Peer Steinbrück"Was sozial gerecht ist, ist auch ökonomisch sinnvoll"

Wieso sollte Peer Steinbrück die Wahl gewinnen? Weil die Leute mehr Wir als Ich wollen, erklärt er im Interview. Bliebe nur das Problem mit den Frauen.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbück

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbück

ZEIT ONLINE: Herr Steinbrück, die Eurokrise ist zurück. Wie soll es in Zypern weitergehen?

Peer Steinbrück: Es ist gut, dass die Zyprer ihr Geschäftsmodell offenbar ändern wollen, denn es funktioniert nicht. Das Land kann nicht auf Dauer von Millionärseinlagen, niedrigen Steuern und lockenden, hohen Zinsen leben. Ihre Banken müssen schrumpfen. Deren Risiken dürfen am Ende nicht bei deutschen, niederländischen und französischen Steuerzahlern landen.

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ZEIT ONLINE: Zypern hat mit den Russen auch um Beteiligungen an seinen Gasvorkommen verhandelt. Macht Ihnen der wachsende Einfluss Russlands Sorgen?

Peer Steinbrück: Ich will nicht an Vorurteilen mitwirken. Zypern muss sich allerdings entscheiden, ob sein Schwerpunkt innerhalb der EU und der Währungsunion liegt. Das Verhandlungsergebnis von Montag scheint darauf einen Hinweis zu geben.

ZEIT ONLINE: Russland tritt auch im Syrienkrieg als schwer berechenbarer Akteur auf. Was werden die Russen für Europa in den nächsten Jahren sein: Partner oder Rivale?

Peer Steinbrück: Auf jeden Fall Partner, dessen Interessen wir gut kennen und berücksichtigen sollten. Dabei ist einzugestehen, dass unsere westlichen Maßstäbe pluraler Demokratie nicht unmittelbar auf Russland übertragbar sind.

ZEIT ONLINE: Sollte man die Russen etwa nicht auf Demokratiedefizite und Menschenrechtsverletzungen hinweisen?

Peer Steinbrück: Zweifellos. Aber in bilateralen Gesprächen und nicht auf dem Marktplatz. Sonst verspielt man Zugänge, um praktische Fortschritte zu bewirken.

Leser-Kommentare
  1. Nämlich, dass Sie mit Ihrer Inhumanität tatsächlich nicht allein sind. Und was beweist das? Dass der Mensch und der Pavian sich kaum unterscheiden - und wenn, dass der Vergleich dann eher zugunsten des Pavians ausfällt. Indes müssen Sie die Indolenz der Ausgebeuteten auch nicht unterschätzen; die von Gier umnebelten treiben selbst das stumpfste Wahlvieh dazu, eines Tages wieder Guillotinen zu errichten. Natürlich wird die gleich dämliche Gier dann wieder auferstehen, aber für die, die jetzt so stolz auf ihre krankhafte Raffgier und Inhumanität sind, kommt dann erst mal ein böses Erwachen.
    Wenn ich Beiträge wie den Ihren lese, könnte ich mich fast darüber freuen.

    4 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "[...]"
  2. <<< ...Das Problem ist, dass es immer mehr "Verlierer unseres Wirtschaftserfolges" gibt. Es gibt Stadtteile (z.B. in Berlin), da könnten Sie auf fast jeden Grabstein schreiben: "Sein Tod war wie sein Leben, sinnlos." Einfach Menschen mit einer negativen Lebensbilanz, deren Existenz für die Gesellschaft ein Verlustgeschäft war. Die Zeiten, in denen wir diese Menschen mit durchschleppen können, neigen sich dem Ende. <<<

    Das hatten wir doch schonmal...diese Sache mit den Existenzen die ein gesellschaftliches Verlustgeschäft waren...nannte sich "unwertes Leben", war der drohende Untergang des gesundes Volkskörpers und wurde staatlich euthanasiert.
    Los, nochmal!
    Wir sind als Spezies offenbar zu DUMM um aus dem offensichtlichsten Scheitern irgendwas zu lernen.

    7 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Der Sozialstaat..."
  3. "Nur weil ich bei einem Rennen eine Frau und einen Mann auf die gleiche Stelle positioniere (Gleichstelle) ist das doch kein Nachteil für jemanden."

