Hartz-IV-ReformenHalbherziger Empfang für Schröder bei der SPD

Zehn Jahre Hartz-Reform, zehn Jahre Absage Irakkrieg. Zum Jubiläum empfing die SPD-Fraktion Ex-Kanzler Schröder – und hadert weiter mit seinem Erbe. von 

Altkanzler Gerhard Schröder

Altkanzler Gerhard Schröder  |  © Adam Berry/Getty Images

Er ist wieder da. Das Dröhnen hört man schon von Weitem. Er wird umringt von Kameramännern, die er duzt und ankumpelt. Neben ihm läuft Frank-Walter Steinmeier, früher sein Kanzleramtschef, heute Fraktionsvorsitzender der SPD. Die beiden ziehen Schulter an Schulter in den Saal ein. "Alles so wie früher hier", sagt Steinmeier. Gerhard Schröder lacht sein Schröder-Lachen.

Der Anlass für Schröders Rückkehr in die SPD-Fraktion ist ein Jahrestag, zu dem die SPD ein wenig entspanntes Verhältnis pflegt. Vor genau zehn Jahren verkündete Schröder im Deutschen Bundestag die Agenda 2010. Dass die SPD auf dieses Datum nicht uneingeschränkt stolz ist, zeigt sich schon daran, wie sie es begeht. Es gibt keine Festveranstaltung oder hochkarätige Denkschriften. Schröders kurzer Auftritt in der Fraktion ist fast alles, was die SPD an Agenda-Erinnerung zulässt. Offiziell ist sie nicht mal das einzige Thema an diesem Tag. Auch Schröders (weitaus populäreres) Nein zum Irak-Krieg jährt sich zum zehnten Mal. Vor allem daran solle erinnert werden, streut die Fraktionsführung.

Als Schröder die Fraktion betritt, wird er alles andere als begeistert empfangen. Natürlich, applaudiert wird ihm schon. Aber manche Genossen schneiden dabei ironische Grimassen. Es erheben sich auch nicht alle, als sich die Mehrheit schwerfällig zu stehenden Ovationen bemüht. Die anschließende Debatte bezeichnet Schröder später als "eher freundlich" oder "nicht unkritisch". Sie zeigt, dass die Agenda nach wie vor ein großes Reizthema für die SPD ist.

Auf der einen Seite stehen jene Führungspolitiker, die zuletzt versucht haben, sie öffentlich als Erfolgsgeschichte zu bewerben. Ihr eigentlicher Architekt Steinmeier beispielsweise wird nicht müde, an den "kranken Mann Europas" zu erinnern, als der Deutschland in Vor-Agenda-Zeiten noch gesehen wurde. Die Agenda 2010 sei die "entscheidende Weichenstellung" dafür gewesen, dass es Deutschland heute besser gehe als den meisten anderen europäischen Ländern, betont Steinmeier auch an diesem Tag. Die SPD, das ist sein Subtext, könne ruhig ein bisschen stolz sein.

Anzeige

Parteilinke glaubt nicht an Erfolgsmodell

Schröder sieht das natürlich ähnlich. Die Agenda habe "das Land nach vorn gebracht", zitiert er auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Fraktionssitzung Andrea Nahles. Er hat sie noch von früher gut als kritische Parteilinke in Erinnerung. Dass die heutige Generalsekretärin sich so äußere, zeige doch, dass die Agenda mittlerweile von großen Teilen der SPD akzeptiert werde, sagt Schröder.

So ganz stimmt das allerdings nicht. "Dieser Narrativ, dass die Agenda 2010 ein sozialdemokratisches Erfolgsmodell war, wird nie in der SPD funktionieren", sagt ein Parteilinker, der namentlich nicht zitiert werden will. Tatsächlich kann fast jeder aus dem linken Flügel die Kritik an der Agenda noch immer herunterleiern: Sie sei Schuld daran, dass der Niedriglohnsektor gewachsen und der Arbeitsmarkt gespalten worden seien.

Leserkommentare
  1. Unabhängig von den vielen Fehlern die die Agenda hat(te) ist das Geasmtfazit positiv. Jetzt ist es aber Zeit die Fehler auszubügeln und die nicht beabsichtigten negativen Folgen abzuschaffen!

    Subjektives Fazit von mir: 70% Erfolg!

