EnBW-AffäreSüdwest-CDU will Mappus loswerden

Exministerpräsident Stefan Mappus fühlt sich in der EnBW-Affäre unfair behandelt, die CDU soll er einen "Scheißverein" genannt haben.

Baden-Württembergs Exministerpräsident Stefan Mappus

Baden-Württembergs Exministerpräsident Stefan Mappus  |  © Thomas Peter/Reuters

Führende Mitglieder der CDU in Baden-Württemberg haben dem ehemaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) den Parteiaustritt nahegelegt. Der Fraktionsvorsitzende im Landtag, Peter Hauk, sagte, es sei "der Union nicht länger zuzumuten, dass sie mit einem ehemaligen Vorsitzenden zu tun hat, der die Partei und die Mitglieder und deren Arbeit ein Stück weit verunglimpft". Ähnlich hatte sich bereits der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl geäußert. Es gebe "keine Zwangsmitgliedschaft" in der CDU, sagte er dem SWR.

Die Kritik an Mappus bezieht sich auf eine SMS, die dieser dem damaligen Deutschland-Chef der Investmentbank Morgan Stanley, Dirk Notheis, geschickt haben soll. Darin habe sich Mappus über die harten Befragungen durch seine Parteifreunde im EnBW-Untersuchungsausschuss beschwert. Er habe "gute Lust aus diesem Scheißverein auszutreten". Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft sei auf die SMS gestoßen, als sie im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren gegen Mappus dessen Geräte auswertete. Die Nachricht soll Teil der Akten sein, die die Ermittler dem Untersuchungsgremium vergangene Woche überlassen hatten.

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Mappus ließ über seine Anwälte die Äußerung als "nicht zutreffend" dementieren. Einen freiwilligen Parteiaustritt lehnte er zugleich ab. "Ich bin und bleibe mit Leib und Seele CDU-Mitglied", sagte Mappus der Bild-Zeitung.

CDU berät weiteres Vorgehen im EnBW-Ausschuss

Die CDU-Fraktion im baden-württembergischen Landtag will sich am Dienstag mit ihrem weiteren Vorgehen im EnBW-Ausschuss befassen. Der bisherige Vorsitzende, Ulrich Müller (CDU), hatte vergangene Woche eingeräumt, vertrauliche Unterlagen an Mappus gegeben zu haben und deshalb seinen Rücktritt angekündigt. Ein Nachfolger soll bei der Landtagssitzung am 27. Februar gewählt werden.

Die Obleute von Grünen und SPD, Uli Sckerl und Sascha Binder, sagten, Müller müsse sich sofort zurückziehen. Sie forderten, der Ausschuss müsse so schnell wie möglich zu einer nicht-öffentlichen Sitzung zusammenkommen.

Das Gremium untersucht ein Geschäft zwischen der Landesregierung und dem französischen EdF-Konzern aus dem Jahr 2010. Unter Führung des damaligen Ministerpräsidenten Mappus hatte das Land für 4,7 Milliarden Euro EnBW-Aktien vom französischen Energiekonzern EdF zurückgekauft, ohne den Landtag und weite Teile seines Kabinetts zu informieren.

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Leserkommentare
  1. Das Ländle leidet unter Grün-rot und unter einer jämmerlichen CDU. Die Gymnasien werden abgeschafft, forstwirtschaftliche Traditionsbetriebe liegen bald in einem Prestige-Nationalpark und müssen geschlossen werden.
    Und das konservativ-bürgerlich Lager hat nicht ausreichende Autorität um dagegen die Stimme zu erheben.

  2. hießen Leute diesen Typs, mit muskulöser Entschlossenheit und einer Wildheit im Blick, Napoleon oder ...
    Diese Typen sind heute nicht mehr zeitgemäß.

    Eine Leserempfehlung
  3. sachlich zu bleiben, brauche ich eine Überdosis Ritalin...

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
  4. Herr Mappus soll Mitglied der CDU sein? Soll sogar einmal CDU Ministerpräsident gewesen sein? Spitzenkandiat der CDU? Soll sogar mit der Bundeskanzlerin gesehen worden sein?

    Lügen, Lügen, alles Lügen. Es gab nie einen Herrn Mappus in Baden-Würtemberg. Einen Mann mit solchem Namen hat sich nur Opposition ausgedacht!

    Niemand in der CDU hat jemals mit einem Mann solchen Namens zusammengearbeitet, geschweige denn, ihn unterstützt.

    14 Leserempfehlungen
  5. ... in Reinstform!

    3 Leserempfehlungen
  6. Bei dem Kerl weiß ich auch nicht, ob ich lachen oder Mitleid haben soll...

    • Hermez
    • 18. Februar 2013 22:07 Uhr

    ....sind leicht zu instrumentalisieren.Wer da wohl die Fäden gezogen hat?

    2 Leserempfehlungen
  7. In meiner Heimat Schleswig-Holstein hab ich es am Beispiel des Doppeldoktors Barschel bemerkt, in BW am Beispiel des unsäglich plattintelligenten Kandidaten Mappus.
    Wenn eine Partei zu lange die Macht übertragen bekommt, steht an ihrer Spitze garantiert eine drittklassige Dumpfbacke der Machtgarantie der Schattenmächtigen, der dann wirklichen Entscheider.

    7 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, nf
  • Schlagworte CDU | Stefan Mappus | SPD | Landesregierung | Landtag | Ministerpräsident
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