LohnuntergrenzeBundesrat stimmt für Mindestlohn

SPD, Grüne und Linke nutzen ihre neue Mehrheit in der Länderkammer, um symbolisch einen Mindestlohn von 8,50 Euro zu beschließen. Dafür gab es auch Stimmen aus der CDU.

Protestaktion für den Mindestlohn vor dem Kanzleramt in Berlin

Protestaktion für den Mindestlohn vor dem Kanzleramt in Berlin

Der Bundesrat stimmt für die Einführung eines gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohnes in Deutschland. Die Länderkammer stimmte in Berlin mit ihrer neuen Oppositionsmehrheit für einen Gesetzentwurf, der einen Stundenlohn von mindestens 8,50 Euro vorsieht. Auch die große Koalition des Saarlandes unter Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) unterstützte den Entwurf von Rot-Grün und dem rot-roten Brandenburg.

Es war nach dem Amtsantritt der rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen das erste Mal, dass der Bundesrat mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken einen Gesetzentwurf beschloss. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass eine aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Experten zusammengesetzte Kommission einen Mindestlohn aushandelt, der nicht unter 8,50 Euro pro Stunde liegen darf. Mit dem Gesetzentwurf muss sich nun der Bundestag befassen, dieser dürfte die Initiative mit seiner schwarz-gelben Mehrheit zurückweisen.

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Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte in der Debatte, es sei "überfällig, durch flächendeckende gesetzliche Mindestlöhne faire und sichere Arbeitsbedingungen für alle zu sichern". Die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) warf der Opposition vor, erst gar nicht nach einem Kompromiss gesucht zu haben. Stattdessen sei die "Maximalforderung" der SPD zur Grundlage des Gesetzesentwurfs gemacht worden. Wegen des erwarteten Scheiterns der Initiative im Bundestag sprach sie von einem Schaufensterantrag.

 
Leser-Kommentare
  1. >> Lohnuntergrenze
    Bundesrat stimmt für Mindestlohn <<

    ... für ein U verkaufen.

    Mittlerweile dürfte sich herumgesprochen haben, dass der Mindestlohn von SPD, Grünen und Linken etwas anderes ist als die so genannte Lohnuntergrenze der CDU - gesetzlich geregelter Mindestlohn vs. frei verhandelbare Lohnuntergrenze.

    14 Leser-Empfehlungen
  2. 8,50 Mindestlohn flächendecken ist Schwachsinn. Bringt dem Billiglöhner in München oder Frankfurt gar nix und die Fleischerei in Ost-Brandenburg zieht um nach Polen oder Tschechien.

    Dadurch gewinnen nur Wenige und zu viele verlieren. Lieber einen Mindestlohn von 6,50, der auf keinen Fall unterschritten werden darf und ansonsten das Modell der Lohnuntergrenze, die branchenspezifisch und regional von den Tarifpartner ausgehandelt wird und dann für ALLE Beschäftigten des Tarifgebiets gilt.

    Der SPD- und vor allem der Linke-Vorschlag geht völlig an der Realität und wirtschaftlicher Vernunft vorbei. Ein wirtschaftlich so heterogenes Land wie Deutschland kann sich keine Gleichmacherei leisten. Ansonsten haben wir die selben Probleme wie mit dem Euro. Griechenland kann nicht die gleiche Währung haben wie Deutschland und Cottbus nicht wie Stuttgart.

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    "...8,50 Mindestlohn flächendecken ist Schwachsinn. Bringt dem Billiglöhner in München oder Frankfurt gar nix und die Fleischerei in Ost-Brandenburg zieht um nach Polen oder Tschechien...."

    Ja klar! 6,50 € ist für den Pöbel genug. Und wenn's nicht reicht, kann man seinen Lohn ja vom Steuerzahler aufstocken lassen. So gefällt's dem Unternehmen in Deutschland.

    Und: wenn 8,50 € dem Billiglöhner in Frankfurt oder München nichts bringen, weshalb wären dann 6,50 Euro besser? Diese Logik müssen Sie mir erklären.

    • Kelhim
    • 01.03.2013 um 13:42 Uhr

    Diejenigen, die von ihrem Lohn nicht leben können, beziehen ergänzendes Arbeitslosengeld II. Letztlich bezahlt der Steuerzahler ein auf Dumping-Löhnen beruhendes Geschäftsmodell. Worin besteht dabei die "wirtschaftliche Vernunft"? Wäre es nach dieser Logik nicht sogar noch viel vernünftiger, den Arbeitnehmern gar keinen Lohn zu zahlen, damit der komplett vom Steuerzahler gezahlt wird und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen unschlagbar ist?

