Homo-Ehe: Dobrindt nennt Homosexuelle "eine schrille Minderheit"
Der CSU-Generalsekretär will die Union bei der Homo-Ehe zur Stimme der "stillen Mehrheit" machen. Doch ein CDU-Abgeordneter fühlt sich davon intellektuell beleidigt.
©Frank Leonhardt/dpa

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt
Der CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hat die CDU gewarnt, konservative Positionen zum Thema Homo-Ehe preiszugeben: "Die Menschen wollen keine Veränderung der Gesellschaft, in der Ehe und Familie nicht mehr die Normalität sind." Die Union müsse der "stillen Mehrheit" eine Stimme gegen "eine schrille Minderheit" geben, sagte Dobrindt der Welt am Sonntag. Die Wahlen 2013 könnten nur gewonnen werden, wenn die Union konservative Positionen ins Zentrum stelle.
Wer die Ehe mit Lebenspartnerschaften gleichstelle und das Ehegattensplitting abschaffen wolle, betreibe Familienfeindlichkeit, sagte Dobrindt. Er beklagte eine falsche Gewichtung: "Wir haben 17 Millionen Ehen in Deutschland und 30.000 gleichgeschlechtliche Partnerschaften." Die Menschen wollten aber Antworten auf das, was die Mehrheit betreffe, und die Mehrheit habe ein bürgerlich-konservatives Weltbild. Lobbyisten von Einzelgruppen der Gesellschaft vermittelten ein völliges Zerrbild. "Einzelgruppen dürfen nicht den Ton angeben", sagte Dobrindt.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn bezeichnete diese Äußerungen als "intellektuelle Beleidigung". Er kritisierte in der Welt am Sonntag Dobrindts "Gerede von einer schrillen Minderheit, die für sich eine besondere Lebensphilosophie angenommen habe". Diese Wortwahl bestärke ihn darin, dass die Abstimmung zur Gleichstellung von Lebenspartnerschaften im Bundestag "freigegeben" werden sollte – das heißt, dass Abgeordnete ohne Fraktionszwang abstimmen dürften.
Rot-Grün will andere Definition von Ehe
Der Bundestag befasst sich auf seiner Sitzung am 14. März mit einem Antrag der Grünen zum Adoptionsrecht für homosexuelle Partnerschaften. Zudem wird der Bundesrat voraussichtlich am 22. März einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe verhandeln. Der Entwurf sieht vor, im Bürgerlichen Gesetzbuch festzuschreiben, dass eine Ehe auch aus gleichgeschlechtlichen Partnern bestehen kann. Mit diesen Anträgen wollen SPD und Grüne die Differenzen innerhalb der CDU/CSU bei der Homo-Ehe offenlegen.
Das Bundesverfassungsgericht hatte am 19. Februar entschieden, dass Schwule und Lesben ein von ihrem eingetragenen Partner bereits adoptiertes Kind ebenfalls adoptieren dürfen.
Um eine Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe zu erreichen, erwägen laut Spiegel einige CDU-Politiker einen Gruppenantrag. Dabei könnten sie mit Kollegen aus anderen Fraktionen dafür plädieren, das Ehegattensplitting auf Lebenspartnerschaften auszuweiten. Sie würden sich damit gegen die eigene Fraktion und die Bundesregierung stellen. "Ein parteiübergreifender Gruppenantrag wäre eine Option", sagte der CDU-Abgeordnete Stefan Kaufmann.
Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lässt laut Spiegel bereits Modelle durchrechnen, die den Splitting-Vorteil auf Familien mit Kindern ausdehnen. Seine Maßgabe laute, dass niemand schlechter gestellt werden solle als heute. Die Lösung müsse jedoch für den Fiskus verkraftbar sein.








Da fällt einem nichts mehr ein...
Gekürzt.Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/jz
armes Deutschland!
welche Argumente Sie für eine angebliche Richtigkeit dieser skandalösen Aussage des Herrn D. haben.
Es gibt in dieser Debatte nämlich nur ein einziges Argument, das zählt. Und das ist das Grundgesetz, dass eine Gleichheit aller Menschen zusagt. Auch und besonders vor dem Gesetz. Letzteres ist der erste Artikel unseres Grundgesetz.
Jeder also, der, mit welchen Argumenten auch immer, die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften vor dem Gesetz (also auch Adoption, Ehegatten-Splitting etc.) verweigert oder ablehnt, verstößt gegen den wichtigsten Paragraphen unseres Grundgesetzes.
Persönliche Ansichten mag jeder haben und diese auch kundtun, aber halt nur mit dem Zusatz..."trotzdem darf Artikel 1, GG nicht verletzt werden".
Eine Partei, die dies tut, arbeitet gegen die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Sie muss umgehend vom Verfassungsschutz überprüft und ein ggfs. ein Parteienverbot eingeleitet werden.
