Bildungspolitik : Wanka fordert von Ländern mehr Geld für Universitäten

Kurz nach ihrer Vereidigung als Bildungsministerin hat Johanna Wanka die Länder gemahnt, zusätzliche Studienplätze zu schaffen. Eine Bafög-Erhöhung schloss sie aus.

Die neue Bundesbildungsministerin Johanna Wanka drängt die Länder, angesichts des Ansturms auf die Hochschulen mehr Geld für zusätzliche Studienplätze auszugeben. "An der Stelle werde ich mit den Ländern sehr konsequent verhandeln", kündigte die CDU-Politikerin kurz nach ihrer Vereidigung als Ministerin an.

Hintergrund ist die Verhandlung über den Hochschulpakt. Wegen der vielen Studienanfänger verlangen die Länder dabei einen Nachschlag von 1,9 bis 3,4 Milliarden Euro aus der Bundeskasse. Im April soll erneut verhandelt werden. "Da kann ich ganz deutlich sagen, dass der Bund in den letzten Jahren konsequent war und zuverlässig finanziert hat", sagte Wanka.

Dem Vorhaben von Vorgängerin Annette Schavan (CDU), mit einer Grundgesetzänderung mehr Bildungskooperation zwischen Bund und Ländern bei den Hochschulen durchzusetzen, gibt Wanka angesichts des rot-grünen Widerstands keine Chance mehr. "Ich habe keine großen Hoffnungen, dass da bis zur Wahl noch etwas erfolgt." Das sei sehr bedauerlich.

Schwerpunkt auf der Lehrerbildung

Als Schwerpunkte bis zur Bundestagswahl nannte Wanka den geplanten Ausbau der Lehrerbildung. Zudem solle mehr Bildungsgerechtigkeit hergestellt werden. "Mich interessiert der Übergang von beruflicher in akademische Bildung oder auch umgekehrt."

Wanka will nach eigenen Worten auch bei der Forschung Akzente setzen und die Projekte zur Energiewende stärker bündeln. Die Forschung zu den großen Volkskrankheiten solle möglichst schnell bei den Leuten ankommen.

Keine Bafög-Erhöhung

Hoffnung auf eine baldige Bafög-Erhöhung machte Wanka nicht, obwohl es die letzte Erhöhung der studentischen Ausbildungsförderung am 1. Oktober 2010 gab. "Bafög ist schwierig." Es sei eine Gemeinschaftsaufgabe. Wanka sagte, dass sie keine Verständigung darüber mit den Ländern erwarte.

Wanka war bereits fast zehn Jahre in Brandenburg und knapp drei Jahre in Niedersachsen Wissenschaftsministerin. Sie folgt auf Annette Schavan, die nach dem Entzug ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf ihren Rücktritt erklärt hatte.

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Kommentare

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Wanka fordert von Ländern mehr Geld für Universitäten

"Hintergrund ist die Verhandlung über den Hochschulpakt. Wegen der vielen Studienanfänger verlangen die Länder dabei einen Nachschlag von 1,9 bis 3,4 Milliarden Euro aus der Bundeskasse. Im April soll erneut verhandelt werden. "Da kann ich ganz deutlich sagen, dass der Bund in den letzten Jahren konsequent war und zuverlässig finanziert hat", sagte Wanka."

Gerade weil bei einschlägig bekannten Themen durchaus entschlossen gefordert wird, Katholischen Krankenhäusern keine öffentlichen Gelder zukommen zu lassen,

wird es sicher manche freuen, daß bei der Finanzierung von säkularen Hochschulen durchaus auch katholische Steuergelder verwandt werden dürfen.

Man muß nun mal auch gönnen können.
Bitteschön.

Zusammenhang??

Bei diesen beiden Themen gibt es wohl keinen Zusammenhang. Zwar müsssen und werden beide Gebiete (Krankenversorgung, Bildung) von der Allgemeinheit über die Steuern finanziert- jedoch ging es bei den kath. Krankenhäusern nicht darum ihnen die Finanzierung zu entziehen weil sie kath. sind, sondern weil sie scheinbar NICHT allumfassend für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Und da kann man sich schon fragen ob eine Institution, die das nicht leistet von der Allgemeinheit gefördert werden soll. Im Gegensatz kenne ich keine Uni, die kath. Studenten aufgrund ihres Glaubens ausschließt ;-)

Steuermittel kommen von allen

Zum Thema:
"Hintergrund ist die Verhandlung über den Hochschulpakt. Wegen der vielen Studienanfänger verlangen die Länder dabei einen Nachschlag von 1,9 bis 3,4 Milliarden Euro aus der Bundeskasse."

Bildung, Ingenieure sind die Zukunft des Industriestandortes Deutschland. Eine diebezüglich ordentliche Finanzierung herbeiführen zu wollen, ist zu loben.

"(...) "NICHT allumfassend für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen."

Bei zur Zulassung zur Uni gibt es keine Regeln? Alle Uni sind gleich? Nein, das glaube ich nicht.

"Im Gegensatz kenne ich keine Uni, die kath. Studenten aufgrund ihres Glaubens ausschließt ;-)"

Nein, es gibt auch keine Katholischen Krankenhäuser, die Notfall- Patienten abweisen.
Übrigens gibt es natürlich auch keine Uni die ursprünglich katholische Gelder ausschließt. ;)

Mein Hinweis in #3 will das Verständnis dafür stärken, daß vielfälige Aufgaben, wie etwa vielfältige Bildung, von vielen Gruppen in Deutschland mitgetragen wird.
Und das ist auch gut so.

Allgemeinheit

...ihre Vergleiche stimmen schon wieder nicht. Es geht nicht darum das eine Hochschule ALLE Bewerber annimmt- sonder darum das niemand aus diskriminierenden Gründen nicht angenommen wird- und das findet NICHT statt. Anders bei dem Fall der vergewaltigten Frau, die in mehreren kath. Krankenhäusern um eine Untersuchung bat- und ich würde das schon als Notfall sehen. Ihr wurde die Behandlung verweigert, obwohl diese notwendig ist und vorgeschrieben ist. Die Abweisung kam nur dadurch zu Stande, dass die Ärzte der kath. Krankenhäuser nicht die eventuell gewünschte Pille verschreiben wollten/durften. In diesem Zusammenhang kam die Frage auf, ob Krankenhäuser die von der Allgemeinhat mitfinanziert werden eine solche Notfallbehandlung ablehnen dürfen bzw. ob dann nicht die Finanzierung in Frage gestellt werden sollte.

Was die Finanzierung von Bildungseinrichtungen durch Gelder der Kirche damit zu tun haben sollte, erschließt sich mir nicht.