FDP-ParteitagDie Liberalen suchen ihren Markenkern

Die FDP hat eine wahlkampfstarke Führungstruppe gewählt. Doch über die inhaltliche Ausrichtung ist sich die Partei nicht einig.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle (l.) und der Parteivorsitzenden Philipp Rösler auf dem Parteitag in Berlin

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle (l.) und der Parteivorsitzenden Philipp Rösler auf dem Parteitag in Berlin

Nach seiner Kür zum FDP-Spitzenkandidaten bekam Rainer Brüderle einen blau-gelben Fußball. Das Präsent, überreicht vom Parteichef Philipp Rösler, war mit Bedacht gewählt. Schließlich hat der Fraktionsvorsitzende Brüderle angekündigt, im Bundestagswahlkampf für die FDP "die Tore schießen" zu wollen. Die Vier-Prozent-Regierungspartei braucht ein paar Erfolge, damit der Wiedereinzug ins Parlament gelingt.

Brüderle sei der "richtige Mann" für den Wahlkampf, sagen viele Liberale nach dem Berliner Parteitag an diesem Wochenende. Weil Brüderle poltern kann. Ausgewählte Beispiele seiner heutigen Rede: Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sei die "Fettnapfsuchmaschine", die Union habe "sozialdemokratischen Speck" angesetzt und der Rest der politischen Konkurrenz bestünde sowieso aus "Fuzzis".

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"Brüderle kommt nicht so akademisch überhöht rüber", sagt Herbert Mertin aus dem FDP-Landesvorstand Rheinland-Pfalz. Mertin kennt den Pfälzer Brüderle schon lang, auch noch aus Zeiten, als dieser Wahlkämpfer an Rhein und Mosel war. Brüderle habe in seiner Heimat sogar Arbeiter dazu gebracht, die FDP zu wählen, sagt Mertin.

Sieben Monate haben die Liberalen noch Zeit für ihren Aufholwahlkampf. Es bleibt zu hoffen für die FDP, dass sich der neue Spitzenkandidat bis dahin nicht allzu oft "verbabbelt". Brüderle ist bekannt dafür, dass ihm gern mal ein falsches Wort herausrutscht. Seit den Sexismus-Vorwürfen gegen ihn ist er zwar deutlich vorsichtiger geworden. Kurz vor seiner Nominierung sorgte der Spitzenkandidat noch einmal für Aufregung, weil er Italien einen möglichen Austritt aus der Euro-Zone vorhersagte. Eine Prophezeiung, die er in seiner Parteitagsrede übrigens nicht wiederholte. 

Mit den Wahlen zum neuen Parteipräsidium und Parteivorstand haben die Delegierten Brüderle weitere starke Wahlkämpfer an die Seite gestellt. Christian Lindner, der versierte Rhetoriker aus Nordrhein-Westfalen, ist jetzt erster Stellvertreter des Parteivorsitzenden Rösler. Ins Präsidium, das höchste Führungsgremium der FDP, zog außerdem der Talkshow-Liebling Wolfgang Kubicki ein. Kubickis Sprüche können, was ihre Schlagzeilen-Qualität betrifft, locker mit denen des Spitzenkandidaten mithalten. Obwohl Kubicki kein großer Freund des Parteivorsitzenden Rösler ist, kann er sich mit Kritik zurückhalten, wenn es denn sein muss. Weil der Entwicklungsminister Dirk Niebel das nicht tat, ist er aus dem Präsidium geflogen. Auch ein anderer schaffte es nicht in eine Führungsposition: "Euro-Rebell" Frank Schäffler verpasste den Einzug in den Bundesvorstand knapp. 

Leser-Kommentare
  1. >> Die Liberalen suchen ihren Markenkern <<

    ... die suchen keinen Markenkern. Das Gegenteil ist richtig:

    Die FDP versucht, ihren Markenkern zu verschleiern, weil sie begriffen hat, dass sie mit der Mär vom Markt, der alles regelt glatt aus dem Bundestag fliegen würde.

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    Und weiter geht das "FDP-Bashing"!

    Mann, ihr müsst grosse Angst haben, dass es diese Partei nun vielleicht doch noch schafft, den vermeintlichen Sieg der "Rot-Grünen" zu verhindern!

