ParteivorstandPiraten-Geschäftsführer Ponader kündigt Rücktritt an

Johannes Ponader wird Mitschuld am Niedergang der Partei in den Meinungsumfragen gegeben. Nun zieht der Geschäftsführer Konsequenzen aus der monatelangen Debatte um ihn.

Der politische Geschäftsführer der Piratenpartei, Johannes Ponader

Der politische Geschäftsführer der Piratenpartei, Johannes Ponader

Der umstrittene Geschäftsführer der Piratenpartei, Johannes Ponader, gibt sein Amt auf. Er werde seinen Posten auf dem Bundesparteitag Mitte Mai in Neumarkt zur Verfügung stellen, teilte eine Parteisprecherin nach einer Sitzung des Bundesvorstands mit.

In seinem Blog netzkind.net führte Ponader persönliche und politische Gründe für seine Entscheidung an. Schon seit Längerem vertrete er die Meinung, dass Mitglieder des Bundesvorstands ihr Amt nicht länger als ein Jahr ausüben sollten, schrieb er.

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Obwohl auf dem Parteitag nicht wie von ihm gefordert der komplette Vorstand neu gewählt werden soll, wolle er seine Forderung nunmehr "persönlich umsetzen". Ponader ist seit April 2012 Geschäftsführer seiner Partei.

"Fragwürdige Außenwirkung der letzten Monate"

Weiter schrieb er: "Ein massiver Rückgang unserer Zustimmungswerte sowie das geringe Wahlergebnis in Niedersachsen müssen jedes verantwortungsvolle Mitglied unserer Partei nachdenklich machen." Die Hauptverantwortung für "diesen Vertrauensverlust" liege seiner Ansicht nach "beim Vorstand und unserer oft fragwürdigen Außenwirkung der letzten Monate".

Ponader stand in den letzten Monaten im Fokus langer Personaldebatten und war wiederholt zum Rücktritt aufgefordert worden. Ihm wird erhebliche Mitschuld am Niedergang der Partei in den Meinungsumfragen gegeben, die nach derzeitigem Stand den Einzug in den Bundestag klar verpassen würde. Führende Parteimitglieder hatten Ponader zuletzt Alleingänge und den Bruch von Absprachen vorgeworfen.

Mit Parteichef Bernd Schlömer stritt sich Ponader offen über die richtige Wahlkampfstrategie. Schlömer kündigte vor Kurzem an, in den kommenden Monaten sollten die Spitzenkandidaten für den Bundestag und die anstehenden Landtagswahlen "als Gesichter für die Themen, als Sympathieträger der Piratenpartei" stärker in den Vordergrund gestellt werden.

Der Piratenvorstand entschied, den Parteitag vom 10. bis zum 12. Mai in Neumarkt in der Oberpfalz abzuhalten. Am 10. Mai soll es Nachwahlen für zwei vakante Vorstandsposten geben. Daneben soll nun auch Ponaders Amt neu vergeben werden. Auf dem Parteitag wollen die Piraten außerdem das Programm für die Bundestagswahl im September fertigstellen.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich denke nicht. Die Piraten haben sich überlebt. Keine echten Themen, viele Schaumschläger und gaaaanz viel Internet. Die Netzkinder.
    Ponander ist mMn nur eines der Probleme. Aber der Rest des Vorstandes ist eigentlich nicht viel besser.

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    Die trägt mMn eine große schuld an dem schlechten bild. Als heimlicher klassenfeind haben die Journalisten mit heimlicher oder offener schadenfreude jede skurrilitaet breitgetreten und so die vorhandene Relevanz der themen verdeckt. In keiner anderen partei findet sich "der gesunde menschenverstand" so wie bei den piraten.

    Wie kann sich eine Partei die es erst seit kurzem gibt überleben? Nein die Partei hat ein riesiges Problem mit ihrer Aussendarstellung. Mit ihrem Progamm würden sie in fast allen Punkten voll den heutigen Themen gerecht und hätten, bei entsprechendem Personal und derer Aussendarstellung, gute Chancen ins Parlament zu kommen. Denn der Frust über die "etablierten" ist sehr groß, weil sie nicht auf die Probleme der Bevölkerung eingehen und nur ihre eigenen Interessen sehen!!! Die ganze Darstellung in den Medien sollte man nicht sehr ernst nehmen, weil diese Medien doch sehr auf die jetzigen Parteien fixiert sind. Das ist ja eigendlich "nicht" ihre Aufgabe, sonder "unabhängig, fair" zu berichten. Aber warum dies so ist, ist schon genug drüber geschrieben worden und ich möcht "nicht" schon wieder der Zensur zum Opfer fallen.