    Nehmen wir Ihr das Beispiel im konkreten Sinne.

    Sie wollen also, dass man Mann und Frau auf die gleiche Stelle (=Startposition) stelle. Im großen und ganzen werden die Männer die Frauen abhängen.

    Oder wollen Sie jetzt die Frauen 100 Meter weiter nach vorne stellen, damit beide zur gleichen Zeit ins Ziel kommen? Und dann sagen Sie keiner wird benachteiligt?

    Ist der Sport nicht das beste Beispiel dafür, dass man die Geschlechter eben Nicht gleichstellen kann?

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    Richtig ist Ihre Kritik an dem Beispiel des Wettrennens.
    Falsch hingegen die Folgerungen.
    Nehmen wir mal einen Verhungernden und einen Vollgefressenen. Wird der Fettsack benachteiligt, wenn man dem Verhungernden zuerst was zu essen gibt?
    Nehmen wir einen soziopathischen Mörder und einen gesetzestreuen Bürger. Wird der Soziopath benachteiligt, weil die Gesellschaft den Bürger und nicht ihn schützt?
    Nehmen wir das Kind eines Milliardärs und eines Bettlers. Wird das Milliardärskind benachteiligt, wenn man dem Bettlerkind Schulbuch und Essen stellt?
    Gerechtigkeit gibt's für schlichte Gemüter: Jedem das Gleiche. (Im Kommunismus wie im Neoliberalismus.)
    Daneben gibt's aber auch ausgleichende, fördernde, bedürfnisorientierte usw. Gerechtigkeit.
    Gleichstellen heißt eben nicht gleichmachen, sondern gleichberechtigen – und wenn die Ausgangsposition ungleich ist, besteht das Herstellen der Gerechtigkeit eben darin, die Möglichkeiten anzugleichen.

    ist eine Antwort und so hoffe ich doch, dass sie diese lesen. Ich bin gegen eine "positive Diskriminierung", was ja bei diesem Beispiel mMn die Bevorteilung der Frau wäre. Ich finde, dass es wichtig ist, dass die Frau auch eine Chance bekommt am Rennen teilzunehmen.

    Wenn wir nämlich vom Sport in die Arbeitswelt schauen, so glaube ich, dass junge Frauen dort unnötige Barrieren haben. Eine Frau als Mechaniker, Maurer oder ähnliches ist ja (für einige) unvorstellbar. Einige würden sagen, soll die besser Friseurin werden. Diese sozialen Barrieren sollten abgebaut werden.

    Das bedeutet nicht, dass an eine Feuerwehrfrau oder Polizistin nur halb so viel leisten muss, wie ein Feuerwehrmann oder Polizist ( um auf das Beispiel mit dem Sport und das voranstellen der Frau zurückzukommen ). Und ja, es gibt einige zierliche Damen, die dann ggf. nicht als Maurer geeignet sind. Aber es gibt auch einige zierliche Herren, die genauso wenig für den Beruf eines Maurers geeignet sind. Es gibt aber auch genug Damen, die einen "Männer"-Beruf wahrnehmen könnten, dies aber auf Grund von Barrieren nicht tun.

    Und ja, dies gibt leider auch für Männer. Für einige ist ein Friseur automatisch schwul und ein Kinderpfleger pädophil usw. auch da gibt es einiges zu tun.

    Für mich bedeutet Gleichstellung, dass jeder eine FAIRE Chance bekommt.

    Gruß

    Super Kluk

    Richtig ist Ihre Kritik an dem Beispiel des Wettrennens.
    Falsch hingegen die Folgerungen.
    Nehmen wir mal einen Verhungernden und einen Vollgefressenen. Wird der Fettsack benachteiligt, wenn man dem Verhungernden zuerst was zu essen gibt?
    Nehmen wir einen soziopathischen Mörder und einen gesetzestreuen Bürger. Wird der Soziopath benachteiligt, weil die Gesellschaft den Bürger und nicht ihn schützt?
    Nehmen wir das Kind eines Milliardärs und eines Bettlers. Wird das Milliardärskind benachteiligt, wenn man dem Bettlerkind Schulbuch und Essen stellt?
    Gerechtigkeit gibt's für schlichte Gemüter: Jedem das Gleiche. (Im Kommunismus wie im Neoliberalismus.)
    Daneben gibt's aber auch ausgleichende, fördernde, bedürfnisorientierte usw. Gerechtigkeit.
    Gleichstellen heißt eben nicht gleichmachen, sondern gleichberechtigen – und wenn die Ausgangsposition ungleich ist, besteht das Herstellen der Gerechtigkeit eben darin, die Möglichkeiten anzugleichen.

