Europäische UnionFriedrich fordert Einreise-Registrierung nach US-Vorbild

Um illegale Einwanderung und Kriminalität in der EU zu bekämpfen, will Innenminister Friedrich Reisende online erfassen. Nur dann könne man die Visa-Pflicht lockern.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat sich für die Einführung eines EU-weiten Einreiseregisters ausgesprochen, um unkontrollierte Zuwanderung stärker zu beschränken. "Wer aus einem Land mit Visafreiheit in die EU einreisen will, meldet sich dann online an, sagt, wer er ist und was er in der EU will", sagte der CSU-Politiker der Chemnitzer Freien Presse. Dies würde es "schwieriger machen, unentdeckt nach Deutschland zu kommen".

Zur Begründung seines Vorstoßes sagte Friedrich, Deutschland sei "Ziel für Kriminelle und Terroristen". Andererseits verlange aber die Wirtschaft "eine möglichst unbeschränkte Reisefreiheit für Partner in immer mehr Ländern". Russland und die Türkei drängten auf Visa-Freiheit. "Eine Lockerung oder gar ein Wegfall der Visa-Pflicht ist allerdings mit einem Kontrollverlust verbunden, der anderweitig kompensiert werden muss – beispielsweise mit einem solchen Einreisesystem wie es die USA haben."

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In den USA müssen sich Einreisende, die kein Visum brauchen – zum Beispiel Touristen aus EU-Ländern – vor ihrer Reise online bei der Behörde für Heimatschutz registrieren. Dabei werden sie unter anderem zu ihren Passdaten und der Absicht ihres Aufenthalts befragt.

Ähnliches wäre nach Meinung des Innenministers auch in der Europäischen Union denkbar. "Nur unter dieser Bedingung kann es bei der Visa-Pflicht Lockerungen geben", sagte Friedrich. Offene Grenzen in Europa seien zwar ein Gewinn für alle Bürger, "aber wir brauchen ein größeres Bewusstsein dafür, dass wir unsere Grenzen sichern müssen".

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Leserkommentare
  1. Als Bürger eines Schengenstaates darf ich die Grenze nach, beispielsweise, Frankreich an jeder Stelle kontrollfrei passieren. Wenn man in Aachen immer weiter nach Westen läuft sprechen die Leute plötzlich französisch oder niederländisch ohne dass man sich irgendwo online anmelden musste. Das gilt nur, wenn man per Bahnhof oder Flughafen, also "offiziell" einzureisen gedenkt. Der gemeine Kriminelle, der bei Nacht und Nebel mit einem frischen Lied auf den Lippen über die grüne Wiese wandert bzw. über Elbe, Oder oder Bodensee rudert, wird überrascht feststellen, wie einfach das ist. Um die Fantasien des Herrn Friedrich umzusetzen bedürfte es anderer Mittel, vielleicht einer Mauer...

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    es geht um Einreisen aus Nicht-EU Ländern

  2. Das ganze Sicherheitsprogramm nach 9/11 ist einfach nur noch lächerlich. Osama ist tot und das Terrorismus-Netzwerk längst nicht mehr so stark.

    Zeit diese übermäßigen Flughafenkontrollen zu entschärfen und die USA sollte ihre VISA Pflicht abschaffen.

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  3. hätte Friedrich dazu noch gern die Erfassung biometrischer Daten der Einreisenden.
    Also so ganz präventiv, schließlich könnte ja jeder, der in die EU reist, mal kriminell werden...
    Natürlich wird für dieses Register dann auch sicher eine eigene zentrale Behörde geschaffen und der Austausch von Daten mit anderen Nicht-EU-Staaten, wie USA, großzügig geregelt. Und nach einiger Zeit könnte man noch Reisende ohne EU-Staaten-Pass, die innerhalb der EU reisen, entsprechend registrieren, und dann vielleicht irgendwann...

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  4. ...bei einem Staatenverbund, der haufenweise Landgrenzen hat und auf einem relativ kurzen Seeweg zu erreichen ist ohnehin nicht vernünftig. Selbst in den USA bin ich überzeugt, dass der Mitarbeiter der Homeland Security an der Passkontrolle nicht mal verlässlich(!) sehen kann, ob ich den ESTA überhaupt ausgefüllt habe. Dazu kommt, dass der Schengen Raum und die EU disjunkte Mengen sind (Norwegen, Schweiz, UK, Irland...). Und schließlich gibt es in fast allen Staaten des Schengen Raums eine Meldepflicht.

    Bestimmt muss man für ein solches System aber erstmal einen Haufen Geld ausgeben.....und bis es funktioniert erst recht. Auch hier sei an die USA erinnert: Das Checkout System hat niemals richtig funktioniert. Man konnte also niemals ermitteln, wer das Land überhaupt wieder verlassen hat.

  5. 13. Clever!

    "Wer aus einem Land mit Visafreiheit in die EU einreisen will, meldet sich dann online an, sagt, wer er ist und was er in der EU will."
    Genau, das wird die Sicherheit in Europa -total- erhöhen. Natürlich werden die Terroisten und Kriminelle bei dieser sinnvollen Onlinebefragung über ihre Beweggründe ehrlich angeben, dass sie ein Gebäude in Deutschland in die Luft sprengen möchten, oder vielleicht auch nur etwas Diebstahl begehen wollen. Selbstverständlich mit Name und Anschrift, wie von unserem klugen Herr Friedrich gefordert. Am besten mit einem einfachen Multipli-Choice Verfahren in mehreren Sprachen, zum Ankreuzen.

  6. ... wir brauchen nur solche die uns nützlich sind! Ich finde ja auch, man sollte langsam darüber nachdenken, ein Land auf der Welt ausschließlich für den Pöbel bereitzustellen. Da kann dann der ganze kranke, alte, behinderte, kinderreiche, arme etc. "Menschenmüll" hin. Drumherum bauen wir dann ganz große, hohe Mauern und eine klasse Schussanlage. Ab und an schmeißen wir nach streng (natürlich von uns gemachten) Regeln Essen über den Zaun.
    Wer Ironie findet, darf sie behalten!

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    Antwort auf "ja, aber"
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    Wenn Sie eine einfache Antwort haben wollen: Ja !
    Aufnahmen aus humanitären Gründen stehen dem ja nicht im Wege. Aber wer meint, wir hätten Platz und Geld um all die Menschen glücklich zu machen, denen es (leider, leider) zuhuase nicht gut geht, der lebt in einer Märchenwelt und motzt immer ales erstes und am lautesten wenn gegenüber seines Vorgartens ein Asylantenhaus (Darf man das noch sagen ?) aufmacht.
    Wir brauchen Menschen, aber wir brauchen vor allen Dingen Qualifizierte, wenn Sie es besser so benennen möchten. Wenn die Leute nicht gerade 18-30 sind, sondern viel älter, können wir sie nicht noch jahreang ausbilden. Firmen machen das sowieso nicht. Habe ich doch selbst erlebt, das man draussen bleibt wer keine 30 jährige Erfahrung nebst Kundenstamm mitbringt.

  7. 15. tüdel

    es geht um Einreisen aus Nicht-EU Ländern

    Antwort auf "Wie setzt man das um?"
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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Europäische Union | Reise | Bewusstsein | Einwanderung | Gewinn | Innenminister
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