NSU-Affäre: Polizei hielt Unterlagen von Mundlos für unwichtig
Die Namen von 50 Bekannten der NSU-Terroristen waren den Behörden seit 1998 bekannt. Passiert ist nichts. Die Polizei hielt die Unterlagen für unwichtig.
Eine neue Panne empört die Mitglieder des NSU-Untersuchungsausschusses im Bundestag. Die Abgeordneten haben erst diese Woche eine Liste mit Namen von Bekannten des Terroristen Uwe Mundloserhalten, obwohl das Papier schon seit März 2012 beim Bundeskriminalamt gelegen haben soll. "Ich bin einigermaßen schockiert", sagt am Donnerstag Eva Högl, Obfrau der SPD-Fraktion. Von einem "völligen Kommunikationsdesaster" spricht der Grünen-Obmann Wolfgang Wieland.
Aber die Aufregung geht noch über den Ärger hinaus, ein brisantes Papier erst spät erhalten zu haben. Die Adressenliste ist auch ein weiterer Hinweis auf gravierende Fehler der Polizei bei der Suche nach der Terrorzelle.
Das Papier mit mehr als 50 Namen steckte in einer Plastiktüte, die Thüringer Polizeibeamte im Januar 1998 aus einer Garage in Jena mitnahmen. Nicht aus irgendeiner Garage: Dort lagen Rohrbomben, die mutmaßlich Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe gebaut hatten. Noch während der Razzia tauchten die drei ab.
Ein "tragischer Fehler"
Auf der Liste stehen Namen, Orte und Telefonnummern, die auf die Spur der verschwundenen Rechtsextremisten hätten führen können. Das gilt auch für eine weitere, bereits bekannte Adressliste von Mundlos. Sie hatte in der Garage in einem Karton gelegen. Doch die Zielfahnder, die das Landeskriminalamt Thüringen 1998 auf das Trio ansetzte, bekamen das Material nicht. Das hat einer von ihnen bereits dem Ausschuss berichtet. Ein Grund für die Panne war, dass ein in Thüringen tätiger Beamter des Bundeskriminalamts die Adressliste aus dem Karton als unbedeutend abtat.
Einen "tragischen Fehler" hält der Unionsobmann im Ausschuss, Clemens Binninger, BKA und LKA vor. Die Adressenlisten wären "eine Blaupause gewesen für eine erfolgreiche Zielfahndung". Auf beiden Listen, sie scheinen teilweise identisch zu sein, stehen auch Namen von Personen in Chemnitz. In der sächsischen Stadt hatte sich das Trio nach der Flucht aus Jena bis Sommer 2000 in mehreren Wohnungen versteckt. Hätten die Zielfahnder die Adresslisten gehabt, wären sie nach Chemnitz gefahren – mit einer beachtlichen Chance, die drei aufzustöbern. Womöglich wären alle Gewalttaten des NSU – zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle – zu verhindern gewesen.
Großer Andrang bei Zschäpe-Prozess erwartet
Eine Sprecherin des BKA sagt nur, die laufende Arbeit des Untersuchungsausschusses werde nicht kommentiert. Bundesinnenminister Hans- Peter Friedrich (CSU) hat allerdings, wie sein Haus auf Anfrage mitteilt, das BKA aufgefordert, "zu dem Sachverhalt zu berichten". Außerdem habe das Ministerium auch in dieser Angelegenheit den Untersuchungsausschuss "bislang umfassend und schnellstmöglich informiert und wird das auch weiterhin tun".
Unterdessen deutet sich an, dass bei dem im April beginnenden Prozess gegen Zschäpe und vier Mitangeklagte Platznot herrschen wird. Der vom Oberlandesgericht München vorgesehene Saal fasst 220 Personen, die Hälfte stellen allein die Nebenkläger und ihre Anwälte. Für die Medien bleiben nur 50 Plätze übrig, trotz des zu erwartenden Andrangs aus dem In- und Ausland. "Es ist außerordentlich wichtig, dass alle, die es wollen, von diesem Prozess erfahren", mahnt die Obfrau der NSU-Opfer, Barbara John, "deshalb sollte die Hauptverhandlung die größtmögliche Öffentlichkeit haben". Angesichts des zu befürchtenden Gedränges verweist John auch auf die psychischen und zum Teil auch physischen Leiden von Opfern und Angehörigen.







kann das wohl wirklich wahr sein?