    Des öfteren habe ich mir gewünscht und auch geschrieben diese Partei an der 5% Hürde scheitern zu sehen dennoch und ohne mich verdächtig machen zu wollen ein Freund der FDP zu sein muss ich sagen das es nicht ernsthaft das ziel sein sollte und kann sie aus dem Bundestag zu wünschen. Dies würde nicht nur einen Verlust an Vielfalt in meinungsbildenden Prozessen bedeuten.
    Auch die Option durch Koalition Regierungsfähige Mehrheiten zu bilden wäre empfindlich gestört.
    Da die meisten Parteien den eigenen Gründungsgrundsätzen nicht mehr folgen benötigt dieses Parlament Reibungsflächen wie sie Grüne, FDP, PDS und Piraten bieten entscheidend dabei ist die Mischung. Oft überzogenen Forderungen der kleinen sind es doch die Debatten anregen welche zu gegenseitiger Befruchtung führen.
    Alleine die Anwesenheit der Vertreter aller Bevölkerungsschichten im Bundestag ist Garant für demokratischen Entscheidungen.
    Der mündige Wähler hat selbstverständlich das recht sich für die FDP entscheidend an Demokratie teilzuhaben. Sonst droht am ende die Einheitspartei der Mitte.

    die FDP hat immer eine regelgeleitete Marktdynamik gefordert.
    natürlich kann man auch den Staat alles regeln lassen, (Trittin , Faz -Interview gestern).
    Dies führt leider zu einer Beamtenelite oder eine Obrigkeit, für die der Steuerzahler dann aber mitwirtschaftten muss, weil er keine Luxuspnesionen hat.
    Wenn Sie soziale Politik wollen ,sollten sie sicher nicht Rot-Grün wählen, da diese gerade für den Superstaat stehen, wenn auch verschleiert unter Gewissensrhetorik.
    Und zum Stichpunkt Sozialpolitik: gerade dies Pensionansprüche sind in dem viel zitierten Armutsbericht nicht eingerechnet; dann sähe es mit Vermögenswerten schon anders aus

    Und weiter geht das "FDP-Bashing"!

    Mann, ihr müsst grosse Angst haben, dass es diese Partei nun vielleicht doch noch schafft, den vermeintlichen Sieg der "Rot-Grünen" zu verhindern!

    Des öfteren habe ich mir gewünscht und auch geschrieben diese Partei an der 5% Hürde scheitern zu sehen dennoch und ohne mich verdächtig machen zu wollen ein Freund der FDP zu sein muss ich sagen das es nicht ernsthaft das ziel sein sollte und kann sie aus dem Bundestag zu wünschen. Dies würde nicht nur einen Verlust an Vielfalt in meinungsbildenden Prozessen bedeuten.
    Auch die Option durch Koalition Regierungsfähige Mehrheiten zu bilden wäre empfindlich gestört.
    Da die meisten Parteien den eigenen Gründungsgrundsätzen nicht mehr folgen benötigt dieses Parlament Reibungsflächen wie sie Grüne, FDP, PDS und Piraten bieten entscheidend dabei ist die Mischung. Oft überzogenen Forderungen der kleinen sind es doch die Debatten anregen welche zu gegenseitiger Befruchtung führen.
    Alleine die Anwesenheit der Vertreter aller Bevölkerungsschichten im Bundestag ist Garant für demokratischen Entscheidungen.
    Der mündige Wähler hat selbstverständlich das recht sich für die FDP entscheidend an Demokratie teilzuhaben. Sonst droht am ende die Einheitspartei der Mitte.

    die FDP hat immer eine regelgeleitete Marktdynamik gefordert.
    natürlich kann man auch den Staat alles regeln lassen, (Trittin , Faz -Interview gestern).
    Dies führt leider zu einer Beamtenelite oder eine Obrigkeit, für die der Steuerzahler dann aber mitwirtschaftten muss, weil er keine Luxuspnesionen hat.
    Wenn Sie soziale Politik wollen ,sollten sie sicher nicht Rot-Grün wählen, da diese gerade für den Superstaat stehen, wenn auch verschleiert unter Gewissensrhetorik.
    Und zum Stichpunkt Sozialpolitik: gerade dies Pensionansprüche sind in dem viel zitierten Armutsbericht nicht eingerechnet; dann sähe es mit Vermögenswerten schon anders aus

