NiedersachsenDas große Zittern der kleinen Parteien
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 Alexis Tsipras ist das große Vorbild

Ein Problem der kleinen Parteien im niedersächsischen Wahlkampf ist auch die herannahende Bundestagswahl: Peer Steinbrück füllt mit seinen Fettnäpfchen die Schlagzeilen, die CDU schart sich um Kanzlerin Angela Merkel. Da bleibt wenig Aufmerksamkeit für Linke und Piraten.

So mühen sie sich ab in diesen Tagen in Hannover. Der sympathische, aber blasse Pirat Ramaswamy in der Aula seiner alten Schule, die Linken bei ihren Reden im Faust. Unermüdlich schimpfen letztere auf die vermeintliche "Diktatur faschistisch-imperialistischer Konzerne" und dienen sich gleichzeitig der SPD als Regierungspartner an. In Hannover hat Spitzenkandidat Stephan Weil schließlich für den Fall, dass es am Sonntag für Rot-Grün nicht reicht, eine Tolerierung durch die Linkspartei nicht explizit ausgeschlossen.

Tsipras hat von den Umständen profitiert

Es ist aber auch frustrierend. Da gibt es eine weltweite Finanzkrise, ausgelöst durch Deregulierung und die scheinbar grenzenlose Macht von Banken und Börsen, und die Linke, die ja seit ihrer Gründung nichts macht als genau dagegen zu wettern, gewinnt trotzdem keine Wählerstimmen dazu.

Zur Aufmunterung haben sie in Hannover einen echten Stargast eingeladen. Einen, der geschafft hat, wovon sie träumen: Oppositionsführer zu sein. Der Grieche Alexis Tsipras, Chef der linken Syriza-Partei, kommt federnden Schrittes und unter großem Applaus auf die Bühne. Er bedankt sich für die Solidarität der deutschen Freunde, dann schildert er das griechische Elend, die Arbeitslosigkeit, die Armut. Es wird still im Saal. Aus echter Betroffenheit, aber vielleicht auch, weil die deutschen Linken hier wissen: Tsipras hat jetzt Macht, weil genau diese dramatische Lage im Land ihn für die Griechen zu einer echten Alternative gemacht hat. Er hat, so gesehen, von den Umständen profitiert.  In Niedersachsen stehen die Piraten den neuesten Umfragen zufolge immer noch bei drei Prozent.

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Leserkommentare
  1. In Hannover hat Spitzenkandidat Stephan Weil schließlich für den Fall, dass es am Sonntag für Rot-Grün nicht reicht, eine Tolerierung durch die Linkspartei nicht explizit ausgeschlossen.

    7 Leserempfehlungen
    • khbk
    • 18. Januar 2013 18:35 Uhr

    die NPD in den Landtag schaffen würde, als einzige Partei, die wirklich noch so etwas wie Opposition leisten würde. Aber das wird wohl leider nicht passieren dank der medialen Dauerhetze und Diffamierung gegenüber dieser Partei, die in Deutschland schon seit Jahrzehnten Staatsräson sind.

    9 Leserempfehlungen
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    an den nächsten bundestags wahlen werde ich auch NPD wählen, nur um den ausdruck in den gesichtern meiner ach so "linken" kollegen zu sehen... die von den grünen und der links partei nur so schwärmen und die jaaa so sozial sind :-)

    ungültig oder nicht zu wählen wird medial auch kaum erwähnt. wenn hingegen die NPD die 5% packen würde, dann wäre mal wieder für ein halbes jahr zündstoff bei allen grossen deutschen zeitungen gesorgt (stichwörter: nazi-keule, demokratiefeindlichkeit, XX% aller deutschen sind antisemiten, die rechten sind in der mitte unserer gesellschaft angekommen, der braune osten, spitzel im verfassungsschutz, NSU)!

    dabei ist der inhalt der NPD eigentlich total schnuppe, da wird wohl genau so betrug am wähler verübt, wie in den ganzen anderen parteien auch!
    und zerstörerische kräfte gibt es dort mehr wie genug, man höre sich nur mal leute wie gabriel, steinbrück, kraft, künast, wagenknecht, lafontaine, merkel, die boygroup, etc an)!

    ist genau die Art von "nationaler" Partei, die das System braucht, um den Nationalismus weiter in der Bedeutungslosigkeit zu halten. Permanentes Flirten mit der unseligen NS- Vergangenheit, ansonsten ständig wechselnder Kurs, verbales Rabaukentum a la Pastörs etc., es ist schwer zu sagen, was im Einzelnen vom "Verfassungsschutz" hineingetragen wird und was originäre Dummheit ist, auf jeden Fall ist letztere erheblich.
    Die NPD nur zu wählen, um sich dann an den hysterischen Reaktionen der "Demokraten" zu ergötzen, ist m. E. ein zu schacher Grund. Die NPD müsste sich erheblich wandeln, damit ich sie in Betracht ziehen würde.
    Es ist aber Armutszeugnis für alle vernünftigen Nationalen im Land (von Nationalkonservativen bis Linksnationalen) poltisch nichts auf die Beine gestellt zu kriegen, obwohl das Potential riesig ist.

    "als einzige Partei, die wirklich noch so etwas wie Opposition leisten würde" (Dafür gibt's sogar in der Zeit 4 Leserempfehlungen!)

    Was meinen Sie mit "so etwas wie Opposition"? Gegen was denn? Würde sie oder leistet sie?

