PlagiagsaffäreRichter begründen Koch-Mehrins Titelverlust

Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat Anfang März eine Klage der FDP-Politikerin Koch-Mehrin gegen den Entzug ihres Doktortitels abgewiesen. Nun liegt die Begründung vor.

Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat die Begründung seines Urteils gegen Silvana Koch-Mehrin veröffentlicht: Der Doktortitel sei der FDP-Politikerin zu Recht entzogen worden. Sie habe teilweise mehrseitige Passagen von anderen Autoren übernommen, heißt es im ausführlichen Urteil zur Entscheidung vom 4. März. Damals hatte das Gericht die Klage Koch-Mehrins gegen den Entzug ihres Titels abgewiesen.

Laut Begründung hat die FDP-Politikerin nicht nur vereinzelt kopiert, sondern "fremde Passagen wiederholt und planmäßig als eigene wissenschaftliche Arbeit ausgewiesen". Teilweise hätte sie Textpassagen samt Fußnoten übernommen. Dabei sei eine "grundsätzlich denkbare Bagatellschwelle bei Weitem überschritten".

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Den Einwand Koch-Mehrins, sie habe umfangreiche eigene Recherchen durchgeführt und zentrale Forschungsergebnisse ihrer Arbeit beruhten auf ihrer eigenen wissenschaftlichen Leistung, lies das Gericht nicht gelten.

Die Universität Heidelberg hatte Koch-Mehrin im Juni 2011 den Titel aberkannt, weil ihre Doktorarbeit Lateinische Münzunion 1865-1927 insgesamt 125 Plagiate aufweise.

Koch-Mehrin ist Mitglied des Europäischen Parlaments und hatte schon vor der Entscheidung des Verwaltungsgerichts angekündigt, 2014 nicht mehr zu kandidieren.

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Leserkommentare
  1. Sie sollte endlich mal in sich gehen (ändern wird sie sich ja wohl kaum noch).

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    ... wuerde sie wohl auch nicht allzuviel finden, wenn man's an ihrer oben angegebenen Argumentationsfuehrung misst ;-)

  2. Ihre Pension auf Lebenszeit hat sie ja schon sicher.

    Na ja, wenigstens wird sie mit dem Nichtstun, keine Probleme haben, denn das konnte sie ja schon ausgibig während ihrer Amtszeit erproben.

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    Ich bin weiß Gott kein Freund der FDP und ihrer Funktionäre. Dennoch finde ich solche Rachephantasien abwegig.

    Der Titel ist weg und damit basta. Das ist ja schon eine recht peinliche Angelegenheit und die öffentliche Demütigung sollte Strafe genug sein. Weitergehende Phantasien, man müsse nun auch alle anderen im Leben erzielten Erfolge von Frau Koch-Merin in Frage stellen oder gar aberkennen, sagen nach meiner Einschätzung mehr über den Charakter dessen aus, der da fordert, als über Frau Koch-Mehrin.

  3. Sogar wenn sie beim Betrug erwischt werden versuchen sie noch dreist auf Vorteile und Privilegien zu beharren.
    Besonders die weltfremden und menschenverachtenden Wirrköpfe der FDP zeigen immer wieder ihr wahres Gesicht.

    Das ist gruselig!

    33 Leserempfehlungen
    • KBV
    • 28. März 2013 12:01 Uhr

    Eigentlich sollte sich die Dame betroffen und beschämt aus der Öffentlichkeit zurückziehen.
    Doch ich bin mir sicher, dass sie sich demnächst wieder keck und dreist in Talk-Shows darstellen wird ... wie bereits erlebt.

    Das wirft ein bezeichnendes Licht auf den Charakter der Dame (und anderer Egomanen aus der Politik), zeigt aber auch die Denke in den Redaktionen der Talk-Shows.
    Wird es bei Masischberger, Illner, Lanz, Beckmann oder Friedmann sein?
    Wir werden sehen.

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    ...schon wieder in Talkshows herum, als dispromovierter FDP-Europaschratz verstärkt er das unfähige Straßburger Europaparlament.

  4. rechthaberisch, selbstgefällig, arrogant bis in die Haarwurzeln. Keine Einsicht für die eigene Fehleranalyse, aber das scheint auch eine Form des Liberalismus zu sein.

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    Liberalismus hieße, für eigene Fehler Verantwortung zu übernehmen.

    Koch-Mehrins Verhalten ist illiberal. Gut, dass sie geht.

    • nistal
    • 28. März 2013 13:24 Uhr

    der werfe den ersten Stein.

    Ich denke, da wird keiner geflogen kommen..

    Deutschland, ein Land der selbstgefälligen Moralrichter.. im Hauptjob sind die 70 Mio. Bürger ja eigentlich Bundestrainern.

  5. Jeder Student lernt im Laufe seines Studiums, wie wissenschaftlich zu arbeiten ist. Dazu gehört, dass man nicht beigeht und irgendwelche Texte klaut, um diese als eigene auszugeben. Wenn schon, dann kennzeichnet man nötige Passagen als Zitate und gibt die Quellen an.
    Wer das nicht begriffen hat, muss völlig geschlafen haben. Dann auch noch zu klagen und darauf zu verweisen, dass man ja immerhin an anderen Stellen so gearbeitet hat, wie es ohnehin üblich ist, ist schon eine wahre Dreistigkeit.

    13 Leserempfehlungen
  6. Mich widert diese Frau nur noch an. Und daß sie mit dieser, ihrer, Einstellung sogar noch im Frauenausschuss er EU sitzt, macht es nicht besser.
    Zurücktreten von allen politischen Ämtern und Rückzahlung aller durch den erlogenen Titel abgegriffenen Leistungen!

    MfG
    FT

    20 Leserempfehlungen
  7. ... wuerde sie wohl auch nicht allzuviel finden, wenn man's an ihrer oben angegebenen Argumentationsfuehrung misst ;-)

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "... ... ... "

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, jam
  • Schlagworte Silvana Koch-Mehrin | Recht | Arbeit | Doktortitel | Gericht | Plagiat
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