    ist eine Antwort und so hoffe ich doch, dass sie diese lesen. Ich bin gegen eine "positive Diskriminierung", was ja bei diesem Beispiel mMn die Bevorteilung der Frau wäre. Ich finde, dass es wichtig ist, dass die Frau auch eine Chance bekommt am Rennen teilzunehmen.

    Wenn wir nämlich vom Sport in die Arbeitswelt schauen, so glaube ich, dass junge Frauen dort unnötige Barrieren haben. Eine Frau als Mechaniker, Maurer oder ähnliches ist ja (für einige) unvorstellbar. Einige würden sagen, soll die besser Friseurin werden. Diese sozialen Barrieren sollten abgebaut werden.

    Das bedeutet nicht, dass an eine Feuerwehrfrau oder Polizistin nur halb so viel leisten muss, wie ein Feuerwehrmann oder Polizist ( um auf das Beispiel mit dem Sport und das voranstellen der Frau zurückzukommen ). Und ja, es gibt einige zierliche Damen, die dann ggf. nicht als Maurer geeignet sind. Aber es gibt auch einige zierliche Herren, die genauso wenig für den Beruf eines Maurers geeignet sind. Es gibt aber auch genug Damen, die einen "Männer"-Beruf wahrnehmen könnten, dies aber auf Grund von Barrieren nicht tun.

    Und ja, dies gibt leider auch für Männer. Für einige ist ein Friseur automatisch schwul und ein Kinderpfleger pädophil usw. auch da gibt es einiges zu tun.

    Für mich bedeutet Gleichstellung, dass jeder eine FAIRE Chance bekommt.

    Gruß

    Super Kluk

  4. Das darf wirklich nicht wahr sein...

    Er ist objektiv (also nachprüfbar!) ein Hartz IV-Mann.
    Er bekennt sich doch öffentlich dazu.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Ich vermute mal, da man das ja von bestimmten Kreisen so kennt, bezeichnen Sie SPD und Grüne als linke Parteien. Noch ein bisschen weiter rechts werden dann auch noch CDU/CSU und FDP links. Auf der anderen Seite sehe beispielsweise ich nur eine linke Partei in Deutschland. Die bräuchten wir dringend. Aber die Propaganda gegen die Linken hat ja in Deutschland Tradition. Da werden dann rechtslastige Vereine wie die CSU zur "Mitte" – deren Selbstverständnis ja ist, dass es rechts von ihr nichts zu geben hat.
    Und selbstverständlich sind stetig progressive Steuern ökonomisch sinnvoll und sozial gerecht; sie dämmen pathologische Gier und Ausbeutung ein ohne, wie in einem Kommunismus, den Menschen die Initiative zu nehmen.

    3 Leser-Empfehlungen
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    <<< Und selbstverständlich sind stetig progressive Steuern ökonomisch sinnvoll und sozial gerecht; sie dämmen pathologische Gier und Ausbeutung ein ohne, wie in einem Kommunismus, den Menschen die Initiative zu nehmen. <<<

    Ersetzen Sie Kommunismus durch autoritären Sozialismus bzw. Staatsmarktwirtschaft.
    Kommunismus selbst setzt die Abwesenheit unterschiedlicher Gesellschaftsklassen voraus; das schließt die Abwesenheit von dominierenden Parteikadern etc. klar ein.
    In einer klassenlosen Gesellschaft haben ALLE die Initiative.

    Sie schreiben: "Aber die Propaganda gegen die Linken hat ja in Deutschland Tradition."

    Sie können es drehen und wenden, wie sie wollen: linke Politik zeigt auf der ganzen Welt, dass sie niemandem nützt. Weder den Armen noch den Normalbürgern. Die Reichen werden durch unantastbare Kader ersetzt, die nicht nur materiell ohne Sorgen sind, sondern, das ist das besonders Perverse, auch noch über dem Gesetz stehen.