    Die trägt mMn eine große schuld an dem schlechten bild. Als heimlicher klassenfeind haben die Journalisten mit heimlicher oder offener schadenfreude jede skurrilitaet breitgetreten und so die vorhandene Relevanz der themen verdeckt. In keiner anderen partei findet sich "der gesunde menschenverstand" so wie bei den piraten.

    Wie kann sich eine Partei die es erst seit kurzem gibt überleben? Nein die Partei hat ein riesiges Problem mit ihrer Aussendarstellung. Mit ihrem Progamm würden sie in fast allen Punkten voll den heutigen Themen gerecht und hätten, bei entsprechendem Personal und derer Aussendarstellung, gute Chancen ins Parlament zu kommen. Denn der Frust über die "etablierten" ist sehr groß, weil sie nicht auf die Probleme der Bevölkerung eingehen und nur ihre eigenen Interessen sehen!!! Die ganze Darstellung in den Medien sollte man nicht sehr ernst nehmen, weil diese Medien doch sehr auf die jetzigen Parteien fixiert sind. Das ist ja eigendlich "nicht" ihre Aufgabe, sonder "unabhängig, fair" zu berichten. Aber warum dies so ist, ist schon genug drüber geschrieben worden und ich möcht "nicht" schon wieder der Zensur zum Opfer fallen.

  2. Die trägt mMn eine große schuld an dem schlechten bild. Als heimlicher klassenfeind haben die Journalisten mit heimlicher oder offener schadenfreude jede skurrilitaet breitgetreten und so die vorhandene Relevanz der themen verdeckt. In keiner anderen partei findet sich "der gesunde menschenverstand" so wie bei den piraten.

    10 Leser-Empfehlungen
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    • hg2000
    • 07.03.2013 um 9:37 Uhr

    Das haben die Piraten relativ schnell von den großen gelernt: Egal wieviel Unsinn man verzapft, schuld sind am Ende die Medien, die darüber berichten.

    Sowie einen Freifahrtschein für Schmarotzertum, pardon, bedingungsloses Grundeinkommen?

    Seeehr vernünftig...

    • hg2000
    • 07.03.2013 um 9:37 Uhr

    Das haben die Piraten relativ schnell von den großen gelernt: Egal wieviel Unsinn man verzapft, schuld sind am Ende die Medien, die darüber berichten.

    Sowie einen Freifahrtschein für Schmarotzertum, pardon, bedingungsloses Grundeinkommen?

    Seeehr vernünftig...

  3. "Die trägt mMn eine große schuld an dem schlechten bild."

    Ja das tut sie. Aber das sagt ja auch etwas über die Presse aus, oder?
    Ich war auch schonmal persönlich auf diversen Piratenveranstaltungen und habe festgestellt, daß diese Partei einfach nichts für mich ist. Ob nun mit oder ohne Ponander.,
    Es sind halt (Netz)Kinder. Kindisch und manchmal ziemlich naiv.

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    ... Es sind halt (Netz)Kinder. Kindisch und manchmal ziemlich naiv.

    Auf der Suche nach "Ehrlichem Bemühen" und auf der Suche nach Beteiligung für möglichst viele - statt "abgekochten Schlipsträgern" mit presserechtlichem Hofstadl (& Auftragsschreiberei) ... gerne nehme ich Ihre Empfehlung bzgl der "kindischen und naiven Netzkinder" entgegen.

    Vielleicht doch den italienischen Weg wählen : Grilini in Piratenkluft.

    Was in Italy von der Presse zerrissen und verbrand wird (als Auftragsschreiberei der Mächtigen in den beiden Großparteien),
    läuft doch in Germany nicht viel anderst ab.

    Das war bei den GRÜNEN in 80/90er Jahre so, das war bei LINKE/Lafontaine in 90/00er Jahre so und das ist jetzt natürlich auch bzgl der PIRATEN nicht anderst. Die TV- & Presse-Landschaft ist in Germany aufgeteilt in zwei Lager : CDU/SCU und (Seeheimer)SPD. Über den Rest aus SPD und Bundestag ergießt sich am liebsten die Häme, Schadenfreude, Denunziation, Desinformation, Tratsch, aber wenig Information und Respekt.