    Wer nicht in der Lage ist, ausreichende Löhne zu zahlen, hat einfach kein tragbares Geschäftsmodell und sollte seinen Laden lieber schließen.

    ist keine Besonnenheit, oder sogar eine intellektuelle Glanzleistung. Sondern zeugt von einer Sozialhygiene die unter aller Kanone ist. Wenn Sie jemanden kennen, der rechnen kann, dann bitten Sie ihn auszurechnen wieviel 6,50€/Std im Monat bei ca 160 Stunden sind. Dann was zur Zeit die Durchschnittsmiete plus Energiekosten sind. Überlegen Sie ob Sie vom Rest ein Menschenwürdiges Leben führen könnten. Wenn Sie glauben die Anderen hätten kein Recht auf ein menschenwürdiges Leben dann äußern Sie sich bitte nicht zu Themen die die Allgemeinheit betreffen.

    "...8,50 Mindestlohn flächendecken ist Schwachsinn. Bringt dem Billiglöhner in München oder Frankfurt gar nix und die Fleischerei in Ost-Brandenburg zieht um nach Polen oder Tschechien...."

    Ja klar! 6,50 € ist für den Pöbel genug. Und wenn's nicht reicht, kann man seinen Lohn ja vom Steuerzahler aufstocken lassen. So gefällt's dem Unternehmen in Deutschland.

    Und: wenn 8,50 € dem Billiglöhner in Frankfurt oder München nichts bringen, weshalb wären dann 6,50 Euro besser? Diese Logik müssen Sie mir erklären.

    • Kelhim
    • 01.03.2013 um 13:42 Uhr

    Diejenigen, die von ihrem Lohn nicht leben können, beziehen ergänzendes Arbeitslosengeld II. Letztlich bezahlt der Steuerzahler ein auf Dumping-Löhnen beruhendes Geschäftsmodell. Worin besteht dabei die "wirtschaftliche Vernunft"? Wäre es nach dieser Logik nicht sogar noch viel vernünftiger, den Arbeitnehmern gar keinen Lohn zu zahlen, damit der komplett vom Steuerzahler gezahlt wird und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen unschlagbar ist?

    Wer nicht in der Lage ist, ausreichende Löhne zu zahlen, hat einfach kein tragbares Geschäftsmodell und sollte seinen Laden lieber schließen.

    ist keine Besonnenheit, oder sogar eine intellektuelle Glanzleistung. Sondern zeugt von einer Sozialhygiene die unter aller Kanone ist. Wenn Sie jemanden kennen, der rechnen kann, dann bitten Sie ihn auszurechnen wieviel 6,50€/Std im Monat bei ca 160 Stunden sind. Dann was zur Zeit die Durchschnittsmiete plus Energiekosten sind. Überlegen Sie ob Sie vom Rest ein Menschenwürdiges Leben führen könnten. Wenn Sie glauben die Anderen hätten kein Recht auf ein menschenwürdiges Leben dann äußern Sie sich bitte nicht zu Themen die die Allgemeinheit betreffen.

  3. "...8,50 Mindestlohn flächendecken ist Schwachsinn. Bringt dem Billiglöhner in München oder Frankfurt gar nix und die Fleischerei in Ost-Brandenburg zieht um nach Polen oder Tschechien...."

    Ja klar! 6,50 € ist für den Pöbel genug. Und wenn's nicht reicht, kann man seinen Lohn ja vom Steuerzahler aufstocken lassen. So gefällt's dem Unternehmen in Deutschland.

    Und: wenn 8,50 € dem Billiglöhner in Frankfurt oder München nichts bringen, weshalb wären dann 6,50 Euro besser? Diese Logik müssen Sie mir erklären.

    30 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Mindestlohn"
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    War ja klar, dass gleich der erste Kommentar daruf nicht sehr sachlich ist.