  2. Meine Wahrnehmung ist eher:
    Die FDP sucht Wege ihren Markenkern möglichst gut zu verstecken!!
    Der Markenkern der FDP ist eindeutig:
    - sie ist und bleibt die Partei der Besserverdienenden.
    - sie ist und bleibt die Partei des organisierten Egoismus
    - sie ist und bleibt die Partei der Zerstörung der Solidarität
    Das ganze Gerede der Partei von Freiheit, Selbstbestimmung usw. meint immer nur die Abwesenheit von staatlicher Kontrolle und staatlicher Regelung.
    In der Essenz bedeutet das dann: die Freiheit des Stärkeren.
    Der Staat soll dient lediglich
    - als Garant des Privateigentums für den Fall das das "gemeine Volk" Ansprüche anmelden sollte, und
    - als Steuereintreiber beim "gemeinen Volk" damit die Infrastruktur finanziert werden kann von der a) die Abgeordneten der FDP leben und b) die "Besserverdienenden" brauchen damit ihre Geschäfte flutschen.
    Das Hr.Brüderle in Rheinland-Pfalz auch Arbeiter zum wählen der FDP verleiten konnte zeichnet ihn als Demagogen aus. Hr. Lindner ist es nicht weniger, auch wenn er etwas intellektueller daher kommt.
    Die Demagogie des Hr. Brüderle wird deutlich an seinem immer wieder- kehrenden Mantra: die FDP hat dieses und die FDP hat jenes gemacht.
    In Wahrheit war Hr. Brüderle fast sein ganzes Leben lang Minister ohne irgendwo, irgendwelche erwähnenswerten Spuren hinterlassen zu haben.

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  3. Mit Brüderle und Rösler wurden 2 aufgestellt, die für Trinksprüche bzw. fehlende Führung stehen.

    Die Ausrichtung wieder ist klar: Deutschland der Banken und Großkonzerne, Europa der EURO-Rettung, bis keiner mehr zahlen kann und wir alle hochverschuldet sind.

    Ich jedenfalls komme zum gegenteiligen Schluss als dieser Text.

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    • hareck
    • 10.03.2013 um 18:23 Uhr

    Bitte verzichten Sie auf rufschädigende Unterstellungen. Danke, die Redaktion/fk.

    • hareck
    • 10.03.2013 um 18:23 Uhr

    Bitte verzichten Sie auf rufschädigende Unterstellungen. Danke, die Redaktion/fk.

  4. >> Und weiter geht das "FDP-Bashing"! <<

    ... Feststellung "FDP-Bashing" war, dann müssten Sie das allerdings der FDP selbst vorhalten. Ich bin nicht dafür verantwortlich, dass die FDP als Mogelpackung in den Wahlkampf ziehen will:

    "Röslers Anhänger hoffen, dass er im Wahlkampf eine breitere, warmherzigere Version des Liberalismus vertreten wird und so Wählerschichten binden kann, die das Mantra von der unregulierten Marktwirtschaft nicht überzeugt."
    http://www.zeit.de/politi...

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    Antwort auf "FDP-Bashing"
  5. <<< Dazu gehört, die Bestrafung von Leistung durch hohe Steuern und Abgaben zu beseitigen. Dazu gehört, das Leistungsvermögen von Unternehmen nicht durch zu viel und unnötige Bürokratie zu fesseln. Dazu gehört, das Leistungsprinzip vor Geschlechterproporz zu stellen. <<<

    "Leistung". Wie z.B. erben?
    Wie bei der Familie Quandt?
    Oder aktive "Leistung" wie die eines Herrn Maschmeyer?
    Oder eines Herr Ackermann, dessen ganz große "Leistung" es war, die Subprime-Schrottpapiere und giftigen PIIGS-Anleihen die bei der DB lagerten, rechtzeitig - Dank korrupter oder dummer Politiker bzw. Staatsfunktionäre - dem Steuerzahler aufs Auge zu drücken?
    Oder die Subventionsschnorrer die ihre Angestellten zum Aufstocken schicken?

