KanzlerkandidatSteinbrücks loses Mundwerk

Klartext – alles klar. Seine Sprüche kosten Steinbrück inzwischen allerdings in den eigenen Reihen Kredit. Jüngst verscherzte er es sich mit einigen Genossinnen.

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück

Peer Steinbrück redet noch immer. Seit einer Stunde soll der offizielle Empfang der SPD zum baldigen Internationalen Frauentag vorbei sein. Die Kellner verteilen schon die Gläser mit Sekt. Steinbrück hat Zeit.

Es ist Mittwochabend in Berlin. Es ist ein Tag, der den typischen Peer Steinbrück zeigt. Eine wichtige Verabredung war wenige Stunden zuvor offiziell abgesagt worden. Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano, der gerade Deutschland besuchte, weigerte sich, mit Peer Steinbrück zu Abend zu essen. Denn am Tag zuvor hatte der Kanzlerkandidat der SPD auf einer "Klartext" genannten Veranstaltung in Potsdam Silvio Berlusconi und Beppe Grillo als Clowns bezeichnet. Napolitano war das zu weit gegangen.

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Drinnen im Saal ist Steinbrück der Ärger über diese Absage nicht anzusehen. Im schwarzen Anzug steht er neben der SPD-Frauenbeauftragten und redet über Gleichberechtigung. Seinen Vorrednerinnen hat er konzentriert zugehört, applaudiert, wenn ihm ein Statement gefallen hat. Italien ist weit weg, er erwähnt es mit keinem einzigen Wort.

"Ganz schön aggressiv" – "Typisch Peer"

Hier im Saal ist er der zukünftige Kanzler, er spricht von Projekten, die er durchsetzen will, "wenn im September der Wechsel kommt". Die Frauen im Saal klatschen oft: Steinbrück fordert die Frauenquote und gleiche Bezahlung für Männer und Frauen per Gesetz. Das kommt gut an.

Doch "Klartext-Peer", wie er seit Dienstag genannt werden kann, ist auch zu seinen Genossinnen nicht immer nett. Gegen Ende der Veranstaltung steht eine grauhaarige Frau aus den hinteren Reihen auf und tritt ans Mikrofon. Sie hat für die Regierung von Gerhard Schröder gearbeitet und beschwert sich, dass schon 1998 gleiche Bezahlung für alle versprochen wurde. Daran habe sich die SPD nicht gehalten. Wütend fragt sie: "Wie wollen Sie denn garantieren, dass das nicht wieder nur Sprüche sind?" Die Frauen im Saal johlen und applaudieren.

Steinbrück hebt die Stimme nicht, doch er antwortet scharf. "Wenn Ihnen das alles nicht gefällt hier, dann überlegen Sie mal, ob Sie in der richtigen Partei sind." Als es daraufhin aus dem Publikum einzelne Buhrufe gibt, lockert er seinen Krawattenknoten und fragt: "Ich werde hier ja wohl noch sagen dürfen, was ich denke?" Er lächelt.  

Später am Buffet unterhalten sich zwei Frauen. "Der war teilweise ganz schön aggressiv", sagt die eine und deutet auf Steinbrück, der neben der Moderatorin steht und scherzt. "Typisch Peer", sagt die andere. Beide kauen und nicken.

Für seine Fehler schon öfter entschuldigt

Sagen, was er denkt – das ist Steinbrücks Stärke und Steinbrücks Schwäche zugleich. Er selbst stilisiert sich als Politiker, der im Gegensatz zu anderen auch unbequeme Wahrheiten ausspricht. Und er verfügt über die rhetorischen Mittel, die Menschen zu beeindrucken, mit plastischen Bildern, mit saloppen Begriffen, mit Härte und Sarkasmus. Doch zugleich lässt er sich treiben von der Lust an Provokation. Er scheint noch immer nicht begriffen zu haben, dass ein knalliger Satz, der vor zwölf Monaten nur ein guter Scherz gewesen wäre, viel Schaden anrichten kann, wenn er von dem Mann kommt, der ab Herbst das wirtschaftlich stärkste Land Europas führen will. Mehrfach schon hat sich Steinbrück bei den Genossen für seine Fehler entschuldigt. Und wenn man glauben konnte, er werde sich vorsehen, passierte wieder etwas.

