Homo-EheDobrindt nennt Homosexuelle "eine schrille Minderheit"

Der CSU-Generalsekretär will die Union bei der Homo-Ehe zur Stimme der "stillen Mehrheit" machen. Doch ein CDU-Abgeordneter fühlt sich davon intellektuell beleidigt.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt

Der CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hat die CDU gewarnt, konservative Positionen zum Thema Homo-Ehe preiszugeben: "Die Menschen wollen keine Veränderung der Gesellschaft, in der Ehe und Familie nicht mehr die Normalität sind." Die Union müsse der "stillen Mehrheit" eine Stimme gegen "eine schrille Minderheit" geben, sagte Dobrindt der Welt am Sonntag. Die Wahlen 2013 könnten nur gewonnen werden, wenn die Union konservative Positionen ins Zentrum stelle.

Wer die Ehe mit Lebenspartnerschaften gleichstelle und das Ehegattensplitting abschaffen wolle, betreibe Familienfeindlichkeit, sagte Dobrindt. Er beklagte eine falsche Gewichtung: "Wir haben 17 Millionen Ehen in Deutschland und 30.000 gleichgeschlechtliche Partnerschaften." Die Menschen wollten aber Antworten auf das, was die Mehrheit betreffe, und die Mehrheit habe ein bürgerlich-konservatives Weltbild. Lobbyisten von Einzelgruppen der Gesellschaft vermittelten ein völliges Zerrbild. "Einzelgruppen dürfen nicht den Ton angeben", sagte Dobrindt.

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Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn bezeichnete diese Äußerungen als "intellektuelle Beleidigung". Er kritisierte in der Welt am Sonntag Dobrindts "Gerede von einer schrillen Minderheit, die für sich eine besondere Lebensphilosophie angenommen habe". Diese Wortwahl bestärke ihn darin, dass die Abstimmung zur Gleichstellung von Lebenspartnerschaften im Bundestag "freigegeben" werden sollte – das heißt, dass Abgeordnete ohne Fraktionszwang abstimmen dürften.

Rot-Grün will andere Definition von Ehe

Der Bundestag befasst sich auf seiner Sitzung am 14. März mit einem Antrag der Grünen zum Adoptionsrecht für homosexuelle Partnerschaften. Zudem wird der Bundesrat voraussichtlich am 22. März einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe verhandeln. Der Entwurf sieht vor, im Bürgerlichen Gesetzbuch festzuschreiben, dass eine Ehe auch aus gleichgeschlechtlichen Partnern bestehen kann. Mit diesen Anträgen wollen SPD und Grüne die Differenzen innerhalb der CDU/CSU bei der Homo-Ehe offenlegen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte am 19. Februar entschieden, dass Schwule und Lesben ein von ihrem eingetragenen Partner bereits adoptiertes Kind ebenfalls adoptieren dürfen.

Um eine Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe zu erreichen, erwägen laut Spiegel einige CDU-Politiker einen Gruppenantrag. Dabei könnten sie mit Kollegen aus anderen Fraktionen dafür plädieren, das Ehegattensplitting auf Lebenspartnerschaften auszuweiten. Sie würden sich damit gegen die eigene Fraktion und die Bundesregierung stellen. "Ein parteiübergreifender Gruppenantrag wäre eine Option", sagte der CDU-Abgeordnete Stefan Kaufmann.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lässt laut Spiegel bereits Modelle durchrechnen, die den Splitting-Vorteil auf Familien mit Kindern ausdehnen. Seine Maßgabe laute, dass niemand schlechter gestellt werden solle als heute. Die Lösung müsse jedoch für den Fiskus verkraftbar sein.

 
Leser-Kommentare
  1. 105. Danke

    Ich bin schnell durch die Publikationen gerauscht.

    Grob lässt sich also festhalten, dass es bisher keine negativen Effekte messbar waren bei Familien mit 2 lesbischen Müttern (eher im Gegenteil).
    Und was war der größte psychisch belastende Faktor? Erfahrene Diskriminierung, da sie bei homosexuellen Eltern aufwachsen.
    Wenn also die ganzen Homophoben ihren Hass so richtig öffentlich und ad hominem ausschütten, dann können sie die negativen Effekte sogar selbst kreieren. Ach, das muss Dobrindt und Co doch so richtig gut gefallen.

    2 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Longitudinalstudie"
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    • StefT
    • 10.03.2013 um 17:41 Uhr

    Ja, das ist auch ein Effekt, den bei Studien siehst die Gesundheit von Schwulen und Lesben generell untersuchen. Da gibt es Ergebnisse wie höherer Alkohol- und Tabakkonsum oder eine schlechtere ärtzliche Vorsorge und entsprechend mehr Krankheiten. Die Extremisten sagen dann sofort, dass es schlecht ist schwul zu sein.Natürlich sagen die Studien selbst, dass der Grund Dinge sind wie gesellschaftlicher Druck, finanizelle Schwierigkeiten die Krankenkasse zu bezahlen oder Diskriminierung durch Ärzte.

