ARD-DeutschlandtrendPiratenpartei nur noch bei zwei Prozent

Die Grünen schneiden in der Sonntagsfrage so gut ab wie lange nicht. Die Kanzlerin bleibt beliebt, ihre Partei büßt an Zustimmung ein. Mit den Piraten geht es bergab.

Die von Rücktritten und Krisen geplagte Piratenpartei hat deutlich an Zustimmung bei den Wählern verloren. Im ARD-Deutschlandtrend erhält die Partei erneut einen Prozentpunkt weniger Stimmen und erreicht damit nur noch zwei Prozent – das bisher schlechteste Ergebnis bei der Umfrage von Infratest dimap. Damit würden die Piraten klar an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Die Grünen hingegen sind so beliebt wie lange nicht mehr. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würden 17 Prozent (+2) der Befragten für die Partei stimmen – der beste Wert seit Oktober 2011.

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Die Linke legte bei der Umfrage gegenüber der Vorwoche mit 7 Prozent leicht zu (+1). Die Liberalen bleiben unverändert bei 4 Prozent – damit wäre auch ihr Einzug in den Bundestag unsicher.

Merkel weiter beliebt, ihre Partei weniger

Die Zustimmung für die Union fällt wieder etwas verhaltener aus. CDU/CSU fiel um einen Punkt auf 40 Prozent. Die SPD kann davon allerdings nicht profitieren, sie büßt ebenfalls einen Prozentpunkt ein und kommt auf 26 Prozent. Weder Schwarz-Gelb (44 Prozent) noch Rot-Grün (43 Prozent) hätten somit eine sichere Mehrheit im Bundestag.

Was die persönlichen Beliebtheitswerte betrifft, kann Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Vorsprung gegenüber dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück weiter behaupten. Bei einer Direktwahl für das Kanzleramt würden sich immer noch 58 Prozent für Merkel entscheiden und lediglich 26 Prozent für Steinbrück. Die Mehrheit der Befragten hält die Kanzlerin außerdem für sympathischer und glaubwürdiger als ihren Herausforderer.

Für die Sonntagsfrage hat das Institut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch bundesweit 1.503 Wahlberechtigte telefonisch befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4 bis 3,1 Punkten.

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Leserkommentare
  1. Mehr muss man dazu nicht sagen. Die guten Werte für Merkel sind nicht zu erklären, es sei denn man findet eine Kanzlerin gut die das Volk nicht vertritt, sondern sich kaum zu wichtigen Themen äußert und immer die Linie fährt die ihr taktisch am klügsten erscheint, ohne wirklich von ihren Handlungen überzeugt zu sein.

    13 Leserempfehlungen
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    "Unter den Blinden ist der einäugige König!"

    Beliebtheit ist eine Vergleichsoperation und solange ihr Gegenpart P€€r "Fettnäpfchen" Steinbrück heißt, wird sie auch weiterhin gewinnen!

  2. ...wenn die CDU-Wähler bei der Deutschland Wahl so "taktisch klug" wählen wie in Niedersachsen wird das noch was mit Rot/Grün, ansonsten wird eine große Koalition...

    2 Leserempfehlungen
    • thbode
    • 08. März 2013 7:35 Uhr

    Die Piraten haben einfach ihren Sympathiebonus verspielt, woran viele Akteure selbst, aber auch eine Medienkampagne schuld sind. Bei der nächsten Wahl kann man nur hoffen dass sie höchsten 2% von Rot-Grün abzwacken weil uns sonst das graugelbe Elend noch mal 4 Jahre droht
    Die Piraten hätten, da sie völlig richtige und moderne Demokratieimpulse bringen, auch anders performen können... aber es kam anders ud sollte auch mall erst dabei bleiben...ein paar Monate wenisgtens.

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    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/au

    woran viele Akteure selbst, aber auch eine Medienkampagne schuld sind".
    Man könnte aber auch andersherum sagen: Über die Aufmerksdamkeit der Medien wurde der Piratenhype befeuert - jetzt ist Ernüchterung eingekehrt und der Ruf der Piraten hat sich fallend dem ihrer politischen Glaubwürdigkeit und Kalkulierbarkeit entsprechenden Normalwert genähert.
    Und welche Partei präsentiert sich schwärmender in den angesagten und aufgeregten Echtzeitmedien Twitter, Blog und Online-Forum als die Piraten? Also kann der Fall der Piraten an den "Medien" eigentlich nicht liegen.

