Steuern Steinbrück nimmt sich Steuersünder vor
Steuergerechtigkeit ist ein Thema, bei dem der SPD-Kanzlerkandidat im Wahlkampf die Hoheit zurückerlangen möchte. Dafür sind sogar Hausbesuche geplant.
© Jochen Lübke/dpa

Peer Steinbrück (Bild vom Bundesparteitag im Dezember in Hannover)
In einem gemeinsamen Papier beschreiben die SPD und ihr Kanzlerkandidat Peer Steinbrück national und international schärfere Regeln gegen Steuerkriminelle, berichten Süddeutsche Zeitung und Welt. Das Konzept wollen die Sozialdemokraten umsetzen, falls sie die dafür notwendige Regierungsmacht erlangen.
Die SPD dürfte von der Initiative auch erwarten, dass Steinbrück in wichtigen Fragen als Alternative zu Kanzlerin Merkel wahrgenommen wird. Bisher bestimmten vor allem die Diskussionen über seine Vortragshonorare sein Bild in der Öffentlichkeit – oder die Frage, ab welchem Preis ein Rotwein für Steinbrück akzeptabel ist. Auch für die Ende des Monats anstehende Abstimmung in Niedersachsen erhofft sich die Partei neuen Schub.
Im Falle einer Rückkehr in die Bundesregierung verspricht die Partei den Wählern eine Reihe neuer Mittel und Maßnahmen, darunter folgende:
- Eine bundesweite Ermittlungstruppe soll entstehen, um Steuerbetrügern auch über Ländergrenzen hinweg schnell auf die Schliche zu kommen. Die Befugnisse der Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Steuerbetrug sollen umfassender ausfallen als bisher.
- Die Verjährungsfrist für Steuerbetrug soll erst deutlich später ablaufen als bisher. Wie in den USA soll sie erst mit der Abgabe einer korrekten Steuererklärung eines mutmaßlichen Steuerbetrügers beginnen.
- Deutsche oder in Deutschland tätige Zweigstellen ausländischer Banken, die nachweislich Steuerbetrug dulden oder fördern, sollen bestraft werden können. Vorgesehen sind Strafzahlungen, Berufsverbote für Geschäftsführer oder sogar der Entzug der Banklizenz.
Die "Braunschweiger Erklärung für mehr Steuergerechtigkeit" soll den Berichten nach am heutigen Montag beschlossen werden.
Ganz neu ist das Thema nicht: Die SPD hatte bereits vor Längerem angekündigt, einen Vorstoß für ein Gesetz zum Lizenzentzug für Schweizer Banken deutscher Steuerhinterzieher zu starten. Dazu plant sie eine Bundesratsinitiative, falls die Partei Ende des Monats die Landtagswahl in Niedersachsen gewinnt.
Zusätzliche Termine
Um Wählernähe nicht nur zu postulieren, sondern sie auch in die Tat umzusetzen, besucht Steinbrück laut Bild am Sonntag am Montag in Niedersachsen eine Familie. Der Termin im Rahmen der sogenannten Wohnzimmer-Gespräche führe ihn nach Braunschweig in eine Runde von etwa 20 Menschen, mit denen er locker über SPD-Politik plaudern wolle. Journalisten sind dabei laut SPD-Konzept unerwünscht, um "so privat wie möglich und ganz ohne Medienrummel" reden zu können. Sollte er einen Eierlikör angeboten bekommen, werde er "glatt einen mittrinken", zitierte ihn die Zeitung.
In Niedersachsen dürfte die Wahl am Sonntag knapp ausgehen: Rot-Grün und Schwarz-Gelb liegen Umfragen zufolge fast gleichauf, seit die FDP überraschend auf Werte um die fünf Prozent zulegte. Die SPD beraumte zusätzliche Wahlkampftermine an, bei denen auch der Kanzlerkandidat aufgeboten wird, um ihre Chancen zu steigern.
- Datum 14.01.2013 - 07:32 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, tst
- Kommentare 173
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








"Journalisten sind dabei laut SPD-Konzept unerwünscht, um "so privat wie möglich und ganz ohne Medienrummel" reden zu können."