    Also die 6,50 sollen nicht dafür sorgen, dass man davon gut leben kann, sondern dass der Unterbietungswettbewerb im Niedriglohnsektor gestoppt wird. Die 6,50 sind jetzt auch nur in den Raum geworfen. Basis für diese Zahl muss das Lohnniveau der schwächsten Region im Land sein. Die beispielhaften 6,50 per Gesetz geben dann Rechtssicherheit auch bei nicht-sozialversicherungspflichtigen Jobs und sind für viele Stunden in Aushilfsjobs (teilweise 5€) schon eine Verbesserung. Ein solcher Mindestlohn gilt dann nicht nur für normal Angestellte, sondern auch für die vielen Dienstleister für den privaten Bereich.

    Die Lohnuntergrenze regelt dann unter GLEICHBERECHTIGTEN Tarifpartner einen verpflichtenden Mindestlohn für einzelne Branchen und Regionen, gemessen an ihrer Kaufkraft und Wirtschaftsstruktur. So bekommt dann München vielleicht 10 € und in Görlitz 8 €.

    Ein solches Modell schafft die Ausbeutung der Aushilfsjobs ab und stärkt die Löhne der Normalbeschäftigten.

    Was das mit unternehmerfreundlich zu tun hat, wissen wohl nur Sie selbst. Sozialromantische Träumereien für ein gleiches Lohnniveau überall im ganzen Land sind aus vielfältigen Gründen einfach unrealistisch.

    Ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 führt in den Ballungsgebieten zu keiner Veränderung der Lage und im verarbeitenden Gewerbe an den Ostgrenzen zu Arbeitsplatzverlagerungen.

    War ja klar, dass gleich der erste Kommentar daruf nicht sehr sachlich ist.

    Also die 6,50 sollen nicht dafür sorgen, dass man davon gut leben kann, sondern dass der Unterbietungswettbewerb im Niedriglohnsektor gestoppt wird. Die 6,50 sind jetzt auch nur in den Raum geworfen. Basis für diese Zahl muss das Lohnniveau der schwächsten Region im Land sein. Die beispielhaften 6,50 per Gesetz geben dann Rechtssicherheit auch bei nicht-sozialversicherungspflichtigen Jobs und sind für viele Stunden in Aushilfsjobs (teilweise 5€) schon eine Verbesserung. Ein solcher Mindestlohn gilt dann nicht nur für normal Angestellte, sondern auch für die vielen Dienstleister für den privaten Bereich.

    Die Lohnuntergrenze regelt dann unter GLEICHBERECHTIGTEN Tarifpartner einen verpflichtenden Mindestlohn für einzelne Branchen und Regionen, gemessen an ihrer Kaufkraft und Wirtschaftsstruktur. So bekommt dann München vielleicht 10 € und in Görlitz 8 €.

    Ein solches Modell schafft die Ausbeutung der Aushilfsjobs ab und stärkt die Löhne der Normalbeschäftigten.

    Was das mit unternehmerfreundlich zu tun hat, wissen wohl nur Sie selbst. Sozialromantische Träumereien für ein gleiches Lohnniveau überall im ganzen Land sind aus vielfältigen Gründen einfach unrealistisch.

    Ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 führt in den Ballungsgebieten zu keiner Veränderung der Lage und im verarbeitenden Gewerbe an den Ostgrenzen zu Arbeitsplatzverlagerungen.

    • IQ130
    • 01.03.2013 um 13:41 Uhr

    sind zweischneidig. Einerseits muss man von seinem Lohn (wahrscheinlich eher sparsam) leben können, ohne Aufstocker usw. zu sein. Andererseits habe ich in der Nachbarschaft Personen, denen würde ich keine Aufgabe anvertrauen. Faul, dumm, unfähig. Von Bezahlung ganz zu schweigen.

    Die Realität wird das neue System - so oder so - zerlegen.

    Vor allem sind massenhaft Billig- und Schwarzarbeiter (Sinti....) vorhanden, die auf jede noch so lausige Bezahlung angewiesen sind.

    Die katastrofale Kehrseite der Globalisierung zeigt ihre Fratze.

    Ach ja: die Ablehner des Mindestlohns sind gerade die Finanzassis, die den Kragen nicht voll kriegen.

    Meistens...

    4 Leser-Empfehlungen
    • IQ130
    • 01.03.2013 um 13:41 Uhr
    5. [...]

    Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/au

    • Kelhim
    • 01.03.2013 um 13:42 Uhr

    Diejenigen, die von ihrem Lohn nicht leben können, beziehen ergänzendes Arbeitslosengeld II. Letztlich bezahlt der Steuerzahler ein auf Dumping-Löhnen beruhendes Geschäftsmodell. Worin besteht dabei die "wirtschaftliche Vernunft"? Wäre es nach dieser Logik nicht sogar noch viel vernünftiger, den Arbeitnehmern gar keinen Lohn zu zahlen, damit der komplett vom Steuerzahler gezahlt wird und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen unschlagbar ist?