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das Gesamtfazit ist negativ mit ein paar postiven Nebenfolgen.
    Es wird Jahrzehnte brauchen die Fehler von Harz IV auszubessern, da werden die Rentner in 30 Jahren noch darunter leiden.
    Und das das ausgerechnet von der SPD verursacht wurde wird man ihr nicht verzeihen solange es Menschen gibt die dabei waren als es eingeführt wurde.

    ironie ist doch eine feine sache

    ...wohl noch nie mit der "Agenda" und ihren "Erfolgen" persönlich zu tun gehabt. Denn anders kann ich mir ihren Kommentar nicht erklären!

    • H.v.T.
    • 13. März 2013 3:41 Uhr

    ´Gesamtfazit` ist tatsächlich, die Agenda 2010 ist alles andere als gelungen, zumindest für den größten Teil der europäischen Gesellschaft, denn alles hat eine Wechselwirkung, wenn das wirtschaftlich stärkste Land Europas eine derartige neue Gesellschaftsordnung einführt.

    Gerd Schröder und Joschka Fischer folgten der Lissabon-Strategie (Europäischer Frühjahrsrat im Jahr 2000), sie waren sich nicht zu schade dafür !

    Welches Gesellschaftssystem schaffte man damit ab ? Den Rheinischen Kapitalismus.

    Sie kennen den Unterschied ? Nun, zumindest G. Schröder und J. Fischer wußten genau, was sie taten.

    Es hätte auch die Möglichkeit gegeben, den Rheinischen Kapitalismus als europäisches Gesellschaftsmodell zu etablieren. Aber dafür hätte es Mut gegenüber den anglo-amerikanischen Vorstellungen einer Gestaltung der EU gebraucht.

    Aber es ist eben leichter, ganze Völker zu zwingen, als die Machtelite zu bekämpfen.

    So verquer ist unsere Lebenswelt; danke G. Schröder und J. Fischer, für soviel ´Heldenmut´.

  2. Was ich bei der ganzen Geschichte noch nicht verstehe: Wo ist eigentlich das Problem? Wofür die Kritik? Kann mir das jemand erklären?

    Für mich hört sich das so an, als wäre es etwas schlimmes, dass man ohne Ausbildung keinen guten Job bekommt. Ist das nicht normal? Ich meiner wer nichts zu bieten hat, bekommt auch nichts.

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es fehlten die flankierenden Maßnahmen z.B. vor allem Mindestlöhne !
    was auch G.Schröder meines Wissens schon öfter gesagt hat !

    Immerhin hat nach der Agenda 2010 auch ein Großteil der "Weniger-gut-Gebildeten" eine Arbeit. Was erwartet denn jemand, der keinen oder höchstens einen Pflichtschulabschluss hat?

    Lieber ein bescheidenes Einkommen ("Niedriglohnsektor") als gar keines (und sich mehr schlecht als recht von der Gemeinschaft aushalten zu lassen).

    >>
    Für mich hört sich das so an, als wäre es etwas schlimmes, dass man ohne Ausbildung keinen guten Job bekommt. Ist das nicht normal? Ich meiner wer nichts zu bieten hat, bekommt auch nichts.
    >>

    Was ist falsch an der Agenda 2010?

    ggf. eine Lebensleistung (bei Arbeitslosigkeit kurz vor der Rente) vernichtet wird

    die gesetzliche Rente bei sehr, sehr vielen nicht mehr zu einem bescheidenem, aber auskömmlichen Leben reicht

    selbst Akademiker nach zwölf Monaten "ungelernte Kräfte" sind.

    Ich gehe davon aus, daß Sie unter 50 sind, danach sind Sie nämlich betriebswirtschaftlich unbrauchbar, manchmal auch schon unter 40.

    Was interessieren mich meine Mitmenschen!

    Zitat: "Ich meine wer nichts zu bieten hat, bekommt auch nichts."

    Und was ist mit der FDP? Ach ja, die teilt ja Ihre Meinung.

    Vor der Agenda 2010 mussten sie z.B. als Meister keinen Gesellenjob annehmen, heute dagegen kann sich selbst ein Doktor nicht davor drücken in der Küche Teller zu waschen ohne Sanktionen befürchten zu müssen.

    Dann die ganzen Öffnungen in der Leiharbeit, die eigentlich durch die Equal Pay Regel kompensiert werden sollten, aber durch Clements Fehler, tariflich unterlaufen werden konnte. Und das wurde dann von den sogenannten Arbeitgebernahen christlichen Gewerkschaften reichlich ausgenutzt.

