Umfrage der Piratenpartei : Piraten stellen Ponader schlechtes Zeugnis aus

Die Piraten sind nicht zufrieden mit ihrem politischen Geschäftsführer Johannes Ponader: In einer Umfrage gaben ihm mehr als tausend Mitglieder die Note sechs.
Der politische Geschäftsführer der Piratenpartei, Johannes Ponader, im Februar 2013 in Berlin © Adam Berry/Getty Images

Die Piraten haben abgestimmt – und ihrem politischen Geschäftsführer Johannes Ponader kein gutes Zeugnis ausgestellt: Die Parteimitglieder sollten für die Bundesvorstände Noten vergeben. Dabei bekam Ponader von über tausend Mitgliedern eine sechs. Insgesamt nahmen 5.000 Parteimitglieder an der Befragung teil. Knapp über 2.000 bewerteten die Arbeit des umstrittenen Piraten-Geschäftsführers.

Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse häuften sich unter Parteimitgliedern Rücktrittsforderungen. Viele kritisierten Ponaders Auftritte in der Öffentlichkeit. Er sei "fatal in der Außendarstellung", hieß es, seine Auftritte seien unzumutbar. Ein Parteimitglied schrieb: "Übernimm endlich Verantwortung für deine Partei und stell deine Person hinten an." Einige Beiträge dagegen lobten, dass Ponader zu den Grundwerten der Piraten stehe.

Die Piratenpartei hatte es den Vorstandsmitgliedern überlassen, ihr persönliches Umfrageergebnis zu veröffentlichen. Ponader hatte dies zunächst abgelehnt, sie dann letztlich aber doch veröffentlicht. Auch Schatzmeisterin Swanhild Götze stellte Kommentare zu ihrer Arbeit ins Netz.

In der Umfrage sollten die Piraten auch darüber abstimmen, ob auf dem nächsten Parteitag im März der neue Bundesvorstand gewählt werden soll. Mit dem Mitgliederentscheid will die Partei ihren dauernden Führungsstreit beenden. Am Montag will der Vorstand offiziell bekanntgeben, ob sich die Mehrheit der Basis für Vorstandsneuwahlen im Mai augesprochen hat.

Ponader war in den letzten Monaten immer wieder zum Rücktritt aufgefordert worden. Ihm wird erhebliche Mitschuld am Niedergang der Piratenpartei in den Meinungsumfragen gegeben.

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Kommentare

18 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Des Pudels Kern

"Die Piratenpartei ist doch ein unwählbarer Haufen von Egomanen, die jeweils nichts anderes als ihren persönlichen Vorteil suchen"

Zumindest den Teil repräsentiert Herr Ponader doch schon ziemlich gut...

Ich denke schon, dass es bei den Piraten einige gibt, die vernünftige Ideen haben und diese auch gerne umsetzen würden. Aber solange kritikresistente Leute wie Ponader, die in erster Linie mit persönlichen Streitigkeiten an die Öffentlichkeit treten, an der Spitze stehen, wird sich die potentielle Wählerschaft immer weiter verringern.

Irrsinn der Piraten

"Kann man auch noch den Abstand der Erde zum Mond [..] als Beispiel nehmen, um den Irrsinn der Piraten zu entschuldigen?"

worin genau besteht dieser Irrsinn, die allgemeine Umgangssprache? man bedenke, dass sich 30jährige Normalos unterhalten, nicht 40-50jährige mit 20 Jahren Parteimitgliedschaft,

Johannes Ponader sieht hier von 50% der Teilnehmer einer ernsthaften Umfrage eine Sechs und sollte das, unabhängig aller Gründe dafür in den letzten Monaten, als Rücktritt nehmen,
dass er das ablehnt ist sein erster Fehler, während er bisher auf evtl. Zustimmung gewisser Teile der Partei verweisen konnte, die ihn immerhin gewählt haben,

unschön, aber kein Beinbruch wenn man ihn im Mai oder vorher abwählt,
ansonsten ein gemeinsamer Fehler der Basis auf dem Parteitag

in #1 steht:
"[..] Egomanen, die jeweils nichts anderes als ihren persönlichen Vorteil suchen."

welcher persönliche Vorteil sollte das im Falle von Ponader eigentlich sein? er kassiert kein Gehalt/ Pension,
von Korruption in Wirtschaft, Vorstandsposten später usw. ganz zu schweigen,
persönlicher Ruhm? eher Niedergang,
reine Lust an Presse dabei?

man darf nicht vergessen, dass im Grunde nichts 'gegen ihn vorliegt', reine Diskussionen um Parteipolitik, nichtmal ominöse Twitter-Nazi-Zitate usw.,

dagegen findet man bei CDU & Co. jeden Tag (auch von der Presse nahezu ungestraft) ungeheuerliches,
etwa einen Verkehrsminister, der das Parlament zu Stuttgart 21 (bestenfalls) beschweigt