Mit den Clown-Vergleichen hat Steinbrück den jüngsten diplomatischen Eklat verursacht. Jene Veranstaltung im Kongresshotel am Stadtrand von Potsdam war der Auftakt von Steinbrücks Wahlkampf-Länderreise, die ihn in den kommenden Monaten durch ganz Deutschland führen soll.

Leser-Kommentare
  1. ... warum hat er die Genossin geSiezt?

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    ihn zuerst geSiezt hat.

    ihn zuerst geSiezt hat.

  2. Es gibt in diesem Land enorm wichtige Probleme zu lösen. So muß das weitere Auseinanderklappen der Schere zwischen Arm und Reich mit dem damit verbundenen Verschwinden der Mittelschicht bekämpft werden.
    Es ist mir ziemlich egal, ob ein Kanzlerkandidat Berlusconi als Clown bezeichnet. Erstens hat er damit recht, zweitens schadet es niemandem.
    Mir ist egal, was Steinbrück sagt. Ich will, daß die nächste Regierung eine Politik macht, die dem aktuellen neoliberalen Zerstörungsprozeß ein Ende bereitet. Ich wähle ein Wahlprogramm, nicht ein falsches oder richtiges Wort eines Mannes, der auf der Wahlliste steht.
    Begreift das endlich: Es geht um Inhalte, nicht um Polemik.

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    Und glauben Sie, dass Steinbrück dafür der richtige Kandidat ist? Der selbst von sich sagt, kein Glas Wein unter fünf Euro zu trinken? Der sich empört, dass er ohne Vortragshonorare "nur" 38,50 Euro die Stunde verdient, während andere Menschen in Deutschland für unter 5 Euro die Stunde arbeiten müssen? Der berechtigte Fragen (wie die der Dame aus dem Publikum) einfach so kaltschnäuzig abbügelt? Der scheinbar nicht begreift, dass gerade Deutschland doplomatisches Fingerspitzengefühl nötig hat und das es schlicht keinen guten Eindruck macht, wenn er sich so arrogant aufspielt, obwohl er bisher nur ein hoffnungsvoller Aspirant auf das Kanzleramt ist.

    Jemand wie Steinbrück, der sich so verhält, vermag weder die vor uns liegenden, von Ihnen beschriebenen Probleme zu lösen, weil er von diesen überhaupt keine Ahnung hat, da diese sich seiner Wahrnehmung völlig entziehen, noch hat er scheinbar den Schuss nicht gehört, denn im Moment sieht es nicht so aus, als ob Angela Merkel im Herbst tatsächlich abgewählt würde, auch wenn sich das Steinbrück ggf. so ausmahlt.

    Es ist gerade diese Insensiblität für Probleme, Themen und Situationen, die Steinbrück vielleicht zu einem guten Minister für irgendein Ressort machen, aber nicht um ein Kanzleramt eines der bedeutendsten europäischen Länder auszufüllen. Dass ihm dieses Format schlicht abgeht, hat er mittlerweile mehrfach demonstriert mMn..

    Ach, Herrn Steinbrücks verbale Entgleisungen, die aus dem Munde eines Bundeskanzlers erheblich mehr als nur Porzellan zerbrechen würden, sind Inhalte!?

    es geht um Inhalte und Programme. Diese pausenlose Berichterstattung um Nebensächlichkeiten geht mir langsam auf den Keks. Der Mann ist nicht wählbar, weil er unglaubhaft ist und ganz offensichtlich nicht Kanzler werden will, seine Partei ist nicht wählbar, weil sie nicht glaubhaft ist. Das ist meine feste Meinung.

    • AndreD
    • 01.03.2013 um 19:24 Uhr

    auch als Peernuts Steinbrück auseinandersetzen sollte:

    http://www.youtube.com/wa...

    Allerdings wer auf dem internationalen Parkett als Bundeskanzler etwas erreichen will, muß diplomatisches Geschick besitzen, sonst wírd er schnell zum Clown.
    Die Wichtigen Dinge kann er auch seinen Ministerien überlassen.
    Davon abgesehen, hat die Bundesregierung durch die grenzenlos aus wuchernde Macht der Bundesländer so wieso nicht mehr die Bedeutung.

