Landtagswahl : CDU findet sich mit Oppositionsrolle ab
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Erleichterung bei Philipp Rösler

Für den angeschlagenen FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler war das beste Niedersachsen-Ergebnis seiner Partei – knapp zehn Prozent – eine Erleichterung. "Das Rennen hat jetzt erst angefangen. Die Freien Demokraten werden jetzt loslegen", sagte Rösler. Auch wenn 80 Prozent der aktuellen FDP-Wähler eigentlich die CDU wählten, sei der Erfolg in Niedersachsen auch ein Erfolg Röslers, sagte Generalsekretär Patrick Döring. Rösler sei der richtige Vorsitzende.

Auch Schleswig-Holsteins Fraktionschef Wolfgang Kubicki, bislang einer der schärfsten Kritiker Röslers, sagte, nach dem "glorreichen Sieg" könne die FDP-Spitze in Harmonie über die Aufstellung für die Bundestagswahl im Herbst sprechen. Fraktionschef Rainer Brüderle versicherte: "Diesen Schwung aus Niedersachsen werden wir für die Wahlen in Bayern und im Bund nutzen."

Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) fordert trotz des Wahlerfolgs eine schnelle Entscheidung über die Zukunft von Parteichef Rösler. "Dieses tolle Ergebnis fordert erst recht, die personelle Aufstellung für die Bundestagswahl schnellstmöglich zu entscheiden, damit alle Personaldiskussionen ein Ende haben", sagte Niebel der Passauer Neuen Presse.

Niederlage für Linke und Piraten

Schleswig-Holsteins Landeschef Heiner Garg forderte seine Partei zur Geschlossenheit auf, insbesondere wenn es um die Frage gehe, mit welcher Person an der Spitze die FDP in den Bundestagswahlkampf gehen soll. "Ich möchte, dass die FDP im Mai eine Mannschaft aufstellt, mit der wir die bestmöglichen Chancen haben", sagte er. Garg erwarte von Rösler, selbstbewusster aufzutreten. "Er kann ruhig einmal den freundlichen Herrn Rösler zu Hause lassen. Er muss auf den Tisch hauen und zeigen, wer eigentlich im Moment Chef der FDP ist", sagte Garg. Rösler solle sich nicht von "bestimmten Persönlichkeiten" aus dem Amt mobben lassen.

Die Linke (3,1 Prozent) und die Piraten (2,1 Prozent) scheiterten deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde und ziehen damit nicht in das Parlament in Hannover ein. "Es gibt nichts zu beschönigen, das Ergebnis ist für uns schmerzhaft", sagte der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger. "Man muss auch mit Niederlagen umgehen können", sagte der Vorsitzende der Piratenpartei, Bernd Schlömer.

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