    Das ist keine Propaganda, sondern historische Erkenntnis. So gesehen ist mir jeder noch so gierige Spekulant lieber als ein gläubiger Sozialist. Der Spekulant denkt nur an sich. Der Sozialist hält sich dagegen für gerecht - die unmittelbar darauf folgende Stufe ist Selbstgerechtigkeit. Und darauf folgt wiederum die Einheit von Partei und Staat - alles schon x-mal gesehen.

    <<< Und selbstverständlich sind stetig progressive Steuern ökonomisch sinnvoll und sozial gerecht; sie dämmen pathologische Gier und Ausbeutung ein ohne, wie in einem Kommunismus, den Menschen die Initiative zu nehmen. <<<

    Ersetzen Sie Kommunismus durch autoritären Sozialismus bzw. Staatsmarktwirtschaft.
    Kommunismus selbst setzt die Abwesenheit unterschiedlicher Gesellschaftsklassen voraus; das schließt die Abwesenheit von dominierenden Parteikadern etc. klar ein.
    In einer klassenlosen Gesellschaft haben ALLE die Initiative.

    Sie schreiben: "Aber die Propaganda gegen die Linken hat ja in Deutschland Tradition."

    Sie können es drehen und wenden, wie sie wollen: linke Politik zeigt auf der ganzen Welt, dass sie niemandem nützt. Weder den Armen noch den Normalbürgern. Die Reichen werden durch unantastbare Kader ersetzt, die nicht nur materiell ohne Sorgen sind, sondern, das ist das besonders Perverse, auch noch über dem Gesetz stehen.

    Das ist keine Propaganda, sondern historische Erkenntnis. So gesehen ist mir jeder noch so gierige Spekulant lieber als ein gläubiger Sozialist. Der Spekulant denkt nur an sich. Der Sozialist hält sich dagegen für gerecht - die unmittelbar darauf folgende Stufe ist Selbstgerechtigkeit. Und darauf folgt wiederum die Einheit von Partei und Staat - alles schon x-mal gesehen.

  6. Von dieser ahnungslosen Hartz4 Polemik bekomme ich immer sooo ne Krawatte.
    Die Leute bekommen seit Hartz4 ihre Fortbildung von Steuergeldern bezahlt, werden bevorzugt vermittelt, wenn sie Familie haben, brauchen nicht mehr von Amt zu Amt rennen, Schwarzarbeit ist unnötig geworden, und und und.

    Die Sozialausgaben haben sich seit Hartz4 verdoppelt. Wie kann man nur so ahnungslos sein und nur rumlamentieren. Die Leute kriegen wohl den Hals nicht voll.

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    Dann würden Sie nicht so schreiben.

    Nur ein Beispiel:
    Die Einmalleistungen (wenn z.B: der Kühlschrank kaputtgeht) sind im Gegensatz zur früheren Sozialhilfe ersatzlos (!) gestrichen worden. Das soll vom nicht armutsfesten Regelsatz (383 Euro für eine Einzelperson) angespart (!) und dann bezahlt werden. - Wie?
    So sieht es aus!

    "Verschenke / Haushaltsgeräte

    KÜHLSCHRANK an Selbstabholer

    Kleiner Kühlschrank wg. Umzug an Selbstabholer abzugeben. Einziger ABHOLTERMIN 25.03.13 17:45 Uhr."

    Es muss ja kein neuer Kühlschrank sein.

    jeder gepanzerte Dienstwagen eines gefährdeten Familienministers und das passende Schutzpersonal gelten als Ausgabe für "Soziales".
    Solange nicht endlich alle Staatsausgaben transparent einsehbar sind, können wir uns jetzt streiten, ob bei den Empfängern mehr ankommt oder neue Dienstwagen angeschafft wurden.

    Dann würden Sie nicht so schreiben.

    Nur ein Beispiel:
    Die Einmalleistungen (wenn z.B: der Kühlschrank kaputtgeht) sind im Gegensatz zur früheren Sozialhilfe ersatzlos (!) gestrichen worden. Das soll vom nicht armutsfesten Regelsatz (383 Euro für eine Einzelperson) angespart (!) und dann bezahlt werden. - Wie?
    So sieht es aus!

    "Verschenke / Haushaltsgeräte

    KÜHLSCHRANK an Selbstabholer

    Kleiner Kühlschrank wg. Umzug an Selbstabholer abzugeben. Einziger ABHOLTERMIN 25.03.13 17:45 Uhr."

