KarrierelaufbahnAnnette Schavan – Bildungspolitikerin durch und durch

Die Bundesbildungsministerin stolpert über eine Plagiatsaffäre. Dabei hatte Schavan sich vor ihrem Rücktritt in der Forschungslandschaft erhebliches Ansehen erarbeitet.

Annette Schavan bei der Bekanntgabe ihres Rücktritts

Annette Schavan bei der Bekanntgabe ihres Rücktritts  |  © John Macdougall/GettyImages

Annette Schavan kann auf eine langjährige Zeit als CDU-Bildungspolitikerin zurückblicken. Vor ihrem Rücktritt als Bundesbildungsministerin hatte sie sich in der deutschen Forschungs- und Bildungslandschaft ein erhebliches Ansehen erarbeitet. Bevor sie 2005 in Berlin den Posten der Bundesministerin für Bildung und Forschung übernahm, war sie zuvor schon zehn Jahre Kultusministerin in Baden-Württemberg.

Die 57-Jährige studierte katholische Theologie, Philosophie und Erziehungswissenschaften.1980 erwarb sie in Düsseldorf den Doktortitel, der ihr am vergangenen Dienstag von der Universität wegen "vorsätzlicher Täuschung durch Plagiat" in ihrer Arbeit wieder aberkannt worden war.

Anzeige

Ihre Berufslaufbahn nach dem Studium begann Schavan als Referentin bei der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk in Bonn, deren Leitung sie 1991 übernahm. 1995 wurde Schavan als Kultusministerin nach Baden-Württemberg gerufen, sie stand damals für eine besonders konservative Bildungspolitik.

Noch nie hatte ein Bildungsministerium so viel Geld zur Verfügung

Ende 2004 unterlag Schavan in Baden-Württemberg bei einer CDU-Mitgliederabstimmung über die Nachfolge des vorzeitig ausgeschiedenen Ministerpräsidenten Erwin Teufel.

In der Bundes-CDU machte sie schnell Karriere. Von 1998 bis 2012 war die enge Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel stellvertretende Parteivorsitzende. Als Wissenschaftsministerin war Schavan eine Verfechterin der Mitzuständigkeit des Bundes in der Forschungs- und Bildungspolitik. Sie baute daher mit zahlreichen Initiativen den Bundeseinfluss in diesen Feldern erheblich aus. Noch nie hatte das Ministerium für Bildung und Forschung soviel Geld zur Verfügung. Doch die Bilanz, ob mit diesem Geld auch die richtigen Anstöße gegeben wurden, ist politisch äußerst strittig.

Die milliardenschwere Exzellenzinitiative ihrer Amtsvorgängerin Edelgard Bulmahn (SPD) zur Stärkung der Spitzenforschung setzte Schavan erfolgreich fort. Mehrere andere Projekte, wie etwa das von ihr unter FDP-Druck auf den Weg gebrachte Deutschland-Stipendium für besonders leistungsstarke Studenten, kommen dagegen aus den Anlaufproblemen nicht hinaus.

Die überfällige Bafög-Erhöhung zur Breitenförderung hatte Schavan dagegen schon im zweiten Jahr vor sich her geschoben. Kritiker vermissten eine Struktur in ihrer Bildungspolitik.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Kein weiterer Kommentar.........
    No !

    2 Leserempfehlungen
    • NWJ
    • 10. Februar 2013 21:19 Uhr

    Hoffentlich sind das keine typischen Merkmale für das weibliche Geschlecht. jedenfalls leidet Frau Merkel ebenso wie Frau Schavan unter erheblichen Realitätsverlust. Wie kann man Frau Schavan als die beste Bildungsministerin aller Zeiten bezeichnen. Viele Experten haben da eher eine gegenteilige Meinung. or allen Dingen, weil Frau Schavan mie ein schlüssiges Konzept hatte. Was für sie als Landesministerin noch galt, galt als Bundesministerin nicht mehr. Warum dann diese Auszeichnung von Frau Merkel. Ist diese Dame mitlerweile auch schon zu lange im Amt? Für Bildung hatte Frau Schaven kein E-Cent übrig, alles wurde in die Wissenschaft gesteckt, weil sie sich dort feiern lassen wollte. Beleg dafür ist die ungehemmte Unterstützung von dieser Seite bezüglich ihrer Plagiats-Affäre. Wenn sie in einer Ehe mit Kindern gelebt hätte, dann hätte es vielleicht eine Chance für Bildung gegeben. Deutschland kann sich glücklich schätzen, diese Dame nicht mehr in diesem Amt zu haben. Es kann einfach nur besser werden Frau Merkel.

    5 Leserempfehlungen
  2. Da hat sich jemand ie Mühe gemacht, die Rede vom Samstag ins Reine zu übersetzen, damit man den Inhalt richtig versteht:
    http://plagiatschavan.wor...

  3. In einem Artikel der FAZ wurde vor allem das Engagement Schavans in Ba-Wü kritisch gewürdigt. In punkto Reformen soll sie dort durch Hyperaktivität aufgefallen sein. Viele ihrer Reformen sollen unausgegoren gewesen sein. Von einer Überforderung der Lehrer war da die Rede. Und Widerspruch habe sie nicht geduldet.

    Die Abschiedsworte von Mutti waren zwar von Wärme geprägt, aber trotzdem sollte Schavans Wirken im Bereich Bildung und Forschung kritisch bewertet werden.

  4. was hat sich denn fuer vorschueler,grundschueler, real- schuler oder gymnasiasten positiv veraender? an jedem kirchtum eibe andere schupolitik! bei jedem regierungs-wechsel in den laendern was neues. studieren ist weiterhin nur was fuer die, die es sich leisten koennen. was ist mit dem beamteum fuer lehrer und dessen abschaffung? was mit kleineren klassen? was mit mehr geld fuer die laender, die sich trotz vollmuendigen ankuendigungen bildung nicht mehr leisten koennen, weil der bund ihnen immer mehr kosten ueberbuegelt? was mit einer verjuengung des total ueberalterten lehrkoerpers? der foederalismus ist der tot der bildungspolitik! 80 % aller eltern sehen das so! ich war 9 jahre schulsprecher einer schule fuer 1000 schueler - und das vor 7 jahren - schon damals war das so!

    ausser ihrer freundin nach dem mund zu reden (angela) hat diese frau nichts wirklich messbares hinterlassen -- nicht fuer uns normalbuerger!

    was fuer eine altersversorgungsansprueche hat sie jetzt eigentlich?

    Eine Leserempfehlung

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, jam
  • Schlagworte Annette Schavan | Angela Merkel | SPD | Bildungspolitik | Edelgard Bulmahn | Erwin Teufel
Service