    Richtig, was Sie da sagen. Aber was einem eigentlich komisch anmuten müsste um die Person Steinbrück:

    Wie kommt er dazu, Berlusconi als Clown zu bezeichnen, und dabei mit ähnlichen verbalen Werkzeugen und Tricks aufzuwarten wie Berlusconi? Ich finde das doch recht fadenscheinig.

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/sam

    Und glauben Sie, dass Steinbrück dafür der richtige Kandidat ist? Der selbst von sich sagt, kein Glas Wein unter fünf Euro zu trinken? Der sich empört, dass er ohne Vortragshonorare "nur" 38,50 Euro die Stunde verdient, während andere Menschen in Deutschland für unter 5 Euro die Stunde arbeiten müssen? Der berechtigte Fragen (wie die der Dame aus dem Publikum) einfach so kaltschnäuzig abbügelt? Der scheinbar nicht begreift, dass gerade Deutschland doplomatisches Fingerspitzengefühl nötig hat und das es schlicht keinen guten Eindruck macht, wenn er sich so arrogant aufspielt, obwohl er bisher nur ein hoffnungsvoller Aspirant auf das Kanzleramt ist.

    Jemand wie Steinbrück, der sich so verhält, vermag weder die vor uns liegenden, von Ihnen beschriebenen Probleme zu lösen, weil er von diesen überhaupt keine Ahnung hat, da diese sich seiner Wahrnehmung völlig entziehen, noch hat er scheinbar den Schuss nicht gehört, denn im Moment sieht es nicht so aus, als ob Angela Merkel im Herbst tatsächlich abgewählt würde, auch wenn sich das Steinbrück ggf. so ausmahlt.

    Es ist gerade diese Insensiblität für Probleme, Themen und Situationen, die Steinbrück vielleicht zu einem guten Minister für irgendein Ressort machen, aber nicht um ein Kanzleramt eines der bedeutendsten europäischen Länder auszufüllen. Dass ihm dieses Format schlicht abgeht, hat er mittlerweile mehrfach demonstriert mMn..

    Ach, Herrn Steinbrücks verbale Entgleisungen, die aus dem Munde eines Bundeskanzlers erheblich mehr als nur Porzellan zerbrechen würden, sind Inhalte!?

    es geht um Inhalte und Programme. Diese pausenlose Berichterstattung um Nebensächlichkeiten geht mir langsam auf den Keks. Der Mann ist nicht wählbar, weil er unglaubhaft ist und ganz offensichtlich nicht Kanzler werden will, seine Partei ist nicht wählbar, weil sie nicht glaubhaft ist. Das ist meine feste Meinung.

    • AndreD
    • 01.03.2013 um 19:24 Uhr

    auch als Peernuts Steinbrück auseinandersetzen sollte:

    http://www.youtube.com/wa...

    Allerdings wer auf dem internationalen Parkett als Bundeskanzler etwas erreichen will, muß diplomatisches Geschick besitzen, sonst wírd er schnell zum Clown.
    Die Wichtigen Dinge kann er auch seinen Ministerien überlassen.
    Davon abgesehen, hat die Bundesregierung durch die grenzenlos aus wuchernde Macht der Bundesländer so wieso nicht mehr die Bedeutung.

    Richtig, was Sie da sagen. Aber was einem eigentlich komisch anmuten müsste um die Person Steinbrück:

    Wie kommt er dazu, Berlusconi als Clown zu bezeichnen, und dabei mit ähnlichen verbalen Werkzeugen und Tricks aufzuwarten wie Berlusconi? Ich finde das doch recht fadenscheinig.

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/sam

  3. alle diplomatischen Regeln verletzen, mage ich seine Sprüche, denn sie waren eigentlich immer die Wahrheit. Oder ist jemand ernsthaft der Meinung, dass Berlusconi KEIN politischer Clown ist?

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    Wieviele Clowns kennen sie, die soviel auf der hohen Kante haben und über einen solchen Rückhalt in der Bevölkerung verfügen ? Man kann davon halten was man will, aber Peer Steinbrück ist weit davon entfernt mit Berlusconi auf Augenhöhe zu agieren !

    > Oder ist jemand ernsthaft der Meinung,
    > dass Berlusconi KEIN politischer Clown ist?