    Ja, DIESE Leistungsträger müssen unbedingt noch fetter werden. Da kann der Leiharbeiter gerne mal ein bisschen länger für arbeiten gehen.

    Davon abgesehen, was Liberale und solche die glauben welche zu sein, nie begreifen:
    Es geht nicht darum; Leistung zu bestrafen.
    Es geht darum, das Wachstum von Marktmacht, die konsequent zu Missbrauch führt, einzelner zu begrenzen, um am Markt ein einigermaßen funktionierendes Kräfteverhältnis herzustellen.
    Gut, die Begrenzung jener Marktmacht hat ja seit der geistig-moralischen Wende keine Priorität mehr.
    Muss man sich nicht über die bestehende Oligarchie wundern, die die Politik am Nasenring durch die Manege zieht und immer neue Subventionen und Bailouts fordern kann, um "die Märkte" (deren Kapital) zu retten...
    Ihr wolltet es.

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    Aus gut informierten Kreisen habe ich gehört, daß man das Arbeitszeitgesetz innovativ modernisieren und reformieren will.
    Es wurden bereits Gutachten in Auftrag gegeben, mit dem Ziel festzustellen, daß 12 Stunden Arbeit am Tag nicht gesundheitschädlich sind, und daß die 7 Tagewoche eine Art Kontinuität bringt, die die Gesundheit fördert.

    Man hat nämlch bemerkt, daß mittlweile immer mehr Menschen gezwungen wurden, die im Arbeitschutzgeetz festgelegte Höchstarbeitszeit zu überschreiten.
    190 Stunden Vollzeit plus 450 € Job (=53 Stunden) ergeben nunmal 243 Stunden und das ist nach alten sozialstaatlichen Maßstäben zu viel - nicht aber nach neuen, liberalen Maßstäben.
    Also, was macht man? Man passt die Grenzen marktkonform an die Bedürfnisse der Wirtschaft an.
    Es soll Rentnern in Zukunft auch erleichtert werden, länger als bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten. Das ist liberale Politik - Freiheit für die Rentner, die sich am Fließband verwirklichen wollen.
    Auch das Problem, daß Frauen immer noch weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen wird angegangen. Im Koalitionsvertrag wird festgeschrieben, daß der Mindestlohn für Männer und Frauen gleich sein soll,
    sogennnte Unisex-Tarife.
    "Leistung soll sich weiter lohnen". Deshalb werden die Einkünfe aus Zinserträgen oder Dividenden von der Steuer befreit, und dafür die Einkünfte aus n.selbst.Arbeit verstärkt besteuert.

    Sämtliche Steigerungen der Einkünfte unterliegen einer gewissen Progression - nur nicht die Zinseinkünfte.......

    ["Leistung". Wie z.B. erben?]

    Erben ist (meistens) keine Leistung, wobei ein Erbe zu verwalten und erfolgreich zu mehren, wie es viele reiche Erben in Deutschland taten und tun, durchaus eine Leistung ist. Ein Erbe zu schaffen, das ist jedoch ganz zweifellos eine Leistung. Und diese Leistung und der letzte Wille des Leistenden sollten respektiert werden. Die Möglichkeit, den Nachkommen und anderen etwas hinterlassen zu können, ist ein großer Leistungsanreiz für viele Menschen.

    [Oder eines Herr Ackermann [...]]

    s. meinen zweiten Beitrag.

    [Es geht nicht darum; Leistung zu bestrafen.]

    Wichtig ist, was tatsächlich geschieht, nicht worum es gehen soll. Jede Besteuerung von Leistungseinkommen stellt faktisch eine Bestrafung dar. Nun sind Steuer natürich notwendig. Liberale solten die Belastung aber immer soweit wie möglich begrenzen.

    [Es geht darum, das Wachstum von Marktmacht...]

