Die Piraten haben abgestimmt – und ihrem politischen Geschäftsführer Johannes Ponader kein gutes Zeugnis ausgestellt: Die Parteimitglieder sollten für die Bundesvorstände Noten vergeben. Dabei bekam Ponader von über tausend Mitgliedern eine sechs. Insgesamt nahmen 5.000 Parteimitglieder an der Befragung teil. Knapp über 2.000 bewerteten die Arbeit des umstrittenen Piraten-Geschäftsführers.

Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse häuften sich unter Parteimitgliedern Rücktrittsforderungen. Viele kritisierten Ponaders Auftritte in der Öffentlichkeit. Er sei "fatal in der Außendarstellung", hieß es, seine Auftritte seien unzumutbar. Ein Parteimitglied schrieb: "Übernimm endlich Verantwortung für deine Partei und stell deine Person hinten an." Einige Beiträge dagegen lobten, dass Ponader zu den Grundwerten der Piraten stehe.

Die Piratenpartei hatte es den Vorstandsmitgliedern überlassen, ihr persönliches Umfrageergebnis zu veröffentlichen. Ponader hatte dies zunächst abgelehnt, sie dann letztlich aber doch veröffentlicht. Auch Schatzmeisterin Swanhild Götze stellte Kommentare zu ihrer Arbeit ins Netz.

In der Umfrage sollten die Piraten auch darüber abstimmen, ob auf dem nächsten Parteitag im März der neue Bundesvorstand gewählt werden soll. Mit dem Mitgliederentscheid will die Partei ihren dauernden Führungsstreit beenden. Am Montag will der Vorstand offiziell bekanntgeben, ob sich die Mehrheit der Basis für Vorstandsneuwahlen im Mai augesprochen hat.

Ponader war in den letzten Monaten immer wieder zum Rücktritt aufgefordert worden. Ihm wird erhebliche Mitschuld am Niedergang der Piratenpartei in den Meinungsumfragen gegeben.