    Das ist nicht das Problem. Das Problem tritt erst auf, wenn Steinbrück mit der italienischen Regierung über deutsche Interessen verhandeln soll... und ein Italiener alles torpediert weil er persönlich beleidigt ist.

    Von einem Bundeskanzler Steinbrück erwartet man, dass er im Zweifel durch Diplomatie und seine persönliche Authorität einen Kriegsausbruch verhinden kann. Und zwar insbesondere dann, wenn der Führer einer der beiden Kriegsparteien TATSÄCHLICH ein blutrünstiger Irrer ist.

    Genau deshalb muss ein Bundeskanzler jederzeit Dinge wie die Konsequenzen seiner Aussagen auf das Verhältnis zwischen Japan und China im Hinterkopf behalten. Auch nach dem zweiten Bier im Hofbräuhaus.

    Angela Merkel kann das. Steinbrück MUSS beweisen, dass er es ebenfalls kann, sonst ist er für den Job nicht qualifiziert.

    Wie schwer die Kontrolle der Aussagen ist, zeigt sich übrigens meine Aussage oben. Zwischen den Zeilen könnte man lesen, dass ich entweder den chinesischen oder den japanischen Regierungschef für einen blutrünstigen Irren halte. Was ich hiermit ausdrücklich dementiere.

    • Herr-M
    • 01.03.2013 um 19:03 Uhr

    Nein, genau genommen nicht. Berlusconi ist kein clown, sondern ein gefährlicher Mann mit zu viel Medienmacht, der Demokratie kauft, in dessen Umfeld Bestechung, Korruption, Manipulation offensichtlich die Mittel der Wahl sind.
    Das ist gar nicht lustig.
    Und Klartext hat doch eher Grillo geredet, der sich eben klar und unmissverständlich gegen die korrupte italienische Politikerkaste gestellt hat.
    Wie wäre es, wenn Steinbrück sich mal über die wahrhaft clownesken Zustände in der bundesdeutschen Gesetzgebung auslässt, wo Lobbygruppen offensichtlich schon unsere Gesetze machen!
    Von den grillini habe ich gelesen, dass sie in Sizilien im Landesparlament zuerst mal ihre eigenen Bezüge gekürzt hätten.
    Da wäre ich an Steinbrücks Stelle vorsichtiger, solche Leute bzw deren Sprachrohr als clowns zu bezeichnen.
    Dagegen steht Steinbrücks „Verarmungsphobie“ mit einem Kanzlergehalt.
    Der Artikel hat ganz recht. Steinbrück kommt arrogant und herablassend rüber. Von solchen Menschen habe ich im Berufsleben schon viele getroffen. Man musste dann nur abwarten, ob Taten folgten. Und eigentlich immer bewahrheitete sich folgende Regel. Es ist nur ein kleiner Schritt, sich selbst zum clown zu machen, das geht dann ganz schnell!

    daß er ja Recht hat, aber als Spitzenpolitiker eben nicht das Recht, andere Politiker zu beleidigen. Denn in diesem Zusammenhang WAR das abschätzig, beleidigend.

    Es kommt halt immer darauf an, wer was zu wem bzw. über wen sagt. Sage ich am Biertisch zu den Saufkumpanen, der Steinbrück sei ein arroganter Flegel, ist das mit der nächsten Maß schon wieder geschluckt. Würde der Gysi das im Bundestag aussprechen - da wäre wohl nicht nur ein Teufel los! Auch wenn er Recht hat.

    • Dr.Ing
    • 03.03.2013 um 10:25 Uhr

    Diese Umfrage hat die BILD-Zeitung veranlaßt. Wer glaubt denn was dabei herumkommt?
    Außerdem Steinbrück hat recht, Grillo ist ein Clown, er meint Komiker.
    Und der Lusttoni ist tatsächlich ein viel größerer Clown, dabei brandgefährlich.

    ernst nehmen, da er offensichtlich politisch noch nicht erledigt ist. Daher ist das Clown-Bild ehr kontraproduktiv,wenn man ihn politisch ablehnt.

    Wieviele Clowns kennen sie, die soviel auf der hohen Kante haben und über einen solchen Rückhalt in der Bevölkerung verfügen ? Man kann davon halten was man will, aber Peer Steinbrück ist weit davon entfernt mit Berlusconi auf Augenhöhe zu agieren !