    Auch das man Leute die über 40 Jahre in das System eingezahlt haben mit jemanden gleich setzt der noch nie etwas bezahlt hat, ist schon eine recht groteske Sichtweise. Dabei hat die Lockerung des Kündigungsschutzes in vielen Fällen ihr übriges getan

    Und was die meisten gar nicht mehr wissen, sind die Leistungskürzungen in der GKV. Gerade die Zahnersatzleistungen wurden gnadenlos beschnitten.

    Mehr fällt mir auf die Schnelle nicht ein, aber ich denke das sind so mit die schlimmsten Auswüchse, die er auf die Bürger losgelassen hat. Trotz allem soll man nicht vergessen, das dies den Schwarz/Gelben damals noch nicht weit genug ging und sie bei einigem die Hand mit gehoben haben.

    Jede Menge Empfehlungen für diesen empathielosen, ja fast menschenverachtenden Kommentar?

    Herr Schröder hat mit seiner juristentypischen Menschenverachtung dafür gesorgt, dass Menschen die ihr ganzes Leben gearbeitet haben und von der Industrie dafür auf die Strasse gesetzt wurden, mit Pennern gleichgestellt wurden. Peter Hartz hatte nur die Idee Sozialhilfe und ALG II zusammenzulegen, der Rest dieses Machwerkes haben Schröders Komplizen erfunden. Außerdem hat er damit angefangen den Mittelstand zu zerschlagen, was nun von seiner Nachfolgerin weitergeführt wird. Da hofft man dass es ein Jenseits gibt in dem solche Gauner für ihre Taten büßen müssen.

    DAS ist daran verkehrt:

    http://www.zeit.de/politi...

    Selbst für Akademiker (und auch nicht in irgendeineinem Orchideenfach) gilt nach 1 Jahr: einmal Hartz IV - immer Hartz IV ! Egal, wieviel Du vorher geleistet hast, wieviel Du vorher eingezahlt hast, welcher Schicksalsschlag Dich heimgesucht hat - erst Recht, wenn Du jenseits der 40, 45 oder gar 50 bist.

    Du wirst gleich gestellt (und im öffentlichen Diskurs auch so behandelt), als hättest Du noch nie im Leben etwas gearbeitet. Die Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe plus die Verpflichtung JEDEN Dödeljob (egal wie qualifiziert Du bist) annehmen zu müssen, war DIE HAUPTSÜNDE der ganzen "Reform".

    Jeder erfahrene Personaler weiss, dass die bisher erworbenenen Qualifikationen durch dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse unter diesem Qualifikationsniveau entwertet werden.

    Erstens gibt es auch Leute, die trotz guter Ausbildung keinen guten Job bekommen (z.B. weil sie zu alt sind), und zweitens sollten auch Menschen, die keine Ausbildung haben (wofür sie u.U. nichts können) zumindest so viel verdienen, dass sie bei einem Vollzeitjob davon leben können. Ich vermute mal, dass Sie (Physik)Student sind, der vom richtigen Berufsleben noch nicht viel Ahnung bzw. praktische Erfahrung hat.

    http://www.zeit.de/politi...

    Das gesellschaftliche Klima ist durch diese "Reform" kaltschnäuzig und hartherzig geworden.

    Und das ausgerechnet durch eine Partei, die sich "sozial-demokratisch" nennt....

    Nicht zu vergessen Schröders Wahlbetrug ("links blinken, rechts abbiegen"), der Oskar Lafonatine dazu veranlasste zurückzutreten.