    Das machen die Wettbewerbsbehörden schon.

    das Diktum der Leistungsgerechtigkeit wird von neuen linksliberal, pseudoliberalen Kräften sehr gerne auf die eigene Arbeit verkürzt.
    Nun gehören halt leider "immer 2 dazu", wie man so schön sagt.
    Der Vorredner hat schon geklärt, dass es eben der Leistung des Erblassers angemessen ist, die Steuerlast gering zu halten bzw zu minimieren, wenn man von den praktischen Problemen der Ungleichbehandlung von Vermögensarten (siehe BFH) absieht.
    Würden die Grünen ihre Definition der Leistungsgerechtigkeit einmal weiterdenken dann wäre eben auch mit Luxuspensionen für Politiker und Beamte Schluss (alle Ärzte und Lehrer); leider konstituieren diese staatsabhängigen Beschäftigten aber die Mehrzahl der Wählerschaft der modernen "Linken". Und bei der Vermögenssteuer müssten dann auch diese Pensionsansprüche eingerechnet werden.

    Gerechtigkeit sieht anders aus...that s for certain

    Aus gut informierten Kreisen habe ich gehört, daß man das Arbeitszeitgesetz innovativ modernisieren und reformieren will.
    Es wurden bereits Gutachten in Auftrag gegeben, mit dem Ziel festzustellen, daß 12 Stunden Arbeit am Tag nicht gesundheitschädlich sind, und daß die 7 Tagewoche eine Art Kontinuität bringt, die die Gesundheit fördert.

    Man hat nämlch bemerkt, daß mittlweile immer mehr Menschen gezwungen wurden, die im Arbeitschutzgeetz festgelegte Höchstarbeitszeit zu überschreiten.
    190 Stunden Vollzeit plus 450 € Job (=53 Stunden) ergeben nunmal 243 Stunden und das ist nach alten sozialstaatlichen Maßstäben zu viel - nicht aber nach neuen, liberalen Maßstäben.
    Also, was macht man? Man passt die Grenzen marktkonform an die Bedürfnisse der Wirtschaft an.
    Es soll Rentnern in Zukunft auch erleichtert werden, länger als bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten. Das ist liberale Politik - Freiheit für die Rentner, die sich am Fließband verwirklichen wollen.
    Auch das Problem, daß Frauen immer noch weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen wird angegangen. Im Koalitionsvertrag wird festgeschrieben, daß der Mindestlohn für Männer und Frauen gleich sein soll,
    sogennnte Unisex-Tarife.
    "Leistung soll sich weiter lohnen". Deshalb werden die Einkünfe aus Zinserträgen oder Dividenden von der Steuer befreit, und dafür die Einkünfte aus n.selbst.Arbeit verstärkt besteuert.

    Sämtliche Steigerungen der Einkünfte unterliegen einer gewissen Progression - nur nicht die Zinseinkünfte.......

    ["Leistung". Wie z.B. erben?]

    Erben ist (meistens) keine Leistung, wobei ein Erbe zu verwalten und erfolgreich zu mehren, wie es viele reiche Erben in Deutschland taten und tun, durchaus eine Leistung ist. Ein Erbe zu schaffen, das ist jedoch ganz zweifellos eine Leistung. Und diese Leistung und der letzte Wille des Leistenden sollten respektiert werden. Die Möglichkeit, den Nachkommen und anderen etwas hinterlassen zu können, ist ein großer Leistungsanreiz für viele Menschen.

    [Oder eines Herr Ackermann [...]]

    s. meinen zweiten Beitrag.

    [Es geht nicht darum; Leistung zu bestrafen.]

    Wichtig ist, was tatsächlich geschieht, nicht worum es gehen soll. Jede Besteuerung von Leistungseinkommen stellt faktisch eine Bestrafung dar. Nun sind Steuer natürich notwendig. Liberale solten die Belastung aber immer soweit wie möglich begrenzen.

    [Es geht darum, das Wachstum von Marktmacht...]

    Das machen die Wettbewerbsbehörden schon.

    das Diktum der Leistungsgerechtigkeit wird von neuen linksliberal, pseudoliberalen Kräften sehr gerne auf die eigene Arbeit verkürzt.
    Nun gehören halt leider "immer 2 dazu", wie man so schön sagt.
    Der Vorredner hat schon geklärt, dass es eben der Leistung des Erblassers angemessen ist, die Steuerlast gering zu halten bzw zu minimieren, wenn man von den praktischen Problemen der Ungleichbehandlung von Vermögensarten (siehe BFH) absieht.
    Würden die Grünen ihre Definition der Leistungsgerechtigkeit einmal weiterdenken dann wäre eben auch mit Luxuspensionen für Politiker und Beamte Schluss (alle Ärzte und Lehrer); leider konstituieren diese staatsabhängigen Beschäftigten aber die Mehrzahl der Wählerschaft der modernen "Linken". Und bei der Vermögenssteuer müssten dann auch diese Pensionsansprüche eingerechnet werden.