    > Oder ist jemand ernsthaft der Meinung,
    > dass Berlusconi KEIN politischer Clown ist?

    Das ist nicht das Problem. Das Problem tritt erst auf, wenn Steinbrück mit der italienischen Regierung über deutsche Interessen verhandeln soll... und ein Italiener alles torpediert weil er persönlich beleidigt ist.

    Von einem Bundeskanzler Steinbrück erwartet man, dass er im Zweifel durch Diplomatie und seine persönliche Authorität einen Kriegsausbruch verhinden kann. Und zwar insbesondere dann, wenn der Führer einer der beiden Kriegsparteien TATSÄCHLICH ein blutrünstiger Irrer ist.

    Genau deshalb muss ein Bundeskanzler jederzeit Dinge wie die Konsequenzen seiner Aussagen auf das Verhältnis zwischen Japan und China im Hinterkopf behalten. Auch nach dem zweiten Bier im Hofbräuhaus.

    Angela Merkel kann das. Steinbrück MUSS beweisen, dass er es ebenfalls kann, sonst ist er für den Job nicht qualifiziert.

    Wie schwer die Kontrolle der Aussagen ist, zeigt sich übrigens meine Aussage oben. Zwischen den Zeilen könnte man lesen, dass ich entweder den chinesischen oder den japanischen Regierungschef für einen blutrünstigen Irren halte. Was ich hiermit ausdrücklich dementiere.

    • Herr-M
    • 01.03.2013 um 19:03 Uhr

    Nein, genau genommen nicht. Berlusconi ist kein clown, sondern ein gefährlicher Mann mit zu viel Medienmacht, der Demokratie kauft, in dessen Umfeld Bestechung, Korruption, Manipulation offensichtlich die Mittel der Wahl sind.
    Das ist gar nicht lustig.
    Und Klartext hat doch eher Grillo geredet, der sich eben klar und unmissverständlich gegen die korrupte italienische Politikerkaste gestellt hat.
    Wie wäre es, wenn Steinbrück sich mal über die wahrhaft clownesken Zustände in der bundesdeutschen Gesetzgebung auslässt, wo Lobbygruppen offensichtlich schon unsere Gesetze machen!
    Von den grillini habe ich gelesen, dass sie in Sizilien im Landesparlament zuerst mal ihre eigenen Bezüge gekürzt hätten.
    Da wäre ich an Steinbrücks Stelle vorsichtiger, solche Leute bzw deren Sprachrohr als clowns zu bezeichnen.
    Dagegen steht Steinbrücks „Verarmungsphobie“ mit einem Kanzlergehalt.
    Der Artikel hat ganz recht. Steinbrück kommt arrogant und herablassend rüber. Von solchen Menschen habe ich im Berufsleben schon viele getroffen. Man musste dann nur abwarten, ob Taten folgten. Und eigentlich immer bewahrheitete sich folgende Regel. Es ist nur ein kleiner Schritt, sich selbst zum clown zu machen, das geht dann ganz schnell!

    daß er ja Recht hat, aber als Spitzenpolitiker eben nicht das Recht, andere Politiker zu beleidigen. Denn in diesem Zusammenhang WAR das abschätzig, beleidigend.

    Es kommt halt immer darauf an, wer was zu wem bzw. über wen sagt. Sage ich am Biertisch zu den Saufkumpanen, der Steinbrück sei ein arroganter Flegel, ist das mit der nächsten Maß schon wieder geschluckt. Würde der Gysi das im Bundestag aussprechen - da wäre wohl nicht nur ein Teufel los! Auch wenn er Recht hat.

    • Dr.Ing
    • 03.03.2013 um 10:25 Uhr

    Diese Umfrage hat die BILD-Zeitung veranlaßt. Wer glaubt denn was dabei herumkommt?
    Außerdem Steinbrück hat recht, Grillo ist ein Clown, er meint Komiker.
    Und der Lusttoni ist tatsächlich ein viel größerer Clown, dabei brandgefährlich.

    ernst nehmen, da er offensichtlich politisch noch nicht erledigt ist. Daher ist das Clown-Bild ehr kontraproduktiv,wenn man ihn politisch ablehnt.