    Teilweise handelt es sich nicht um Kritik an der Agenda, sondern um Beschreibung von Problemen. Warum ist man zum Beispiel ab fünfzig betriebswirtschaftlich wertlos und was hat das mit der Agenda zu tun? Warum ist die Agenda daran schuld, wenn man als Akademiker keine Arbeit findet? Für mich hört sich das – zumindest aus der Distanz – als ein schlechter oder unflexibler Akademiker an.
    Und warum ist es kaltherzig, zu sagen, dass jemand der nichts gelernt hat, nicht auch schlechter dastehen soll als jemand der viel gelernt hat? Wäre das nicht ungerecht demgegenüber, der sich angestrengt hat?
    Ich sehe ja vollkommen ein, dass Extremfälle vermieden werden müssen. Bedingungslos. Einerseits aus Menschlichkeit, andererseits weil es schlichtweg der Gesellschaft schadet wenn es Menschen zu schlecht geht.
    Auch sehe ich ein, dass es Ungleichheiten verschiedener Arten von Geburt an gibt. Und die MUSS man beheben. Das ist ein nicht ausreichend gelöstes Problem. Ich denke das ist ein Problem des Bildungssystems, das man nicht durch ein hoch gespanntes soziales Netz abfangen kann.
    Aber mir scheint es, dass auch die Perspektive des Scheiterns wichtig ist, damit man sich anstrengt. Ich sehe so viele Menschen um mich herum die in meinen Augen schlichtweg faul sind und sich keine Gedanken über ihr Leben machen. Ich denke man sollte das Bewusstsein haben, dass man selber für sein Leben verantwortlich ist. Und nicht der Staat.

    [....]

    Es gibt reichlich Leute, die trotz guter Ausbildung keinen Job bekommen, wenn Sie das tatsächlich nicht wahrhaben wollen, lesen Sie vielleicht mal ein paar gute Zeitungen oder Blogs.

    Darüberhinaus: Schauen Sie sich bitte mal an, wieviele Leute mit Vollzeitjob staatliche Zuschüsse (d.h. Geld vom Steuerzahler!) bekommen müssen, um über die Runden zu kommen.

    Machen Sie sich bitte klar, dass durch die Einführung von Hartz4, das sowieso schon recht einseitige Gleichgewicht zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern vollends zu Gunsten Letzterer verschoben wurde.

    Erfassen Sie, was es volkswirtschaftlich bedeutet, wenn trotz permanenten Wirtschaftswachstums (mit Ausnahme von 2008/2009), die Reallöhne inflationsbereinigt sinken.

    [...]

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihren Ausdruck und gehen sachlicher auf andere Beiträge ein. Danke, die Redaktion/se

    Schlagen Sie am Wochenende die Zeitung auf und studieren Sie die Berufe, die von Zeitarbeitsfirmen nachgefragt werden. Da ist alles dabei.

    Das Märchen von den Unqualifizierten, Unproduktiven und - wie gerade in einer Phoenix-Runde vernommen - "16jährigen ohne Ausbildung", die angeblich und ausschließlich den Niedriglohn- und Zeitarbeitssektor bevölkern, ist dadurch leicht zu enttarnen.

    In einer Stadt wie Mönchengladbach gab es in den 90er Jahren genau drei Zeitarbeitsfirmen. Das Dienstleistungsspektrum umfasste fast ausschließlich Helfertätigkeiten. Heute sind es über 50 Unternehmebn mit einem Portfolio quer durch die Berufswelt.

    Sie können auch nach der abschließenden Bundestagsdebatte zum Thema Hartz-Gesetze googlen, in der der damalige Wirtschaftsminister Clement sagte, dass das Prinzip "Gleicher Lohn für gleiche Artbeit" nicht angetastet werden dürfe. Heute ist er für eine Verleihfirma tätig und setzt sich dafür ein, dass "equal pay" auf keinen Fall zum Durchbruch verholfen wird.

    ... wie auch, wer schon länger kein demokatisch erworbenes Mandat mehr besitzt, sein Maul halten. Wo ist das Mandat, wo die demokratische Legitimation? In Hinterzimmern, als Keynote-Speaker und in perpetuiert sich sowas Halbgares wie Networks, Die unterlaufen das System genauso wie jeder tumpe Hacker. Danke, Benedikt, dass wenigstens Sie während des Konkraves scheigen!

    • Hokan
    • 13. März 2013 13:11 Uhr

    Endlich einmal jemand mit einem klaren Standpunkt. Von nichts kommt nichts. Wer nichts zu bieten hat, bekommt halt nichts. Menschliches Sein auf die Stufe von Angebot und Nachfrage gehoben. Unsere marktradikalen Freunde von der Großen Freiheit werden da einen der ihren vermuten. Und auch dem Gerd wird 's recht sein.

    • cwvb
    • 13. März 2013 17:43 Uhr

    bitte denken Sie noch einmal nach: ohne Bildung keine Teilhabe (auch nicht am BIP?) Disqualifiziert da schon ein Rechtschreibfehler?