    Und dann noch dieser Teil aus der ersten Antwort von twingo440:

    "dabei ist der inhalt der NPD eigentlich total schnuppe, da wird wohl genau so betrug am wähler verübt, wie in den ganzen anderen parteien auch!"

    Wenn die also genauso besch***en wie die anderen... Warum dann die wählen?

    Der einzige Unterschied besteht wohl darin, dass die NPD ganz offen rassistisch und ausländerfeindlich auftritt. Wenn Sie das so toll finden, warum sagen Sie es dann nicht einfach?

    Weil das bei Zeit-Online schwieriger ist als beim Springer-Verlag?

    Warum bleiben Sie nicht einfach bei BILD, Welt und Ähnlichen?

    Und wenn Sie tatsächlich Interesse daran hätten, "Ihre NPD" zu pushen (das ist ja völlig in Ordnung, das ist im Moment eine zugelassene Partei), warum fällt Ihnen nichts Besseres ein, als so nichtssagende Sprüche wie "einzige Opposition" oder sogar "betrügen ja auch" abzulassen?

    Fragen über Fragen, auf die es wohl nie eine Antwort geben wird...

    ...gegen Menschenrechte und für Ausländerdiskriminierung, da haben Sie Recht...

    ich hoffe, alle Leser haben verstanden - und die Niedersachsen wählen die LINKE.

    Ist es schon wieder soweit? Haben sie eigentlich irgendwas von der Geschichte der letzten 100 Jahre mitbekommen? Ihre Kommentare sind, ob absichtlich oder nicht, wohl eines der besten Argumente gegen Demokratie...
    Und jetzt gehe ich mich erstmal übergeben...

  2. Die ist doch schließlich auch eine kleine Partei. Und kein Wort davon in diesem Artikel? Piraten und Linke kommen reichlich schlecht weg. Klingt alles irgendwie "gekauft".

    19 Leserempfehlungen
  3. ... wer kann da schon etwas verstehen?

    ... sitzt in der Aula einer Waldorfschule am Stadtrand von Hannover. Sieben Jahre hat er hier gearbeitet, heute soll er auf dem Podium über Bildungspolitik reden. Viel mehr Heimspiel geht eigentlich nicht im Wahlkampf. Doch Ramaswamy macht fast nichts aus seinem Startvorteil. Seine Sätze werden zu Bandwürmern, er redet viel zu abstrakt für das Schülerpublikum.

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  4. Wagenknecht.

    "Hauptwohnsitz in Düsseldorf-Oberbilk und ihren Zweitwohnsitz in Berlin-Karlshorst, inzwischen ist sie in Saarbrücken gemeldet."

    Was sucht die auf den Plakaten in Niedersachsen?

    Schon die Ratingerin Künast hat ihrer Partei in Berlin eher geschadet als geholfen.

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    • Quitje
    • 19. Januar 2013 9:08 Uhr

    Ein anderes Medium erklärte Wagenknechts Job als den eines Postergirls.

    Vielleicht möchte die Linkspartei den niedersächsischen Wählern nochmals unmissverständlich klarmachen, dass es sich bei ihr wirklich um eine kommunistische Partei handelt? Ich denke, Wagenknechts Präsenz wird ein Eigentor.

  5. Für Piraten und Linke ist die Wahl in Niedersachsen existenziell.

    Was ist die Wahl dann für die FDP? Ich meine die Linke oder die Piraten können einen Landtag, den sie wieder nicht erreichen, wohl ganz gut verdauen. Ärgerlich, aber nichts neues.

    Für die FDP aber ist ein Scheitern an den 5% WIRKLICH existenziell.

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    Die FDP ist schon so oft aus Landtagen herausgeflogen, existentiell wäre es nur für die Karrieren von ein paar FDP-Politikern, insbesondere Rösler. Fliegt die FDP in Niedersachsen raus, wird Brüderle Vorsitzender, Generalsekretär und 1. Vize werden unter Kubicki und Linder verteilt, das war's. Für die Linke hingegen geht es tatsächlich um den generellen Anspruch bundesweite Partei zu sein, für die Piraten darum, ihren potentiellen Wählern zu zeigen, dass ihre Stimmen nicht verschenkt wären... das ist schon ein anderes Kaliber.

  6. Wer den Wechsel will, wählt Linke.

    Und wenn sich Grüne und SPD wieder sperren oder mit der CDU ins Bett steigen, hat man wenigstens die beste Oppositionspartei gewählt die Deutschland zu bieten hat.

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    • Vanita
    • 18. Januar 2013 19:45 Uhr

    Doch wohl kaum von den wirklich kleinen Parteien, über die auch in der ZEIT nichts zu lesen ist, wie die Freien Wähler, die Familienpartei oder die Tierschutzpartei.

    Auch wenn es eine attraktive Schlagzeile sein soll, die Linke ist immerhin Bundestagspartei, die Piraten sollten durch Medienpushing zu einer solchen werden.

    Ginge es nach der Informationspflicht unserer Presse von FAZ bis taz, dann gäbe es in Deutschland nur CDU/CSU, SPD... und dann sowas wie FDP (gerne zum Bashing), Grüne, Linke und Piraten (wie gesagt mediengehypt).

    Und beim Publikum heisst es dann folglich Nichtwählen und den Großen applaudieren oder schwarz-gelb oder rot/grün wählen, also auch den Großen applaudieren. Damit macht man es sich herrlich einfach.

    Wenn die, die hier als klein bezeichnet werden nicht den nötigen Sachverstand und die nötige Chuzpe aufbringen sich die Macht zu sichern, dann sollte man auch kein Mitleid mitbringen.

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