    Es muss ja kein neuer Kühlschrank sein.

    jeder gepanzerte Dienstwagen eines gefährdeten Familienministers und das passende Schutzpersonal gelten als Ausgabe für "Soziales".
    Solange nicht endlich alle Staatsausgaben transparent einsehbar sind, können wir uns jetzt streiten, ob bei den Empfängern mehr ankommt oder neue Dienstwagen angeschafft wurden.

  7. sondern eine
    verifizierbare Feststellung.

    Ihre emotionale Reaktion darauf spricht Bände...
    Ändert jedoch nichts an den Tatsachen:
    Auch die SPD ist eine Hartz-Partei. Und das hat sie so gewollt und so gemacht!
    Trotz des Velustes von 50% der Mitglieder und ca. 30% der Wählerstimmen: Die SPD hält an Hartz IV eisern fest!
    So ist es.

    Antwort auf "Hartz-4 Polemik"
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    • Quitje
    • 27.03.2013 um 12:37 Uhr

    Ich kann verstehen, dass es Menschen gibt, die der Vor-Agenda-Zeit nachweinen. Gab es doch 58% Arbeitslosenhilfe und man konnte jede Arbeit ablehnen, die unter Tarif bezahlt wurde oder ein geringeres Einkommen versprach als vor der Arbeitslosigkeit. Dies liess sich problemlos bis ins Rentenalter durchhalten. Ich kenne Leute, die dies ausnutzten und Firmen auf den Namen ihrer Frau laufen ließen, um nebenbei beim Arbeitsamt abzukassieren. War keine Ausnahme.
    Andere wie ich wurden ausgelacht, weil wir so blöd waren und regulär arbeiten gingen. - Deswegen war die Agenda eine richtige Entscheidung. Sie machte Schluss mit dem üblen Treiben.

    • maniak
    • 27.03.2013 um 23:04 Uhr

    zu sagen, dass die SPD an Hartz IV, - geschweige denn an der Agenda 2012, - eisern festhält. Verzeihen Sie mir die drastische Wortwahl, aber das ist schlicht falsch. Die SPD ist schwer zerstritten und ist deshalb auch bei den letzten Bundestagswahlen so wenig erfolgreich gewesen. Denn man versteht, dass man den Schwachen in Deutschland mit Hartz IV etwas schlimmes aufgebürdet hat. Das haben sowohl die Pragmatiker, - sprich die Seeheimer, - als auch die Parteilinken verstanden. Nur gehen in der SPD die Meinungen dazu so krass auseinander, wie man die weitreichenden, teils sogar positven Folgen der Agenda interpretieren kann. Erst recht nicht weiß man, wie man die eigene Position zur Agenda glaubhaft den Wählern vermitteln kann, weil man auch um den großen Frust vieler ehemaliger SPD-Wähler weiß. Und die Niederlage 2009 hat vor allem den Parteilinken in die Hände gespielt. Das jetzige Wahlprogramm trägt ja eindeutig die Handschrift der Linken. Dass sie sich durchsetzen heißt, dass die SPD nach dem langen Schlingerkurs und der langen Zeit der Demut und Verlegenheit diese inneren Konflikte hinter sich bringt. Im jetzigen Wahlkampf heißt das, dass man versucht, dem Kandidaten Steinbrück sowohl die wirtschaftlichen, - in der Partei unumstrittenen, - Erfolge der Agenda mitzugeben und mit einem linken Programm zeigt: "Ja, wir haben den Frust über Hartz IV verstanden, wir schämen uns dafür."

    • Quitje
    • 27.03.2013 um 12:37 Uhr

    Ich kann verstehen, dass es Menschen gibt, die der Vor-Agenda-Zeit nachweinen. Gab es doch 58% Arbeitslosenhilfe und man konnte jede Arbeit ablehnen, die unter Tarif bezahlt wurde oder ein geringeres Einkommen versprach als vor der Arbeitslosigkeit. Dies liess sich problemlos bis ins Rentenalter durchhalten. Ich kenne Leute, die dies ausnutzten und Firmen auf den Namen ihrer Frau laufen ließen, um nebenbei beim Arbeitsamt abzukassieren. War keine Ausnahme.
    Andere wie ich wurden ausgelacht, weil wir so blöd waren und regulär arbeiten gingen. - Deswegen war die Agenda eine richtige Entscheidung. Sie machte Schluss mit dem üblen Treiben.