    Wer nicht in der Lage ist, ausreichende Löhne zu zahlen, hat einfach kein tragbares Geschäftsmodell und sollte seinen Laden lieber schließen.

    33 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Mindestlohn"
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    Ich finde aufstocken auch zum Kotzen, aber die 8,50 ändern daran nichts.

    Die alleinerziehende Mutter muss dann immernoch aufstocken und an der tscheschischen Grenze zieht die Fleischerei 10km weiter. Dann haben wir 500 Aufstocker weniger, aber 500 Arbeitslose mehr!

    Flächendeckend bringt alle negativen Merkmale des Mindestlohns zusammen und verhindert die Positiven.

    Das Argument wird zwar häufig gebracht, würde aber m.E. nur dann ziehen, wenn die Einführung des Mindestlohns tatsächlich das Heilmittel wäre, dass dem Staat die Subventionen erspart. Dem ist aber nicht so. Nur ein kleiner Teil der "Aufstocker", wäre bei einem Mindestlohn von 8,50 € oder sogar 10,00 €, wie die Linke ihn fordert, nicht mehr auf staatliche Unterstützung angewiesen, denn die meisten von ihnen stocken aufgrund von Teilzeitbeschäftigung oder wie Pseudonomo schon angedeutet hat aufgrund ihrer familiären Situation (viele Kinder + Alleinverdiener) auf.

    ....einen Arbeitnehmer, der nicht Willens oder nicht in der Lage ist, ein einziges armseliges Produktangebot, nämlich seine eigenen Fähigkeiten, marktgerecht zu erhalten, den sollte man also dann lieber ganz der Gemeinschaft zur Alimente überlassen.

    Das ist ihre Meinung?

    Ein Unternehmen ist doch keine Versorgungsanstalt zum Existenzerhalt von Arbeitnehmern.

    Und dass hier der Subventionsempfänger Arbeitnehmer mit demjenigen verwechselt wird, der diesem trotzdem noch eine Chance gibt und damit:

    a.) den Unwilligen/Unfähigen von der Strasse holt und einen Einstieg ermöglicht
    (Arbeitslosigkeit soll ja auch schwere Schäden hervorrufen oder sogar Kriminalität fördern)

    b.) Die Gemeinschaft wenigstens teilweise von den Sozialabgaben entlastet, die sie ansonsten ganz zu tragen hätte

    c.) damit auch noch steuerpflichtig zum BIP beiträgt

    denjenigen zu diskreditieren, ist schon ganz eine besondere Frechheit. Die Tragfähigkeit eines Geschäftsmodells richtet sich nicht danach, nicht marktgerechte Löhne zu zahlen.

    Den Schaden für Arbeitsmarktverkrustungen wie gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohn etc., führt gerade Frankreich vor.

    Wenn dann diese Unwilligen bzw. Unfähigen wegen linksideologischer Zwangslöhne ganz der Gemeinschaft zur Last fallen, dann aber bitte ohne Steuererhöhung.

    Und wir werden natürlich nie für Zwangsmindestlohn einstellen. Wir fordern lieber, das der AN soviel können muss damit er sowieso mehr bekommt.

    Die anderen sollen sich die Hartz Stütze abholen.

    Atmen sie lieber erstmal tief durch, nicht dass Sie vor lauter Aufregung noch aus den Socken kippen.

    Worüber Sie sich hier aufregen gibt ein erschreckendes Bild darüber ab, was Sie von ihren Mitmenschen so halten.

    Sie verteidigen in Ihrer hysterischen "Argumentation" ausgerechnet denjenigen, der sich auf Kosten anderer ("seiner" Arbeitnehmer und der Steuerzahler) ein schmuckes Monatsgehalt "verdienen" möchte gegenüber seinem unterbezahlten und eigentlich bemitleidenswerten Arbeitnehmer, der – wie Sie ja schreiben – angeblich "nicht Willens oder nicht in der Lage ist, ein einziges armseliges Produktangebot, nämlich seine eigenen Fähigkeiten, marktgerecht zu erhalten".

