Peer Steinbrück: "Was sozial gerecht ist, ist auch ökonomisch sinnvoll"
Wieso sollte Peer Steinbrück die Wahl gewinnen? Weil die Leute mehr Wir als Ich wollen, erklärt er im Interview. Bliebe nur das Problem mit den Frauen.
© Christian Charisius/dpa

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbück
ZEIT ONLINE: Herr Steinbrück, die Eurokrise ist zurück. Wie soll es in Zypern weitergehen?
Peer Steinbrück: Es ist gut, dass die Zyprer ihr Geschäftsmodell offenbar ändern wollen, denn es funktioniert nicht. Das Land kann nicht auf Dauer von Millionärseinlagen, niedrigen Steuern und lockenden, hohen Zinsen leben. Ihre Banken müssen schrumpfen. Deren Risiken dürfen am Ende nicht bei deutschen, niederländischen und französischen Steuerzahlern landen.
ZEIT ONLINE: Zypern hat mit den Russen auch um Beteiligungen an seinen Gasvorkommen verhandelt. Macht Ihnen der wachsende Einfluss Russlands Sorgen?
Peer Steinbrück: Ich will nicht an Vorurteilen mitwirken. Zypern muss sich allerdings entscheiden, ob sein Schwerpunkt innerhalb der EU und der Währungsunion liegt. Das Verhandlungsergebnis von Montag scheint darauf einen Hinweis zu geben.
ZEIT ONLINE: Russland tritt auch im Syrienkrieg als schwer berechenbarer Akteur auf. Was werden die Russen für Europa in den nächsten Jahren sein: Partner oder Rivale?
Peer Steinbrück: Auf jeden Fall Partner, dessen Interessen wir gut kennen und berücksichtigen sollten. Dabei ist einzugestehen, dass unsere westlichen Maßstäbe pluraler Demokratie nicht unmittelbar auf Russland übertragbar sind.
ZEIT ONLINE: Sollte man die Russen etwa nicht auf Demokratiedefizite und Menschenrechtsverletzungen hinweisen?
Peer Steinbrück: Zweifellos. Aber in bilateralen Gesprächen und nicht auf dem Marktplatz. Sonst verspielt man Zugänge, um praktische Fortschritte zu bewirken.





... da die Menschen nun einmal nicht gleich sind, kann eine klassenlose Gesellschaft nicht stabil sein, da sich alsbald aufgrund des unterschiedlichen Giergrades Klassen bilden werden. Natürlich haben in einer klassenlosen Gesellschaft alle die Initiative, aber das differenziert sich dann bald aus, glaube ich.
Oder die Kinder neue Schuhe, neue Kleidung brauchen?
Usw, usf.
Sozialhilfebezieher wurden also durch Hartz IV schlechtergestellt.
...welcher Kanzler kam schon bei den Frauen an? Nach 1945, meine ich.
Sie wollen weniger Leistungsfähige nicht "mitschleppen". Ich hingegen will keine Gierigen mitschleppen. Denn das ist ja wohl ein lächerlicher Mythos, dass die, die am meisten raffen, irgendwie "objektiv" die "besseren" wären. Die gesellschaftlichen Umstände sind für sie günstig. Ganz einfache evolutionäre Prinzipien. Würden statt Raffgier Freundlichkeit und Güte belohnt, wären die Leistungsträger plötzlich allzu oft die absoluten Verlierer.
Ihr Argument es würden viele Kühlschränke verschenkt hilft dem Arbeitslosen nicht weiter, es sein denn er hat ein gutes Netzwerk von Menschen die ihm helfen, in diesem Fall ihm den Kühlschrank nach Hause transportieren.
Versuchen Sie einmal, ein paar Wochen als weniger Privilegierter zu leben und Sie werden anders denken. Es gibt sogar eine Fernsehsendung, in der Chefs Undercover in ihren eigenen Firmen arbeiten und deren Perspektive ändert sich komplett wenn sie erst einmal auf der anderen Seite sind!
Es ist immer wieder erheiternd, wenn Peer Steinbrück etwa die Gehälter von Managern kritisiert. Wenn einer der 25.000 Euro für sich als durchaus angemessen hält, anderen vorwirft, gierig zu sein, obwohl die weniger verdienen als er. Selbst der Bestverdiener unter Deutschlands Managern - Peter Winterkorn kommt nicht auf Steinbrücks Stundengage.
Und zwar bewußt bei den sog. "ewigen Artikeln", die selbst mit einer Zweidrittel-Merhheit nicht verändert werden dürfen/können.
Das ist eine Lehre aus der "Auflösung der Weimarer Republik" (Prof. Bracher, auch heute noch das Standardwerk dazu).
Was soll es ohne Sozialstaatsgebot geben?
Unruhen?
Das ist eine sehr verzehrte Sicht.
Selbst wenn man Ihr Statement als rein sozialdarwinistisches liest - was es in seinem eigenen Kontext offensichtlich ist - wirft es doch logischerweise folgende Fragen auf: Welche Schwäche? Unter welchen Bedingungen? Zählt sonst nichts? Sind alle Eigenschaften eines Menschen außer DIESER "Schwäche" unbrauchbar? Wie weit geht der autonome Entscheidungsbereich eines Mitmenschen tatsächlich und wo sind möglicherweise die externen Grenzen, die ihn überhaupt erst schwächeln lassen?
Bedauerlich, wenn Ihnen solche Fragen nicht von selbst in den Sinn kommen.
Die extremen Beispiele des Sozialdarwinismus sind und waren Sklavenhalterverhältnisse. Sie bringen und brachten regelmäßig die betroffene Gesellschaft nicht weiter sondern rouinier(t)en letztlich die eigenen Ressourcen.
Insofern ist Solidarität auch eine ganz pragmatische Verhaltensweise zur Sicherung der eigenen Zukunft und insofern auch im Sozialverhalten relativ hoch entwickelter Säugetiere bereits evolutionär angelegt.
"verzerrt" heißen.
"verzerrt" heißen.
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