  4. eine online-Umfrage der Bild-Zeitung gezeigt hat.

    Vielleicht ist doch alles nicht nur ein loses Mundwerk, sondern Kalkühl. Die Lufthoheit an den Stammtischen hat er mit dem Sarrazin-Argument "Was wahr ist, muss man auch sagen dürfen" wohl gewonnen.

    Sozialdemokraten unter sich - arme SPD.

    3 Leser-Empfehlungen
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    • Kelhim
    • 01.03.2013 um 17:32 Uhr

    Die Mehrheit der "Spiegel-Online"-Leser gab Steinbrück gestern ebenfalls recht, eine Mehrheit der "Zeit Online"-Leser genauso, wenn ich das richtig sehe - aber der Hinweis auf "Bild" passte wohl besser in die eigene Argumentation? Wenn man sonst nicht beizutragen hat, muss man wohl zu solchen Taschenspielertricks greifen.

    Bei der Bildzeitung gab es eine Befragung mit 2662 Teilnehmern und 55% pro Steinbrück-Äußerung und wie fällt Ihre Analyse für die Zeit-online-Leser aus?

    Aber immer schön immer andere beschimpfen - gut man muss jedem die Chance geben sich selbst so gut wie möglich zu blamieren. Peinlich ...

    Entfernt. Bitte verfassen Sie nur Kommentare mit konkretem Themenbezug. Danke, die Redaktion/jp

    • Kelhim
    • 01.03.2013 um 17:32 Uhr

    Die Mehrheit der "Spiegel-Online"-Leser gab Steinbrück gestern ebenfalls recht, eine Mehrheit der "Zeit Online"-Leser genauso, wenn ich das richtig sehe - aber der Hinweis auf "Bild" passte wohl besser in die eigene Argumentation? Wenn man sonst nicht beizutragen hat, muss man wohl zu solchen Taschenspielertricks greifen.

    Bei der Bildzeitung gab es eine Befragung mit 2662 Teilnehmern und 55% pro Steinbrück-Äußerung und wie fällt Ihre Analyse für die Zeit-online-Leser aus?

    Aber immer schön immer andere beschimpfen - gut man muss jedem die Chance geben sich selbst so gut wie möglich zu blamieren. Peinlich ...

    Entfernt. Bitte verfassen Sie nur Kommentare mit konkretem Themenbezug. Danke, die Redaktion/jp

  5. Die Äußerung wäre durchgegangen und sie wäre sogar ein guter und überfälliger Beitrag zur Debatte gewesen, hätte der italienische Staatspräsident zu dieser Zeit nicht in Deutschland geweilt. So aber musste der Staatspräsident Steinbrück ausladen, weil Napolitano ja gerade ein heikles Geschäft bevorsteht, nämlich in Italien eine Regierungsbildung herbeizuführen, die ohne Beteiligung der Clowns nur sehr schwer zu erreichen ist. Nach steinbrücks Äußerung wäre es Napolitano zuhause als Parteilichkeit ausgelegt worden, wäre er über Steinbrücks Äußerung stillschweigend hinweggegangen.

    Es ist Steinbrück also nicht wegen der Äußerung zu tadeln, viel mehr wegen des falschen Zeitpunkts und wegen fehlender Rücksichtnahme auf den italienischen Staatspräsidenten. Das lässt einen daran zweifeln, ob Steinbrück wirklich für das Staatsamt geeignet ist, das er anstrebt.

    8 Leser-Empfehlungen
  6. Und er ist ein echter Seeheimer, denn er vertreibt die letzten Sozialdemokraten aus der SPD.

    "Wenn Ihnen das alles nicht gefällt hier, dann überlegen Sie mal, ob Sie in der richtigen Partei sind."

    So etwas bekommt etwa nicht ein Herr Clement oder ein Herr Sarrazin zu hören, sondern eine Genossin, die sich erlaubt, Herrn Steinbrück an sozialdemokratische Programmatik zu erinnern und deren Erfüllung einfordert.

    32 Leser-Empfehlungen
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    “Der Kandidat mit dem Image des Nehmers, der vor allem großzügig darin ist, verbal auszuteilen, passt schlecht zum Anspruch einer Partei, die mit Mindestlohn, bezahlbaren Mieten und gerechterem Kindergeld punkten will.”

