zu Bestechung und Vorteilsnahme, Lobbyismus und Beeinflussung von Politikern?
    Politiker sollen unabhängig sein, moralisch UND wirtschaftlich.
    MM

  7. Für mich nicht. Für andere vielleicht.
    Auf jeden Fall hat er der SPD mit seinem Verhalten und letzem Auftreten keinen Dienst erwiesen.
    Er schürt die Kritik an der Politikerkaste insgesamt.

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