Rot-GrünStephan Weil neuer Ministerpräsident in Niedersachsen

Mit einer Mehrheit von einer Stimme hat Rot-Grün Stephan Weil ins Amt gewählt. Die neue Landesregierung besteht damit ihre erste Bewährungsprobe.

Stephan Weil kurz nach der Wahl im niedersächsischen Landtag

Stephan Weil kurz nach der Wahl im niedersächsischen Landtag

Niedersachsen wird seit dem heutigen Dienstag von einem rot-grünen Bündnis unter Führung des SPD-Ministerpräsidenten Stephan Weil regiert. Der Landtag in Hannover wählte den bisherigen Oberbürgermeister der Landeshauptstadt mit hauchdünner Mehrheit zum Nachfolger von David McAllister (CDU).

Der 54-jährige Weil bekam in geheimer Wahl exakt die erforderlichen 69 Ja-Stimmen – das entspricht genau der Zahl aller Abgeordneten von SPD und Grünen, die zusammen nur über einen Sitz mehr verfügen als CDU und FDP. Deren 68 Abgeordnete stimmten gegen Weil.

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Die Abstimmung war mit großer Spannung erwartet worden. Die SPD ging auf Nummer sicher und hatte ihre Abgeordneten schon am Montag nach Hannover kommen lassen.

Wichtigste Projekte: Agrarwende, Studiengebühren, Gorleben

In den vergangenen zehn Jahren wurde Niedersachsen von einem Bündnis aus CDU und FDP regiert, seit 2010 unter Führung McAllisters. Mit dem Machtwechsel in Hannover haben sich auch die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat verschoben. Die Sozialdemokraten stellen nun 9 der 16 Regierungschefs auf Länderebene. Die SPD hat dort nun eine gestalterische Mehrheit und kündigte bereits Initiativen zur Abschaffung des Betreuungsgeldes und zur Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns an. Allerdings bleibt der Bundestag die entscheidende Instanz für Bundesgesetze. Dort haben Union und FDP eine Mehrheit.

Nach dem knappen Wahlausgang in Niedersachsen am 20. Januar hatten sich SPD und Grüne in zügigen und weitgehend reibungslosen Verhandlungen auf die zweite rot-grüne Landesregierung verständigt. Das erste Bündnis dieser Art in Niedersachsen hatten im Jahr 1990 Gerhard Schröder und Jürgen Trittin ausgehandelt.

Zu den wichtigsten Projekten der neuen Landesregierung gehört eine Agrarwende mit der Stärkung von familiär geführten Höfen und einer strengen Reglementierung von Großbetrieben. Außerdem will Rot-Grün spätestens zum Wintersemester 2014/15 die Studiengebühren abschaffen und Regionen, die vom Bevölkerungsrückgang besonders betroffen sind, stärker fördern. Ein Atommüllendlager in Gorleben lehnen beide Seiten strikt ab.

 
Leser-Kommentare
  1. Allen Unkenrufen nach dem "Heide Mord" zum trotz ist der neue MP der rot-grünen Koalition nun im Amt und der Bundesrat hat mit dieser zusätzlichen Regierung nun weit mehr Möglichkeiten, eigene Initiativen auch durchzusetzen.

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    Und haben nun im Bundesrat noch mehr Möglichkeiten zum
    blockieren,ganz gleich ob Gut oder nicht Gut für die Bürger
    Hauptsache dagegen

    Und haben nun im Bundesrat noch mehr Möglichkeiten zum
    blockieren,ganz gleich ob Gut oder nicht Gut für die Bürger
    Hauptsache dagegen

  2. hier gibt es viel zu tun, nachdem Schwarz-Gelb hier verbrannte Erde hinterlassen hat.
    Als erstes im Landwirtschaftsressort aufräumen und dann Nägel mit Köpfen machen.

    11 Leser-Empfehlungen
  3. Wenn ja, frage ich mich, wie das funktioniert.

    Hat man dann als Schüler in der 5. Klasse Gymnasium quasi das Abitur schon sicher?
    Bisher waren die Alternativen für Gymnasiasten Schulart wechseln (auf die Realschule) oder Sitzen bleiben. Müssen jetzt alle Nachzügler auf den Gymnasien gleich auf die Realschule?
    Was ist, wenn man die Zwischenprüfungen in der 10. Klasse nicht besteht? Hat man dann keine Chance mehr die 10. zu wiederholen (sondern steht ohne Abschluss da)?
    Was ist wenn Eltern und Schüler gerne eine Klasse wiederholen wollen?

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    • Kelhim
    • 19.02.2013 um 14:52 Uhr

    ... die kein Sitzenbleiben kennen und trotzdem keine sabbernden Idioten von den Schulen schicken. Also problemlos.

    • Kelhim
    • 19.02.2013 um 14:52 Uhr

    ... die kein Sitzenbleiben kennen und trotzdem keine sabbernden Idioten von den Schulen schicken. Also problemlos.

  4. so kann es gerne weitergehen; leicht wird es nicht werden bei einer CDU, die auf Kampf eingestellt ist, statt zu begreifen, daß eine Opposition Verantwortung für das Ganze trägt. -

    8 Leser-Empfehlungen
  5. Mit Rot-Grüner Vetterlewirtschaft wird das nächste Bundesland herabgewirtschaftet.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • Hokan
    • 19.02.2013 um 14:54 Uhr

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Kommentarstil. Die Redaktion/mak

    ... habe ich bisher vornehmlich in der Farbgebung "schwarz" kennengelernt, aber man lernt ja nie aus.

    >> Mit Rot-Grüner Vetterlewirtschaft wird das nächste Bundesland herabgewirtschaftet. <<

    ... gut :-)

    Herr Weil freut sich bestimmt schon auf den nächsten Urlaub auf Sylt, Einladungen zum Oktoberfest und nicht zu vergessen: ein schickes, neues Bobbycar.

    • WeLi
    • 19.02.2013 um 16:07 Uhr

    Wenn Sie einer demokratischen Wahl nichts als sauertöpfischen Zynismus abgewinnen können, ist das bedauerlich.

    • Hokan
    • 19.02.2013 um 14:54 Uhr

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Kommentarstil. Die Redaktion/mak

    ... habe ich bisher vornehmlich in der Farbgebung "schwarz" kennengelernt, aber man lernt ja nie aus.

    >> Mit Rot-Grüner Vetterlewirtschaft wird das nächste Bundesland herabgewirtschaftet. <<

    ... gut :-)

    Herr Weil freut sich bestimmt schon auf den nächsten Urlaub auf Sylt, Einladungen zum Oktoberfest und nicht zu vergessen: ein schickes, neues Bobbycar.

    • WeLi
    • 19.02.2013 um 16:07 Uhr

    Wenn Sie einer demokratischen Wahl nichts als sauertöpfischen Zynismus abgewinnen können, ist das bedauerlich.

    • Kelhim
    • 19.02.2013 um 14:52 Uhr

    ... die kein Sitzenbleiben kennen und trotzdem keine sabbernden Idioten von den Schulen schicken. Also problemlos.

    5 Leser-Empfehlungen
    • Hokan
    • 19.02.2013 um 14:54 Uhr

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Kommentarstil. Die Redaktion/mak

    2 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Klassischer Fehlstart"
  6. ... habe ich bisher vornehmlich in der Farbgebung "schwarz" kennengelernt, aber man lernt ja nie aus.

    8 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Klassischer Fehlstart"
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    ... stimmt, es heißt hier Genossenfilz oder langWeilig.

    ... stimmt, es heißt hier Genossenfilz oder langWeilig.

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