Einem Politiker, der diesen Artikel verleugnet, ja sogar verhöhnt, wie Herr D. dies tut, muss unverzüglich zurücktreten.
Die Homo-Thematik hat im Wahlkampf nichts verloren. Es ist ganz einfach zu unbedeutend für das Land. Da gäbe es über wichtigere Dinge zu berichten.
"Die Homo-Thematik hat im Wahlkampf nichts verloren. Es ist ganz einfach zu unbedeutend für das Land. Da gäbe es über wichtigere Dinge zu berichten." (Zitat Ende)
Welche "wichtigeren Dinge" vermissen Sie denn in der Berichterstattung?
"Die Homo-Thematik hat im Wahlkampf nichts verloren. Es ist ganz einfach zu unbedeutend für das Land. Da gäbe es über wichtigere Dinge zu berichten." (Zitat Ende)
Welche "wichtigeren Dinge" vermissen Sie denn in der Berichterstattung?
Schön, endlich mal eine kritische Stimme zu vernehmen! Für eine Gruppe von Menschen, die sich eigentlich biologisch natürlicherweise für ein Leben ohne Kinder entschieden haben, soll auf einmal alles gleich gemacht werden, was nun einmal nicht gleich ist. Was aber bedeutet das für Adoptivkinder?
Pädagogische und psychoanalytische Erkenntnisse über die Wichtigkeit von zwei gegen-geschlechtlichen Elternteilen als Vater und Mutter zur gesunden Entwicklung eines Kindes gab es in den letzten Jahrhunderten zuhauf. In pädagogischen Ausbildungen nimmt diese Tatsache ein ganzes Kapitel an Lehre ein. Ein einfaches Beispiel: das Online Handbuch für Kindergartenpädagogik. Die Probleme, die aus dem Fehlen eines Elternteils für das Kind erwachsen können, sind ebenso bekannt.
Zudem wird in der Psychoanalyse darauf hingewiesen, dass eine nicht gelungene Bejahung der eigenen Geschlechterrolle und ein frühkindlich erlernter Umgang mit dem anderen Geschlecht neben anderen Problemen auch Homosexualität auslösen kann (siehe z.B. Lehrbuch: „Pädagogik/Psychologie für die berufliche Oberstufe“). Wie soll also ein Mensch, der evtl. Konflikte in diesem Bereich aufweist, selber einem Kind das nötige seelische Fundament mitgeben?
Wir sollten uns als Gesellschaft überlegen, ob wir wirklich die bereichernden Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufgeben und Kindern, die zur Adoption freigegeben wurden, das Recht auf diese doch so wichtigen seelischen Erfahrungen absichtlich nehmen wollen.
als 2 Elternteile + Kind(er) kann es aber nicht werden ;-)
Ich finde es furchtbar und sehr verletzend, dass er so etwas überhaupt sagen darf. Ich wette, dass ihm bei den meisten Mitgliedern dieser "schrillen Minderheit", denen er begegnet ist, gar nicht aufgefallen ist, welche sexuelle Orientierung sie haben. Weil die meisten Homosexuellen genau wie die meisten Heteros eben nicht schrill sind, sondern ganz normal. Gerade in einer Zeit, wo immer weniger Kinder hier zur Welt kommen und die Gruppe der Alleinerziehenden immer größer wird, sollte man doch dankbar für jedes Paar sein, dass gemeinsam ein Kind großziehen will. Ich finde, Menschen die die Ehe nicht ernst nehmen, sich dreimal scheiden lassen und wieder heiraten und jedes mal ein/zwei traumatisierte Kinder hinterlassen bedrohen viel mehr das konservative Familienbild als gleichgeschlechtliche Paare (die sich das oft sehr viel besser überlegt haben, weil sie ja keine "Unfallkinder" in die Welt setzen)
Die Menschen wollten aber Antworten auf das, was die Mehrheit betreffe, und die Mehrheit habe ein bürgerlich-konservatives Weltbild. Lobbyisten von Einzelgruppen der Gesellschaft vermittelten ein völliges Zerrbild. "Einzelgruppen dürfen nicht den Ton angeben", sagte Dobrindt.
Mit Verlaub Herr Dobrindt, dass empfinde ich in der Tat als diskiminierind, wenn man berücksichtigt, welche Einzelgruppe der Gesellschaft sie speziell hier ansprechen. Grundsätzlich sind doch alle Menschen gleich...unabhängig ihrer Meinung, Hautfarbe, geschlechtlichen Ausrichtung, etc., solange sie nicht der Gesellschaft Schaden zufügen.
Ihre Ausführungen scheinen mir doch nicht sehr zeitgemäß. Solche Ansätze verhindern grundsätzlich ein "aufeinander zugehen" - und "gegenseitiges Vertrauen" schenken...wir entwickeln uns also auch hier weiter zurück.
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