"Zwei Bedingungen gibt es: Journalisten sind nicht zugelassen, denn die Gespräche sollen so privat wie möglich und ganz ohne Medienrummel ablaufen. Aus diesem Grund wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie im Vorfeld – soweit das möglich ist – nicht mit Journalisten sprechen bzw. von sich aus dafür sorgen, dass beim Termin vor ihrem Haus keine Aufläufe von TV-Kameras und Reportern auf Peer Steinbrück warten."
Aber im Vorfeld über sogenannte Wählernähe/Wohnzimmergespräche schreiben dürfen Journalisten offensichtlich gerne.
das Herr Steinbrück von der Presse unbemerkt herumlaufen und Gespräche abhalten könnte.
Irgendwie muss er es ja den Leuten mitteilen, das er dabei ungestört sein will, deswegen halte ich ihr Argument für äußerst fadenscheinig.
Waren es nicht auch Journalisten die Herrn Steinbrück in den vergangenen Wochen die Worte im Mund herumgedreht haben !!
das Herr Steinbrück von der Presse unbemerkt herumlaufen und Gespräche abhalten könnte.
Irgendwie muss er es ja den Leuten mitteilen, das er dabei ungestört sein will, deswegen halte ich ihr Argument für äußerst fadenscheinig.
Waren es nicht auch Journalisten die Herrn Steinbrück in den vergangenen Wochen die Worte im Mund herumgedreht haben !!
Zitat: "...Soll nur kommen! Meine Stimme wird er nicht kriegen, auch keinen Wein unter 5 Euro das Glas. Aber einen Tritt in den Hintern, den schenk' ich ihm. Den gibts sogar gratis...."
Haben Sie etwa ein Problem mit dem Finanzamt? Steuern nicht korrekt entrichtet? Schwarzgeld in der Schweiz?
Also von mir aus kann die Steuerbehöre all meine Unterlagen gerne einsehen. Ich hab dahingehend nichts zu verbergen.
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/jk
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/jk
Die Dosis macht das Gift!
... Prost, Herr Steinbrück!
zur Gratifizierung von Steuerbetrug in Kraft setzt, hat alle Trümpfe aus der Hand gegeben. Dass man anschließend noch etwas nachverhandeln können hätte, glauben Sie doch selbst nicht.
Die Verhinderung der Quasilegalisierung kriminellen Steuerbetrugs war der richtige Schritt. Denn nur jetzt kann man auf europäischer Ebene neu verhandeln. Minimalziel muss eine den USA vergleichbare Regelung für die EU-Partner sein. Ansonsten kann man auch an allerlei Daumenschräubchen drehen. Die Außenhandelsabhängigkeit der Schweizer Volkswirtschaft von der EU ist schließlich ziemlich einseitig. Mal sehen, wer da am längeren Hebel sitzt ;-)
Das bisherige Abkommen ist jedenfalls lächerlich und begünstigt Steuerbetrug in unannehmbarer Art und Weise.
Vertragswerk
Vertragswerk
Vertragswerk
.. muss für alle gelten, kleine wie große Steuersünder. Schwarzarbeit, Sozialhilfebetrug gehören hier genauso an den Pranger. Nur dann kann ich dem folgen.
Alles andere ist Populismus.
... muss für alle gelten." Jawohl, aber vor allem für die Reichen und Superreichen. Hätten die beispielsweise in Griechenland ihre Steuern bezahlt, ginge es dem Land nicht so schlecht. So weit sollte es bei uns nicht kommen.
... muss für alle gelten." Jawohl, aber vor allem für die Reichen und Superreichen. Hätten die beispielsweise in Griechenland ihre Steuern bezahlt, ginge es dem Land nicht so schlecht. So weit sollte es bei uns nicht kommen.
Opposition hatte gute Ideen - Regierungspartei Quatsch.
Regierungspartei in Opposition - das Spiel läuft umgekehrt!
Regierungspartei setzt Ideen aus eigener Oppositionszeit nicht um.
Ich erwarte von den großen Parteien keine Verbesserung für die meisten Menschen in unserem Land!
Sie haben etwas vergessen ...
Frau Merkel und "prominente" Kabinettsmitglieder haben keine Schwierigkeiten, Themen der Opposition zu "klauen", als eigenes Programm umzuwidmen und "vermeintlich" umzusetzen.
Sie haben etwas vergessen ...
Frau Merkel und "prominente" Kabinettsmitglieder haben keine Schwierigkeiten, Themen der Opposition zu "klauen", als eigenes Programm umzuwidmen und "vermeintlich" umzusetzen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren