Peer Steinbrück"Was sozial gerecht ist, ist auch ökonomisch sinnvoll"

Wieso sollte Peer Steinbrück die Wahl gewinnen? Weil die Leute mehr Wir als Ich wollen, erklärt er im Interview. Bliebe nur das Problem mit den Frauen.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbück

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbück

ZEIT ONLINE: Herr Steinbrück, die Eurokrise ist zurück. Wie soll es in Zypern weitergehen?

Peer Steinbrück: Es ist gut, dass die Zyprer ihr Geschäftsmodell offenbar ändern wollen, denn es funktioniert nicht. Das Land kann nicht auf Dauer von Millionärseinlagen, niedrigen Steuern und lockenden, hohen Zinsen leben. Ihre Banken müssen schrumpfen. Deren Risiken dürfen am Ende nicht bei deutschen, niederländischen und französischen Steuerzahlern landen.

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ZEIT ONLINE: Zypern hat mit den Russen auch um Beteiligungen an seinen Gasvorkommen verhandelt. Macht Ihnen der wachsende Einfluss Russlands Sorgen?

Peer Steinbrück: Ich will nicht an Vorurteilen mitwirken. Zypern muss sich allerdings entscheiden, ob sein Schwerpunkt innerhalb der EU und der Währungsunion liegt. Das Verhandlungsergebnis von Montag scheint darauf einen Hinweis zu geben.

ZEIT ONLINE: Russland tritt auch im Syrienkrieg als schwer berechenbarer Akteur auf. Was werden die Russen für Europa in den nächsten Jahren sein: Partner oder Rivale?

Peer Steinbrück: Auf jeden Fall Partner, dessen Interessen wir gut kennen und berücksichtigen sollten. Dabei ist einzugestehen, dass unsere westlichen Maßstäbe pluraler Demokratie nicht unmittelbar auf Russland übertragbar sind.

ZEIT ONLINE: Sollte man die Russen etwa nicht auf Demokratiedefizite und Menschenrechtsverletzungen hinweisen?

Peer Steinbrück: Zweifellos. Aber in bilateralen Gesprächen und nicht auf dem Marktplatz. Sonst verspielt man Zugänge, um praktische Fortschritte zu bewirken.

Leser-Kommentare
    • Panic
    • 26.03.2013 um 11:21 Uhr

    die einzige Alternative. Und das heißt für mich nicht: Von der Pest zur Cholera. Wie jeder andere Politiker hat auch P.S. seine Schwächen. Aber er ist ein extrem intelligenter Mann, der seine Schnauze aufmacht und nicht hinterm Berg hält. Und das tut er auch, wenn es um Selbstkritik geht. Da warte ich bei unserer Bundeskanzlerin schon seit Jahren drauf.

    Ich werde wählen gehen, das steht außer Frage. Aber ganz sicher werde ich nicht unsere jetzige Regierung unterstützen. Ich hab die Faxen dicke von dem ewigen Abducken und der "Drei-Affen-Philosophie".

    cheers

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    <<< Wie jeder andere Politiker hat auch P.S. seine Schwächen. Aber er ist ein extrem intelligenter Mann, der seine Schnauze aufmacht und nicht hinterm Berg hält. <<<

    Hat er diese Intelligenz in den letzten 10 Jahren mal irgendwann dazu benutzt, Schaden von der Gesamtgesellschaft, also nicht dem moralisch hochmaroden Gesellschaftssystem, abzuwenden?
    Oder hat er seine Intelligenz vielmehr dazu benutzt, bessergestellte Kreise materiell noch besser zu stellen, seiner Wenigkeit eingeschlossen?

    Und zu der Wahl zwischen Pest oder Cholera:
    Sie haben im Herbst 2013 die Möglichkeit, mit nur einer Stimme für Peer Steinbrück Pest UND Cholera zu wählen; also die nächste schwarz-rote Koalition.
    Die eine Partei vertritt dabei aus Überzeugung die Interessen des Kapitals und die andere aus Opportunismus.

    Aber bitte, nur zu: Setzen Sie Ihre Hoffnungen auf diese notorischen Wahlversprecher der SteinPD als Alternative zur Merkel-Weiter-So!-Wachstum®-Wettbewerb®-Eigenverantwortung®-Vollbeschäftigung®-Endsieg®-Politik.
    Und wenn Steinbrück und seine Freunde wegen der "Sachzwänge" - die Oberschicht will weiter Party machen ohne dafür zu bezahlen - 2014 die MwSt erhöht dann wird er dann 2017 ganz böse "abgestraft" und wieder die CDU gewählt, die dann irgendwas hübsches verspricht (wie wärs mit Wachstum, Arbeitsplätzen, Sicherheit und Ordnung - hatten wir lange nicht mehr)...
    Das Establishment lacht sich über die Einfallslosigkeit des Wahlpöbels immer nur Vorgabe A oder B zu wählen, kaputt...

    Beileibe nicht!

    Auch wenn ich mit Ihren Ausführungen teilweise übereinstimme, Alternativen haben wir in Deutschland zu Genüge. Auch wählbare.

    Man sollte nicht den Fehler machen eine Partei nur wegen eines einzigen Politikers als "wählbar" anzusehen.
    Da muß man sich wohl oder übel erst mal mit dem Parteiprogramm der Vergangenheit und der Gegenwart auseinandersetzen.

    Mutti wird weiter regieren und Steinbrück wird da weiter machen, wo er als Finanzminister aufgehört hat. Sprüche klopfen, links blinken und rechts abbiegen und grundsätzlich nichts tun. Wie gehabt.

    <<< Wie jeder andere Politiker hat auch P.S. seine Schwächen. Aber er ist ein extrem intelligenter Mann, der seine Schnauze aufmacht und nicht hinterm Berg hält. <<<

    Hat er diese Intelligenz in den letzten 10 Jahren mal irgendwann dazu benutzt, Schaden von der Gesamtgesellschaft, also nicht dem moralisch hochmaroden Gesellschaftssystem, abzuwenden?
    Oder hat er seine Intelligenz vielmehr dazu benutzt, bessergestellte Kreise materiell noch besser zu stellen, seiner Wenigkeit eingeschlossen?

    Und zu der Wahl zwischen Pest oder Cholera:
    Sie haben im Herbst 2013 die Möglichkeit, mit nur einer Stimme für Peer Steinbrück Pest UND Cholera zu wählen; also die nächste schwarz-rote Koalition.
    Die eine Partei vertritt dabei aus Überzeugung die Interessen des Kapitals und die andere aus Opportunismus.

    Aber bitte, nur zu: Setzen Sie Ihre Hoffnungen auf diese notorischen Wahlversprecher der SteinPD als Alternative zur Merkel-Weiter-So!-Wachstum®-Wettbewerb®-Eigenverantwortung®-Vollbeschäftigung®-Endsieg®-Politik.
    Und wenn Steinbrück und seine Freunde wegen der "Sachzwänge" - die Oberschicht will weiter Party machen ohne dafür zu bezahlen - 2014 die MwSt erhöht dann wird er dann 2017 ganz böse "abgestraft" und wieder die CDU gewählt, die dann irgendwas hübsches verspricht (wie wärs mit Wachstum, Arbeitsplätzen, Sicherheit und Ordnung - hatten wir lange nicht mehr)...
    Das Establishment lacht sich über die Einfallslosigkeit des Wahlpöbels immer nur Vorgabe A oder B zu wählen, kaputt...

    Beileibe nicht!

    Auch wenn ich mit Ihren Ausführungen teilweise übereinstimme, Alternativen haben wir in Deutschland zu Genüge. Auch wählbare.

    Man sollte nicht den Fehler machen eine Partei nur wegen eines einzigen Politikers als "wählbar" anzusehen.
    Da muß man sich wohl oder übel erst mal mit dem Parteiprogramm der Vergangenheit und der Gegenwart auseinandersetzen.

    Mutti wird weiter regieren und Steinbrück wird da weiter machen, wo er als Finanzminister aufgehört hat. Sprüche klopfen, links blinken und rechts abbiegen und grundsätzlich nichts tun. Wie gehabt.

  1. Sie ist und bleibt eine Hartz-Partei.
    Gerade mit Steinbrück.
    Genau wie Grüne, FDP und CDU/CSU.

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    Was darf ich eigentlich ihrer gänzlich polemischen Aussage entnehmen? Natürlich ist die SPD als ehemalige Regierungspartei zusammen mit den Grünen hauptverantwortlich für die Agenda 2010, aber dieses ständige, gehaltlose Bashing, dass sich gegen alle Parteien richtet, die nicht "Die Linke" heißen, ist doch recht naiv. Bei allen Problemen die sich aus der Agenda 2010 entwickelten muss doch auch mal nüchtern und sachlich festgehalten werden, dass ohne diese notwendigen Reformen Deutschland heute wirtschaftlich definitiv schlechter darstehen würde. Ich halte einige Korrekturen für sehr wichtig, wie die Einschränkung von Zeitarbeit, Änderungen an den Hartz-4 Gesetzen, sodass nicht jeder arbeitende Mensch nach 2 Jahren mit dem gleichen niedrigen Sozialanspruch abgespeist wird, sowie eine Debatte über einen möglichen Mindestlohn seitens des Gesetzgeber. Trotzdem wahr die Agenda 2010 im Grunde ein Schritt in eine notwendige Richtung. Auch Deutschland darf sich nicht seperat betrachten und muss sich dem globalen Wettbewerb stellen.

    @ pizzatag und notensafe ,

    Was sie SPD-bashing nennen, ist die Wahrheit, die der Kommentator "tagesschau " hier in seiner Meinung äußert. Ihre Kritik hingegen ist das Spiegelbild für die fehlende Einsicht der SPD, der GRÜNEN, der CDU/CSU und der FDP, dass die AGENDA 2010 der brutalste Sozialabbau in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist. Sie können doch nicht ernsthaft erwarten, dass die Menschen plötzlich aufhören den mit der AGENDA 2010 verbundenen brutalen und menschenverachtenden Sozialabbau und die damit verbundene Altersarmut aufs schärfste zu kritisieren.
    Hier helfen auch die von der SPD angekündigten "Korrekturen" nichts. Dieser von der SPD/GRÜNE eingeleitete und von CDU/CSU-FDP fortgeführte radikale Sozialabbau muss ebenso radikal rückgängig gemacht werden.

    Und wenn Herr Steinbrück und die SPD es ernst meinen mit der sozialen Gerechtigkeit, können sie sich ja öffentlich bei den AGENDA 2010-geschädigten Menschen entschuldigen und sich ebenfalls öffentlich zu einer Zusammenarbeit mit der Linkspartei bekennen.

    Andernfalls ist die SPD unglaubwürdig und ebenso nicht wählbar wie CDU/CSU-FDP und GRÜNE.
    Deshalb werden die Menschen, wenn sie wieder sozial gerecht behandelt werden wollen, DIE LINKE wählen.

    Das interview ist ein herrliches beispiel für die Vorgehensweise der presse. Steinbrück wird so lange auf den kleinsten versprecher gescannt bis er entweder nur noch worthülsen von sich gibt( s.o.) oder eben wenn er eine meinung sagt öffentlich zerrissn wird.

    Politik ist kein Sport.
    Lesen Sie das interview doch noch einmal und versuchen Sie die Parteigrenzen, die ihr Denken einschränken, zu ignorieren. Steinbrück hat sich im Interview mit Anne Will eindeutig zu Hartz4 geäußert. Hören Sie sich auch dieses Interview an. Sie werden erkennen, dass Steinbrück gar nicht so weit weg ist von den Linken, wie Sie glauben...
    Politik muss auch pragmatisch sein!

    Ach wissen Sie, nur weil Sie das so schön dahinschreiben, wird es von selbst kein bisschen richtiger!

    Wer ist Ihrer Meinung nach sozial? Die Linke???
    Mal ganz ehrlich, wenn ich 250.000 € im Jahr verdienen würde und mir der Staat davon den Großteil wegnehmen würde, erschiene mir DAS asozial!

    Für mich ist die SPD die einzig wählbare soziale Partei!

    Was darf ich eigentlich ihrer gänzlich polemischen Aussage entnehmen? Natürlich ist die SPD als ehemalige Regierungspartei zusammen mit den Grünen hauptverantwortlich für die Agenda 2010, aber dieses ständige, gehaltlose Bashing, dass sich gegen alle Parteien richtet, die nicht "Die Linke" heißen, ist doch recht naiv. Bei allen Problemen die sich aus der Agenda 2010 entwickelten muss doch auch mal nüchtern und sachlich festgehalten werden, dass ohne diese notwendigen Reformen Deutschland heute wirtschaftlich definitiv schlechter darstehen würde. Ich halte einige Korrekturen für sehr wichtig, wie die Einschränkung von Zeitarbeit, Änderungen an den Hartz-4 Gesetzen, sodass nicht jeder arbeitende Mensch nach 2 Jahren mit dem gleichen niedrigen Sozialanspruch abgespeist wird, sowie eine Debatte über einen möglichen Mindestlohn seitens des Gesetzgeber. Trotzdem wahr die Agenda 2010 im Grunde ein Schritt in eine notwendige Richtung. Auch Deutschland darf sich nicht seperat betrachten und muss sich dem globalen Wettbewerb stellen.

    @ pizzatag und notensafe ,

    Was sie SPD-bashing nennen, ist die Wahrheit, die der Kommentator "tagesschau " hier in seiner Meinung äußert. Ihre Kritik hingegen ist das Spiegelbild für die fehlende Einsicht der SPD, der GRÜNEN, der CDU/CSU und der FDP, dass die AGENDA 2010 der brutalste Sozialabbau in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist. Sie können doch nicht ernsthaft erwarten, dass die Menschen plötzlich aufhören den mit der AGENDA 2010 verbundenen brutalen und menschenverachtenden Sozialabbau und die damit verbundene Altersarmut aufs schärfste zu kritisieren.
    Hier helfen auch die von der SPD angekündigten "Korrekturen" nichts. Dieser von der SPD/GRÜNE eingeleitete und von CDU/CSU-FDP fortgeführte radikale Sozialabbau muss ebenso radikal rückgängig gemacht werden.

    Und wenn Herr Steinbrück und die SPD es ernst meinen mit der sozialen Gerechtigkeit, können sie sich ja öffentlich bei den AGENDA 2010-geschädigten Menschen entschuldigen und sich ebenfalls öffentlich zu einer Zusammenarbeit mit der Linkspartei bekennen.

    Andernfalls ist die SPD unglaubwürdig und ebenso nicht wählbar wie CDU/CSU-FDP und GRÜNE.
    Deshalb werden die Menschen, wenn sie wieder sozial gerecht behandelt werden wollen, DIE LINKE wählen.

    Das interview ist ein herrliches beispiel für die Vorgehensweise der presse. Steinbrück wird so lange auf den kleinsten versprecher gescannt bis er entweder nur noch worthülsen von sich gibt( s.o.) oder eben wenn er eine meinung sagt öffentlich zerrissn wird.

    Politik ist kein Sport.
    Lesen Sie das interview doch noch einmal und versuchen Sie die Parteigrenzen, die ihr Denken einschränken, zu ignorieren. Steinbrück hat sich im Interview mit Anne Will eindeutig zu Hartz4 geäußert. Hören Sie sich auch dieses Interview an. Sie werden erkennen, dass Steinbrück gar nicht so weit weg ist von den Linken, wie Sie glauben...
    Politik muss auch pragmatisch sein!

    Ach wissen Sie, nur weil Sie das so schön dahinschreiben, wird es von selbst kein bisschen richtiger!

    Wer ist Ihrer Meinung nach sozial? Die Linke???
    Mal ganz ehrlich, wenn ich 250.000 € im Jahr verdienen würde und mir der Staat davon den Großteil wegnehmen würde, erschiene mir DAS asozial!

    Für mich ist die SPD die einzig wählbare soziale Partei!

  2. Was ist mit Merkel? Die bezieht zu keinem Thema jemals eine klare Stellung, das wird ihr aber nicht vorgeworfen. Bei Steinbrück habe ich das Gefühl, zu wissen was die Schwerpunkte sind. Dass das jetzt alles gelogen und nur Wahlversprechen sind, die nie erfüllt werden, halte ich für unwahrscheinlich. Das würde die SPD ins politische Abseits befördern, und ein intelligenter Mann wie Steinbrück weiß das auch.

    Ich finde Steinbrück auf jeden Fall hundertmal besser als die duckmäusrige Kanzlerin und ihren Haufen von realitätsfremden Konservativen, in Koalition mit der unseriösesten Partei seit der APPD.

    Leider werden die unzähligen Verfehlungen der CDU/CSU von den Wählern nur allzu schnell verziehen, während der SPD immernoch die Hartz gesetze vorgeworfen werde. In 8 Jahren Unionsgeführter Regierung wurden die aber auch nicht rückgängig gemacht...

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    • Ghede
    • 26.03.2013 um 12:40 Uhr

    "Leider werden die unzähligen Verfehlungen der CDU/CSU von den Wählern nur allzu schnell verziehen, während der SPD immernoch die Hartz gesetze vorgeworfen werde."

    Ein faszinierendes Phänomen, oder? Es scheint tatsächlich so zu sein, dass Fehler bzw. "Verrat" der SPD eine deutlich höhere Halbwertszeit im Gedächtnis der Bürger haben, als Fehler bzw. "Verrat" bei den konservativen Parteien. Konservative mögen zum Beispiel bei der Abkehr von der Atomkraft oder der Wehrpflichtigenarmee ein leises Unbehagen verspüren, aber von "Verrat" an konservativen Idealen ist da nie die Rede.
    Vielleicht ja auch einfach deswegen, weil Konservative im Grunde gar keine Ideale haben, sondern es ihnen immer nur um den Status quo geht, wie ja auch der Begriff schon impliziert. Dann wäre das verständlich.

    Darüber hinaus ist es allerdings wirklich befremdlich, dass ausgerechnet Frau Merkel, deren Regierungshandeln wohlwollend betrachtet im Moderieren und nüchtern betrachtet im Nichtstun bzw. dem Ausrichten ihres Meinungsfähnleins nach dem Wind besteht, so hohes Ansehen genießt.

    Dass sie die APPD in den Dreck ziehen wäre hier nicht nötig gewesen.

    • Ghede
    • 26.03.2013 um 12:40 Uhr

    "Leider werden die unzähligen Verfehlungen der CDU/CSU von den Wählern nur allzu schnell verziehen, während der SPD immernoch die Hartz gesetze vorgeworfen werde."

    Ein faszinierendes Phänomen, oder? Es scheint tatsächlich so zu sein, dass Fehler bzw. "Verrat" der SPD eine deutlich höhere Halbwertszeit im Gedächtnis der Bürger haben, als Fehler bzw. "Verrat" bei den konservativen Parteien. Konservative mögen zum Beispiel bei der Abkehr von der Atomkraft oder der Wehrpflichtigenarmee ein leises Unbehagen verspüren, aber von "Verrat" an konservativen Idealen ist da nie die Rede.
    Vielleicht ja auch einfach deswegen, weil Konservative im Grunde gar keine Ideale haben, sondern es ihnen immer nur um den Status quo geht, wie ja auch der Begriff schon impliziert. Dann wäre das verständlich.

    Darüber hinaus ist es allerdings wirklich befremdlich, dass ausgerechnet Frau Merkel, deren Regierungshandeln wohlwollend betrachtet im Moderieren und nüchtern betrachtet im Nichtstun bzw. dem Ausrichten ihres Meinungsfähnleins nach dem Wind besteht, so hohes Ansehen genießt.

    Dass sie die APPD in den Dreck ziehen wäre hier nicht nötig gewesen.

    • RGFG
    • 26.03.2013 um 11:19 Uhr

    Warum wird das hier kritisiert? Sieht man doch gerade zum x-ten mal, dass das viele Geld, das bei den Banken in der Krise verpufft ist, in höheren Löhnen besser angelegt gewesen wäre.

    Das Geld wäre im Umlauf geblieben und hätte die Wirtschaft besser stabilisiert. So hat es zwei Mal Schaden angerichtet. Das erste Mal, als es aus der Wirtschaft herausgezogen worden war. Und das zweite Mal, als es dann einfach weg war...

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    Entgegen dem, was Ihr Kommentar zu suggerieren versucht, Geld kann nicht einfach "verschwinden". Es ist nur in den Besitz von jemand anderem übergegangen. Das ist ein Unterschied. Auch wenn dabei evtl. zu bemängeln ist, dass immer mehr Geld aus der Allgemeinheit in die Taschen einiger weniger fließt...

    Entgegen dem, was Ihr Kommentar zu suggerieren versucht, Geld kann nicht einfach "verschwinden". Es ist nur in den Besitz von jemand anderem übergegangen. Das ist ein Unterschied. Auch wenn dabei evtl. zu bemängeln ist, dass immer mehr Geld aus der Allgemeinheit in die Taschen einiger weniger fließt...

  3. was sozial gerecht ist, ist auch ökonomisch sinnvoll.

    Eine neue Formulierung für

    sozial ist was Arbeit schafft, nur wesentlich eleganter ausgedrückt. Hier wird uns in alter Hut neu verpackt serviert. Würden die Worte von einem sozial denkenden Menschen verfasst werden, könnte ich sogar zustimmen. Man sollte sich in diesem Fall jedoch vor Augenwischerei in Acht nehmen.

    22 Leser-Empfehlungen
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    • Chali
    • 26.03.2013 um 13:24 Uhr

    ... was täte ich - wir - Deutschland! . ohne sie ...

    http://www.zeit.de/2003/4...

    Wie beendete der Herr seinen Artikel, als er noch keinen Wahlkampf führte?

    "Soziale Gerechtigkeit muss künftig heißen, eine Politik für jene zu machen, die etwas für die Zukunft unseres Landes tun: die lernen und sich qualifizieren, die arbeiten, die Kinder bekommen und erziehen, die etwas unternehmen und Arbeitsplätze schaffen, kurzum, die Leistung für sich und unsere Gesellschaft erbringen. Um die – und nur um sie – muss sich Politik kümmern."

    Wer also alt wird, oder wessen Kinder aus dem Haus sind, der entlassen wird und wurde ...
    kurzum:
    ... all die, die nicht so glücklich gestellt worden sind im Leben, sollten sich besser warm anziehen.

    Ich denke mir eine Ergänzung, wenn ich seinen Satz lese:
    Was sozial gerecht ist, ist *langfristig* auch ökonomisch sinnvoll.

    Und dann stimmt der Satz für mich. Wir sitzen alle in einem Boot, wir sollten dafür sorgen, dass es auch weiterhin schwimmt.

    ist seine neuerliche Aussage genau die Umkehrung von "sozial ist, was Arbeit schafft".

    Galt vorher die Implikation: schafft Arbeit => ist sozial
    gilt nun: ist sozial => ökonomisch sinnvoll.

    Ich stimme keiner der beiden Implikationen zu.
    Eher, dass die Wirtschaft mittels der Politik so auszurichten ist, dass erstere soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Gleichheit fördert.

    Die Politik von SPD, Grünen, CDU und FDP in den letzten >10 Jahren war einzig daran ausgerichtet, soziale Spaltung zu produzieren und Einkommensunterschiede zu vergrößern. Das kann man wohl kaum sozial gerecht nennen.

    Erstens, kaufe ich Herrn Steinbrück seine neuerlichen, wohlmeinenen Worte nicht ab. Zweitens, solle er mal konkret benennen, was er unter Sozialer Gerechtigkeit im Sinne der aktuellen Äußerung versteht und wie er konkret gedenkt, dies politisch umzusetzen.
    Gibt es da draußen irgend einen Journalisten, der willens und fähig ist, Herrn Steinbrück so lange auf diese beiden Fragen festzunageln, bis er konkrete Antworten gibt, statt nur heiße Luft zu produzieren? Leute wie Eddie Mair, der neulich den Londoner Bürgermeister mal so richtig in die Mangel genommen hat?

    • Chali
    • 26.03.2013 um 13:03 Uhr

    "sozial ist was Arbeit schafft, nur wesentlich eleganter ausgedrückt."

    "Elegant" ist nicht eben ein Wort, dass mir zusammen mit Hern S. einfällt ...

    Aber es gibt hier in der ZEIT einen Namensartikel dieses Herrn, in dem er erläutert, was er unter "sozial" versteht.

    • Chali
    • 26.03.2013 um 13:24 Uhr

    ... was täte ich - wir - Deutschland! . ohne sie ...

    http://www.zeit.de/2003/4...

    Wie beendete der Herr seinen Artikel, als er noch keinen Wahlkampf führte?

    "Soziale Gerechtigkeit muss künftig heißen, eine Politik für jene zu machen, die etwas für die Zukunft unseres Landes tun: die lernen und sich qualifizieren, die arbeiten, die Kinder bekommen und erziehen, die etwas unternehmen und Arbeitsplätze schaffen, kurzum, die Leistung für sich und unsere Gesellschaft erbringen. Um die – und nur um sie – muss sich Politik kümmern."

    Wer also alt wird, oder wessen Kinder aus dem Haus sind, der entlassen wird und wurde ...
    kurzum:
    ... all die, die nicht so glücklich gestellt worden sind im Leben, sollten sich besser warm anziehen.

    Ich denke mir eine Ergänzung, wenn ich seinen Satz lese:
    Was sozial gerecht ist, ist *langfristig* auch ökonomisch sinnvoll.

    Und dann stimmt der Satz für mich. Wir sitzen alle in einem Boot, wir sollten dafür sorgen, dass es auch weiterhin schwimmt.

    ist seine neuerliche Aussage genau die Umkehrung von "sozial ist, was Arbeit schafft".

    Galt vorher die Implikation: schafft Arbeit => ist sozial
    gilt nun: ist sozial => ökonomisch sinnvoll.

    Ich stimme keiner der beiden Implikationen zu.
    Eher, dass die Wirtschaft mittels der Politik so auszurichten ist, dass erstere soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Gleichheit fördert.

    Die Politik von SPD, Grünen, CDU und FDP in den letzten >10 Jahren war einzig daran ausgerichtet, soziale Spaltung zu produzieren und Einkommensunterschiede zu vergrößern. Das kann man wohl kaum sozial gerecht nennen.

    Erstens, kaufe ich Herrn Steinbrück seine neuerlichen, wohlmeinenen Worte nicht ab. Zweitens, solle er mal konkret benennen, was er unter Sozialer Gerechtigkeit im Sinne der aktuellen Äußerung versteht und wie er konkret gedenkt, dies politisch umzusetzen.
    Gibt es da draußen irgend einen Journalisten, der willens und fähig ist, Herrn Steinbrück so lange auf diese beiden Fragen festzunageln, bis er konkrete Antworten gibt, statt nur heiße Luft zu produzieren? Leute wie Eddie Mair, der neulich den Londoner Bürgermeister mal so richtig in die Mangel genommen hat?

    • Chali
    • 26.03.2013 um 13:03 Uhr

    "sozial ist was Arbeit schafft, nur wesentlich eleganter ausgedrückt."

    "Elegant" ist nicht eben ein Wort, dass mir zusammen mit Hern S. einfällt ...

    Aber es gibt hier in der ZEIT einen Namensartikel dieses Herrn, in dem er erläutert, was er unter "sozial" versteht.

  4. Die Frauen-Politik der SPD aus dem regierungspogrammentwurf 2013:

    http://www.spd.de/linkabl...

    Seite 37:

    „Gender-Mainstreaming“soll wieder durchgängiges Leitprinzip im
    Regierungshandeln sein."

    Seite 43:

    "Jeder Form des Sexismus und allen Formen von frauenverachtendem Verhalten sagen wir den Kampf an. "

    Männerverachtendes Verhalten ist laut diesem Schreiben anscheinend toelerierbar.

    Seite 44:

    " Deswegen wollen wir die Gleichheitsrechte im Grundgesetzt Art. 3 um die sexuelle Identität ergänzen."

    Die sexuelle Gleicheit kommt also ins Grundgesetz. Interessant.

    Für Männer ist diese Partei eigentlich nicht mehr wählbar. Und wenn Peer erzählt, daß die Interviews nicht von frau Nahles redigiert werden, denke ich, er lügt. Mal wieder.

    MfG
    FT

    21 Leser-Empfehlungen
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    der Geschlechter (Gender-Mainstreaming)??

    Und warum stört es sie das diese sexuelle Gleichheit im Grundgesetz verankert wird?? Halten sie eine der beiden Geschlechter für weniger wert??

    Im übrigen sollte es ihnen klar sein, das wenn sie etwas nicht explizit erwähnen, man nicht automatisch das Gegenteil dessen annehmen darf.

    Typischer Kommentar, der versucht Aussagen mit polemischen Mitteln zu verändern. Tja, mag sein das das bei manchen ankommt, aber echte Fakten kann so etwas niemals ersetzen.

    • kimiko
    • 26.03.2013 um 13:12 Uhr

    Für Frauen ist dieser Altherrenverein schon lange nicht wählbar!

    ...welcher Kanzler kam schon bei den Frauen an? Nach 1945, meine ich.

    der Geschlechter (Gender-Mainstreaming)??

    Und warum stört es sie das diese sexuelle Gleichheit im Grundgesetz verankert wird?? Halten sie eine der beiden Geschlechter für weniger wert??

    Im übrigen sollte es ihnen klar sein, das wenn sie etwas nicht explizit erwähnen, man nicht automatisch das Gegenteil dessen annehmen darf.

    Typischer Kommentar, der versucht Aussagen mit polemischen Mitteln zu verändern. Tja, mag sein das das bei manchen ankommt, aber echte Fakten kann so etwas niemals ersetzen.

    • kimiko
    • 26.03.2013 um 13:12 Uhr

    Für Frauen ist dieser Altherrenverein schon lange nicht wählbar!

    ...welcher Kanzler kam schon bei den Frauen an? Nach 1945, meine ich.

  5. Steinbrück und seine SPD sind keine Alternative".

    Ich kanns echt nicht mehr lesen...
    Es gibt Die Linke, die Wahlalternative und ein dutzend anderer Parteien.

    Alternativ kann man seine Stimme ungültig machen, was auch noch besser ist als die CDU zu wählen und man kann selbst eine Partei gründen.

    Geschichtlich gesehen gab es noch nie mehr Möglichkeiten.
    Das Hauptproblem ist nicht unsere Regierung, sondern das sie das Volk angemessen vertritt, da das Volk seine gegebenen Möglichkeiten nicht nutzt.

    19 Leser-Empfehlungen
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    bringt überhaupt nichts, weil sie nach dem deutschen Wahlrecht, genauso wie eine Nichtwählerstimme prozentual den gewählten zugeschlagen wird.

    Das sollte doch mittlerweile jeder wissen.

    Das einzige das dabei passiert, ist das die Parteien für diese Stimme kein Geld erhalten, aber das bringt auch nichts, denn wenn das Geld aus dem Topf nicht reichen würde, gäbe es ganz schnell eine wundersame Anpassung, so das die Politik wieder aus den vollen schöpfen kann.

    Nur wählen ist die einzige Möglichkeit !

    Danke für die Ergänzung.
    Daß Merkei und Schäuble alternativlos sind, ist meine Befürchtung, nicht meine Überzeugung.

    bringt überhaupt nichts, weil sie nach dem deutschen Wahlrecht, genauso wie eine Nichtwählerstimme prozentual den gewählten zugeschlagen wird.

    Das sollte doch mittlerweile jeder wissen.

    Das einzige das dabei passiert, ist das die Parteien für diese Stimme kein Geld erhalten, aber das bringt auch nichts, denn wenn das Geld aus dem Topf nicht reichen würde, gäbe es ganz schnell eine wundersame Anpassung, so das die Politik wieder aus den vollen schöpfen kann.

    Nur wählen ist die einzige Möglichkeit !

    Danke für die Ergänzung.
    Daß Merkei und Schäuble alternativlos sind, ist meine Befürchtung, nicht meine Überzeugung.

  6. "Was sozial gerecht ist, ist auch ökonomisch sinnvoll"

    Um ehrlich zu sein, diese Aussage hätte Peer Steinbrück vor seiner Nominierung als Kanzlerkandidat noch exakt andersherum vertreten. Ich empfinde für Steinbrück als Politiker durchaus eine gewisse Sympathie, allerdings wirken viele seiner aktuellen Standpunkte ein wenig unglaubwürdig. Vor seiner Zeit als Kanzlerkandidat hat er einen gesetzlichen Mindestlohn, eine höhere Besteuerung für Reiche und stärkere Regulierung stets kritisch gesehen. Heute muss er sie als Kanzlerkandidat der SPD authentisch vertreten. Das schürt doch erhebliche Glaubwürdigkeitsprobleme.

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