    Armselig ist einzig Ihre Vorstellung einer erstrebenswerten gesellschaftlichen Ordnung, in der sich wohl die edelmütigen und almosenveteilenden gutbezahlten Arbeitgeber (Herren) auf der einen Seite und die unterbezahlten weil unfähigen und faulen Arbeitnehmer (Sklaven) auf der anderen Seite gegenüber stehen sollen.

    Langsam sollte es mal aus der Mode kommen das Schaffen von Arbeitsplätzen generell und undifferenziert als wünschenswert darzustellen.

    Ich finde aufstocken auch zum Kotzen, aber die 8,50 ändern daran nichts.

    Die alleinerziehende Mutter muss dann immernoch aufstocken und an der tscheschischen Grenze zieht die Fleischerei 10km weiter. Dann haben wir 500 Aufstocker weniger, aber 500 Arbeitslose mehr!

    Flächendeckend bringt alle negativen Merkmale des Mindestlohns zusammen und verhindert die Positiven.

    Das Argument wird zwar häufig gebracht, würde aber m.E. nur dann ziehen, wenn die Einführung des Mindestlohns tatsächlich das Heilmittel wäre, dass dem Staat die Subventionen erspart. Dem ist aber nicht so. Nur ein kleiner Teil der "Aufstocker", wäre bei einem Mindestlohn von 8,50 € oder sogar 10,00 €, wie die Linke ihn fordert, nicht mehr auf staatliche Unterstützung angewiesen, denn die meisten von ihnen stocken aufgrund von Teilzeitbeschäftigung oder wie Pseudonomo schon angedeutet hat aufgrund ihrer familiären Situation (viele Kinder + Alleinverdiener) auf.

    ....einen Arbeitnehmer, der nicht Willens oder nicht in der Lage ist, ein einziges armseliges Produktangebot, nämlich seine eigenen Fähigkeiten, marktgerecht zu erhalten, den sollte man also dann lieber ganz der Gemeinschaft zur Alimente überlassen.

    Das ist ihre Meinung?

    Ein Unternehmen ist doch keine Versorgungsanstalt zum Existenzerhalt von Arbeitnehmern.

    Und dass hier der Subventionsempfänger Arbeitnehmer mit demjenigen verwechselt wird, der diesem trotzdem noch eine Chance gibt und damit:

    a.) den Unwilligen/Unfähigen von der Strasse holt und einen Einstieg ermöglicht
    (Arbeitslosigkeit soll ja auch schwere Schäden hervorrufen oder sogar Kriminalität fördern)

    b.) Die Gemeinschaft wenigstens teilweise von den Sozialabgaben entlastet, die sie ansonsten ganz zu tragen hätte

    c.) damit auch noch steuerpflichtig zum BIP beiträgt

    denjenigen zu diskreditieren, ist schon ganz eine besondere Frechheit. Die Tragfähigkeit eines Geschäftsmodells richtet sich nicht danach, nicht marktgerechte Löhne zu zahlen.

    Den Schaden für Arbeitsmarktverkrustungen wie gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohn etc., führt gerade Frankreich vor.

    Wenn dann diese Unwilligen bzw. Unfähigen wegen linksideologischer Zwangslöhne ganz der Gemeinschaft zur Last fallen, dann aber bitte ohne Steuererhöhung.

    Und wir werden natürlich nie für Zwangsmindestlohn einstellen. Wir fordern lieber, das der AN soviel können muss damit er sowieso mehr bekommt.

    Die anderen sollen sich die Hartz Stütze abholen.

    Atmen sie lieber erstmal tief durch, nicht dass Sie vor lauter Aufregung noch aus den Socken kippen.

    Worüber Sie sich hier aufregen gibt ein erschreckendes Bild darüber ab, was Sie von ihren Mitmenschen so halten.

    Sie verteidigen in Ihrer hysterischen "Argumentation" ausgerechnet denjenigen, der sich auf Kosten anderer ("seiner" Arbeitnehmer und der Steuerzahler) ein schmuckes Monatsgehalt "verdienen" möchte gegenüber seinem unterbezahlten und eigentlich bemitleidenswerten Arbeitnehmer, der – wie Sie ja schreiben – angeblich "nicht Willens oder nicht in der Lage ist, ein einziges armseliges Produktangebot, nämlich seine eigenen Fähigkeiten, marktgerecht zu erhalten".