    Gerechtigkeit sieht anders aus...that s for certain

  6. Der Markenkern der FDP ist genau das, was das System von ganz alleine macht.
    Freiheit für die Umverteilung von unten nach oben.
    Die Gesellschaft braucht die FDP wenn die Politik diese Systemselbstverständlichkeit soweit umdreht das Leistung sich nicht mehr lohnt.
    Seit 25 Jahren macht die Politik genau das Gegenteil!
    Und damit ist die FDP heute so nutzlos wie ein Kropf!
    Wenn wir Glück haben und den Trend nochmal umdfrehen können, brauchen wir die FDP vielleicht in Zehn Jahren mal wieder.
    Zur Zeit müssen wir die FDP in der CDU, SPD, Grünen ausschalten und abstellen.
    Dann geht es auch wieder aufwärts mit dem Großteil der Gesellschaft.
    Und nicht mehr aufwärts mit der Elite der Gesellschaft.

    14 Leser-Empfehlungen
  7. Aus gut informierten Kreisen habe ich gehört, daß man das Arbeitszeitgesetz innovativ modernisieren und reformieren will.
    Es wurden bereits Gutachten in Auftrag gegeben, mit dem Ziel festzustellen, daß 12 Stunden Arbeit am Tag nicht gesundheitschädlich sind, und daß die 7 Tagewoche eine Art Kontinuität bringt, die die Gesundheit fördert.

    Man hat nämlch bemerkt, daß mittlweile immer mehr Menschen gezwungen wurden, die im Arbeitschutzgeetz festgelegte Höchstarbeitszeit zu überschreiten.
    190 Stunden Vollzeit plus 450 € Job (=53 Stunden) ergeben nunmal 243 Stunden und das ist nach alten sozialstaatlichen Maßstäben zu viel - nicht aber nach neuen, liberalen Maßstäben.
    Also, was macht man? Man passt die Grenzen marktkonform an die Bedürfnisse der Wirtschaft an.
    Es soll Rentnern in Zukunft auch erleichtert werden, länger als bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten. Das ist liberale Politik - Freiheit für die Rentner, die sich am Fließband verwirklichen wollen.
    Auch das Problem, daß Frauen immer noch weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen wird angegangen. Im Koalitionsvertrag wird festgeschrieben, daß der Mindestlohn für Männer und Frauen gleich sein soll,
    sogennnte Unisex-Tarife.
    "Leistung soll sich weiter lohnen". Deshalb werden die Einkünfe aus Zinserträgen oder Dividenden von der Steuer befreit, und dafür die Einkünfte aus n.selbst.Arbeit verstärkt besteuert.

    Sämtliche Steigerungen der Einkünfte unterliegen einer gewissen Progression - nur nicht die Zinseinkünfte.......

    11 Leser-Empfehlungen
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    • doof
    • 10.03.2013 um 19:43 Uhr

    eine Art Kontinuität bringt..."

    Sowas ähnliches wars auch, was mich da vor kurzem doch tatsächlich - untypischerweise - Stellung für die katholische Kirche nehmen liess und dem hier mit Skepsis begegnen:
    http://www.zeit.de/gesell...?

    Passt ja dazu, dass Juncker, der nun Ängste vor einem europäischen Krieg schürt so nicht nach seinem Gusto gewählt würde, sagte ""Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.""
    Das muss man der FDP lassen: transparenter sind sie wirklich.

    • doof
    • 10.03.2013 um 19:43 Uhr

    eine Art Kontinuität bringt..."

    Sowas ähnliches wars auch, was mich da vor kurzem doch tatsächlich - untypischerweise - Stellung für die katholische Kirche nehmen liess und dem hier mit Skepsis begegnen:
    http://www.zeit.de/gesell...?

    Passt ja dazu, dass Juncker, der nun Ängste vor einem europäischen Krieg schürt so nicht nach seinem Gusto gewählt würde, sagte ""Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.""
    Das muss man der FDP lassen: transparenter sind sie wirklich.

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