Da werden Bomben gebaut und die Adressenlisten sind unwichtig???
Deutschland ist auf dem rechten Auge wirklich blind - bei der Polizei und dem Verfassungsschutz.
Nein, das kann ich nicht glauben:
Ein Beamter des Bundeskriminalamtes hält eine Adressliste für unwichtig, die zusammen mit Rohrbomben und anderem Mist gefunden wird?
Diese Lügengebäude rund um die NSU-Ermittlungen machen mich ganz schwindlig. Das ist wirklich Bananenrepublik pur.
daß die Zielfahnder die Adreßlisten nicht bekamen, zumal vom Tod von Mundlos und Böhnhardt sofort telefonisch der damals schon pensionierte Verfassungsschützer Wießner unterrichtet wurde mit der Frage, ob er wisse, wo Beate Zschäpe sich aufhielte (um auch sie zu töten?). - Wolfgang Schäuble als damaliger Bundesinnenminister und HP Friedrich haben noch etliches zu klären, genausogut das BKA. -
Sie scheinen ein bißchen bei der Gesamtbetrachtung die Zeitabstände zu übersehen, wurde doch die Adressliste 1998 nicht an die damalige Zielfahndung übergeben, U.Mundlos aber 2011 tot aufgefunden.
Interessant finde ich aber Ihren folgenden Satzteil:
"ob er wisse, wo Beate Zschäpe sich aufhielte (um auch sie zu töten?)."
hätten noch einige soi einiges zu erzählen.
Ich wette 10 Jahresgehälter gegen eine Hand voll alter Knöpfe, daß sie es niemals tun werden.
Und seltsamerweise wird sie auch niemend dazu zwingen...
---
Ich persönlich halte den Verfassungsschutz für eine größere Demokratiebedrohung als alle rechten, linken und islamistischen Terroristen zusammen.
Aber das ist natürlich nur eine unbewiesene Verschwörungstheorie...
Sie scheinen ein bißchen bei der Gesamtbetrachtung die Zeitabstände zu übersehen, wurde doch die Adressliste 1998 nicht an die damalige Zielfahndung übergeben, U.Mundlos aber 2011 tot aufgefunden.
Interessant finde ich aber Ihren folgenden Satzteil:
"ob er wisse, wo Beate Zschäpe sich aufhielte (um auch sie zu töten?)."
hätten noch einige soi einiges zu erzählen.
Ich wette 10 Jahresgehälter gegen eine Hand voll alter Knöpfe, daß sie es niemals tun werden.
Und seltsamerweise wird sie auch niemend dazu zwingen...
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Ich persönlich halte den Verfassungsschutz für eine größere Demokratiebedrohung als alle rechten, linken und islamistischen Terroristen zusammen.
Aber das ist natürlich nur eine unbewiesene Verschwörungstheorie...
Sie scheinen ein bißchen bei der Gesamtbetrachtung die Zeitabstände zu übersehen, wurde doch die Adressliste 1998 nicht an die damalige Zielfahndung übergeben, U.Mundlos aber 2011 tot aufgefunden.
Interessant finde ich aber Ihren folgenden Satzteil:
"ob er wisse, wo Beate Zschäpe sich aufhielte (um auch sie zu töten?)."
können sich auf bemerkenswerte Indizien stützen:
http://www.politplatschqu...
Der Verdacht, daß hier staatliche Stellen etwas vertuschen wollen, ist mittlerweile so groß geworden, daß er weit über das Gesichtsfeld der Journalisten hinausgewachsen ist. Deshalb erkennen sie ihn nicht. Schade.
können sich auf bemerkenswerte Indizien stützen:
http://www.politplatschqu...
Der Verdacht, daß hier staatliche Stellen etwas vertuschen wollen, ist mittlerweile so groß geworden, daß er weit über das Gesichtsfeld der Journalisten hinausgewachsen ist. Deshalb erkennen sie ihn nicht. Schade.
hätten noch einige soi einiges zu erzählen.
Ich wette 10 Jahresgehälter gegen eine Hand voll alter Knöpfe, daß sie es niemals tun werden.
Und seltsamerweise wird sie auch niemend dazu zwingen...
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Aber das ist natürlich nur eine unbewiesene Verschwörungstheorie...
Vielleicht sollte man diesen Film zur besten Fernsehzeit mal wieder senden.
Wir sind alle kleine Sünderlein,
's war immer so, 's war immer so.
Englein können wir im Himmel sein,,
's war immer so, immer so.
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