    Vielleicht hat das mit Chancengleichheit zu tun, die es in Deutschland nicht mehr gibt, das immer mehr Menschen nichts mehr zu bieten haben.. Und vielleicht liegt es an Menschen wie Ihnen, die solche Menschen am liebsten gleich entsorgen würden..nicht wahr..oder zumindest eine einfache Erklärung dafür finden..

  3. Das Gesamtfazit ist negativ mit ein paar postiven Nebenfolgen.
    Es wird Jahrzehnte brauchen die Fehler von Harz IV auszubessern, da werden die Rentner in 30 Jahren noch darunter leiden.
    Und das das ausgerechnet von der SPD verursacht wurde wird man ihr nicht verzeihen solange es Menschen gibt die dabei waren als es eingeführt wurde.

    48 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Gesamtfazit"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich habe Agenda 2010 geschrieben und nicht Harz 4, was nur ein Teil der Agenda war.

    Bei Hartz 4 ist das Fazit nicht ganz so positiv, da ein grundsätzlich guter Ansatz leider sehr schlecht umgesetzt wurde.

    Wenn es hart auf hart kommt, dann hat sich die SPD stets mit dem Großkapital verbündet und all ihre Glaubenssätze über Bord geworfen...!

    Die SPD ist Partei gewordenes Borderline...Dem Altkanzler huldigen und soziale Gerechtigkeit einfordern...gehts noch!?!

    dass die Rentenkassen in 30 Jahren ganz andere Probleme hätten, wenn man den Realitäten der demographischen Veränderungen der letzten 50 Jahre nicht Rechnung getragen hätte?
    Zur Information stelle ich Ihnen einen hochoffiziellen Link zur Verfügung, in dem Sie durch Verstellen der Jahreszahl sich mal anschauen können, wie die Bevölkerungspyramide mit hoher Wahrscheinlichkeit in 30 Jahren aussehen wird.
    https://www.destatis.de/b...
    Wenn Sie dann noch die jungen Leute rausrechnen, die in der Ausbildung und/oder im Studium sind, sehen Sie, was dann auf die Leute zukommt, die dann Steuern und Sozialabgaben zahlen. Die sind schon heute so hoch, dass vom Brutto nicht mehr viel bleibt. Die heutigen Verhältnisse werden den Menschen dann aber wie Goldene Zeiten vorkommen.
    Das Problem würde durch die Unsitte der jüngsten Vorgängergeneration, am besten schon Ende 50 ohne Abschläge in den Ruhestand zu wollen, drastisch verschärft. Auch durch höhere Renten würde der Berg, den dann die heute Jugendlichen abtragen müssten, ins Unermessliche steigen.
    Es würde also eine Schere entstehen zwischen den nicht arbeitenden, wohlhabenden Alten und den arbeitenden, aber gering verdienenden Jungen, die noch nicht einmal für ihre Familien, geschweige denn für ihre Renten vorsorgen könnten.
    Durch eine (eingeschränkte) Bescheidenheit der jetzigen 40- und 50-Jährigen wird sich das Lebensniveau zwischen Arbeitenden und Ruheständlern wahrscheinlich angleichen: beide haben weniger als heute.

    Zuerst wird Schröder in der ZEIT bei der SPD "gefeiert", wenige Stunden später fällt sein Empfang nur noch "halbherzig" aus. Was gilt nun?[...]

    Gekürzt. Bitte beachten Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/ls

    Sie selbst und laden Erbschuld auf alle diejenigen, die es in der SPD ändern wollen. - Den Zeitenverlauf kann niemand zurückschrauben; alle gern noch fester angezogenen Daumenschrauben der heutigen CDU/CSU/FDP-Liebesregierung sollen offensichtlich darüber vergessen werden. -