    Um die Stammwähler muß sich die SPD nicht so sehr sorgen wie um die Wechselwähler. Wer die Sozialdemokraten wählt, weil er/sie sozialdemokratisch orientiert ist, macht sein Votum in der Regel nicht abhängig vom Kanzlerkandidaten. Im konkreten Fall: SPD’ler werden Steinbrück auch aushalten, auch wenn sie sich nicht wirklich mit ihm identifizieren können.

    Aber der Wahlsieg Schröders hatte gezeigt, daß man Mehrheiten nur erringen kann, wenn man die bürgerliche Mitte anspricht, die Wechselwähler, die auch mal CDU oder FDP wählen.

    Von daher ist Steinbrück, der eher am rechten Rand der SPD anzusiedeln ist, eine gute Wahl. Der Theorie nach...

    Allerdings birgt das Werben um die Mitte wiederum die Gefahr, das linke Spektrum der SPD-Wähler den LINKEN in die Arme zu treiben. Es ist schon ein schwieriger Spagat, den die Volkspartei SPD zu absolvieren hat. Die linke Hälfte des politischen Spektrums ist aufgespalten in drei Parteien, von denen eine leider durch des konservative Lager bislang erfolgreich als nicht koalitionsfähig stigmatisiert, gemobbt und ausgegrenzt wird. Ein Problem, das die CDU so nicht hat.

    “Der Kandidat mit dem Image des Nehmers, der vor allem großzügig darin ist, verbal auszuteilen, passt schlecht zum Anspruch einer Partei, die mit Mindestlohn, bezahlbaren Mieten und gerechterem Kindergeld punkten will.”

    Um die Stammwähler muß sich die SPD nicht so sehr sorgen wie um die Wechselwähler. Wer die Sozialdemokraten wählt, weil er/sie sozialdemokratisch orientiert ist, macht sein Votum in der Regel nicht abhängig vom Kanzlerkandidaten. Im konkreten Fall: SPD’ler werden Steinbrück auch aushalten, auch wenn sie sich nicht wirklich mit ihm identifizieren können.

    Aber der Wahlsieg Schröders hatte gezeigt, daß man Mehrheiten nur erringen kann, wenn man die bürgerliche Mitte anspricht, die Wechselwähler, die auch mal CDU oder FDP wählen.

    Von daher ist Steinbrück, der eher am rechten Rand der SPD anzusiedeln ist, eine gute Wahl. Der Theorie nach...

    Allerdings birgt das Werben um die Mitte wiederum die Gefahr, das linke Spektrum der SPD-Wähler den LINKEN in die Arme zu treiben. Es ist schon ein schwieriger Spagat, den die Volkspartei SPD zu absolvieren hat. Die linke Hälfte des politischen Spektrums ist aufgespalten in drei Parteien, von denen eine leider durch des konservative Lager bislang erfolgreich als nicht koalitionsfähig stigmatisiert, gemobbt und ausgegrenzt wird. Ein Problem, das die CDU so nicht hat.

  7. Ich finde es ganz gut, dass Steinbrück sagt, was er denkt. Aber ich finde ziemlich absurd, was er sich so denkt.

    Dass er eine Frau niedermeiert, die equal pay fordert, ist typisch. Und vielleicht hätte ihm zum italienischen Wahlergebnis ja auch einfallen können, dass Merkels rigorose Sparpolitik gescheitert ist, anstatt Gewählte und damit auch die Wähler zu beleidigen. Ganz zu schweigen von seiner wirklich bizarren Vorstellung, der Durchschnittsbürger würde bei Besuch den Eierlikör aus dem Schrank holen. (Ich jedenfalls keinen niemanden, der regelmäßig Eierlikör trinkt.) In welcher Welt lebt er eigentlich?

    9 Leser-Empfehlungen
    • Oakham
    • 01.03.2013 um 17:11 Uhr

    wird mit Erwähnung der Willy Brandt Lecture an diesen so ganz eigenwilligen Menschen erinnert.
    Und da muss man traurig feststellen, wir hatten in D ja tatsächlich mal ein paar ernstzunehmende Politiker - Brandt, Wehner, Heinemann ...

    4 Leser-Empfehlungen

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