BundestagswahlkampfMerkel lehnt mehrere TV-Duelle mit Steinbrück ab

Kanzlerin Merkel möchte sich mit ihrem Herausforderer Steinbrück nur ein Mal im Fernsehen messen. Der SPD-Kanzlerkandidat hatte mindestens zwei Duelle gefordert.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Forderung von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nach mindestens zwei TV-Duellen zurückgewiesen. "Die Bundeskanzlerin sieht keinen Grund, von ihrer Tradition der Jahre 2005 und 2009, jeweils eine TV-Debatte zu führen, abzuweichen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Steinbrück hatte die Kanzlerin zu mehreren Duellen aufgefordert: "Ich plädiere dafür, dass es mindestens zwei Duelle mit Frau Merkel gibt." Er sei gespannt, ob sich die Kanzlerin dem stelle oder ob sie kneife. Im Bundestagswahlkampf 2009 hatte es nur ein Fernsehduell zwischen Merkel und dem damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier gegeben. Die Kanzlerin werde sicher versuchen, weiter auf roten Teppichen und Gipfeln zu glänzen und die heiße Wahlkampfphase so weit es geht nach hinten zu schieben, sagte Steinbrück.

Anzeige

Steinbrück warf Merkels Union vor, sie versuche, SPD-Themen zu kopieren. "Man merkt, die hecheln uns hinterher." Der Wahlkampf werde wahrscheinlich weniger von der Europa-Politik dominiert, sondern von sozialen Themen und der auseinanderdriftenden Gesellschaft, sagte Steinbrück. In den letzten 15 Jahren habe es eine massive Umverteilung gegeben – "und zwar stramm von unten nach oben", sagte der SPD-Politiker.

"Frau Merkel versucht jetzt wieder einen Neustart mit der Lohnuntergrenze und plötzlich spielt auch das Thema Mieten eine Rolle." Nun diskutierten auch CDU/CSU über ein Trennbankensystem, sagte der 66-Jährige.

Steinbrück lehnt Große Koalition ab

Nach dem rot-grünen Wahlerfolg in Niedersachsen sei eine Distanzierung der Union von der FDP zu erkennen. Aber "großkoalitionäre Anwandlungen" werde die SPD nicht erwidern. "Die Chance der SPD ist real", sagte Steinbrück. Die Partei sei hochmotiviert.

Die heiße Phase des Wahlkampfs starte im August. Die SPD plane dazu bis zu fünf Millionen Hausbesuche. In den letzten drei, vier Tagen will Steinbrück einen ordentlichen Endspurt, "vor dem Hintergrund eines zunehmend volatilen Wählerverhaltens".

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Nach den TV-Duellen werden die Umfragewerte für Merkel rapide sinken. Die bringt doch keinen geraden Satz heraus da ist ihr Steinbrück himmelhoch überlegen. Vorallem hat Merkel nichts vorzuweisen außer eine schwarz-gelbe Chaos und Gurkentruppe, eine Schavan und eine verkorkste Energiewende und ein in den Ruin getriebenes Europa plus Eurobonds durch die Hintertüre.
    Das einzige was Wendehälsin Merkel, die Frau mit den "roten Linien" vorweisen kann ist das sie jeden Regierungschef tausendmal abgepusselt hat.

    12 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    da lesen wir Merkel-bashinig vom feinsten. Sachliche Argumentation leider völlig Fehlanzeige. Diese Haltung teilt unser "Held S." allerdings mit dem eitlen Selbstdarsteller Steinbrück. Der hat im Gegensatz zur Bundeskanzlerin allerdings noch nie eine Wahl gewonnen.

    Als NRW´ler kennen wir Ihren Favoriten nur zu gut. Wir können uns darauf verlassen, dass sein Hochmut und seine Arroganz ihm bisher immer noch geholfen haben jede Wahl zu verlieren.
    In NRW ist es ihm (zugegeben zusammen seinem Nachbarn in Godesberg Clement) zu verdanken dass die SPD die Macht verlor und das schlechteste Wahlergebnis ihrer Geschichte in NRW einfuhr.

    In diesem Sinne wünsche ich P€€r Steinbrück auch bei dieser Wahl viel Erfolg!

  2. ich bin auch dafür, dass Schwarz/Gelb weitere 4 Jahre regiert, damit sich die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter öffnen kann. Auch sollten wir uns nicht so lächerlichen Wünschen beugen, wie z.B. Mindestlohn oder faire Tarifverträge. Dann doch lieber Strompreisreduzierung für Unternehmen und höhere Gehälter für Sparkassen-Direktoren und Intendanten. Es sieht gut aus, wir schaffen das.

    9 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    dass die Probleme mit Steinbrück eher größer werden.

    Wenn die SPD gewollt hätte, würde schon längst ein Mindestlohn da sein.

    Mieterhöhungen mit Gesetzen einfangen zu wollen ist schon so, dass ich mich in meiner Intelligenz beleidigt fühle. Hier helfen nur strukturelle Änderungen und nur in den Ballungsräumen. ZB. kurzfristig die steuerliche Entfernungspauschale anheben, damit der Wohnungsmarkt im Ballungsraum entlastet wird. Mit Steinbrück?

    Es war genau dieses ........ das die Entfernungspauschale gesetzwidrig verringert hatte und überhaupt abschaffen wollte!

    Rückwirkende .Gesetzesänderungen. Das war das Markenzeichen eines Steinbrücks. Ich leide nicht unter Alzheimer ich erinnere mich noch sehr gut an den in NRW und als Finanzminister im Bund.

