Die FDP hat auf ihrem Bundesparteitag eine neue Führungsmannschaft bestimmt. Philipp Rösler wurde mit einem Ergebnis von 85,7 Prozent wieder zum Parteichef gewählt. Sein erster Stellvertreter wird NRW-Landeschef Christian Lindner. Er bekam 77,8 Prozent der Stimmen. Weitere Stellvertreterposten gingen an Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sowie Sachsens FDP-Vorsitzenden Holger Zastrow. FDP-Generalsekretär bleibt Patrick Döring.

Entwicklungsminister Dirk Niebel wird im neuen Parteipräsidium nicht mehr vertreten sein. Er hatte um einen Posten als Beisitzer in dem höchsten Führungsgremium der Liberalen kandidiert, verlor aber in einer Kampfabstimmung gegen Gesundheitsminister Daniel Bahr und den Schleswig-Holsteiner Wolfgang Kubicki. Im zweiten Wahlgang setzte sich Kubicki mit einem Ergebnis von 63,7 Prozent überraschend gegen Bahr durch, für den nur 33,3 Prozent der Delegierten stimmten.

Niebels Abwahl war erwartet worden, weil er vor der Niedersachsen-Wahl Parteichef Philipp Rösler offen infrage gestellt und damit in der FDP-Führung für Unmut gesorgt hatte. Delegierte warfen ihm Profilierungssucht und mangelnde Teamfähigkeit vor. Niebel hatte sich in seiner Bewerbungsrede verteidigt. "Ich kämpfe mit offenem Visier" hatte er mit Blick auf die zahlreichen Rösler-Kritiker gesagt, die sich über Monate hinweg nicht öffentlich abwertend über den Parteivorsitzenden geäußert hatten.

Kubicki bezeichnet sich als gemeinschaftsfähig

Auch Kubicki hatte sich in der Vergangenheit als Rösler-Kritiker hervorgetan. Lindner bezeichnete er als "geborenen neuen Bundesvorsitzenden." Über sich selbst sagte Kubicki Iin seiner Bewerbungsrede, er sei gemeinschaftsfähig: "Sonst wäre ich nicht 20 Jahre Fraktionsvorsitzender im Landtag."

Bahr hatte versucht, sich als "absoluten Teamplayer" für den Beisitzerposten ins Spiel zu bringen.

Hessens Landeschef Jörg-Uwe Hahn bleibt im Präsidium, ebenso wie Birgit Homburger. Sie bekam allerdings nur einen mit weniger Rechten ausgestatteten Beisitzer-Posten. Bei ihrer Bewerbung als Stellvertreterin von Rösler scheiterte Homburger gegen den Sachsen Zastrow.