    Armselig ist einzig Ihre Vorstellung einer erstrebenswerten gesellschaftlichen Ordnung, in der sich wohl die edelmütigen und almosenveteilenden gutbezahlten Arbeitgeber (Herren) auf der einen Seite und die unterbezahlten weil unfähigen und faulen Arbeitnehmer (Sklaven) auf der anderen Seite gegenüber stehen sollen.

    Langsam sollte es mal aus der Mode kommen das Schaffen von Arbeitsplätzen generell und undifferenziert als wünschenswert darzustellen.

  4. alle im Bundestag vertretenen Parteien werden in den kommenden Monaten ihren Willen zur Einrichtung eines Mindestlohns bekungen. Die Entscheidung wird aber auf Ende des Jahres vertagt.

    Nach der Bundestagswahl - egal wer gewinnt - wird aber kein Wort mehr davon sein.

    8 Leser-Empfehlungen
  5. das bringt Nichts. Davon abgesehen dass es jetzt schon zuwenig ist. Wird es zu nichts Anderem führen, als dass die Arbeitgeber deren Politik es ist Arbeitskraft auszubeuten eine Möglichkeit finden oder den Standort wechseln.Die Arbeitnehmer die diesen Mindestlohn erhalten werden weiterhin in Armut leben und jeden Monat aufs Amt wegen Aufstockung. Vom Alter gar nicht zu reden. Das ist nur wieder Augenwischerei, nach dem Motto: Wählt mich erst man, dann könnt Ihr schauen wie Ihr klatkommt"

    4 Leser-Empfehlungen
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    Das Argument von der Abwanderung der Unternehmen zieht nicht wirklich, zumindest nicht so uneingeschränkt, wie es die Gegner von Mindestlöhnen gerne hätten.
    Denn es ist nun einmal so, dass Niedriglöhne vornehmlich in Dienstleistungsbereichen gezahlt werden, die nicht mal eben ins Ausland verlagert werden können. Wir fliegen nicht nach Thailand zum Haareschneiden, fahren nicht nach Bulgarien zum Lebensmitteleinkauf und unsere Büros können auch nicht mal eben in die Türkei transportiert werden, um dort von einheimischen Putzfrauen über Nacht sauber gemacht zu werden.

    Davon abgesehen ist die willkürliche Grenze von 8,50€ nicht nachvollziehbar, weil viel sie zu gering ist, um die kurzfristigen und langfristigen Folgen des deutschen Lohndumpings zu beheben. So habe ich kürzlich irgendwo gelesen, dass man selbst mit einem solchen Stundenlohn noch immer mit Altersarmut zu rechnen habe. Um dieses Problem zu lösen, müsste es schon einiges mehr sein.

    Außerdem läge Deutschland als angeblich stärkste Wirtschaftsnation in Europa mit 8,50€ gerade mal an sechster Stelle vor GB und noch hinter Irland. NL, BE, F und LUX stünden allesamt vor Deutschland mit höheren Mindestlöhnen. http://de.statista.com/st...

    Das Argument von der Abwanderung der Unternehmen zieht nicht wirklich, zumindest nicht so uneingeschränkt, wie es die Gegner von Mindestlöhnen gerne hätten.
    Denn es ist nun einmal so, dass Niedriglöhne vornehmlich in Dienstleistungsbereichen gezahlt werden, die nicht mal eben ins Ausland verlagert werden können. Wir fliegen nicht nach Thailand zum Haareschneiden, fahren nicht nach Bulgarien zum Lebensmitteleinkauf und unsere Büros können auch nicht mal eben in die Türkei transportiert werden, um dort von einheimischen Putzfrauen über Nacht sauber gemacht zu werden.

    Davon abgesehen ist die willkürliche Grenze von 8,50€ nicht nachvollziehbar, weil viel sie zu gering ist, um die kurzfristigen und langfristigen Folgen des deutschen Lohndumpings zu beheben. So habe ich kürzlich irgendwo gelesen, dass man selbst mit einem solchen Stundenlohn noch immer mit Altersarmut zu rechnen habe. Um dieses Problem zu lösen, müsste es schon einiges mehr sein.

    Außerdem läge Deutschland als angeblich stärkste Wirtschaftsnation in Europa mit 8,50€ gerade mal an sechster Stelle vor GB und noch hinter Irland. NL, BE, F und LUX stünden allesamt vor Deutschland mit höheren Mindestlöhnen. http://de.statista.com/st...

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