Rechtsextremismus : DVU-Gründer Frey gestorben

Der Gründer und langjährige Vorsitzende der DVU, Gerhard Frey, ist tot. Mehr als 20 Jahre lang hatte er die rechtsextreme Splitterpartei geführt.
Gerhard Frey bei einer Veranstaltung im September 2006 (Archivbild) © Pawel Kopczynski/Reuters

1987 gründete Gerhard Frey die rechtsextreme Deutsche Volksunion (DVU), er war ihr langjähriger Vorsitzender. Am vergangenen Dienstag starb Frey nach kurzer Krankheit in seinem Haus in Gräfelfing bei München. Das bestätigte sein Sohn am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Frey wurde 80 Jahre alt.

Frey, der am 18. Februar 1933 in Cham in der Oberpfalz geboren wurde, galt als schillernde Figur der rechtsextremen Szene und war bis zuletzt Herausgeber der in München erscheinenden National-Zeitung. Die von ihm gegründete DVU führte er bis Anfang 2009. Die Partei wurde von Beginn an vom Verfassungsschutz beobachtet. Dieser attestierte der DVU eine verfassungsfeindliche Ausrichtung.

Mit ausländerfeindlichen Parolen gelang der Partei der Sprung in diverse Landesparlamente, unter anderem in Bremen und Brandenburg. 1998 gewann die DVU bei der Landtagswahl von Sachsen-Anhalt 12,9 Prozent der Stimmen, was ihr 16 Sitze im Parlament in Magdeburg bescherte.

Rechtsstreit um Waffenschein

Frey suchte mit der DVU immer wieder die Nähe zur NPD, auch wenn das Verhältnis der beiden rechtsextremen Parteien nicht zuletzt wegen Führungsrivalitäten als angespannt galt. Erst nach Freys Rücktritt als DVU-Chef führte sein Nachfolger Matthias Faust die beiden Parteien zusammen. 2010 beschloss ein NPD-Parteitag eine Verschmelzung mit der DVU. Im Jahr darauf stoppte ein Gericht nach Klagen von DVU-Landesverbänden die Fusion.

Nach seinem Rückzug vom DVU-Vorsitz 2009 machte Frey vor allem wegen juristischer Auseinandersetzungen um seinen Waffenschein Schlagzeilen. Das bayerische Innenministerium stritt ihm wegen seiner verfassungsfeindlichen Aktivitäten das Recht auf einen Waffenschein ab. Vor Verwaltungsgerichten war jedoch Frey erfolgreich.

Frey hatte nach dem Abitur in München und Graz Jura studiert. In der österreichischen Stadt legte er 1960 auch seine Promotion ab. Schon in den fünfziger Jahren schrieb Frey, der auch eine journalistische Ausbildung absolvierte, für die rechtsextreme Deutsche Soldatenzeitung. 1959 wurde er Chefredakteur und Herausgeber dieses Wochenblattes, das er 1963 in Deutsche National-Zeitung umbenannte.

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Kommentare

25 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Nein gewiss

Trauere ich nicht um diesen Menschen.

Doch mit hass auf seinen hass zu andworten wird nichts bewirken

Hass erzeugt nur Hass

Und man sollte jetzt nicht anfangen auf diesen Menschen loszugehen und seinen Tot als Freudigen anlass nehmen.

Vielmehr sollte man dafür sorgen das die Idiologie wofür er einstand endlich in das licht gerückt wird in das es gehört.

Sich hier über seien Tot zu freuen ist genauso unprofessionell wie es damals aus teilen der Bundesregierung kam über den Tot von Osama Bin Laden.

Sicher kann man sich innerlich Freuen aber sowas sollte man nicht Publik machen den es erzeugt nur weiteren Hass und es bewirkt nebenbei das er weiter in einem Falschen Licht stehen kann.

Bitte dies zu bedenken