    • dacapo
    • 13. März 2013 14:17 Uhr

    Aber sie stimmt deshalb noch lange nicht in dieser nachlaufenden Form. Die Reformen waren seinerzeit überfällig, nach den 16 Jahren Kohl. Wo waren die ach so kritisch sich gebenden "Gesellschaftspolitiker", die sich heutzutage hinter ihren Rechnern vorwagen, um die immer wiederkehrenden Mainstream-Vorwürfe gegen die SPD vorzubringen. Waren sie seinerzeit noch nicht flügge oder haben sie ein schlechtes Gedächtnis. Die Fehlentwicklungen dieser Agenda10 müssen selbstverständlich eingeschränkt werden. So wie es immer geschieht, im Leben eines jeden, so wie auch in der Politik. Jede Entwicklung muss korrigiert werden, immer wieder. Die Missbräuche müssen abgestellt werden. Aber vor allen Dingen müssen auch die Kritiker der Agenda10 ihr Lebensmotto und/oder Gesellschaftssport "Geiz ist Geil" abschwören. Jeder von uns beteiligt sich an der Schnäppchenjägerei, alles muss billig sein, besser noch billiger. Spätestens an den Wochenenden sitzen diese Schwarm-GesellschaftsKritiker an ihren Rechnern und suchen nach Schnäppchen im Netz. Möglichst Waren besorgen, die nicht nur billig sind, sondern auf jedweden Service verzichten, denn Arbeitskräfte verteuern die Schnäppchen. Verlogene deutsche Gesellschaft. Die verdammte Globalisierung wurde kaum kritisiert. Damit hat alles angefangen. Zufällig ab dann kamen sogar ausreichend gut Verdienende auf den Geschmack bei Aldi einzukaufen. Warum, viele von denen brauchten, brauchen auch heute noch nicht bei Aldi kaufen. Eben Schnäppchen.

  4. Eine andere Meldung lautet:

    "Gerhard Schröder wird von der SPD gefeiert".

    Im anderen Forum schrieb ich:

    <>

    War es nun falsch oder richtig? Oder sind die Legenden um die Agenda 2020 alle falsch?

    Wie kann eine Partei sich nur selbst so demontieren?

    12 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Da wird also ein Gerhard Schröder gefeiert, genau jener Gerhard Schröder, der es zu verantworten hat, daß

    ggf. eine Lebensleistung (bei Arbeitslosigkeit kurz vor der Rente) vernichtet wird

    die gesetzliche Rente bei sehr, sehr vielen nicht mehr zu einem bescheidenem, aber auskömmlichen Leben reicht

    selbst Akademiker nach zwölf Monaten "ungelernte Kräfte" sind.

    Und diese Partei tritt mit dem (Seeheimer) Steinbrück für "mehr soziale Gerechtigkeit" an?

    • doof
    • 12. März 2013 20:04 Uhr

    Zeitonline, 12.03.2013 - 15:50 Uhr

    "Gerhard Schröder wird von der SPD gefeiert

    Zehn Jahre nach der Agenda 2010 ist Altkanzler Schröder beim Besuch in der SPD-Fraktion bejubelt worden. "

    http://www.zeit.de/politi...?

    11 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • AndreD
    • 13. März 2013 0:08 Uhr

    Mainz (dpo) - Günther Welcke, der aufgrund einer seltenen Krankheit kein Langzeitgedächtnis besitzt, hat sich entschlossen, seine Stimme in diesem Jahr der SPD zu geben. Der gemeinsame Auftritt von Sigmar Gabriel und Peer Steinbrück bei der gestrigen Präsentation des vor allem auf soziale Gerechtigkeit ausgelegten Bundestagswahlprogrammes konnte den 35-jährigen Mainzer vollauf überzeugen.
    Welcke, der sich an nichts erinnern kann, was länger als ein halbes Jahr zurückliegt, begründet seine Entscheidung: "Die wollen Mindestlöhne, höhere Steuern für Reiche, Frauenquoten und Renten, von denen man leben kann. Das finde ich alles gut und deswegen will ich, dass diese SPD mal das Ruder übernimmt. Kleine Ausrutscher hin oder her: Besonders dieser Steinbrück scheint es gut mit den sozial Schwächeren zu meinen."

    Welcke geht davon aus, dass die Sozialdemokraten noch nie zuvor in der Regierungsverantwortung waren: "Sonst hätte die SPD das ja alles schon umsetzen können und wir wären niemals in eine Situation wie heute mit Lohndumping, Leiharbeit, deregulierten Finanzmärkten, Hartz IV und anderen sozialen Ungerechtigkeiten geraten."
    Freunde des 35-jährigen ohne Langzeitgedächtnis schüttelten auf Anfrage des Postillon nur traurig den Kopf. Sie erklärten, dass Welcke bereits vor den Bundestagswahlen 1998, 2002, 2005 und 2009 stolz angekündigt hatte, seine Stimme der SPD zu geben.

    http://www.der-postillon....

    Ja, mir ging es genauso. Hier "verhaltenener Beifall" beim "halbherzigen Empfang für Schröder bei der SPD", dort wird "Altkanzler Schröder beim Besuch in der SPD-Fraktion bejubelt"!!!??? Wer war denn nun dabei? Schlieben oder "Noname"? Agentur registriert Jubel, Schlieben Grummel. Ich dine des Klasse (Ironie aus!), wie die ZEIT an der Demontage der SPD strickt im Konzert mit den Springers usw. . Mutti soll es also weiter richten, schön für die da oben - offensichtlich sieht sich die ZEIT trotz einem Schmidt auch dort.

  5. aber auch verständlich.

    Joschka Fischer gehts ja noch schlechter.

    Dabei hat Schröder grosses geleistet. Bald sind alle gleich Arm (Alle sind gleicher als gleich), in Berlin alle gleich schlau (Wowi seit dank).

    Nein er hat nicht nur schlechtes geleistet, manche Reformen waren schlecht ausgearbeitet und halbherzig. Nichts ganzes nichts halbes.

    Wir sind aber auch ein unregierbares Volk. Wir wollen Multi-Kulti ohne Grenzen aber ordentliche Verhältnisse, Reichtum obwohl wir Reiche verabscheuen, Renten obwohl wir uns doch selbst Abschaffen wollen und Haßen. Was in anderen Ländern normal ist, ist in Deutschland verhasst daran ist auch Schröder gescheitert.

    Wir sind Deutschland.

    9 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    dazu passt auch

    http://www.cicero.de/berl...

    an der modernen multi-kulti Ideologie des grünen Kleinbürgers soll die Welt geneßen. Nur gut, wenn man selbst nicht von den Effekten seiner Premiumpolitik betroffen ist.
    Dass die SPD nun SChröder einlädt und Steinbrück auf seltsame Weise fehlt, zeigt doch einiges über die SPD, die mit allen Mitteln und mit allem Populismus zurück an die Macht will ( danke Gabriel!)
    Wenn Steinbrück so ein Gerechtigkeitsfan ist, dann darf er nicht 20 K pro Stunde nehmen. Heuchler!!

    "Wir sind aber auch ein unregierbares Volk. Wir wollen Multi-Kulti ohne Grenzen aber ordentliche Verhältnisse, Reichtum obwohl wir Reiche verabscheuen, Renten obwohl wir uns doch selbst Abschaffen wollen und Haßen. Was in anderen Ländern normal ist, ist in Deutschland verhasst daran ist auch Schröder gescheitert.

    Wir sind Deutschland."

    Haben Sie Philosophie studiert?

    Ich finde Ihre Aussage sehr tiefgründig und absolut zutreffend.

    Herr Schröder hat der Bundesrepublik einen Dienst erwiesen - den sozial Schwachen nicht.

    Ambivalent.

  6. Ich habe Agenda 2010 geschrieben und nicht Harz 4, was nur ein Teil der Agenda war.

    Bei Hartz 4 ist das Fazit nicht ganz so positiv, da ein grundsätzlich guter Ansatz leider sehr schlecht umgesetzt wurde.

    2 Leserempfehlungen
  7. Da wird also ein Gerhard Schröder gefeiert, genau jener Gerhard Schröder, der es zu verantworten hat, daß

    ggf. eine Lebensleistung (bei Arbeitslosigkeit kurz vor der Rente) vernichtet wird

    die gesetzliche Rente bei sehr, sehr vielen nicht mehr zu einem bescheidenem, aber auskömmlichen Leben reicht

    selbst Akademiker nach zwölf Monaten "ungelernte Kräfte" sind.

    Und diese Partei tritt mit dem (Seeheimer) Steinbrück für "mehr soziale Gerechtigkeit" an?

    38 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ich bin irritiert!?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • habuh
    • 12. März 2013 23:37 Uhr

    Es ist sehr erstaunlich, was immer wieder verschwiegen wird oe kaschiert und anderweitig hervorhebend betont: egal fast ob´s um Homoehen, die Leiharbeit oder die Frauenquoten.

    Das Wesentliche wurde als unwesentlich erachtet aber es gibt wieder neue Milliardäre, wie neulich zu erfahren war, und deren pro-Kopf-Vermögen ist ebenso enormst gestiegen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service