Laut einer Emnid-Umfrage im Auftrag der Bild am Sonntag halten 56 Prozent der Befragten eine Entschuldigung von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für angebracht. Rund 40 Prozent meinen, eine Entschuldigung sei nicht nötig. 72 Prozent der Befragten sind aber der Meinung, ein Kanzlerkandidat dürfe sich nicht so über Spitzenpolitiker befreundeter Staaten äußern. Unter den SPD-Wählern sind es sogar 78 Prozent.

Steinbrück hatte nach dem guten Abschneiden des Protestpolitikers und Komikers Beppe Grillo sowie von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi bei der Parlamentswahl in Italien gesagt: "Ich bin geradezu entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben." Dies hatte im Inland und in Italien Kritik hervorgerufen.

Steinbrück selbst fühlt sich nach seiner Äußerung von der deutschen Bevölkerung unterstützt. "Die Reaktionen aus der Bevölkerung unterscheiden sich erheblich von der Berichterstattung. Die meisten Leute sagen mir, dass es ja wohl noch erlaubt sein muss, das auszusprechen, was die Mehrheit der Bevölkerung denkt", sagte Steinbrück der Bild am Sonntag.

Unterstützung aus der SPD

SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte, Berlusconi könne sich über die Bezeichnung "Clown" freuen. "Ich glaube, Herr Berlusconi hat Glück, dass wir ihm eine so ehrenwerte Berufsbezeichnung gegeben haben". Generalsekretärin Andrea Nahles sagte, Steinbrück müsse sich ganz sicher nicht entschuldigen.

Grillo warf Steinbrück schlechte Manieren vor. "Steinbrück hat sich benommen wie ein Flegel", sagte er der Zeitung. "Ich bin ein Komiker, aber kein Clown", sagte Grillo. Von Steinbrück erwarte er keine Entschuldigung: "Die interessiert mich gar nicht." Steinbrück habe allerdings mit seiner Äußerung "alle Italiener beleidigt".