    Aber immerhin: Wenn sie denn ihre Software erst mal zuverlässig installiert haben werden, schließlich das politische Establishment in seiner Angst, den Anschluss zu verpassen, zur Einführung der Online-Wahl gebracht haben werden, werden sie sicher mittels des massenhaften Downloads von Wählerstimmen den größten Erfolg haben!! :-)

  3. Umfragen sind meist für die Katz.
    Die Piraten gehen unter, auch dank der grünliberalen Presse, die sie in ihren Gewässern entern sah und sie ergo schön runterschrieb.
    Einfach göttlich der abweisende Artikel von Gründinger oder so. Jede PR Abteilung hätte es damals nicht besser machen können.
    Die Grünen haben sich dann bemüht schwer hip zu sein und Netzaffinität zu heucheln.
    Die FPD wird sich vermutlich über die Hürde schwingen, wenn gewisse Leute "aus gewissen Gründen" viele Parteien im Parlament sehen wollen

    5 Leserempfehlungen
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    Mhm. Genau! Denn die Piraten haben zuletzt alles richtig gemacht.... ;)
    Nein - die Piraten sind eben 2012 auf einer Trendwelle gesurft (viele Datenschutz- und Bürgerrechtsthemen und eine Krise der "alten" Politik, bzw. der Liberalen, welche mit offensichtlichem Lobbyismus und Zerstrittenheit empörten), die eben abgeebbt ist. So was kommt doch immer wieder vor (Grüne zuletzt 2011).
    Man muss die Piraten deshalb ja nicht zwangsläufig schon endgültig abschreiben, aber sie waren 2012 eben eigentlich (noch?) nicht so weit. -Inhaltlich erst noch zu wage (jetzt wirkt's m.M. dafür teilweise willkürlich), konzeptionell (liquid democracy) noch nicht ausgereift und personell...nun ja.
    Man sollte deshalb nicht pauschal auf die Presse schimpfen und Verschwörungen andeuten - es gab und gibt schließlich genug Gründe, sich kritisch mit der Partei auseinanderzusetzen. Ich hatte sogar eher das Gefühl, dass sie sich 2012 nicht über (positive) Aufmerksamkeit beklagen konnten und man Ihnen an mancher Stelle sogar eher etwas mehr als angemessen durchgehen lies.
    Das auch mal der ein oder andere Artikel dabei ist, der unfair/überkritisch/polemisch/tendenziös/whatever daher kommt - geschenkt. Aber fragen Sie mal bei der FDP/Grünen/SPD oder ganz persönlich z. B. bei Philipp Rößler, Claudia Roth oder zuletzt Peer Steinbrück nach, ob die finden, ob man sich immer nur fair und sachlich mit Ihnen auseinander gesetzt hat.... Pressefreiheit bringt eben mit sich, dass auch mal beim lesen das Blut kocht.

    Ihr Kommentar klingt schon wie ein Abgesang. Wenn das so ist und der derzeitige Umfragestand nicht nur ein Dämpfer ist, dann war nicht viel dran an der Idee.

    In jedem Fall ist es aber überhaupt nicht stimmig und weinerlich, die Schuld bei der Presse zu suchen! Das ist völlig konträr zu dem, was die Piraten vermitteln wollen!

    Die Wucht, die PR-Kraft, über die die Piraten dank ihrer Netzaffinität verfügen, ist so enorm. dass sie locker zweistellige Werte halten könnten, selbst wenn die versammelte klassische Medienwelt dagegen schreiben würde!

    Dass dies nicht so ist, das haben sich die Piraten völlig selbst zuzuschreiben. Meine Einschätzung: Eine sehr gute Idee, die alleine aber nicht tragfähige "Corporate Identity" für eine Partei ist, weil dazu noch mehr Inhalte fehlen (Achtung: Inhalte meint hier noch nicht die Ebene konkreter Antworten auf Themen, sondern Leitlinien). Das ist von Anfang an die größte Crux gewesen, weil dazu der Schwarm viel zu heterogen ist. Korrekturpotenzial.

    Die andere Ebene ist die Arbeitsebene und die Erkenntnis, dass neue Arbeitsweisen, Gestaltungswege auch erst einmal ausprobiert werden müssen, man sich blaue Augen holt und nicht alles, was sich in der Vergangenheit durchgesetzt hat, schlecht ist.

    Die Menschen erwarten Mitbestimmung, aber auch Verlässlichkeit und Verantwortung. Die wird bei den etablierten Parteien nicht übernommen, weil sich Leute drücken. Im Konzept der Piraten ist die individuelle Verantwortung gar nicht erst vorgesehen.

  4. Bis September kann noch viel passieren. Die Niedersachsenwahl hat gezeigt, dass die WählerInnen nicht nach Beliebtheit von Spitzenkandidaten, sondern sowohl nach Inhalten als auch nach taktischen Erwägungen, denn sonst wären die immensen Leihstimmen für die FDP nicht zu erklären, entscheiden.
    Für die Piraten sieht's allerdings, dem langfristigen Trend zufolge, schon jetzt recht düster aus. Mit Recht.

    2 Leserempfehlungen
  5. Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/au

    Antwort auf "Sympathie"
  6. Die Frage ist, wie entstehen Meinungen.

    Hier ein Hinweis:
    Laut einer Studie des Instituts für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin sympathisiert die große Mehrheit der Journalisten mit den Grünen. Und nicht nur das: 32,5 Prozent der Befragten geben an, mit ihrer Arbeit "die politische Tagesordnung beeinflussen und Themen auf die Agenda setzen" zu wollen.

    16 Leserempfehlungen
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    ich warte schon auf die geneigten Kommentare, dass Journalisten eben aufgrund ihrer gehobenen Intelligenz grün sein müssen! wtf...Dreistere und arrogantereres Distinktionsbedürfniss einer bildungsaffinen MIttelschicht gibt es wohl nicht.

    Auhc interessant: Die FAZ weiß, dass die EZB eine Studie zurückhält, nach der das Volksvermögen in den Krisenländern höher ist als in Dland. Die könnten sich also sehr gut selbst helfen, ohne dass hier die hippe neidische hohe Minne der Umverteilung (nur aus Eigensinn vieler Beamten) gesungen werden müsste.

    ...der Bürger ist einfach zu dämlich eine eigene Meinung zu haben oder gar zu bilden.

    "Alle Berufe sind Verschwörungen gegen den Laien"
    G.B. Shaw

    "Hier ein Hinweis..."

    Die Studie, bzw. dieser bestimmte Teilbereich wird bemerkenswert oft in Kommentaren zitiert. Klar, man kann damit super andeuten, dass hier eine Meinungsmaschinerie läuft, ein verschworenes Netzwerk, das gemeinsam und in eine Richtung arbeitet.
    Nur haben diese absoluten Zahlen leider auch absolut keine Aussagekraft.
    Man kann nicht verhindern, dass ein Politkjournalist auch eine politische Meinung hat, entscheidend ist aber nicht nur wie offensiv er mit dieser Tatsache umgeht, sondern und wo er arbeitet, sprich wie viele und welche Menschen er erreicht.
    So gelten von den "Großen" im dt. Medienzirkus FAZ und Focus als CDU-nah, was bei letzterem aber wesentlich offensichtlicher ist, der Spiegel gilt immer noch als tendenziell SPD-affin, genauso die Süddeutsche. Beim ZDF schlägt das Herz wohl bei der Mehrheit der Journalisten rechts - aber wesentlich unaufdringlicher als bei der Sat1/Pro7-Gruppe (N24), wo ziemlich unverhohlen die FDP favorisiert wird. Die Bild wiederum (mit dem wohl größten Einflussbereich), hat ihre ganz eigene Agenda und keine Hemmungen heftigste Kampagnen zu fahren.
    Das deutlichste Streben nach Ausgewogenheit (kaum und deutlich gekennzeichnete Kommentare) empfinde ich bei der Tagesschau und dem Deutschlandfunk - aber es kann halt keine hundertprozentige Neutralität geben. Auch nicht bei denen, die sich keiner Partei zuordnen. Nur: 10% Sympathisanten für Partei A sind heißt eben nicht, dass "wir" zu 10% Meinung A ausgesetzt sind usw.

  7. 8. ... .

    "Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würden 17 Prozent (+2) der Befragten für die Partei stimmen – der beste Wert seit Oktober 2011." - dann haben wohl 17 Prozent der Bürger den Knall noch nicht gehört.. oder 17 Prozent in Deutschland geht es so gut, dass Ihnen Auswirkungen auf Wirtschaft/ Wissenschaft/ Bildung und vorallem ihre Geldbörse egal sind.

    ich werde beim nächsten mal piraten wählen. frisches wind braucht das land und nicht ständig die gleichen. vorallem brauchen wir keine grünen mit ihrer "ich bin gegen alles" haltung.

    5 Leserempfehlungen
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    "ich werde beim nächsten mal piraten wählen. frisches wind braucht das land und nicht ständig die gleichen. vorallem brauchen wir keine grünen mit ihrer "ich bin gegen alles" haltung."

    Ach ja, für gegen das Urheberrecht. Für das Chaos.
    Und vor allem jeder für sich selbst.

    "Die Mehrheit der Befragten hält die Kanzlerin außerdem für sympathischer und glaubwürdiger als ihren Herausforderer"

    Ob die Grünen-Wähler den Knall nicht gehört haben, kann ich nicht sagen. Aber was unterstellen die Leute Peer Steinbrück, wenn sie Merkel glaubwürdiger finden?
    Miss Wendehals vollzieht eine Kehrtwende nach der nächsten. Allesamt klar als wahltaktisches Manöver erkennbar. Trotzdem ist sie glaubwürdig.
    Vielleicht sollte ich wirklich langsam Geld fürs Auswandern ansparen.

    und @ Curitida:

    Einfach mal ohne Vorwissen und frei von der Leben drauf los polemisiert? Naja, Wahlprogramme werden wohl nur noch von den wenigsten gelesen, da sollte man in politischen Debatten dann auch nicht auf diskussionsfähige Argumente hoffen -.-

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Angela Merkel | Grüne | CDU | CSU | Die Linke | Peer Steinbrück
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