Warren Hartley und Kieran Bohan an ihrem Hochzeitstag: Sie schlossen die erste gleichgeschlechtliche Ehe in Liverpool © www.simplyperfection.co.uk/Reuters

Überraschende Einigkeit beim Streitthema Homo-Ehe: Drei von vier Bürgern (74 Prozent) würden die völlige Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der traditionellen Ehe begrüßen. Das geht aus einer Forsa-Umfrage für den Stern hervor. Demnach treten selbst etwa zwei Drittel der Unionswähler (64 Prozent) für eine völlige Gleichstellung ein. Unter allen Befragten sprechen sich 23 Prozent dagegen aus, drei Prozent sind unentschieden.

Am stärksten befürworten Wähler der Grünen (86 Prozent) und der SPD (82 Prozent) die Gleichstellung. Aber auch die Sympathisanten der FDP (71 Prozent) und der Linken (70 Prozent) sind mit großer Mehrheit dafür.

Besonders heftig wird derzeit in der Union über das Thema gestritten. Vertreter des konservativen Flügels und der CSU plädieren dafür, zunächst ein bereits im Sommer erwartetes Urteil des Bundesverfassungsgerichts abzuwarten. Die Richter in Karlsruhe beraten gerade darüber, ob homosexuelle Partnerschaften steuerlich gleichgestellt werden sollen.

Das Verfassungsgericht hatte in der vergangenen Woche die Rechte homosexueller Paare zur Adoption von Kindern ausgeweitet. Demzufolge dürfen Schwule und Lesben, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, auch ein von ihrem Partner zuvor angenommenes Kind adoptieren. Ein Recht zur gemeinsamen Adoption eines Kindes durch Paare in eingetragenen homosexuellen Partnerschaften gibt es bislang aber nicht.