    • StefT
    • 10.03.2013 um 17:41 Uhr

    Ja, das ist auch ein Effekt, den bei Studien siehst die Gesundheit von Schwulen und Lesben generell untersuchen. Da gibt es Ergebnisse wie höherer Alkohol- und Tabakkonsum oder eine schlechtere ärtzliche Vorsorge und entsprechend mehr Krankheiten. Die Extremisten sagen dann sofort, dass es schlecht ist schwul zu sein.Natürlich sagen die Studien selbst, dass der Grund Dinge sind wie gesellschaftlicher Druck, finanizelle Schwierigkeiten die Krankenkasse zu bezahlen oder Diskriminierung durch Ärzte.

    • Conte
    • 10.03.2013 um 17:28 Uhr

    In etwa vergleichbar mit dem Spruch von Steinbrück gen Berlusconi und Grillo. Man kann es bedauern, aber auch nicht anzweifeln.

    • ZH1006
    • 10.03.2013 um 17:29 Uhr

    kam, dass er sich anfangs überal neu vorstellen musste, habe ich gedacht, sein Outing kann jetzt nur noch eine Frage von Tagen sein. Psychologisch bleibt es jedenfalls äußerst interessant, wie sehr er sich dafür einsetzt, immer unangefochten an der Spitze der Schwulenhasser zu stehen.

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  2. „Kinder möchten einen männlichen Vater und eine weibliche Mutter.“

    Ja, sicher. Ich war 1995 in Irland. Ich habe heute noch den Aufschrei der irischen Kinder im Ohr, als das Scheidungsverbot mit knapper Mehrheit gekippt wurde... ;)

  3. "...homosexuelle Ehen trotz fehlender Berührungspunkte angeblich "Ehe und Familie" gefährden, ..."

    Da könnte ich mir schon den Kabarettisten Volker Pispers vorstellen wie er einen Teil des Dialoge zwischen einem heterosexuellen Paar und einem homosexuellen Paar wiedergibt "...............Nein wenn ihr nicht heiraten dürft, dann wollen wir das auch nicht mehr tun".

    So kommt es dann zu Gefährdung der Ehe und Familie. ;-)

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    Antwort auf "Auch nicht zwingend"
  4. Dieser Mann "erinnert" sich gar nichts.
    Sobald er wieder einmal losgelassen wird (und darf ....), blubbert er einfach nur los.
    Diese bayerische Splittergruppe von "Wertebewahrern" und heuchlerischen Moralaposteln der Republik waren und sind immer für Sprüche gut; mit dem tatsächlichen Verhalten wird es dann allerdins bei weitem nicht mehr so genau genommen.

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    „Da erhoffen Sie sich mit Sicherheit zu viel. Dieser Mann "erinnert" sich gar nichts.“

    Das war auch ironisch gemeint...

    „Diese bayerische Splittergruppe von "Wertebewahrern" und heuchlerischen Moralaposteln der Republik waren und sind immer für Sprüche gut; mit dem tatsächlichen Verhalten wird es dann allerdins bei weitem nicht mehr so genau genommen.“

    Da sagen Sie etwas. Vielleicht sollte man Herrn Dobrindt bei Gelegenheit die Frage stellen, was er eigentlich für „christlicher“ oder „schriller“ hält: Ein homosexuelles Paar, das sich lebenslang treu ist (ist ja zumindest vorstellbar, oder etwa nicht?) - oder ein Mann, der sich erst scheiden lässt, dann seine zweite Ehefrau auch noch mit einer Geliebten betrügt, die seine Tochter sein könnte, und mit dieser ein uneheliches Kind in die Welt setzt?

    „Da erhoffen Sie sich mit Sicherheit zu viel. Dieser Mann "erinnert" sich gar nichts.“

    Das war auch ironisch gemeint...

    „Diese bayerische Splittergruppe von "Wertebewahrern" und heuchlerischen Moralaposteln der Republik waren und sind immer für Sprüche gut; mit dem tatsächlichen Verhalten wird es dann allerdins bei weitem nicht mehr so genau genommen.“

    Da sagen Sie etwas. Vielleicht sollte man Herrn Dobrindt bei Gelegenheit die Frage stellen, was er eigentlich für „christlicher“ oder „schriller“ hält: Ein homosexuelles Paar, das sich lebenslang treu ist (ist ja zumindest vorstellbar, oder etwa nicht?) - oder ein Mann, der sich erst scheiden lässt, dann seine zweite Ehefrau auch noch mit einer Geliebten betrügt, die seine Tochter sein könnte, und mit dieser ein uneheliches Kind in die Welt setzt?

    • Otto2
    • 10.03.2013 um 17:33 Uhr

    Bisher dachte ich immer der schrillste Politiker in Deutschland wäre ein gewisser Dobrindt.

  5. hat schon verloren.

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    • 2b
    • 10.03.2013 um 17:47 Uhr

    und wer kann anderen denn schon ohne Vorurteile begegnen???
    http://de.wikipedia.org/w...
    http://de.wikipedia.org/w...
    http://de.wikipedia.org/w...

    • 2b
    • 10.03.2013 um 17:47 Uhr

    und wer kann anderen denn schon ohne Vorurteile begegnen???
    http://de.wikipedia.org/w...
    http://de.wikipedia.org/w...
    http://de.wikipedia.org/w...

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