    Aus meiner Sicht gibt es kaum etwas mieseres in der legalen deutschen Politik als Steinbrück

    Seine Rolle bei den NSU Morden und die seines NRW Innenministers wird noch zu beleuchten sein. Er stand in NRW nicht gegen den Rassismus auf, was im übrigen seine Nähe zu Sarrazin erklären würde.

  3. eine freche Täuschung der Wähler.

    "Steinbrück warf Merkels Union vor, sie versuche SPD-Themen zu kopieren. "Man merkt, die hecheln uns hinterher."

    Die Wahrheit ist, die SPD kopiert unverhohlen das Programm der Linken. Wie immer: Vor der Wahl links blinken und danach rechts abbiegen. Dem neoliberalen Dogma folgen:

    "Hat die SPD nicht schon öfter politische Vorstöße der Linkspartei blockiert, um später genau dieselben Forderungen als eigene Initiative auszugeben?
    Ja, das scheint Strategie zu sein. Vor wenigen Wochen hatten wir z.B. die Debatte darüber angestoßen, daß Banken, die Beihilfe zur Steuerhinterziehung leisten, die Lizenz entzogen gehört – inzwischen ist auch diese Idee bei Steinbrück angekommen."
    http://www.jungewelt.de/2...

    "Nach dem rot-grünen Wahlerfolg in Niedersachsen sei eine Distanzierung der Union von der FDP zu erkennen."

    Wahlerfolg??? Die SPD hat ihr zweit schlechtestes Ergebnis aller Zeiten in Niedersachsen eingefahren. Was für ein Erfolg...

    Und noch ein Erfolg, den auch die SPD zu verantworten hat: Gut 40% der Menschen in Niedersachsen gingen überhaupt nicht zur Wahl.

    Massive Umverteilung von Unten nach Oben? Das hat doch unter Rot-Grün erst richtig an fahrt aufgenommen.

    Peer, lass es bleiben. Das ist einfach nur peinlich.

    8 Leserempfehlungen
  4. wenn er gut vorbereitet ist und cool bleibt.

    Frau Merkel ist einfach nicht für die Öffentlichkeit gemacht, live kann man sie in die Ecke treiben, wenngleich das auch nicht einfach sein wird. Sie ist mehr eine Strippenzieherin mit Sprechpuppen.

    8 Leserempfehlungen
  5. Wenn man doch ehrlich ist, weiß man doch schon längst, wie ein solches Duell bei der breiten Bevölkerung ankäme: Steinbrück, der insgesamt ein besserer Rhetoriker als Merkel ist, würde sicherlich einige Punkte auf Merkel aufholen können - trotz stetiger verbaler Fehlgriffe!
    Diese Punkte werden aber durch reine Rhetorik gewonnen sein, denn de facto hat - wie schon viele vor mir geschrieben haben und immer wieder zurecht schreiben werden - Steinbrück jahrelang eine neoliberale Politik betrieben und damit eine völlig andere Politik als das, was er uns gegen Merkel verkaufen wird. Im Duell wird er zutiefst sozialdemokratisch argumentieren, was im Klartext heißt, dass er wesentliche Programmpunkte von der Linken als ureigene innovative SPD Programmatik ausgeben wird.
    Schade nur, dass jeder weiß, dass die SPD zugleich jegliche Zusammenarbeit mit dieser Partei kategorisch ausgeschlossen hat, und sich damit schon lange für eine Große Koalition unter Merkel entschieden hat.
    Es ist traurig, aber wahr: Man weiß ziemlich genau nach welchen Mustern die Duelle abliefen, und genauso weiß man seit langem, was am Ende der Bundestagswahl für eine Regierungskonstellation auf uns wartet, wenn nicht ein Wunder ist ...

    7 Leserempfehlungen
    • vonDü
    • 31. Januar 2013 9:42 Uhr

    einen Pudding an die Wand zu nageln, was Steinbrücks Aufgabe im Duell mit Merkel wäre, könnte unterhaltsam und vielleicht sogar aufschlussreich sein.

    7 Leserempfehlungen
  6. Anders kann ich mir die geballte Ladung Ablehnung nicht erklären.

    Wenn es glaubhaft sein soll, sollte man nicht so dick auftragen

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ich an Merkels Stelle "
  7. Man sollte sich als Wähler schon überlegen, ob man solche plumpen "Steinbrückanalysen wie "Umverteilung von Unten nach Oben" goutiert.

    Die hat zwar statt gefunden, aber veranlasst durch eine neoliberale SPD-Regierung (Schröder). Dieser Altkanzler, der heute für eine russische Ölfirma anheuert, macht auch aktiv für Steinbrück Wahlkampf, während jenes Beinfreiheit vor allem dazu führt, dass die Sozialdemokraten in der SPD weiter marginalisiert werden. Und über die Agendareformen scheint die SPD eine Schweigepflicht verhängt zu haben. Anders ist nicht zu erklären, dass der SPD-Kandidat über Umverteilung reden kann, ohne die Ursachen zu benennen.

    Und warum soll Europa nicht im Zentrum des Wahlkampfes stehen? Das ist ja wohl das Gebot der Stunde und wenigstens im Wahlkampf darf die Debatte geführt werden, wie wir uns EUropa wünschen.

    Und Fernsehduelle mit gestiegener Volatilität zu begründen, ist schon der Gipfel. Es führt den Gedanken, die Wahlen dienten der Wählerbildung und -information, völlig ad absurdum. Aber er sagt damit deutlich, wie er diese TV-Shows versteht: als modernen Jahrmarkt, auf dem der lauteste gewinnt.

    Die SPD wird große Schwierigkeiten haben mit einem solchen Blender Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen.

    6 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk, tis
  • Schlagworte Angela Merkel | Peer Steinbrück | CDU | SPD | CSU | FDP
Service