    • maniak
    • 27.03.2013 um 23:04 Uhr

    zu sagen, dass die SPD an Hartz IV, - geschweige denn an der Agenda 2012, - eisern festhält. Verzeihen Sie mir die drastische Wortwahl, aber das ist schlicht falsch. Die SPD ist schwer zerstritten und ist deshalb auch bei den letzten Bundestagswahlen so wenig erfolgreich gewesen. Denn man versteht, dass man den Schwachen in Deutschland mit Hartz IV etwas schlimmes aufgebürdet hat. Das haben sowohl die Pragmatiker, - sprich die Seeheimer, - als auch die Parteilinken verstanden. Nur gehen in der SPD die Meinungen dazu so krass auseinander, wie man die weitreichenden, teils sogar positven Folgen der Agenda interpretieren kann. Erst recht nicht weiß man, wie man die eigene Position zur Agenda glaubhaft den Wählern vermitteln kann, weil man auch um den großen Frust vieler ehemaliger SPD-Wähler weiß. Und die Niederlage 2009 hat vor allem den Parteilinken in die Hände gespielt. Das jetzige Wahlprogramm trägt ja eindeutig die Handschrift der Linken. Dass sie sich durchsetzen heißt, dass die SPD nach dem langen Schlingerkurs und der langen Zeit der Demut und Verlegenheit diese inneren Konflikte hinter sich bringt. Im jetzigen Wahlkampf heißt das, dass man versucht, dem Kandidaten Steinbrück sowohl die wirtschaftlichen, - in der Partei unumstrittenen, - Erfolge der Agenda mitzugeben und mit einem linken Programm zeigt: "Ja, wir haben den Frust über Hartz IV verstanden, wir schämen uns dafür."

  8. Was sozial gerecht ist, ist auch ökonomisch sinnvoll

    Und trotzdem ist der Spruch dem Intellekt eines Herr Steinbrücks unwürdig.
    Herr Steinbrück versucht hier wohl vom Sinn her die Umdeutung der „ unsichtbaren Hand „ die ja bekanntlich den Egoismus des Einzelnen zum Guten für das Ganze führt.
    Aber so wie Ökonomie nicht auch gleich soziale Gerechtigkeit bedeutet, so bedeutet soziale Gerechtigkeit nicht auch gleich sinnvolles ökonomisches Handeln.

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    Ich verweise noch einmal auf meinen Beitrag 152.

    Hier im Forum kommen wir der Sache selbst aber auch nicht näher, weil zwar einigermaßen zu erklären ist was ökonomisch sinnvoll sein könnte, nicht aber was sozial gerecht ist.
    Auch hier verweise ich auf frühere Kommentare, dass Gerechtigkeit, auch soziale, frühestens ( hoffentlich ) im Jenseits zu erwarten ist.
    Bis dahin sollte sich jeder in die Gesellschaft einbringen - mit oder ohne Mindestlohn – ehrenamtlich oder bezahlt und siehe da wir würden so etwas wie Zufriedenheit verspüren die Grundlage für ein vollkommen anderes Verständnis von Gerechtigkeit wäre.
    Das Theorie und Wirklichkeit sich auch in diesen Gedanken kneifen ist mir bewusst.

    Ich verweise noch einmal auf meinen Beitrag 152.

    Hier im Forum kommen wir der Sache selbst aber auch nicht näher, weil zwar einigermaßen zu erklären ist was ökonomisch sinnvoll sein könnte, nicht aber was sozial gerecht ist.
    Auch hier verweise ich auf frühere Kommentare, dass Gerechtigkeit, auch soziale, frühestens ( hoffentlich ) im Jenseits zu erwarten ist.
    Bis dahin sollte sich jeder in die Gesellschaft einbringen - mit oder ohne Mindestlohn – ehrenamtlich oder bezahlt und siehe da wir würden so etwas wie Zufriedenheit verspüren die Grundlage für ein vollkommen anderes Verständnis von Gerechtigkeit wäre.
    Das Theorie und Wirklichkeit sich auch in diesen Gedanken kneifen ist mir bewusst.

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