    Müssen wir Deutsche damit ewig leben? - Nein, müssen wir nicht! - Wir können ähnlich wie die Grillini aufbegehren, indem wir die Altvorderen Ewiggestrigen Parteien gezielt boykottieren, nicht nur beim Wählen, sondern auch bei Fernsehtalk und Kanzler-Duell.

    Gerade beim Kanzler-Duell, das ein Duell life vortäuscht aber in Wirklichkeit ein abgesprochener Hofstadl ist - 6 (Multi)Millionäre unter sich - die bestenfalls IHRE Probleme bereden - die Arbeiter/innen etc bleiben außen vor.

    ... Es sind halt (Netz)Kinder. Kindisch und manchmal ziemlich naiv.

    Auf der Suche nach "Ehrlichem Bemühen" und auf der Suche nach Beteiligung für möglichst viele - statt "abgekochten Schlipsträgern" mit presserechtlichem Hofstadl (& Auftragsschreiberei) ... gerne nehme ich Ihre Empfehlung bzgl der "kindischen und naiven Netzkinder" entgegen.

    Vielleicht doch den italienischen Weg wählen : Grilini in Piratenkluft.

    Was in Italy von der Presse zerrissen und verbrand wird (als Auftragsschreiberei der Mächtigen in den beiden Großparteien),
    läuft doch in Germany nicht viel anderst ab.

    Das war bei den GRÜNEN in 80/90er Jahre so, das war bei LINKE/Lafontaine in 90/00er Jahre so und das ist jetzt natürlich auch bzgl der PIRATEN nicht anderst. Die TV- & Presse-Landschaft ist in Germany aufgeteilt in zwei Lager : CDU/SCU und (Seeheimer)SPD. Über den Rest aus SPD und Bundestag ergießt sich am liebsten die Häme, Schadenfreude, Denunziation, Desinformation, Tratsch, aber wenig Information und Respekt.

    Müssen wir Deutsche damit ewig leben? - Nein, müssen wir nicht! - Wir können ähnlich wie die Grillini aufbegehren, indem wir die Altvorderen Ewiggestrigen Parteien gezielt boykottieren, nicht nur beim Wählen, sondern auch bei Fernsehtalk und Kanzler-Duell.

    Gerade beim Kanzler-Duell, das ein Duell life vortäuscht aber in Wirklichkeit ein abgesprochener Hofstadl ist - 6 (Multi)Millionäre unter sich - die bestenfalls IHRE Probleme bereden - die Arbeiter/innen etc bleiben außen vor.

    • docere
    • 07.03.2013 um 7:24 Uhr

    von den Piraten in den letzten Monaten etwas las, hörte oder sah, dann waren das interne Querschüsse oder Querelen. Es fehlte an politischer Tragweite, an Statements.
    Wenn man sich selbst Ziele setzt, wie den Einzug in den Bundestag, dann ist das nicht gerade viel.
    Natürlich gibt es sowas in jeder Partei, die FDP ist da wohl ein hervorragendes Beispiel, aber wenn ich Machtspiele beobachten möchte, besuche ich ein Wildgehege in der Brunftzeit.
    Von daher sollte die gesamte Partei nicht sonderlich erstaunt sein, ausserdem macht man so etwas nicht nur an einer Person fest. Da sollte sich der gesamte Vorstand ans Herz fassen, zurück auf Anfang.

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  4. Wie kann sich eine Partei die es erst seit kurzem gibt überleben? Nein die Partei hat ein riesiges Problem mit ihrer Aussendarstellung. Mit ihrem Progamm würden sie in fast allen Punkten voll den heutigen Themen gerecht und hätten, bei entsprechendem Personal und derer Aussendarstellung, gute Chancen ins Parlament zu kommen. Denn der Frust über die "etablierten" ist sehr groß, weil sie nicht auf die Probleme der Bevölkerung eingehen und nur ihre eigenen Interessen sehen!!! Die ganze Darstellung in den Medien sollte man nicht sehr ernst nehmen, weil diese Medien doch sehr auf die jetzigen Parteien fixiert sind. Das ist ja eigendlich "nicht" ihre Aufgabe, sonder "unabhängig, fair" zu berichten. Aber warum dies so ist, ist schon genug drüber geschrieben worden und ich möcht "nicht" schon wieder der Zensur zum Opfer fallen.

    6 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Hm. Nutzt das was?"
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    "Wie kann sich eine Partei die es erst seit kurzem gibt überleben? "

    Weil die Zeiten schneller geworden sind. Die Piraten haben in einer "Netzwelt" auch nur genau die Halbwertszeit, wie die Meldungen ihres Lieblingsmediums. Ich denke, daß ein großer Teil der unentschlossenen Wähler zumindestens die neue Anti-Euro-Partei als Alternative ansehen wird.

    • ngw16
    • 07.03.2013 um 9:40 Uhr

    [...]

    Die PP hat sich auch einige Themen aufdrängen lassen:
    Kampf gegen Rechts
    Feminismus und Quoten

    Diese waren keine Stammthemen der PP.
    [...]

    Die internen Querellen bzgl. Personen waren dann auch nicht hilfreich, sondern Kindergarten.

    Schade, der Versuch mit der PP Neues bzgl. Demokratie zu wagen war notwendig und schien aussichtsreich.
    Nur ist nun leider offenbar gescheitert.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/sam

    "Wie kann sich eine Partei die es erst seit kurzem gibt überleben? "

    Weil die Zeiten schneller geworden sind. Die Piraten haben in einer "Netzwelt" auch nur genau die Halbwertszeit, wie die Meldungen ihres Lieblingsmediums. Ich denke, daß ein großer Teil der unentschlossenen Wähler zumindestens die neue Anti-Euro-Partei als Alternative ansehen wird.

    • ngw16
    • 07.03.2013 um 9:40 Uhr

    [...]

    Die PP hat sich auch einige Themen aufdrängen lassen:
    Kampf gegen Rechts
    Feminismus und Quoten

    Diese waren keine Stammthemen der PP.
    [...]

    Die internen Querellen bzgl. Personen waren dann auch nicht hilfreich, sondern Kindergarten.

    Schade, der Versuch mit der PP Neues bzgl. Demokratie zu wagen war notwendig und schien aussichtsreich.
    Nur ist nun leider offenbar gescheitert.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/sam

  5. War nett mit Dir.

    Die Mitarbeiter Ponader war stets bemüht ihre Aufgaben zu erfüllen.

    Eine Leser-Empfehlung
    • bvdl
    • 07.03.2013 um 7:32 Uhr

    Da sieht man mal, was bei rauskommt, wenn man vorher nicht fragt, was das denn fuer ein Typ ist, den man da waehlt. Sollten die Piraten politisch ueberleben, war das fuer die ein heilsamer Schock. Jeder weitere Anwaerter auf das und andere Aemter wird dann genauestens durchleuchtet. Einfach nur einen Computer bedienen zu koennen bzw. zu twittern wird dann nicht mehr reichen.

    3 Leser-Empfehlungen
  6. "Wie kann sich eine Partei die es erst seit kurzem gibt überleben? "

    Weil die Zeiten schneller geworden sind. Die Piraten haben in einer "Netzwelt" auch nur genau die Halbwertszeit, wie die Meldungen ihres Lieblingsmediums. Ich denke, daß ein großer Teil der unentschlossenen Wähler zumindestens die neue Anti-Euro-Partei als Alternative ansehen wird.

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    Zitat: "Ich denke, daß ein großer Teil der unentschlossenen Wähler zumindestens die neue Anti-Euro-Partei als Alternative ansehen wird."

    Konkurrenzdenken!

    Das der Euro sehr schlecht vorbereitet eingeführt wurde, ist hinlänglich bekannt.Das er deswegen nicht gewollt, gemocht wird, das glaube ich nicht, den im täglichen Umgang ist er doch gerade für die Bürger in Europa, sehr hilfreich! Man sollte die Schwachstellen beheben, aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Das sollten die Piraten auch so sehen und sich auf die Fahne schreiben! Nicht spalten, vereinen und dies sinnvoll mit Augenmaß!

    Zitat: "Ich denke, daß ein großer Teil der unentschlossenen Wähler zumindestens die neue Anti-Euro-Partei als Alternative ansehen wird."

    Konkurrenzdenken!

    Das der Euro sehr schlecht vorbereitet eingeführt wurde, ist hinlänglich bekannt.Das er deswegen nicht gewollt, gemocht wird, das glaube ich nicht, den im täglichen Umgang ist er doch gerade für die Bürger in Europa, sehr hilfreich! Man sollte die Schwachstellen beheben, aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Das sollten die Piraten auch so sehen und sich auf die Fahne schreiben! Nicht spalten, vereinen und dies sinnvoll mit Augenmaß!

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